Wie der westliche Lebensstil die Erde ruiniert 
Donnerstag, 12. Januar 2017 - Wissenschaft
Hätten Sie gedacht, dass Deutschland indirekt für die Gefährdung von 611 Tier- und Pflanzenarten verantwortlich ist? Die Wissenschaftler Daniel Moran (Universität für Wissenschaft und Technologie in Trondheim) und Keiichiro Kanemoto (Shiinshu Universität in Japan) haben anhand von knapp 7.000 bedrohten und gefährdeten Tierarten im Meer und an Land ermittelt, welche Lebensräume und Hotspots der Artenvielfalt durch den Konsumhunger der verschiedenen Industrieländer besonders betroffen sind. Die größten Verursacher des Artensterbens sind ihrer Untersuchung zufolge die USA, Europa und Japan. In ihrer Kartographie der Konsumfolgen zeichneten die Wissenschaftler auf, wie die Konsumbedürfnisse westlicher Länder rund um den Globus durch den verstärkten Abbau von Ressourcen natürliche Lebensräume vernichten. Mit dem Forschungsprojekt wollen sie die globalen Verflechtungen stärker ins Bewusstsein rufen. Einerseits, um für Konsumenten nachvollziehbarer zu machen, welche Auswirkungen ihre Lebensstile haben. Wer macht sich schon bewusst, wie viel Zerstörung weltweit beispielsweise mit der Gewinnung der Rohstoffe verbunden ist, die für unsere ganze Unterhaltungselektronik notwendig sind? Andererseits wollen sie damit auch eine Grundlage schaffen, dass künftig Ausgleichsmaßnehmen auch an den Orten stattfinden, an denen sie dringend notwendig wären. Die USA etwa investieren gegenwärtig etwa 99 Prozent der Gelder für den Artenschutz im eigenen Land oder in anderen wohlhabenden Ländern, übersehen dabei allerdings, dass die Schäden durch den US-Konsum eher in Südostasien und Südamerika, im Süden Europas und in der Sahelzone entstehen.
Wo unser Konsumhunger am meisten schadet, Bild der Wissenschaft 4.1.17

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Dankbarkeit macht gesund - und verbindet 
Mittwoch, 11. Januar 2017 - Bewusstsein, Studien, Wissenschaft
Spiegel online präsentiert in einem ausführlichen Beitrag verschiedene Studien der Dankbarkeitsforschung und zeigt, welchen gesundheitlichen Nutzen es haben kann, im Alltag ein bisschen dankbarer zu sein. Eine Studie aus 2003 lies knapp 200 Probanden, aufgeteilt in drei Gruppen, über zehn Wochen entweder ein Dankbarkeitstagebuch führen, notieren, was in einer Woche schlecht gelaufen war oder neutral über die Erlebnisse reflektieren. Bei der anschließenden Auswertung zeigte sich, dass die Teilnehmer der Dankbarkeitsgruppe in den psychologischen Befragungen mehr Optimismus zeigten als die Teilnehmer der anderen Gruppen, mehr Lebensfreude verspürten und auch geringere körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen aufwiesen. Als nicht unwesentlich für diese Verbesserung des Lebensgefühls stellte sich die soziale Dimension der Dankbarkeit heraus, denn durch das bewusste Dankbarsein intensivierten die Studienteilnehmer auch ihre sozialen Beziehungen. Medizinische Studien liefern bereits weitere Hinweise zu positiven Wirkungen der Dankbarkeit. So sollen Übungen zur Dankbarkeit das individuelle Glücksniveau um 25 Prozent heben und so bei leichten bis mittelschweren Depressionen Antidepressiva ersetzen können. Bei Versuchen mit Patienten, die an Herzinsuffizienz litten, scheinen Dankbarkeitsübungen dazu geführt zu haben, dass sich die Erkrankung nicht verschlimmerte. Die Forschungen schaffen eine interessante Verbindung - Zufriedenheit oder gar gesundheitliche Verbesserungen scheinen nicht nur eine individuelle Sache zu sein, sondern sich womöglich auch dadurch zu ergeben, dass Dankbarkeit Menschen wieder die eigene Eingebundenheit in etwas Größeres bewusster erleben lässt.
Dankmuskel bitte anspannen, Spiegel online 26.12.16

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Die Entdeckung der Verbundenheit im Business 
Dienstag, 10. Januar 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft, Management
Der österreichische Standard richtet in einem Interview mit dem Wissenschaftler Dan Siegel den Blick darauf, dass bewusst gelebte Achtsamkeit der Schlüssel zu neuer zwischenmenschlicher Verbundenheit und damit auch mehr gesellschaftlichem Zusammenhalt sein könnte. Dort, wo der gegenwärtige Achtsamkeitstrend das Kultivieren der Bewusstheit vor allem als persönliche Strategie interessant werden lässt, geht Siegel weiter. "Durch Mindsight – eine erlernbare Fähigkeit, sich selbst als Teil des größeren Ganzen zu sehen – wird erkennbar, dass wir alle für ein gemeinsames Ziel arbeiten können, mehr positive Energie in uns selbst und damit in die Welt bringen können. Kurz: Mindsight bedeutet, wir können unsere innere Welt gestalten. Dann fühlen wir uns nicht mehr wie passive Passagiere auf einer Reise ins Ungewisse, sondern werden selbst zu aktiven Autoren unserer eigenen Geschichte und damit jener des gesamten Systems. Mindsight wirft das Licht auf den ganzen Prozess, und wie wir uns mit Achtsamkeit zu einer mitfühlenderen Gesellschaft entwickeln können", so der Wissenschaftler. Im Unternehmenskontext könne diese Perspektive beispielsweise dabei helfen, Vielfalt und Differenzierung wertzuschätzen und dabei gleichermaßen die Verbundenheit innerhalb des größeren Ganzen zu kultivieren: "Wenn man nur die einzelnen Teile einer Firma, die Departments, als separierte Einheit behandelt, dann fördert man lediglich Differenzierung, aber keine Verbindung. Dem Unternehmen wird es nicht so gut gehen, wie es ihm gehen könnte. Weil die Verbindung aller Individuen zueinander fehlt. Wenn die Differenzierung von Individuen innerhalb eines Departments kultiviert wird, dann fühlen sich die Leute geachtet und befähigt. Die Moral wird hoch sein, und die Menschen werden von sich aus motiviert, inspiriert und kreativ tätig für das Unternehmen. Weil sie auch wissen, was sie zum gemeinsamen Ganzen beitragen, und dass dieser Beitrag wichtig ist. Da gibt es Zugehörigkeit und gleichzeitig Individualität, da übernehmen Menschen von selbst die Ownership für ihre Arbeit. Das ist zuerst eine Aufgabe für Leadership."
US-Forscher: Einmal täglich das Gehirn "vom Dreck befreien", Der Standard 20.12.16

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"Spirituelle Revolution" im Westen? 
Montag, 9. Januar 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Wissenschaft
Stressbewältigung und mit ihr einhergehend Sinnfindung sind in den letzten Jahren zu großen Themen geworden. Der Psychoanalytiker David Tracy spricht gar von einer "spirituellen Revolution", da zu Selbstentwicklung im Westen immer öfter auch spirituelle Bezüge herstellen und auf wachsende Akzeptanz stoßen. Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben in einer Studie aus den frei formulierten Antworten der Studienteilnehmer zehn Aspekte herausdestilliert, die das spirituelle Verständnis der Deutschen charakterisieren. Die individuelle Praxis, sei es Meditation, Gebet oder Gottesdienst, die im gegenwärtig immer stärker zunehmenden Achtsamkeitstrend ihren Niederschlag findet, ist dabei ein Merkmal. Weitere sind beispielsweise eine (All-)Verbundenheit und Harmonie mit dem Universum, der Natur und dem Ganzen, die innere Suche nach einem (höheren) Selbst, nach Sinn, Frieden und Erleuchtung, das Festhalten an und Einhalten von Werten und Moral in Bezug zur Menschheit [Ethik] oder die Erfahrung von existenzieller Wahrheit jenseits rationalem Verstehens. Irgendwie ist es erstaunlich, wie bewusst sich die Menschen über diesen Tiefendimensionen des Lebens anscheinend sind und wie wenig Ausdruck sie doch zumeist im individuellen Alltag und erst recht auf der gesellschaftlichen Ebene finden. Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn jeder sich ab und an die Frage stellte, ob das eigene Tun diese Dimension berührt und mit ihr im Einklang ist?
Wenn der Stress zu groß wird: Spiritualität als Alternative, businesson.de 15.12.16
Definitionen von Spiritualität der Universität Bielefeld

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 
Mittwoch, 21. Dezember 2016 - sonstiges
think.work.different macht Weihnachtsferien. Wir sind ab 9. Januar 2017 wieder mit frischen News für Sie da. Wir wünschen allen LeserInnen besinnliche Weihnachtstage und einen wunderbaren Start ins neue Jahr.

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Optimisten mit Realitätssinn 
Dienstag, 20. Dezember 2016 - Studien
Optimisten wird gerne nachgesagt, dass sie die Welt vor allem mit einer rosaroten Brille betrachten. Eine neue Studie der University of California in Riverside zeigt - das stimmt, bis zu einem gewissen Grad. Die Wissenschaftler teilten Probanden durch Vortests in eine Gruppe von Optimisten und eine mit Pessimisten. Beide Gruppen nahmen anschließend an den gleichen Experimenten teil, in denen es darum ging, die Haltung der Studienteilnehmer in Situationen mit möglicherweise negativem Ausgang zu erkunden. Dabei zeigte sich: Auch bei den Optimisten gibt es einen Moment, in dem diese sich innerlich auf den möglichen negativen Ausgang einer Situation innerlich vorbereiten. Auch sie rechnen mit dem Schlimmsten - vielleicht etwas später als die Pessimisten.
Auch Optimisten wappnen sich gedanklich für das Schlimmste, spektrum.de 14.12.16

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Meetings ohne Plan 
Montag, 19. Dezember 2016 - Studien
Meetings scheinen einer der größten Produktivitätskiller im Business zu sein. Eine neue Untersuchung der Unternehmensberatung Kampmann, Berg und Partner mit 250 Führungskräften zeigt, dass Orientierungslosigkeit und Zeitverschwendung hier an der Tagesordnung sind. Ein Drittel der Arbeitszeit von Managern geht für Meetings drauf und nur allzu oft ist diese Zeit nicht gut investiert. 47 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Meetings scheitern, weil sie zu schlecht vorbereitet sind. 42 Prozent finden, dass zu viele Mitarbeiter beteiligt werden und in den Augen von 40 Prozent sitzen einfach die falschen Teilnehmer am Tisch. Die Komplexität innerhalb der Unternehmensstrukturen tut ihr übriges, denn in drei Vierteln der an der Umfrage beteiligten Unternehmen müssen mehrere Gremien zustimmen, bevor Entscheidungen in die Tat umgesetzt werden. Wenn dann noch Entscheider beteiligt sind, die von den Auswirkungen der Beschlüsse gar nicht betroffen sind (in der Untersuchung traf dies auf jedes dritte Unternehmen zu), wird's zäh.
Warum viele Meetings im Sande verlaufen, FAZ 13.12.16

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Pausen helfen der Performance 
Freitag, 16. Dezember 2016 - Wissenschaft
Pausen zu machen, ist in der Leistungskultur der Gegenwart oft nicht sonderlich angesehen. Der Blick auf verschiedene wissenschaftliche Befunde legt indes nahe, dass stundenlanges Sich-Auspowern der Produktivität nicht hilft. Wissenschaftler untersuchten, ob der Schlafrhythmus, der sich gewöhnlich in Zyklen von 90 Minuten vollzieht, auch auf das wache Leben anwendbar ist. Sie stellten fest: Bei Musikenr, Athleten, Schauspielern und Schachspielern, die Höchstleistungen vollbringen, ist ein 90-Minuten-Rhythmus sehr verbreitet. Viele dieser Hochperformer arbeiten oder trainieren bevorzugt nicht mehr als 4,5 Stunden pro Tag und legen ungefähr alle eineinhalb Stunden eine Pause ein. Diese Dosis erlaube es, über längere Zeitperioden die eigene Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Warum man alle 90 Minuten eine Pause machen sollte, Die Welt 8.12.16

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