Virtuelle Therapie auf dem Vormarsch 
Dienstag, 9. Januar 2018 - Bewusstsein, Psychologie
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis unter den Vorzeichen von Skype, Whatsapp und Videokonferenz-Tools auch die Therapiewelt beginnt, die neuen technologischen Möglichkeiten zu nutzen. Die Schön Klinik, eine Klinikgruppe mit 23 Standorten in Deutschland und Großbritannien, erprobt in einem Projekt mit 300 Probanden ihre Online-Therapie MindDoc. "Mit der Anwendung können sich Patienten mit Depressionen, Essstörungen oder Burnout per Videochat und Textnachrichten von zu Hause aus behandeln lassen, wie MindDoc-Chef Bernhard Backes erklärt. Begleitend dazu bekommen sie verhaltenstherapeutische Übungen gestellt", berichtet das Handelsblatt. Ein Therapiegespräch dauert wie in der realen Face-to-Face-Situation 50 Minuten. Viele der Probanden schätzen es, von zu Hause oder jedem beliebigen Ort aus mit ihrem Therapeuten sprechen zu können. Dabei muss Therapie über Distanz nicht schlechter sein als der Besuch in der ärztlichen Praxis. Und selbst Online-Angebote, die nicht persönlich von Therapeuten begleitet werden, können wirksam sein. "Die Wirksamkeitsnachweise liegen sowohl für unbegleitete als auch für von Therapeuten begleitete Anwendungen vor", erklärt Iris Hauth, Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).
Online aus der Depression, HB 13.12.17

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Muße braucht die Gegenwärtigkeit 
Montag, 8. Januar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Im Job verstärkt draufhalten, um den Feierabend richtig genießen zu können, die To-Do's des Tages mit maximaler Effizienz durchprügeln, damit mehr entspannte Freizeit bleibt - Rechnungen wie diese hat wohl jeder schon einmal angestellt (und wahrscheinlich auch die damit verbundene Hektik in Kauf genommen), und das alles, um am Ende des Tages doch noch ein paar Muße-Stunden für sich zu haben. Doch oft geht diese Rechnung nicht auf. "Je mehr ich in Unruhe und Tätigkeit im Tun-Modus und in Produktivität unterwegs bin, desto mehr gewöhnt sich mein inneres Sein, mein Geist, auch an diesen Punkt. (…) Wenn man dann mal die Zeit hat, dann findet man die Ruhe nicht mehr, weil man ja innerlich schon so auf Unruhe gepolt ist", erklärt der Achtsamkeitsforscher Stefan Schmidt. Der wunde Punkt: Je mehr wir uns innerlich auf Tun und Machen programmieren, umso schwerer fällt uns das Abschalten, wenn dann alles getan ist. Wir denken nachmittags schon an den schönen Ausklang des Tages und verlieren dabei das Gefühl für die Gegenwärtigkeit. "Muße ist so eine Orientierung in der Gegenwart, es hat was mit Freiheit zu tun, es hat was mit Gelassenheit zu tun, und es hat was mit Unproduktivität in dem Sinne zu tun, dass ich jetzt nicht funktional unterwegs bin (…) – das, was ich gerade tue, genügt mir", sagt Schmidt. Vielleicht hilft es, öfter einmal einfach ganz bei der Sache zu sein - ob das, was wir gerade tun, unsere Vorstellung von Muße erfüllt oder nicht.
Warum Zeitsparen keine Muße bringt, Deutschlandfunk Kultur 4.11.17

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 
Montag, 18. Dezember 2017 - Success Stories
think.work.different macht Weihnachtspause. Wir wünschen allen LeserInnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen frischen Start ins neue Jahr. Ab 8. Januar 2018 sind wir dann wieder mit News für Sie da.

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Mehr arbeiten in weniger Zeit = mehr Freizeit 
Freitag, 15. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit, Success Stories
Lange Arbeitstage bringen nicht immer viel - weder für Mitarbeiter noch für Unternehmen. Die Bielefelder IT-Firma "Rheingans Digital Enabler" mit zwölf Mitarbeitern hat nun einen radikalen Schritt gewagt. Das Unternehmen hat die tägliche Arbeitszeit von acht auf fünf Stunden gesenkt - bei vollem Lohn für die Angestellten. Die Idee: Wenn die Mitarbeiter von 8 bis 13 Uhr konzentriert und ohne Ablenkung durcharbeiten, schaffen sie genau so viel, als wenn sie den ganzen Tag im Büro wären. Ein Talk in der Kaffeeküche, privates Telefonieren oder Internet-Surfen sind bei den Bielefeldern nun gewissermaßen tabu. Auch die Meetings werden zeitlich begrenzt, um keine Zeit zu verschwenden. Die Mitarbeiter scheinen die Veränderung zu schätzen. Sie seien zwar mittags manchmal geschlaucht, aber dafür haben sie die andere Hälfte des Tages zur freien Verfügung.
Chef lässt nur noch 5 statt 8 Stunden arbeiten - bei gleichem Lohn, welt.de 8.12.17

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Authentizität ist nicht immer gut für den Job 
Donnerstag, 14. Dezember 2017 - Lebensart, Arbeit
Seit einigen Jahren hat das Thema Authentizität in der Arbeitswelt an Bedeutung gewonnen. Arbeitnehmer suchen Jobs, in denen sie sich selbst verwirklichen können. Firmen werben um Mitarbeiter, die authentische Persönlichkeiten sind. Fakt ist jedoch auch: Wenn es ans Eingemachte geht, wollen Firmen dann noch lieber Angestellte, die das übliche Business-as-usual umsetzen. Eine Auswertung von 136 Studien, in denen die Arbeitsleistung und die Karrierechancen von "authentischen" und "angepassten" untersucht wurden, zeigt: Je mehr die Studienteilnehmer sie selbst sind im Beruf, umso geringer ist ihre Arbeitsleistung - und umso schlechter sind ihre Beförderungschancen. Eine Stanford-Studie von 2016 unter 600 Mitarbeitern einer Technologiefirma, bei der die E-Mails der Angestellten analysiert wurden, zeigt: Diejenigen, die sich in Sprache und Kommunikationsstil der Firmenkultur am meisten an die Unternehmenskultur anpassten, waren am erfolgreichsten. Die Universität von Kentucky fand heraus, dass eher angepasste Mitarbeiter im firmeninternen Netzwerk deutlich besser positioniert sind als die Exoten, die ganz sie selbst sein möchten. Wissenschaftlich betrachtet scheint Authentizität also eher ein Karrierekiller zu sein. Aber womöglich ist Karriere ja nicht das oberste Ziel der Authentischen.
Sei alles, nur nicht du selbst, WiWo 7.12.17

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Viele Arbeitnehmer sind unzufrieden mit Ausbildungswahl 
Mittwoch, 13. Dezember 2017 - Studien, Arbeit
Die Ausbildung oder das Studium stellen für die meisten Menschen die entscheidenden Weichen für den späteren Berufsweg. Eine Forsa-Umfrage zeigt nun: Nahezu 60 Prozent der Berufstätigen sind im Nachhinein unzufrieden mit der Wahl, die sie am Anfang ihres Berufslebens getroffen haben. Ein Drittel der rund 1.000 Befragten würde aus heutiger Sicht ein anderes Fach studieren oder eine andere Ausbildung machen. Ein Viertel würde sogar einen völlig anderen Weg einschlagen - 23 Prozent würden heute studieren, vier Prozent eher eine Berufsausbildung in Erwägung ziehen. Immerhin fühlen sich allerdings 69 Prozent durch die Ausbildung, die sie haben, gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet.
Die meisten Arbeitnehmer bereuen ihren Ausbildungsweg, Karriere Spiegel 7.12.17

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Wie Achtsamkeit die Soft Skills verbessert 
Dienstag, 12. Dezember 2017 - Bewusstsein, Psychologie, Management
Viele Menschen, die regelmäßig meditieren, berichten, dass die Achtsamkeitspraxis sich positiv auf ihr Leben auswirkt. Sie werden gelassener und ruhiger, können besser zuhören oder sind anderen Menschen zugewandter. Im Interview mit dem Mindful Magazin erzählt der ehemalige Goldman Sachs Investmentbanker Mark Tercek, der seit 2008 die weltweit größte Non-Profit-Organisation für Umweltschutz "The Natural Conservancy" leitet, wie er selbst durch regelmäßige Achtsamkeitsübungen zu einem besseren Chef geworden ist. "Ich machte in vielerlei Hinsicht einen guten Job, aber in vielen Dingen war ich ein Trottel. Ich hörte nicht zu. Ich war zu fordernd. Ich war detailversessen. Ich war zu negativ", bekennt Tercek freimütig. Ein Coach brachte ihn auf die Idee, Meditationen in seinen Alltag einzubauen. "Das beruhigt meinen Geist, lässt mich ruhiger werden und macht es mir leichter, anderen zuzuhören und sie zu verstehen. Es hilft mir dabei, runterzufahren, nicht sofort alles zu beurteilen, meine Arbeit weniger stressig auszuüben", berichtet er.
Nature and mindfulness find common ground, Mindful 5.12.17

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Bei vielen Akademikerinnen heißt es Kinder oder Karriere 
Montag, 11. Dezember 2017 - Studien, Arbeit, Management
Viele Studien zeigen bereits, dass Akademikerinnen statistisch betrachtet weniger Kinder bekommen als Frauen mit einer geringeren Qualifikation. Bisher wurde jedoch immer nur die Parallelität dieser Fakten nachgewiesen. Ob der Wunsch nach Karriere der Grund ist, auf Nachwuchs zu verzichten, war nicht belegt. Wissenschaftler des Essener RWI-Instituts für Wirtschaftsforschung haben nun in einer Studie einen kausalen Zusammenhang nachgewiesen. Sie untersuchten die Lebensläufe von 4.000 Akademikerinnen und stellten dabei fest, dass ein Studium tatsächlich die Wahrscheinlichkeit senkt, dass Frauen Kinder bekommen. Wenn sich Akademikerinnen für Nachwuchs entscheiden, bekommen sie im Schnitt sogar mehr Kinder als Frauen ohne Studium. Doch tun sie das eben immer seltener, weil sie um ihre Karrierechancen fürchten. Die Wissenschaftler nehmen diese Erkenntnis zum Anlass, nicht nur eine bessere zeitliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fordern, sondern auch das Elterngeld zu überdenken, das bisher bei 1.800 Euro gedeckelt wird, eine Obergrenze, die Akademikerinnen mit ihrem Einkommen leicht überschreiten.
Kind oder Karriere, SZ 1.12.17

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