Pandemie verändert Risiko-Blick der Unternehmen 
Mittwoch, 27. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Die Pandemie verändert den Blick vieler Unternehmen auf die möglichen Risiken, denen sie ausgesetzt sind. So zeigt das aktuelle Risiko-Barometer der Allianz, für das mehr als 2.700 Experten aus 92 Ländern, darunter Geschäftsführer, Vorstände, Risikomanager und Versicherungsfachleute, dass mit dem Corona-Jahr die Pandemie-Gefahr mit all ihren gesundheitlichen Folgen im Risikoranking von Platz 17 im Vorjahr auf den 2. Platz nach oben geschossen ist. An Platz 1 stehen nun Betriebsunterbrechungen, die zur Zeit ja auch Pandemie-bedingt sind. Die Gefahr von Hackerangriffen, im letzten Jahr noch Spitzenreiter, rückte an die die dritte Stelle. Weitere Bedrohungsszenarien sind: Marktveränderungen, makroökonomische Entwicklungen und politische Gewalt. Der Klimawandel landete auf Platz 9 (nach Platz 7 im Vorjahr). Das Risiko-Barometer geht davon aus, dass vor allem klimatische Großereignisse auch in Zukunft die Firmen beschäftigten werden - und dass sie den Klimawandel, wenn die Pandemie durchgestanden ist, wieder stärker in den Blick nehmen werden.
Manager halten Pandemien für gefährlicher als den Klimawandel, spiegel.de 19.1.21

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Scheitern hängst nicht allein an den Führungskräften 
Dienstag, 26. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Eine neue Studie der Universität Gießen mit 94 Controllern und Finanzvorständen hat untersucht, was dazu beitragen kann, dass Projekte seltener scheitern. Schaut man auf Projekt-Desaster wie den BER oder die Elbphilharmonie, sind vor allem die Stimmen laut, die Führungskräften ein Versagen anlasten. Die Gießener Studie hingegen blickt weiter. Sie zeigt, dass in komplexen Arbeitsabläufen weniger Fehler geschehen, wenn Mitarbeiter es sich erlauben können, Risiken einzugehen und bei Fehlschlägen nicht im Vordergrund steht, wer an ihnen schuld ist, sondern eher gefragt wird, was ein Unternehmen daraus lernen kann. Auch ein respektvolles Miteinander könne dazu beitragen, dass Mitarbeiter geneigter sind, Fehler einzugestehen und mit Kolleg*innen daraus Lehren zu ziehen. Auch gemeinsame Gespräche darüber, woran ein Projekt scheitern könnte, tragen laut Studie dazu bei, dieses Scheitern zu vermeiden.
Wie Manager Fehler vermeiden können, FAZ 19.1.21

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Krise verändert Blick auf Arbeitslosigkeit 
Montag, 25. Januar 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Seinen Job zu verlieren, ist hierzulande immer noch mit einem Stigma behaftet. Eine Umfrage des Netzwerkes LinkedIn unter rund 2.000 Menschen, die arbeitslos sind - 500 davon durch die Pandemie -, zeigt, wie die Entlassungen aufgrund der aktuellen Krise das Bild, das Menschen von Arbeitslosen haben, zu wandeln scheint. 82 Prozent der Befragten bestätigten zwar das Stigma des Jobverlusts, doch glauben auch 70 Prozent, dass krisenbedingte Entlassungen sich weniger auf den Ruf einer Person auswirken. 53 Prozent der nun Arbeit Suchenden glauben nun, die Situation von Arbeitslosen besser zu verstehen. 28 Prozent räumten ein, vor dem eigenen Jobverlust auf Menschen ohne Arbeit herabgeschaut zu haben. Und 24 Prozent hielten Arbeitslose zuvor schlicht für faul, 17 Prozent unterstellten ihnen geringere Fähigkeiten und 21 Prozent eine schlechtere Qualifikation. Je ein Drittel der Befragten äußerte, dass die neue Situation in ihnen Ängste auslöse beziehungsweise dass ihre Entlassung sie deprimiere.
Coronakrise verringert Vorurteile gegenüber Arbeitslosen – zumindest ein bisschen, WiWo 15.12.20

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Home Office bleibt ein kontroverses Thema 
Freitag, 22. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Die einen lieben es, die anderen hassen es - und die Arbeitgeber sind sich auch nicht wirklich schlüssig, was sie vom Home Office halten sollen. Fakt ist - durch die Pandemie ist Bewegung in das Thema gekommen. Arbeiteten vor Corona laut Bitkom nur drei Prozent der Berufstätigen ausschließlich von Zuhause und 15 Prozent teilweise, sind diese Zahlen Shutdown-bedingt deutlich gestiegen. So sollen im Dezember 25 Prozent der Beschäftigten gänzlich daheim tätig gewesen sein und weitere 20 Prozent zum Teil. Vielen, die Zuhause arbeiten, fehlt dabei vor allem der Kontakt zu Kollegen. Aber nicht nur deshalb ist Home Office nicht der ganz große Wurf. Denn, so eine Schätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft, etwa 60 Prozent der Arbeitenden können gar nicht oder nur zeitweise außerhalb des Unternehmens arbeiten - weil sie in Dienstleistungen involviert sind, die eine Anwesenheit mit Kunden voraussetzen, oder in der Produktion. Zu viel Home-Office-Euphorie könnte hier einen Keil zwischen viele Arbeitenden treiben, denn wer gerne würde, aber explizit qua Job nicht kann, bleibt dann natürlich außen vor.
„Das Homeoffice derzeit ist eher eine Notmaßnahme“, FAZ 8.1.21

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Finanzielle Zuversicht trotz Pandemie 
Donnerstag, 21. Januar 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wenn man den Schlagzeilen folgt, sollte das Stimmungsbarometer weltweit deutlich im Minus stehen. Doch verschiedene Studien zeigen, dass die Stimmung der Bevölkerung anscheinend besser ist, als es die tägliche Nachrichtenlage suggeriert. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Spiegel mit rund 5.000 Deutschen zeigt: So schlecht ist die Befindlichkeit der Menschen gar nicht. 61 Prozent sind zuversichtlich im Hinblick auf ihre finanzielle Lage in diesem Jahr. Ein Viertel der Befragten allerdings ist wenig oder gar nicht zuversichtlich. Selbst unter Selbstständigen, die finanziell gerade häufig besonders leiden, ist noch gut die Hälfte positiv gestimmt. Beim Blick auf die politischen Präferenzen zeigt sich allerdings, wo die Gebeutelten zu finden sind. Während unter den Anhängern von CDU/CSU und SPD zwei Drittel optimistisch sind und bei Freunden der Grünen sogar drei Viertel, ist es unter den Anhängern der Linken nur jeder Zweite und unter jenen der AfD sogar nur jeder Vierte.
Für mich wird 2021 gut – für Deutschland weniger, spiegel.de 11.1.21

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Zuversicht macht produktiver 
Mittwoch, 20. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Wer sucht nicht nach der Glücksformel, die das eigene Leben schöner macht und einen selbst dabei noch leistungsfähiger sein lässt? Zu schön, um wahr zu sein? Wenn es nach Harvard-Professor Shawn Achor geht, lässt sich das ganz leicht erreichen. Er behauptet, dass unser Gehirn um 31 Prozent (wie er wohl auf genau diese Zahl kommt?) produktiver arbeitet, wenn wir in einem optimistischen Zustand sind. Doch unsere innere Beziehung zu Glück und Erfolg ist oft so gestaltet, dass wir zu diesem Optimismus erst gar nicht finden. "Jedes Mal, wenn das Gehirn einen Erfolg verbucht, wird die Latte danach höher gehängt: Du hast gute Noten bekommen, jetzt musst du bessere Noten bekommen. Du hast deine Verkaufsziele erreicht, jetzt werden sie erhöht. Wenn Glück auf der anderen Seite von Erfolg steht, wird das Gehirn nie dorthin gelangen. Wir als Gesellschaft haben Glück über unseren geistigen Horizont hinausgeschoben, weil wir glauben, dass wir erfolgreich sein müssen, um glücklich zu sein. Unser Gehirn arbeitet jedoch genau anders herum", erklärt Achor. Seine Glücksformel versucht, diese Mechanismen zu umgehen. Er rät dazu, sich über 21 Tage jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man dankbar ist. Diese Wachheit für das Positive im Leben und die Dankbarkeit dafür erleichtere es, einen zuversichtlichen Grundzustand zu entwickeln. Und das macht, ja, glücklicher und erfolgreicher.
Harvard-Professor: Ein Denkfehler hindert viele Menschen daran, erfolgreich zu sein, focus.de 10.1.21

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Langeweile - zwischen Frust und Muße 
Dienstag, 19. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft
Wie sehr wünschen sich nicht die meisten Menschen, einmal Zeit zu haben. Doch unter den Vorzeichen der Pandemie, die uns mit all ihren äußeren Beschränkungen mehr innere Freiräume gibt, kippt dieser Wunsch leicht ins Gegenteil. Dann führt freie Zeit vor allem zu einem - zu Langeweile. Das Wissenschaftsportal Spektrum hat dem Thema einen großen wissenschaftlichen Artikel gewidmet, der die Frage, wann wir uns langweilen und wann dies vielleicht schädlich sein könnte, durchdringt. "Langeweile ist im Grunde ein ambivalentes Gefühl. Bis zu einem gewissen Grad ist dieses Stadium der Reiz­armut nicht nur unvermeidlich, sondern sogar hilfreich, um in Kontakt mit sich selbst zu treten. Es löst frucht­bare Suchprozesse aus, die zu Neuem führen. So gesehen ist es eine Bedingung für Kreativität, Tatendrang und Neugier. Das Problem entsteht, wenn der Zustand nicht sporadisch auftaucht, sondern anhält. Denn dann nutzen Menschen verschiedene Methoden, um ihn zu verscheuchen – und die sind nicht unbedingt gesund", heißt es in dem Beitrag. In der Pandemie hat sich gezeigt, dass viele Menschen mehr Alkohol trinken oder sich in Fernsehkonsum flüchten. Es sind Versuche, der Langeweile durch äußere Reize zu entkommen. Ein positives Modell des Umgangs mit Langeweile könnte dem Artikel zufolge sein: "Gesunde extrinsische Methoden sind etwa, sich eine Ausstellung anzusehen, die Natur auf sich wirken zu lassen, Musik zu hören, zu stricken und zu lesen. Den eigenen Gedanken und Erinnerungen nachzuhängen, Pläne zu schmieden, nachzudenken, tagzuträumen oder zu dösen sind dagegen hilfreiche intrinsische Techniken. Dafür muss man allerdings etwas mit sich anzufangen wissen, sich gut mit sich selbst beschäftigen und den eigenen Gedanken nachhängen können." Vielleicht ist die momentane Zeit ja eine gute Gelegenheit, uns selbst wieder näher zu kommen. Statt Selbstbestimmung in Form von Aktivitäten, bei denen wir uns nach außen wenden, könnte wir uns auf Selbsterkenntnis besinnen und die Zeit nutzen, uns selbst wieder näher zu kommen.
Der Monotonie entfliehen, spektrum.de 9.1.21

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Solidarität oder Sozialdarwinismus? 
Montag, 18. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit
Je länger die Pandemie andauert, umso mehr Menschen leiden auch unter den wirtschaftlichen Folgen. Bei allem Unmut, der sich Woche für Woche in den Medien ergießt, sieht Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, dennoch eine starke Tendenz zu Solidarität und Wir-Gefühl. In einem Beitrag in der Zeit schreibt er: "Häufig heißt es, Krisen würden das wahre Wesen der Menschen und ihrer Gesellschaft hervorbringen. Viele befürchten, dass sie zu mehr Egoismus und Individualismus und weniger Gemeinschaft, Solidarität und Kooperation führen. Die Studien zeigen jedoch, dass in den meisten Krisen Altruismus und Kooperation deutlich zunehmen und gleichzeitig entscheidend für deren erfolgreiche Bewältigung sind. Diese Studien werden häufig als Beleg dafür herangezogen, dass sich der Sozialdarwinismus – der Erfolg des Stärkeren – in Krisen nicht unbedingt bewährt, sondern viel eher die starke Gemeinschaft auf Grundlage von Solidarität." Seiner Wahrnehmung nach hat "das Bedürfnis nach Gemeinschaft und Identifikation mit gemeinsamen Werten und Zielen gerade in der Krise zu einer starken Zunahme an Solidarität geführt". Fratschzer hofft, dass diese Erfahrung über die akute Krise hinaus wirksam bleibt: "Es besteht durchaus Grund für Optimismus und die Chance, dass unsere Gesellschaft auch nach der Krise ein anderes Verständnis von Gerechtigkeit und der Verteilung von Ressourcen zwischen unterschiedlichen Gruppen haben wird. Seitens der Politik sehen wir bereits erste Anzeichen, sich für eine bessere Entlohnung systemrelevanter Berufe, eine stärkere soziale Absicherung und Sozialpartnerschaften einzusetzen. Allerdings müssen wir zuerst diese schwierigste Phase der Pandemie überstehen, ohne dass sich die Gesellschaft weiter polarisiert und die Verteilungskämpfe sich verschärfen."
Solidarität schlägt Sozialdarwinismus, zeit.de 7.1.21

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