Meditation - ist aller Anfang schwer? 
Dienstag, 12. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart
In einer Zeit, in der Meditation immer breitere Schichten erreicht und durch die Wissenschaft viele Heilserwartungen geweckt werden, stellt sich für Einsteiger natürlich die Frage: Wie macht man das eigentlich, meditieren? In der Zeit eröffnet ein Selbsterfahrungsbericht Einblicke in all die Hürden, denen Anfänger beim Meditieren begegnen. Von der Flut der eigenen Gedanken, die einem in der Stille plötzlich bewusst werden, über die Langeweile am Nichtstun bis hin zum Einschlafen, wenn man dann doch einmal für einige Minute zu innerer Ruhe gefunden hat. Der Artikel zeigt aber auch, mit welcher inneren Haltung viele Menschen ans Meditieren gehen. Sie erwarten umgehend positive Ergebnisse, sind frustriert, wenn sich Erwartungen und Wünsche nicht gleich erfüllen und rechnen sich aus, was sie in der mit Nichts verbrachten Zeit alles hätten erledigen können. Es gab Zeiten, da war Meditieren noch kein Lifestyle im Range anderer beliebiger Freizeitaktivitäten, sondern ernsthafte Suche und Hingabe. Weil das für eher weniger Menschen spannend ist, wurde sie vielleicht vor allem hinter Klostermauern praktiziert. Mit dem Achtsamkeits-Trend ist Meditation zu so etwas wie einer Konsumalternative zu Netflix geworden. Und wenn ein Film langweilig wird, zapped man eben einfach zum nächsten. Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen Interesse an Achtsamkeit entwickeln. Was es vielleicht braucht, wäre ein kulturelles Verständnis, das anerkennt, dass Meditieren nicht einfach eine Freizeitbeschäftigung ist, sondern von uns auch etwas fragt. Niemand würde erwarten, nach einer halben Stunde Klavierunterricht Beethoven spielen zu können. Warum erwartet man das aber beim Meditieren?
Wo geht es denn hier nach innen?, zeit.de 27.12.20

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In der Krise über sich hinauswachsen 
Montag, 11. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Wohl jeder hat in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, irgendwann innerlich mürbe zu werden über all den Herausforderungen und Beschränkungen, die mit der Pandemie verbunden sind. Der Psychotherapeut Andreas Knuf bringt jedoch auch eine positive Dimension dieser Situation ins Gespräch, nämlich die Tatsache, dass es gerade überwältigende Umstände wie diese sind, die uns auch Handlungen befähigen, an die unter normalen Umständen nicht zu denken wäre. "Das Loslassen ist alles andere als einfach. Gerade in einer von Optimierung und Selbstoptimierung geprägten Gesellschaft sollen die Dinge so laufen, wie wir sie gerne hätten. ... Doch die aktuelle Situation zeigt auf eine eindrückliche Weise: Wenn es darauf ankommt, sind wir zur Akzeptanz und anderen wünschenswerten Qualitäten durchaus in der Lage. Wir haben diese Fähigkeit noch, sie ist uns nicht durch zunehmende Egobezogenheit und Optimierungswahnsinn abhandengekommen", schreibt er in Psychologie heute. Für Knuf führt das Erleben zerbrechender Sicherheiten dazu, wieder Dankbarkeit empfinden zu können für das, was dennoch möglich ist. "Das Rettende liegt nämlich nicht im Außen, sondern in Krisensituationen zeigen sich unsere Fähigkeiten, mit Belastungen zurechtzukommen. Wenn es wirklich darauf ankommt, sind wir zu Verhaltensweisen in der Lage, zu denen wir im Alltag keinen Zugang haben", folgert er.
Schnellkurs im Loslassen, Psychologie heute 4.12.20

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Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 
Montag, 21. Dezember 2020 - sonstiges
think.work.different macht Weihnachtspause. Wir wünschen allen Leser*innen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen frischen Auftakt ins neue Jahr. Ab 11. Januar sind wir dann wieder mit frischen News für Sie da.

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Gesund essen - aber was? 
Freitag, 18. Dezember 2020 - Lebensart, Wissenschaft
Gesunde Ernährung hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert. Und wahrscheinlich genau so viele kümmert es nicht, was sie essen. Dank der Wissenschaft entstehen immer wieder neue Trends, die uns sagen, was auf den Teller kommen sollte und was besser nicht. Der Molekularphysiker Thomas Vilgis betrachtet all die Ernährungsempfehlungen, die aus wissenschaftlichen Studien abgeleitet werden, eher skeptisch. Im Interview mit der taz sagt er: "Aus naturwissenschaftlicher Sicht lässt sich gesundes Essen nicht definieren. Was wir heute dem Essen zuschreiben und davon erwarten, wird seiner eigentlichen Grundfunktion nicht mehr gerecht, nämlich dass es uns nährt und wärmt und die Physiologie am Laufen hält. Das haben viele völlig vergessen. Dabei kann der Homo sapiens im Laufe der Evolution nicht so viel falsch gemacht haben." In seinen Augen macht es wenig Sinn, einige Lebensmittel quasi zu Giften zu erklären, anderen hingegen zu Heilmitteln hochzustilisieren. Denn bei allen wissenschaftlichen Erkenntnissen reagiere der menschliche Stoffwechsel sehr unterschiedlich auf verschiedene Lebensmittel. Vilgis' Tipp für eine gesunde Ernährung ist deshalb sehr simpel: "Selbst kochen! Mit frischen Zutaten, vielfältig und ohne hochprozessierte Produkte aus der Industrie. Das ist die beste Art der Kontrolle, die vernünftigste Form – und ich nehme den Begriff in den Mund – die gesündeste Art der Ernährung."
„Heute regieren Dogmen“, taz.de 12.12.20

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Glück ist auch eine Frage der Kultur 
Donnerstag, 17. Dezember 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Glück ist ein universelles Phänomen, doch wie es sich einstellt, ist von Kultur zu Kultur sehr verschieden. Westliche Glückstext beispielsweise beziehen sich im Kontext des in diesen Kulturen vorherrschenden Individualismus vor allem auf persönliche Glücksfaktoren, während in östlichen Kulturen Glück eher in gemeinschaftlichen Beziehungen entsteht. Wissenschaftler haben in 63 kulturell sehr unterschiedlichen Ländern mit mehr als 15.000 Testpersonen einen amerikanischen und einen japanischen Glückstext im Hinblick auf seine Aussagekraft für verschiedene Kulturen geprüft. Dabei zeigte sich zuverlässig der beschriebene Ost-West-Unterschied und die aus den jeweiligen Regionen stammenden Tests maßen hier das Glück der Befragten am zuverlässigsten. Darüber hinaus stießen die Wissenschaftler allerdings auf eine weitere Besonderheit: Denn beide Tests erwiesen sich für Länder in Afrika und im Mittleren Osten als recht unzuverlässig, was nahe legt, dass in diesen Kulturen noch andere Faktoren maßgeblich sind für Glück. Möchte man wissen, ob ein Mensch aus einer anderen Kultur glücklich ist, sollte man ihn also immer auch fragen, was ihn eigentlich glücklich macht.
Glück ist kulturabhängig, wissenschaft.de 9.12.20

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Teamgeist und kreative Spannung 
Mittwoch, 16. Dezember 2020 - Psychologie, Arbeit, Management
Viele Unternehmen beschäftigen sich in den letzten Monaten besonders mit der Frage, wie sie die Zusammenarbeit ihrer Teams stärken können, denn durch das verteilte Arbeiten im Home Office brechen viele etablierte Strukturen weg. Und Selbstorganisation stellt sich, vor allem in bisher hierarchisch aufgestellten Firmen, nicht von selbst ein. Der Soziologe Armin Nassehi geht davon aus, dass Kleingruppen mit bis zu sieben Personen sich bestens selbst organisieren können, doch darüber hinaus brauche es Teamleiter, die das gemeinsame Ziel im Blick behalten und Teilaufgaben auch an die richtigen Teammitglieder delegieren. "Vor allem sollte er die Konflikte moderieren, die im Wettbewerb um die beste Idee zu persönlichen Konkurrenzen werden können. Der Erfolg eines Teams orientiert sich nicht in erster Linie an der Zufriedenheit seiner Mitglieder, sondern immer am Ergebnis ihrer Kooperation", so Nassehi im Interview mit dem Spiegel. In seinen Augen kann kreative Spannung die Arbeit von Teams beflügeln, während ungelöste Konflikte den Spirit lähmen. Hier gehe es nicht um direktives Führen, sondern darum, eine gute Kommunikation zu fördern. Was im Endeffekt gelungene Teamarbeit auszeichnet? "Ein Ergebnis, das keiner vorausgesehen hat und das besser ist als das erwartete Resultat. Die gestellten Aufgaben werden gemeinsam einfacher und schneller gelöst."
»Kleine Ensembles spielen besser ohne Dirigent«, spiegel.de 9.12.20

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Den Tatsachen ins Auge sehen 
Dienstag, 15. Dezember 2020 - Psychologie, Studien
Umfragen zeigen in den letzten Tagen sehr deutlich, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung die Salami-Taktik und Zögerlichkeit der Politik im Hinblick auf eine mögliche weitere Verschärfung des Lockdowns kritisiert. Sie wollen sich nicht weiter der Illusion hingegen, dass Weihnachten zumindest ansatzweise so wie immer werden könnte, sondern wünschen sich Klartext. Dieser Eindruck wird auch durch eine bevölkerungsweite Befragung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Charité-Universitätsmedizin in Berlin unterstützt. Sie zeigt, dass die Bevölkerung durchaus mit Unsicherheiten umgehen kann und sich wünscht, dementsprechend informiert zu werden. In einer repräsentativen Online-Umfrage wurden dazu über 2.000 Deutsche befragt. Den Befragten wurden in der Studie vier verschiedene Pandemie-Szenarien vorgelegt, in manchen wurde dabei auf große wissenschaftlichen Unsicherheiten im Hinblick auf den tatsächlichen Verlauf des Pandemie-Geschehens hingewiesen, andere waren mit eindeutigeren Erwartungen formuliert. Gefragt danach, welche Variante sie am geeignetsten empfinden, um die Bevölkerung über den Verlauf der Pandemie zu informieren, wählten 32 Prozent das Format, das die wissenschaftliche Unsicherheit am deutlichsten darstellte. 54 Prozent bevorzugten die beiden Varianten, die ebenfalls auf den Unsicherheitsfaktor verwiesen - im Hinblick auf die gegebenen Zahlen oder indem die Unsicherheit verbal im Bericht erwähnt wurde. Lediglich 21 Prozent glaubten, dass der Bericht, der alle Unsicherheiten unerwähnt ließ, geeignet sei, die Bevölkerung zum Mittragen der notwendigen Maßnahmen zu animieren. Auffallend war laut der Wissenschaftler auch, dass gerade jene Menschen, die die gegenwärtigen Maßnahmen als sehr kritisch betrachten, diese eher mitzutragen geneigt sind, wenn Politik und Experten die bestehenden Unsicherheiten transparent machen.
Keine falsche Sicherheit, Max-Planck-Gesellschaft 10.12.20

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Brücken bauen für mehr Kooperation 
Montag, 14. Dezember 2020 - Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Pandemie hat viele Fragen aufgeworfen, in welcher Beziehung Wissenschaft und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zueinander stehen. Für Maja Göpel, Wissenschaftliche Direktorin des Hamburger Thinktanks The New Institute, zeigt sich seit einigen Monaten immer mehr, dass diese verschiedenen Akteure verstärkt darüber nachdenken, "welche Kooperationen es zwischen Unternehmen und Gesellschaft und Politik braucht, damit nachhaltiges Wirtschaften zu einer neuen Normalität werden kann". Im Interview mit dem Harvard Business Manager gibt sie sich zuversichtlich: "Das ist für mich ein starkes Statement zum "Wir", weil wir damit aus dieser ewigen Schleife der Schuldzuweisungen herauskommen: Immer hieß es, es sei wahlweise der Markt, der Verbraucher, der Staat oder der Produzent, der uns am Wandel hindert. Stattdessen können wir nun gemeinsam überlegen, welche Strukturen es sind, die wir verändern sollten, sodass wir in unserer Rolle als Konsument, Produzent oder als Verwaltung dazu beitragen können, ein System zukunftsfähig zu machen." Sie betrachtet die gegenwärtige Krise nicht per se als Chance, sondern verweist deutlich darauf, dass es die durch sie womöglich wachsende Bereitschaft zu mehr Kooperation ist, die einen Wandel zum Besseren ermöglichen könnte: "Krisen durchbrechen Routinen und Pfadabhängigkeiten. Damit entsteht eine Chance, dass sich das System nach einer Krise in eine andere Konfiguration verändert, um sich in einer neuen Form wieder zu stabilisieren. Durch Zusammenarbeit bekommen wir solche strukturellen Veränderungen schneller und besser hin." Krisen helfen immer, HBM 30.11.20

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