Aus Risiken Chancen machen 
Montag, 18. Februar 2008 - Management
Viele Unternehmen geraten in Schwierigkeiten, weil sie zu lange an einem einmal eingeschlagenen Kurs festhalten und darüber die sich wandelnden Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind, übersehen. Adrian J. Slywotzky, Director der Unternehmensberatung Oliver Wyman, beschreibt in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, wie sich dieses Risiko minimieren lässt. Sein Ratschlag für Unternehmer, die in Bedrängnis geraten: sich neue Geschäftsfelder eröffnen, auf Felder ausweichen, in denen die Konkurrenz nicht so groß ist und im regelmäßigen Austausch mit den Kunden herausfinden, was diese brauchen. Im Kern plädiert Slywotzky für nichts anderes als für ein Risiko-Management, das sich nicht nur mit wenigen großen und eher statischen Risiken beschäftigt, sondern das regelmäßig seinen Fokus aktualisiert. Im Kern, das zeigt sein Beitrag, sind Unternehmen permanent der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt. So zeigt er am Beispiel der Ratings von Standard & Poor's auf, wie schnell sich die Situation von Firmen tatsächlich verändert. Besaßen von den von S&P bewerteten Unternehmen 1985 noch zu 31 Prozent ein A-Rating, waren es 2004 nur noch 14 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der C-Ratings in diesem Zeitraum von zwölf auf 30 Prozent. Einen wichtigen Treffer zu landen, bedeutet also nicht, über Jahre hinweg erfolgreich zu bleiben. Das einzige Erfolgsrezept, dass anscheinend Gültigkeit hat, ist es, sich immer wieder mit dem Markt und den Konkurrenten zu bewegen und zu versuchen, die eigenen Angebote zu optimieren - oder im Falle eines Scheiterns neue zu entwickeln.
"Gefahren erkennen und umschiffen", FAZ 11.2.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Manager sollten zweifeln dürfen 
Dienstag, 12. Februar 2008 - Management
Auch Top-Manager haben nicht auf jede Herausforderung des Tagesgeschäfts sofort eine Antwort parat, und genau dieses allzu menschliche Nicht-alles-wissen-können sollten sie als völlig legitim akzeptieren, so das Fazit eines Impulstages des Kongresses Christlicher Führungskräfte, der kürzlich in Düsseldorf stattfand. Es gebe im Führungsalltag oft verzwickte Situationen, die sich weder mit einfachen Weisheiten noch mit dem Rückgriff auf christliche Werte unmittelbar lösen ließen, so Michael J. Inacker, stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftswoche. Der Blick in die Bibel zeige, dass selbst die biblischen Personen mit "Führungsverantwortung" immer auch dem Zweifel und der Angst Raum gaben, lautete ein Hinweis von Pfarrer Matthias Schreiber. Schreiber riet dazu, Führungsaufgaben in der Verantwortung vor Gott zu erfüllen: "Christen führen als Geführte, sonst verführen sie." Inacker wiederum sieht einen fairen und offenen Umgang mit Mitarbeitern als wichtiges Kennzeichen eines christlich geprägten Führungsstils.
"Einfach gestrickte Managementweisheiten helfen oft nicht weiter", CIW 29.1.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Nokia: Lehrstück in Sachen Diversity 
Dienstag, 29. Januar 2008 - Management
Die Ankündigung der Nokia-Führung, das Werk in Bochum zu schließen, zog einen Aufschrei der Entrüstung nach sich. Dabei spielten nicht nur die kommunizierten Fakten an sich eine Rolle, sondern auch, dass das Unternehmen Mitarbeiter und Öffentlichkeit quasi ohne Vorwarnung mit vollendeten Tatsachen konfrontierte. Ein Faux pas, den das Nokia-Management hätte vermeiden können, wenn es sich im Vorfeld Klarheit darüber verschafft hätte, dass sich Deutsche und Finnen in ihren Führungskulturen erheblich unterscheiden. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung erklärt Risto E. J. Penttilä, Direktor von "Elinkeinoelämän Valtuuskunta" (EVA), dem Finnischen Business- und Politikforum in Helsinki, warum das für die Finnen nicht ungewöhnliche Vorgehen in Deutschland als brachialer Akt wahrgenommen wurde. Penttilä legt dar, dass die Finnen - nicht zuletzt aufgrund ihrer kulturellen und geschichtlichen Entwicklung - sehr großen Wert auf das richtige Handeln zur rechten Zeit legen. Unpopuläre Maßnahmen sind in den Augen vieler Finnen nur halb so schlimm, wenn sie mit Entschiedenheit umgesetzt werden. So ist es für viele finnische Manager völlig normal, nach dem Treffen einer Entscheidung den Teams, die sie umsetzen, völlig freie Hand zu lassen und alle Beteiligten einzubinden. Der Entschluss selbst ist dagegen Chefsache, frei nach dem Motto "Lieber handeln als reden". Was in finnischen Augen Handlungsstärke ausdrückt, ist für viele Deutsche dagegen ein völliger Affront. Die Frage ist, ob ein besserer Blick der Finnen für Diversity-Fragen etwas am Ergebnis geändert hätte, denn - und hier sind die Finnen in bester internationaler Gesellschaft - Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer werden nun einmal gegenwärtig von allen Konzernen als probates Mittel erachtet, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Vielleicht würde es sich lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob es nicht auch andere Mittel und Wege gibt.
"Lieber handeln als reden", SZ 21.1.2008



[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
CSR: Die neue Lust auf Verantwortung 
Mittwoch, 16. Januar 2008 - Management
Heute eine Nachricht in eigener Sache: In der aktuellen Ausgabe des anthroposophischen Magazins info3 ist von mir ein Artikel zum Thema "CSR: Die neue Lust auf Verantwortung" erschienen. Darin beschreibe ich die CSR-Aktivitäten verschiedener Unternehmen wie The Body Shop. Der bekannte PR-Mann Paul J. Kohtes legt dar, wie Unternehmen und Führungskräfte sich von vermeintlichen äußeren Zwängen befreien und aus einer authentischen Grundhaltung heraus soziale Aspekte in die Unternehmensstrategie integrieren können. Der kanadische Unternehmensberater Lance Secretan wiederum erklärt, warum Eigenschaften wie Mut, Wahrhaftigkeit und Liebe notwendig sind, um CSR stimmig anzugehen. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion stelle ich hier den vollständigen Artikel als PDF-Download zur Verfügung.
PDF des CSR-Artikels zum Download


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
In St. Gallen steht Persönlichkeitsentwicklung auf dem Lehrplan 
Dienstag, 15. Januar 2008 - Management
Die Universität St. Gallen hat ihr MBA-Programm modifiziert und widmet künftig dem Thema Persönlichkeitsentwicklung mehr Raum. Der Kurs "Personal Development for the Responsible Manager" beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Karriere im Kontext eines verantwortlichen Handelns. Ziel ist es, eigene Lernprozesse zu reflektieren und die gewonnene Selbsterkenntnis im Rahmen der beruflichen Entwicklung gezielt zu nutzen. Selbsterfahrungs-Übungen mit Künstlern, Schauspielern und Musikern gehören fest zum Programm.
"St. Gallen: Mehr Soft-Skills", FTD 9.1.2008


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Synchronisation von harten und weichen Faktoren 
Donnerstag, 10. Januar 2008 - Management
Hard Facts oder Soft Facts? Was ist für Unternehmen wichtiger? Falsche Frage, sagt der Personalberater Wolfgang Saaman. Seiner Meinung nach ist die größte Herausforderung des Managements die Synchronisation beider Ebenen. Perfekte Managementtools bleiben leer, wenn sie nicht eng mit den weichen Faktoren verzahnt werden. Umgekehrt laufen die viel beschworenen Soft Facts ins Leere, wenn sie nicht durch richtunggebende Tools justiert werden. Saaman kritisiert "exzellente Strategien ohne jegliche Zugkraft und Leidenschaft" und warnt davor, allein die Umstände für ein Scheitern verantwortlich zu machen. Der Berater plädiert dafür, in Business Excellence-Programmen die Erkenntnisse der Verhaltenswissenschaften zu berücksichtigen. Die Werkzeuge für eine darauf aufbauende Führung: "Augenmaß, Sensibilität, Inspiration, Eindeutigkeit, Konsequenz und Konfliktbereitschaft". "Nachhaltiger Unternehmenserfolg ist das Ergebnis einer eng verzahnten Triade aus glaubhaft wertebasierter Unternehmenskultur, zukunftsweisender technologischer Ausstattung, umfassendem ökonomischen Bewusstsein", so Saaman. Dabei könnten die einzelnen Elemente nur zur Wirkung kommen, wenn sie als interdependente Größen aufeinander abgestimmt sind. "Nur durch die hautnahe Verzahnung von ökonomischen Prinzipien einer Organisation mit den verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen unserer Zeit gelingt eine nachhaltige Umsetzung von gut durchdachten Strategien", so das Fazit des Beraters.
Saaman-Brief



[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Charisma alleine reicht nicht 
Mittwoch, 9. Januar 2008 - Management
Das viel beschworene Charisma von Top-Managern reicht nicht aus, um Unternehmen längerfristig auf Kurs zu halten, so die Ansicht von Christian Lehrenz, Professor für Internationales Management an der Fachhochschule in Augsburg. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung geht er auf die Schwierigkeiten ein, die damit verbunden sein können, wenn Firmen allein auf die charismatischen Fähigkeiten ihrer Führungskräfte setzen. Ausnahmeerscheinungen wie Apple-Chef Steve Jobs oder auch der frühere General Electric-Kopf Jack Welsh hätten, so Lehrenz, den Mythos genährt, dass allein eine überzeugende Persönlichkeit an der Unternehmensspitze ausreiche, um einen Konzern optimal zu positionieren. Die Erfolge dieser Top-Kräfte könnten jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass Charisma eine rare Eigenschaft ist, weshalb sie kaum als Standardführungsinstrument tauge. Lehrenz schlägt stattdessen vor, sich auf alltäglichere Fähigkeiten zu besinnen, die im Prinzip allen Managern zugänglich sind. Engagement, d.h. die weitestmögliche Beteiligung von Mitarbeitern an Unternehmensentscheidungen und der Entwicklung von Lösungen, könne dazu beitragen, dass alle Beteiligten in die Unternehmensprozesse eingebunden würden. Eplanation, d.h. die Erklärung von Gründen, erleichtere die Akzeptanz von teils auch unpopulären Entscheidungen. Und Expectation clarity, die eindeutige Definition von gemeinsamen Spielregeln, könne einen klaren Rahmen schaffen, innerhalb dessen Führungskräfte und Mitarbeiter gemeinsam verlässlich agieren. Das Fazit von Lehrenz: Fairness im Umgang miteinander schafft ein stabiles Fundament, das Firmen von innen heraus stärkt.
"Fair führen statt verführen?", FAZ 31.12.2007


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
CSR wird zum Job in der Führungsetage 
Freitag, 7. Dezember 2007 - Management
Der Corporate Social Responsibility-Trend hinterlässt erste deutliche Spuren in den Führungsetagen amerikanischer Unternehmen. Unter dem Label "Corporate Responsibility Officer" ziehen immer mehr CSR-Professionals ins Management ein. Laut Zukunftsletter gab es Mitte letzten Jahres in US-Firmen lediglich zwölf formale CSR-Positionen, während heute bereits mehr als 200 so genannte CROs in verantwortungsvoller Mission unterwegs seien. Passend zum neuen Berufsstand informiert das neue Magazin "Corporate Responsibility Officer" über alles, was Unternehmen wissen müssen, um ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.
Magazin Corporate Resonsibility Officer

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter