Arbeitsweltmonitor: Krankheit untergräbt Produktivität 
Mittwoch, 6. Februar 2008 - Studien
Unternehmen wiegen sich in falscher Sicherheit, wenn sie glauben, dass ihre Mitarbeiter besonders gesund sind, nur weil die krankheitsbedingten Fehlzeiten seit Jahren rückläufig sind. Die verdeckte Krankheitsrate, die entsteht, weil immer mehr Mitarbeiter auch krank zur Arbeit gehen, führt nämlich zu deutlichen Produktivitätseinbußen. Der Arbeitsweltmonitor der Universität des Saarlandes zeigt, dass 83 Prozent der Mitarbeiter, die auch krank zur Arbeit gehen, dies aus Pflichtgefühl tun. 72 Prozent treibt die Rücksicht auf Kollegen an und 25 Prozent denken, dass der Laden ohne sie nicht läuft. Nur jeder zehnte Mitarbeiter lässt sich aus Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes vom krank Sein abhalten. Die Folge: 73 Prozent der krank Arbeitenden klagen über Konzentrationsschwächen, 48 Prozent bemerken bei sich eine erhöhte Fehleranfälligkeit und 76 Prozent sehen eine sinkende Produktivität als Folge ihres krank Seins. 56 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass das unternehmensinterne Gesundheitssystem sie nicht dazu anhalte, im Krankheitsfalle der Arbeit fern zu bleiben. Dies ist nur bei 14 Prozent der Befragten der Fall.
Arbeitsweltmonitor


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Aufbruchstimmung: "I love what I do" 
Dienstag, 5. Februar 2008 - Arbeit
Jammern war gestern, heute ist Aufbruchstimmung angesagt. Die beiden Kommunikationsberaterinnen Patricia Elfert und Nadja Merl-Stephan wollen mit ihrem Projekt "I love what I do" dem Aufschwung ein Gesicht geben. Auf der Webseite zum Projekt haben alle Interessierten die Gelegenheit, in wenigen Zeilen festzuhalten, warum sie das, was sie tun, lieben. Das ist nicht nur inspirierend, sondern kommt auch einem guten Zweck zugute, denn für jede Story zahlen die am Projekt beteiligten Sponsoren zwei Euro an eine gemeinnützige Stiftung, die Kindern in Not hilft. "Der Aufschwung ist da - und macht Mut. Aber was und vor allem wer ist der Aufschwung? Oder besser wer 'macht' den Aufschwung? Zahlen, Daten, Statistiken dokumentieren ihn, aber wer steckt dahinter? Vor allem die Menschen! Jede/r einzelne leistet einen Beitrag. Wird dies gesehen? Für mehr Aufschwung ist mehr Engagement erforderlich. Und Engagement entsteht aus Überzeugung und vor allem aus eigenem Antrieb - eines jeden Einzelnen", so das Credo der Initiatorinnen. Da kann man nur sagen: mitmachen!
I love what I do


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Manager-Schelte auf neuem Höchststand 
Montag, 4. Februar 2008 - Studien
Die Kritik an deutschen Führungskräften erreicht einen neuen Höchststand, so das Ergebnis einer inhaltsanalytischen Untersuchung der Universität Hohenheim. Die Kommunikationswissenschaftler untersuchten die Reputation der DAX 30-Unternehmen und ihrer Manager über einen Zeitraum von fünf Jahren und bezogen dabei die wichtigsten Wirtschaftsmedien aus Print und Funk in ihre Auswertung ein. Die Tendenz: Die Berichterstattung über das Führungspersonal wächst stetig. Während im Jahr 2002 noch 81,6 Prozent der Medienberichte sich allgemein auf die Unternehmen bezogen und nur 9,9 Prozent sich um die CEOs direkt bzw. 8,4 Prozent um andere Vorstandsmitglieder drehten, hat sich diese Gewichtung bis 2007 deutlich verschoben. Im vergangenen Jahr hatten bereits 14 Prozent der Berichte den CEO als Aufhänger und 18,7 Prozent den erweiterten Vorstand. Nur noch 67,3 Prozent der Berichterstattung bezogen sich allgemein auf die Unternehmen. Eng verbunden mit der stärkeren Präsenz der Führungsmitglieder in den Medien ist auch deren kritische Darstellung. Die Negativ-Schlagzeilen erreichten 2007 einen neuen Höchststand. Während zu Beginn der Untersuchung die Zahl der negativen Berichte noch 1,95 Prozentpunkte über der der positiven Berichte lag, fiel der Wert bis 2007 auf minus 9,37 Prozentpunkte. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Reputation des Gesamtunternehmens eng mit der Wahrnehmung der CEOs verbunden ist. Äußern sich die Medien schlecht über die Chefs, kommt auch das Unternehmen nicht gut weg und umgekehrt. "Der Absturz, der auch früher schon mal als 'Nieten in Nadelstreifen' bezeichneten Spitzenmanagern ist teilweise hausgemacht", meint Prof. Dr. Brettschneider. Kräftige Gehaltserhöhungen für den Vorstand in Zeiten von Stellenabbau und Umstrukturierungen – wie beispielsweise bei Siemens 2006 – führten zwangsläufig zu Negativ-Schlagzeilen und schafften nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers keine Sympathiepunkte.
Pressemitteilung Universität Hohenheim
Auswertung der Studie

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Manager der Zukunft - Widersprüche garantiert 
Freitag, 1. Februar 2008 - Studien
Die Financial Times Deutschland berichtet in einem Artikel über verschiedene Studien, die untersuchen, welche Fähigkeiten Führungskräfte mitbringen müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Forscher der niederländischen Business School RSM Erasmus Universität kommen zu dem Schluss, dass vor allem Merkmale wie Ethik, Vielfalt, multikulturelle Erfahrung, Hightech-Versiertheit, Anpassungsfähigkeit und der Faktor X, also das gewisse Etwas, künftig für Manager von besonderer Bedeutung sind. Die Wissenschaftler der Graduate School of Business der Universität Chicago merken dagegen an, dass bei Stellenbesetzungen nach wie vor im Einstellungsverfahren selbst vor allem eher ein gewisses Maß an Aggressivität und Abgebrühtheit zählten. Weiche Faktoren spielen in diesem Stadium hingegen eine untergeordnete Rolle. Betrachtet man diesen offensichtlichen Widerspruch wird augenscheinlich, warum sich viele Firmen zwar um ein ethisches Auftreten am Markt bemühen, damit aber nur bedingt erfolgreich sind.
"Was den Manager der Zukunft ausmacht", FTD 20.1.2008


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Jeder zehnte Manager in Angst vor Jobverlust 
Donnerstag, 31. Januar 2008 - Studien
Die aktuellen Turbulenzen an den Weltmärkten erschüttern auch die Führungsetagen. So hat laut einer Umfrage des Personaldienstleisters Placement24 gegenwärtig jeder zehnte Manager Angst, aufgrund der jüngsten Entwicklungen seinen Job möglicherweise zu verlieren. Zwölf Prozent der Befragten gehen davon aus, dass fallende Börsenkurse und die Bankenkrise ihren Arbeitsplatz direkt oder indirekt gefährden. Personalberater sehen die Situation dagegen deutlich entspannter. 81 Prozent von ihnen bewerten aufgrund ihrer Auftragslage die gegenwärtige Situation als gut bis sehr gut und sehen lediglich im Bereich der Finanzdienstleister möglicherweise weniger Personalbedarf. Für die Umfrage wurden 725 Führungskräfte sowie 125 Headhunter und Personalberater befragt.
"10 Prozent fürchten um ihren Job", Manager Magazin 24.1.2008


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Glück finden die Deutschen im Privaten 
Mittwoch, 30. Januar 2008 - Studien
Die Deutschen sind zum großen Teil glückliche Menschen, so das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die vom Meinungsforschungsinstitut Emnid realisiert wurde. 57 Prozent der Befragten bezeichnen sich als glücklich, während nur eine Minderheit von fünf Prozent sich als deutlich unglücklich betrachtet. Hauptanlass für Glücksgefühle sind die eigene Gesundheit und die der Angehörigen (87 Prozent), ein intaktes Elternhaus mit Liebe und Geborgenheit (74 Prozent) und die Fähigkeit, sich über die kleinen Dinge des Lebens freuen zu können (69 Prozent). Für 56 Prozent der Befragten entsteht Glück auch, wenn sie Gutes tun und anderen Menschen helfen. Der Bereich der Arbeitswelt hingegen scheint für das Glücksempfinden der Deutschen eher von peripherer Bedeutung zu sein. Für 56 Prozent der Befragten bedeutet Glück, einen Arbeitsplatz zu haben, und für 31 Prozent, sich keine Sorgen über Geld machen zu müssen. 42 Prozent sind glücklich, wenn sie sich über Erfolg und ihre Leistungen freuen können. Für 47 Prozent wird die Anerkennung ihrer Leistungen bei der Arbeit zur Glücksquelle. Auch etwas Neues zu lernen, ist für 40 Prozent der Studienteilnehmer ein Anlass für Glück, sich neue Qualifikationen durch gezielten Unterricht oder Kurse zu erwerben, hingegen nur für 18 Prozent.
Glücksstudie der Bertelsmann-Stiftung


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Nokia: Lehrstück in Sachen Diversity 
Dienstag, 29. Januar 2008 - Management
Die Ankündigung der Nokia-Führung, das Werk in Bochum zu schließen, zog einen Aufschrei der Entrüstung nach sich. Dabei spielten nicht nur die kommunizierten Fakten an sich eine Rolle, sondern auch, dass das Unternehmen Mitarbeiter und Öffentlichkeit quasi ohne Vorwarnung mit vollendeten Tatsachen konfrontierte. Ein Faux pas, den das Nokia-Management hätte vermeiden können, wenn es sich im Vorfeld Klarheit darüber verschafft hätte, dass sich Deutsche und Finnen in ihren Führungskulturen erheblich unterscheiden. In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung erklärt Risto E. J. Penttilä, Direktor von "Elinkeinoelämän Valtuuskunta" (EVA), dem Finnischen Business- und Politikforum in Helsinki, warum das für die Finnen nicht ungewöhnliche Vorgehen in Deutschland als brachialer Akt wahrgenommen wurde. Penttilä legt dar, dass die Finnen - nicht zuletzt aufgrund ihrer kulturellen und geschichtlichen Entwicklung - sehr großen Wert auf das richtige Handeln zur rechten Zeit legen. Unpopuläre Maßnahmen sind in den Augen vieler Finnen nur halb so schlimm, wenn sie mit Entschiedenheit umgesetzt werden. So ist es für viele finnische Manager völlig normal, nach dem Treffen einer Entscheidung den Teams, die sie umsetzen, völlig freie Hand zu lassen und alle Beteiligten einzubinden. Der Entschluss selbst ist dagegen Chefsache, frei nach dem Motto "Lieber handeln als reden". Was in finnischen Augen Handlungsstärke ausdrückt, ist für viele Deutsche dagegen ein völliger Affront. Die Frage ist, ob ein besserer Blick der Finnen für Diversity-Fragen etwas am Ergebnis geändert hätte, denn - und hier sind die Finnen in bester internationaler Gesellschaft - Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer werden nun einmal gegenwärtig von allen Konzernen als probates Mittel erachtet, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Vielleicht würde es sich lohnen, einmal darüber nachzudenken, ob es nicht auch andere Mittel und Wege gibt.
"Lieber handeln als reden", SZ 21.1.2008



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Mit Entspannung Geld verdienen 
Montag, 28. Januar 2008 - Success Stories
Die Tageszeitung "Die Welt" portraitiert in einer Serie über deutsche Manufakturen den Hersteller von Meditationskissen Kasha aus dem rheinischen Stolberg. Gründer Helge Breite, einst erfolgreicher Ingenieur, begann einst nach einer einjährigen Asienrundreise selbst mit dem Meditieren. Als ihm der Leistungsdruck und die Hektik in seinem angestammten Beruf zu viel wurden, sattelte er um und begann mit der Fertigung von Meditationskissen. Während er anfangs noch mit dem Campingbus durch Deutschland reiste, um seine Ware persönlich bei Esoterikläden anzubieten, ist das Unternehmen inzwischen rasant gewachsen. Über einen Onlineshop und per Katalog bietet Breite heute nicht mehr nur die eigenen Kissen an, sondern vertreibt auch Wellnessartikel anderer Hersteller. "Was ich jetzt mache, bejahe ich innerlich", so sein Fazit zu seiner nicht nur finanziell erfolgreichen, sondern auch erfüllenden neuen Tätigkeit.
"Die Firma, die mit Entspannen Geld verdient", Die Welt 16.1.2008


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