Meditierende Manager berichten erstmals über ihre Erfahrungen 
Freitag, 27. Februar 2009 - Bücher
Meditation gewinnt in den Führungsetagen zahlreicher Unternehmen eine immer größere Bedeutung. In dem Buch "zen@work - Manager und Meditation" berichten erstmals Führungskräfte großer Konzerne und Organisationen, wie ihnen ihre persönliche Meditationspraxis dabei hilft, die Herausforderungen des (beruflichen) Alltags besser zu bewältigen. Die Einsichten und Ansichten sind sehr persönlich und gerade die Vielfalt der individuellen Geschichten macht deutlich: Es gibt keinen Königsweg spiritueller Praxis, da jeder Mensch sich auf anderen Ebenen angesprochen fühlt. Auch verspricht Meditation keine "Lösungen" im herkömmlichen Sinne. Die Erfahrungsberichte machen vielmehr deutlich, dass die regelmäßige Praxis das Leben und die persönliche Haltung im besten Falle langsam verändert und damit die von Personalern vielbeschworene Resilienz fördert. Man meditiert nicht, um dies zu erreichen, sondern merkt oft schon nach kurzer Praxis, dass sich "etwas" im eigenen Leben verändert - meist zum Besseren. Das Buch vermittelt einen Geschmack, was Meditation im Kontext eines nicht immer stressfreien Berufslebens bewirken kann. Natürlich ohne Garantien, denn wie der Einzelne sich auf diesen Prozess einlässt, ist das, was zählt.
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Conscious Capitalism - Vortrag von Patricia Aburdene 
Donnerstag, 26. Februar 2009 - Management
„Wir müssen das Business als ein großes Ökosystem betrachten“, sagt die amerikanische Zukunftsforscherin Patricia Aburdene. Sie erforscht seit Jahren die Mikro- und Makrobewegungen der internationalen Wirtschaft. „Der Kapitalismus entwickelt sich in dem Maße, in dem wir selbst uns verändern“, so die Trendexpertin bei einem Vortrag, den sie Mitte Februar auf Einladung der Identity Foundation in Berlin hielt. Erste Indizien für den Wandel zum „bewussten Kapitalismus“: Unternehmen mit einer Vertrauenskultur und einem Blick für ihre Stakeholder zeichnen sich durch eine besonders gute Performance aus, immer mehr Führungskräfte bekennen sich zu spirituellen Werten und leben diese im Business und die Konsumenten belohnen vor allem die Anbieter, die möglichst nachhaltig produzierte Produkte auf den Markt bringen. Den Vortrag in voller Länge (90 Minuten) in englischer Sprache können Sie sich hier anhören:
Vortrag von Patricia Aburdene


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CSR: Backlash in der Krise 
Mittwoch, 25. Februar 2009 - Studien
Viele Unternehmen scheinen in Zeiten der Krise ihr Engagement in Sachen Corporate Social Responsibility auf den Prüfstand zu stellen. Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Booz & Company zeigt: 40 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Wirtschaftskrise ihr diesbezügliches Engagement verlangsamen wird. In der Studie wurden im Dezember 2008 mehr als 800 Manager internationaler Unternehmen befragt. Im Transportsektor rechnen 51 Prozent der Befragten mit weniger CSR-Engagement, im Energiesektor 47 Prozent - ebenso bei den Finanzdienstleistern. In der Consumer-Branche sind es 40 Prozent, in der Industriegüterproduktion 38 Prozent und im Dienstleistungssektor 35 Prozent. Diese Haltung könnte sich jedoch als ein Sparen an der falschen Stelle erweisen, denn mehrere Langzeitstudien zeigen bereits, dass das CSR-Engagement sich positiv auf die Unternehmensperformance auswirkt - Cost Cutting an dieser Stelle also eher kontraproduktiv ist. Einer Studie von Towers Perrin zufolge schlugen die "25 Stakeholder Superstars" über einen Zeitraum von 15 Jahren betrachtet den S&P 500 um 126 Prozent. Die 100 Best Companies der Fortune-Liste erreichten über sieben Jahre ein Wachstum von 176 Prozent im Vergleich zu nur 39 Prozent beim S&P 500.
Studie von Booz & Company


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Auf den Kontext kommt es an 
Dienstag, 24. Februar 2009 - Management
Warum versagen viele als wirksam eingeschätzte Führungsstrategien in Krisenzeiten? Nun, weil sie häufig von einem gewissen Maß an Berechenbarkeit und Ordnung im Businessalltag ausgehen und Standards setzen, die in hyperkomplexen Situationen nicht mehr gegeben sind. Wer also bei chaotischen Entwicklungen mit altbewährten Methoden reagiert, liegt häufig falsch. Ein Beitrag des Harvard Business Managers beschreibt anschaulich, wie die blinden Flecken von Führungskräften dazu führen können, dass sie statt die Realität zu beurteilen und direkt auf das, was passiert, einzugehen, eher schematisch reagieren. "Führungskräfte neigen zur Verwendung erworbener Denkmuster. Bei dieser konditionierten Reaktion sind Menschen aufgrund der Sichtweisen, die sie sich durch frühere Erfahrungen, ihre Ausbildung und beruflichen Erfolge angeeignet haben, nicht mehr aufnahmefähig für neue Denkweisen", heißt es in dem Artikel. Eine weitere Gefahr: Selbstgefälligkeit, die sich vor allem dann einstellt, wenn längere Zeit alles glatt läuft. Der Rat der Managementexperten: "Führungskräfte dürfen sich nicht wie Mikromanager verhalten und müssen jederzeit über das aktuelle Geschehen informiert sein, damit sie eine Kontextänderung wahrnehmen können."
Entscheiden in chaotischen Zeiten, HBM 4.2.09



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Bei MBA-Programmen ist ein Umdenken gefragt 
Montag, 23. Februar 2009 - Management
Die immer neuen Verwerfungen, die sich im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise offenbaren, werfen immer mehr Kritik an den bestehenden MBA-Studiengängen auf, denn die Eliten, denen nun ein Versagen vorgeworfen wird, sind zu einem nicht geringen Teil Absolventen der angesehensten MBA-Schmieden. Und ist die Finanzkrise zu einer Sinnkrise der Business Schools geworden, wie die Wirtschaftswoche in einem ausführlichen Beitrag vermerkt. Viele Kritiker fordern, dass Verantwortung und Ethik auf den Lehrplan gehören. Eine Untersuchung des Aspen-Instituts, eines amerikanischen Thinktanks, zeigt, dass sich in den Elite-Schmieden bereits ein Umdenken abzeichnet. Gesellschaftliche Inhalte werden mehr und mehr zum Pflichtprogramm und stehen bei rund zwei Dritteln aller Angebote bereits auf dem Lehrplan. Auch das Angebot zu Umweltthemen hat in den letzten drei Jahren um 20 Prozent zugenommen und mehr als ein Viertel der Business Schools bietet bereits Schwerpunkte in den Bereichen Soziales oder Umweltmanagement an. Dass bei den MBA-Absolventen oft mehr Schein als Sein das Tagesgeschäft prägt, zeigte eine Mini-Untersuchung von Henry Mintzberg, der an der kanadischen McGill-Universität lehrt und die Werdegänge von 19 Absolventen der Harvard Business School unter die Lupe nahm, die alle als Vorstände agierten. Ernüchterndes Ergebnis: Zehn von Ihnen mussten wegen Misserfolgen ihre Posten räumen oder führten die Unternehmen sogar direkt in die Pleite. Nur fünf lieferten anständige Arbeit ab.
Business Schools in der Sinnkrise, WiWo 16.2.09

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Sozialer Druck - wann er produktiv ist und wann nicht 
Freitag, 20. Februar 2009 - Wissenschaft
Sozialer Druck kann Verhalten positiv beeinflussen - und sich ins Gegenteil verkehren, wenn man übertreibt. Jeden Tag im Hotelzimmer neue Handtücher - das kann pro Zimmer bis zu 1,50 Dollar kosten. Der Organisationspsychologe Noah Goldstein untersuchte, wie man Gäste am besten dazu bewegt, die Handtücher einfach mehrmals zu benutzen. Hinweisschilder, die erklären, dass die Mehrzahl der Gäste nicht täglich neue Handtücher in Anspruch nimmt, führten dazu, dass sich 26 Prozent mehr Gäste an den üblichen Umweltappellen beteiligten. Noch größer war die Zahl, wenn bekannt gegeben wurde, dass die meisten Gäste des speziellen Zimmers Mehrfachnutzer waren. Doch der soziale Vergleich kann auch nach hinten losgehen. Wurden Stromkunden darüber informiert, dass sie mehr Strom als ihre Nachbarn verbrauchen, senkten sie daraufhin ihren Energiekonsum. Wurden aber Stromsparer davon in Kenntnis gesetzt, dass sie zu den Wenigverbrauchern zählen, erhöhten diese darauf hin ihren Verbrauch um 8.6 Prozent. Die Wissenschaftler erklären sich das damit, dass sich Verhalten bei öffentlichen Verhaltensnormen in einer "magnetischen Mitte" einpendelt.
"So nutzen Sie sozialen Druck", Harvard Business Manager 13.2.2009



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Man selbst sein oder lieber eine Rolle spielen? 
Donnerstag, 19. Februar 2009 - Management
In der März-Ausgabe des Magazins Psychologie heute diskutieren der Berater Gregor Wilbers und der Wirtschaftspsychologe und ehemalige Kienbaum-Partner Rainer Niermeyer über die Frage, wie wichtig Authentizität im Business ist. “Wenn ich immer nur Rollen spiele und außen und innen ständig trennen muss, bediene ich ausschließlich die vermeintlichen Erwartungen von anderen und kann mit meinem Gegenüber keine echte Beziehung entwickeln. Ob ich Angestellter oder Führungskraft bin: Wichtig ist, dass ich mir meiner selbst, meiner Gefühle und meiner Intuition bewusst bin und aus mir heraus handeln kann, jenseits von Rollen”, argumentiert Wilbers, der in seinem Buch "Sinnfindung im Beruf" zeigt, wie man die eigene Authentizität im Berufsleben fördern kann. Rainer Niermeyer hält dem entgegen: “Authentizität wird von zwei Dritteln der Manager als wichtigste Eigenschaft eingeschätzt. Wer wirklich nachdenkt, kommt zu einem anderen Schluss: Wer ein gesundes Maß an beruflicher Erfolgsorientierung besitzt, sollte herausfinden, welche Rollen von ihm erwartet werden, und sie möglichst gut bedienen. Das bedeutet nicht, sich zu verstellen, sondern den Teil seines Persönlichkeitsspektrums abzurufen, der zur jeweiligen Situation am besten passt.” Während der frühere Kienbaum-Partner eher funktionalistisch argumentiert und vor allem die Erwartungen, die Führungskräften und Mitarbeitern im Business entgegengebracht werden, betont, lenkt Wilbers den Blick auf die Bremswirkung, die ständige Anpassung nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für Unternehmen im Ganzen hat. Er warnt vor einem ungelebten Leben, dass viele Potenziale bis zum Eintritt in die Rente verdecken kann: “Das ist unsere kollektive Phantasie, dass wir erst ab dem Rentenalter un können, was uns entspricht. Die meisten leiden dann aber unter einem ungelebten Leben. Ich behaupte, dass wir nicht nur das Vergnügen, sondern eine Pflicht gegenüber dem Leben haben, jetzt damit anzufangen, das zu tun,was wir für richtig halten. Wir müssen aufhören, uns an Leute anzupasssen, die wir nicht schätzen, und mit Leuten zusammenzuarbeiten, mit denen wir nichts zu tun haben wollen. Stattdessen sollten wir uns öffnen für die Möglichkeit, an einer Stelle zu wirken, die gut für uns ist.”
"In Zukunft wird Authentizität gefragt sein", Psychologie heute März 2009


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Noch mal mit Gefühl 
Mittwoch, 18. Februar 2009 - Arbeit
Gefühle am Arbeitsplatz? Ein heikles Thema, und doch kommt es immer auf den Kontext an. 80 Prozent aller Entscheidungen sind von Gefühlen durchdrungen, auch wenn die Entscheider meist meinen, sie hätten rational erwogen, meint etwa Verkaufstrainer Ingo Vogel. Aus dem Weg gehen kann man Gefühlen bei der Arbeit also kaum. Psychologin Sabine Adams verweist darauf, dass die positive Macht der Gefühle im Arbeitsleben häufig unterschätzt werde, denn gute Laune, die Freude über Erfolge und Stolz könnten das Arbeitsklima fördern. Andererseits warnt sie auch, dass Manager, die nach Fehlentscheidungen in Tränen ausbrechen, künftig um ihre Autorität fürchten müssten. Zwist zwischen Kollegen? Leider nur allzu oft an der Tagesordnung. Aber: Den Umgang mit Gefühlen kann man lernen. So rät Sabine Adams dazu, sich selbst zu beobachten und den eigenen Missmut genauer unter die Lupe zu nehmen, denn dann bekommt man emotionale Automatismen leichter in den Griff. Auch Verkauftrainer Ingo Vogel weiß, wie man sein Gefühlsleben bei der Arbeit trainieren kann: Einfach mehrmals am Tag an angenehme Dinge denken, dann hat schlechte Stimmung nur wenig Raum.
"Manager dürfen bei der Arbeit nicht weinen", Die Welt 11.2.2009


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