Freiheit braucht Verantwortung 
Montag, 28. Februar 2011 - Arbeit
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion nahm bei einer Podiumsdiskussion in Berlin zum Thema "Christliches Menschenbild und Soziale Marktwirtschaft" die Zusammenhänge zwischen Freiheit und Verantwortung ins Visier. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sah im Postulat absoluter Freiheit in grundsätzliches Potential zur Zerstörung angelegt, denn der Mensch brauche Grenzen, "da er fest in der Sünde verankert ist". Der Minister kritisierte den Wettlauf der Deregulierung, der zur Finanzkrise geführt habe, bemängelte aber auch, dass nun, wo die Wirtschaft sich erhole, die Bereitschaft zu weiteren Konsequenzen innerhalb der Bevölkerung nachlasse. Im Hinblick auf die Armutsdebatte und die Rolle des Sozialstaats wies Schäuble darauf hin, dass es hier nicht allein um eine materielle Komponente gehe, sondern auch um Entwurzelung und den Verlust an Teilhabe und Zugehörigkeit. Das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft ist indes deutlich erschüttert, wenngleich wieder in leichtem Aufwind begriffen. Vertrauten im Jahr 2000 noch 55 Prozent der Bevölkerung dem System, waren es auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 lediglich 31 Prozent - mit der Erholung der Märkte stieg dieser Wert wieder auf 38 Prozent.
Freiheit braucht Regeln, CiW 16.2.11

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Der Bio-Backlash 
Freitag, 25. Februar 2011 - Studien
Kritische Studien haben in der vergangenen Zeit mehrfach attestiert, dass Bio-Lebensmittel nicht gesünder seien als konventionelle Nahrungsmittel - so beispielsweise eine Untersuchung der London School of Hygiene & Tropical Medicine aus dem Jahr 2009 sowie eine Auswertung von Stiftung Warentest aus dem vergangenen Jahr. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse - die von vielen Experten kritisch gesehen werden - zeigen bereits Spuren bei den Verbrauchern. Eine Repräsentativbefragung der GfK und AMI zeigt: nur noch 28 Prozent der 30.000 Befragten meinen heute, "Bio ist gesünder". 2007 waren es noch 41 Prozent. Die "Erosion der Überzeugung" (GfK) hat auch den Genussaspekt erfasst. Meinten 2007 noch 28 Prozent, dass Bio-Lebensmittel besser schmecken, sind es nun nur noch 19 Prozent.
Bio überzeugt immer weniger, taz 17.2.11

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Der Flexibilität fehlt die Akzeptanz 
Donnerstag, 24. Februar 2011 - Management
Laut einer Studie des DIW boten 2009 70 Prozent der Unternehmen flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten an, während es 2003 lediglich 58 Prozent waren. Eine Konsolidierung auf hohem Niveau, die allerdings wenig über die Akzeptanz bei den Arbeitnehmern die Nutzung aussagt. Allein der Begriff birgt Tücken, denn viele Unternehmen verstehen unter Flexibilität, dass nicht mehr rigide 8-Stunden-Arbeitstage den Firmenalltag prägen, sondern bei Bedarf auch mal mehr oder weniger gearbeitet wird. Gerade Mitarbeiter, die unter Arbeitszeitflexibilität auch Familienfreundlichkeit verstehen, wünschen sich jedoch oft auch kürzere Arbeitszeiten. So stellte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut der Hans-Böckler Stiftung schon 2007 in einer Studie fest, dass ein Betriebsklima der Akzeptanz notwendig sei und Mitarbeiter, die Teilzeit arbeiten, voll akzeptiert und nicht diskriminiert werden. Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt die Unternehmensberatung Bain, die kürzlich in einer Untersuchung festgestellt hatte, dass die Zahl der Mitarbeiter, die sich geringere Arbeitszeiten wünschen, deutlich höher liegt als die derer, die sie auch in Anspruch nehmen. Teilzeit anzubieten, reiche nicht, da diejenigen, die sie dann auch nutzten, häufig als nicht leistungsorientiert angesehen würden. Die Berater sprechen von einer "psychologischen Limitierung" der Karrierechancen. Mit einer Kultur der Akzeptanz sei Teilzeitarbeit hingegen auf fast jeder Hierarchiestufe umsetzbar.
Angst vor Diskriminierung, SZ 18.2.11

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Junge Arbeitnehmer: Optimistisch, aber häufig krank 
Mittwoch, 23. Februar 2011 - Studien
Eine Studie der DAK zeigt: Junge Arbeitnehmer sind häufiger krank als der Bevölkerungsdurchschnitt. Während auf 100 Versicherte im Alter zwischen 18 und 29 Jahren im vergangenen Jahr 132 Krankheitsfälle kamen, waren es bei allen Arbeitnehmern insgesamt nur 111. Zwar fallen die Youngster häufig aufgrund von Erkältungskrankheiten aus, die nicht schwerwiegend sind, doch konstatieren die Mediziner auch negative Rahmenbedingungen, die besondere Beachtung verdienen. So sind die Jungen, obwohl noch nicht lange im Job und tendenziell fit, von psychischen Beschwerden bereits in gleichem Maße betroffen wie der Bevölkerungsdurchschnitt. Mediziner führen dies auf die unsicheren Arbeitsverhältnisse zurück, in denen sich immer mehr Berufseinsteiger befinden. So arbeiten 22,8 Prozent der jungen Arbeitnehmer in befristeten Beschäftigungsverhältnissen, jeder vierte in Schichtarbeit. 71,4 Prozent fühlen sich deshalb etwas bis sehr belastet. Und dieser Stress kann Krankheiten begünstigen. Darüber hinaus weist die Studie darauf hin, dass sich Symptome, aus denen Krankheiten erwachsen können, wie Kopfschmerzen oder Erschöpfungserscheinungen, zunehmen. Bei allen negativen Tendenzen: 80 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bejahen die Aussage "Meine berufliche Zukunft sieht gut aus."
Jung, unterfordert, krank, SZ 15.2.11

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Meditation kann das Leiden verringern 
Dienstag, 22. Februar 2011 - Wissenschaft
Migräne, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall? Die typischen Büroleiden können einem nicht nur die Arbeit, sondern das Leben verleiden. Doch es gibt Hoffnung für Menschen mit chronischen Schmerzen, denn immer mehr Studien zeigen, dass Patienten, die Meditationsmethoden wie Mindfulness-Based Stress Reduction praktizieren, weniger unter ihren Schmerzen leiden. In einem Interview mit der Zeit erklärt der Psychologe Stefan Schmidt, warum Patienten durch Meditation zu neuer Handlungsfähigkeit finden: "Das Furchtbare am Schmerz ist in der Regel der Kontrollverlust. Man erlebt sich nicht mehr in der Rolle desjenigen, der sein Leben kontrollieren und bestimmen kann, sondern hat das Gefühl, dieses Kommando habe der Schmerz übernommen." Meditation sei hier eine Möglichkeit, die eigene Selbstwirksamkeit wieder erfahren zu können, denn wer den Schmerz vorurteilslos betrachtet, anstatt sich ständig gegen ihn aufzulehnen, erlebt häufig, dass dies ein Weg der inneren Befreiung sein kann. "Leiden ist Schmerz mal Widerstand", zitiert Schmidt die buddhistische Philosophie. "Je mehr wir gegen den Schmerz ankämpfen, umso stärker leiden wir darunter. Wenn wir ihn jedoch annehmen und gestalten, können wir das Leiden massiv verringern." Ein guter Rat auch für Gestresste, die noch nicht unter chronischen Kopfschmerzen oder Burn-out leiden, denn wer meditiert, bevor der Stress chronisch wird, kann sich mögliche Erkrankungen im günstigen Fall sogar ersparen.
Lernen, mit dem Leiden umzugehen, Die Zeit 12.2.11

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Trend zur Nachhaltigkeit ungebrochen 
Montag, 21. Februar 2011 - Studien
Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in den Augen vieler Verbraucher und Firmen immer mehr an Bedeutung. Einer Forsa-Umfrage zufolge sind 90 Prozent der Deutschen wieder bereit, für Qualität und hochwertige Produkte mehr Geld auszugeben. 70 Prozent geben an, für Waren, die besonders ressourcenschonend hergestellt wurden, auch höhere Preise zu zahlen. Die United Nations Global Compact CEO Survey legt nahe, dass auch immer mehr Firmen sich entsprechend aufstellen. 96 Prozent der befragten CEOs finden inzwischen, dass Nachhaltigkeit ins Kerngeschäft integriert werden sollte (2007: 72 Prozent). 93 Prozent meinen, Nachhaltigkeit ist eine klare Vorstandsaufgabe (2007: 69 Prozent). Und 88 Prozent sehen auch die Verantwortung, Prinzipien der Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu berücksichtigen (2007: 59 Prozent).
Konsumenten wollen es öko, FTD 13.2.11

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Teilzeit? Theoretisch ja, aber ... 
Freitag, 18. Februar 2011 - Studien
Teilzeit braucht aktive Unterstützung, so die Einschätzung der Unternehmensberatung Bain, die 3.300 Spitzenkräfte in den USA, Europa und Deutschland befragte, ob sie sich flexiblere Arbeitszeiten wünschen. 94 Prozent der weiblichen und 78 Prozent der männlichen Führungskräfte bejahten dies. In der Praxis nutzt jedoch nur ein Bruchteil von ihnen auch bestehende Angebote, nämlich 46 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer. Die Unternehmensberater gehen davon aus, dass es vor allem die fehlende Unterstützung auf Vorstandsebene ist, die die Spitzenkräfte davon abhält, ihre Arbeitszeit flexibler zu gestalten. Viele Vorstände hätten selbst keine ausgeglichene Work-Life-Balance und seien deshalb in dieser Frage keine Vorbilder.
Führungskräfte wollen flexibler arbeiten, FTD 7.2.11

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Öko-Chefs haben zufriedene Mitarbeiter 
Donnerstag, 17. Februar 2011 - Studien
Das Charlton College of Business der University of Massachusetts untersuchte, ob es einen Zusammenhang zwischen dem ökologischen Engagement von Unternehmen und der Zufriedenheit der Mitarbeiter gibt. Es gibt ihn! Die Wissenschaftler befragten die Mitarbeiter von 113 US-Unternehmen und überprüften ihre Hypothese mit einer Regressionsanalyse. Dabei zeigte sich, dass die Wahrnehmung des ökologischen Engagements einer Firma mit einer allgemein hohen Arbeitszufriedenheit einhergeht. Die These, dass die Mitarbeiter auch so zufrieden sind, wenn es den Unternehmen ökonomisch besonders gut geht, konnte hingegen nicht bestätigt werden. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass es Firmen besser tut, in Umweltbelange zu investieren und dies gegenüber den Mitarbeitern zu kommunizieren, als sich ausschließlich an den - finanziellen - Wünschen der externe Stakeholder zu orientieren.
"Grüne" Chefs haben loyale Mitarbeiter, Der Standard 4.2.11

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