Nachhaltige Firmen und schwarze Schafe 
Mittwoch, 29. Februar 2012 - Management
In Sachen Nachhaltigkeit bewegt sich in den Unternehmen derzeit einiges, wie der Nachhaltigkeitsindex der Nachhaltigkeitsratingagentur Sustainalytics zeigt. Die Auswertung untersucht das Engagement von Dax-Unternehmen im Hinblick auf Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Eine Untersuchung der Harvard-Universität zeigt, dass die Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen auch im Hinblick auf die Performance von Belang sind, denn nachhaltig ausgerichtete Firmen, die im Zeitraum von 1992 bis 2010 getestet wurden, zeigten eine um 2,3 Prozent bessere Performance als solche, denen die Thematik eher gleichgültig ist. Im Sustainalytics-Ranking behaupteten BMW und Henkel sich auf den Plätzen eins und zwei, doch es gab auch einige größere Bewegungen. Die Deutsche Bank stürzte - wegen fragwürdiger Geschäftspraktiken - beispielsweise von Rang 10 auf Platz 24 ab. Gerade dieses Beispiel dokumentiert auch die generelle Aufwärtsbewegung der Nachhaltigkeitsentwicklung, denn die Deutsche Bank erreichte die gleiche Punktzahl wie bei der letzten Erhebung 2009, doch haben sich viele andere Unternehmen seitdem eben deutlich verbessert. Fresenius wurde mit Platz 30 abgestraft aufgrund wachsender Spenden an Parteien. Volkswagen hingegen kletterte auf Platz 13, u.a. weil das Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker auf die Agenda setzte. Mehr Frauen in Führungspositionen und eine gesunkene Mitarbeiterfluktuation brachten Eon einen Aufstieg von Platz 20 auf Rang vier.
Schmuddelkind Deutsche Bank, FTD 23.2.12

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Frauen kommen langsam ... und eher verhalten 
Dienstag, 28. Februar 2012 - Studien
Die Diskussion um eine Frauenquote in Deutschlands Führungsetagen ist gerade erst abgeebbt, da gibt ihr der "Women-on-Board-Index 2012", der von der Organisation "Frauen in die Aufsichtsräte" erhoben wird, neue Nahrung. Die Zahl der Frauen stieg seit 2011 in den Aufsichtsräten gerade einmal von 10 auf 12,8 Prozent. In den Vorständen der Dax-Unternehmen sind hingegen lediglich 4 Prozent der Manager Frauen. Komplett frauenfrei sind immer noch 56 Prozent der Vorstände - eine Verbesserung von 18 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Immerhin 23 der wichtigsten börsennotierten Unternehmen haben 2011 erstmals eine Frau in den Aufsichtsrat oder Vorstand berufen.
Kaum Frauen in deutschen Vorständen, HB 18.2.12


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Bio voll im Trend 
Montag, 27. Februar 2012 - Studien
Das Interesse der Konsumenten an Bioprodukten wächst, so das Ergebnis der Ökobarometer 2012, das im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf Basis einer Repräsentativbefragung unter 1.000 Personen erstellt wurde. 76 Prozent der Verbraucher kaufen demzufolge Ökoprodukte - 2 Prozent ausschließlich, 19 Prozent häufig und 55 Prozent gelegentlich. Das ist eine Steigerung um fünf Prozent gegenüber der Erhebung 2010. Wichtigste Gründe für den Kauf von Biolebensmitteln sind artgerechte Tierhaltung (94 Prozent), regionale Herkunft (89 Prozent) und eine geringe Schadstoffbelastung (89 Prozent).
Pressemitteilung auf Ökolandbau.de

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Die Kehrseite des Ehrgeizes 
Freitag, 24. Februar 2012 - Arbeit
Die Philosophin Svenja Flaßpöhler betrachtet in einem Gespräch mit der Zeit die Schattenseiten der Leistungsgesellschaft. "Ehrgeiz ist ambivalent. Im positiven Sinn sublimiert der Ehrgeizige durch seine Arbeit einen subjektiv empfundenen Mangel und schöpft daraus Selbstwertgefühl. Je mehr das im Beruf gelingt, desto anerkannter fühlt er sich. Aber der Ehrgeiz – das Wort verrät es bereits – hat auch eine Kehrseite: Man kann regelrecht süchtig nach Anerkennung werden. Der Ehrgeizige muss immer besser sein als andere. Dieser Druck lässt den Ehrgeiz ins Zwanghafte umschlagen", so Flaßpöhler. Die Philosophin erklärt, dass vor allem die negative Seite des Ehrgeizes gesellschaftlich gefördert werde. Während früher kulturell eher Pflichtbewusstsein im Vordergrund stand, gehe es heute oft um einen übertriebenen Kampf nach Anerkennung. Und der manövriert uns in die Sackgasse. "Schlimm ist, dass wir die Schuld immer bei uns selbst suchen, wenn wir zusammenbrechen. Es liegt am Konkurrenzdruck, am Erfolgsdruck, an der Wachstumslogik. Was fehlt, ist politischer Widerstand", so Flaßpöhler. In der Krise sieht sie eine Chance, diese Wettkampflogik zu hinterfragen und vielleicht auch wieder Themen wie Selbstverwirklichung ins Spiel zu bringen.
"Wir müssen mit Genuss arbeiten", Zeit online 16.2.12

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Auf den Spuren des Ehrgeizes 
Donnerstag, 23. Februar 2012 - Arbeit
Ehrgeiz ist die Summe aus Entschlossenheit, Leistungswillen und der Fähigkeit, sich verändernde Umstände immer wieder in die eigenen Planungen einzubeziehen, so die Perspektive eines Ratgeber-Beitrages des Handelsblatts. Der amerikanische Psychologe Dean Simonton, der über Genialität forscht, etwa nennt Energie und Entschlossenheit, etwas Außergewöhnliches zu erreichen, als wesentliche Aspekte. Für den Eignungsdiagnostiker Andreas Frintrup spielt auch die Fähigkeit, das eigene Verhalten anzupassen, wenn Dinge schief laufen, eine wesentliche Rolle. Ehrgeizige Menschen strengen sich in solchen Fällen mehr an anstatt Umstände für Fehlschläge verantwortlich zu machen. In den Augen von Simonton geht es außerdem darum, im Einklang mit den eigenen Zielen und Motivationen zu leben, denn nur so lasse sich Leistungsfähigkeit dauerhaft aufrechterhalten.
So setzen Sie Ihren Ehrgeiz erfolgreich ein, HB 15.2.12

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Wie ticken die Menschen? 
Mittwoch, 22. Februar 2012 - Wissenschaft
In einem Interview mit der Zeit erklärt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, dass die ökonomische Forschung ihren Horizont erweitern müsse. Wichtige Forschungsfelder sind in seinen Augen "stärker verhaltens- und institutionen-ökonomische Betrachtungen und Fragen der neuen politischen Ökonomie - "wie ticken Menschen, welche Interessen verfolgen sie, welcher Instrumente bedienen sie sich?" Laut Straubhaar hat im Hinblick auf die weltweiten Krisenherde nicht unbedingt die Ökonomie versagt, sondern es wurden über Jahre falsche wirtschaftspolitische Folgerungen gezogen. Auch kritisiert der Ökonom, dass der Publikationswahn in der Wissenschaft längst nicht mehr den Erkenntnisgewinn in den Vordergrund stelle, sondern allein das Liefern von publikationsfähigen Ergebnissen. Langfristige Metabetrachtungen würden hingegen kaum noch angestellt, weil sich mit ihnen keine wissenschaftliche Karriere begründen lasse. Straubhaars Plädoyer: "Wir müssen, gerade im deutschsprachigen Raum, wieder den Mut haben, auch aus der eigenen Kultur stammende, eigenem Werteverständnis entsprechende Analysen und Themen zuzulassen, und eben nicht diesem allgemeinen angelsächsischen Herdentrieb zu folgen. Damit meine ich all das, was im klassischen Sinne ja in Deutschland als Staatswissenschaften bezeichnet wurde."
"Keine Chance gegen den Mainstream", Zeit online 15.2.12

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Krankenstand auf Rekordhoch 
Dienstag, 21. Februar 2012 - Studien
Nachdem die Krankenstände viele Jahre gesunken waren, u.a. weil viele Menschen sich aus Angst vor Arbeitsplatzverlust oder Restriktionen häufig auch krank zur Arbeit schleppen, lag der Krankenstand 2011 laut DAK Gesundheitsreport auf einem Rekordhoch, nämlich bei 3,6 Prozent (2010: 3,4 Prozent). Jeder Versicherte hatte im Schnitt 13,2 Fehltage. Größte Zunahme bei den einzelnen Erkrankungen wiesen die psychischen Krankheiten auf. Auf sie entfielen 13,4 Prozent aller Fehltage. Knapp jeder zehnte Versicherte gab an, wenig Anerkennung für die eigene Arbeit zu erfahren. Dies sei laut Studie ein Stressfaktor, der zur psychischen Belastung werden könne und das Risiko von Herzinfarkten mehr als verdoppele.
Höchster Krankenstand seit 15 Jahren, SZ 14.2.12

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Doping an Unis noch Randerscheinung 
Montag, 20. Februar 2012 - Studien
In den letzten Jahren haben sich die Medienberichte gemehrt, denenzufolge das Doping mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in beruflichen Kontexten ein ernstzunehmendes Phänomen ist. Eine Untersuchung des Instituts für Hochschulforschung hat nun ergeben, dass die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten an den Universitäten noch eher ein Randphänomen darstellt. Bei der Online-Befragung gaben etwa fünf Prozent der 8.000 teilnehmenden Studenten an, sich Psychostimulanzien, Beruhigungs-, Schmerz- oder Aufputschmittel zu bedienen, um mit den Anforderungen des Studiums besser zurecht zukommen. Weitere fünf Prozent setzen auf Vitaminpräparate, homöopathische oder pflanzliche Mittel und Koffein, um leistungsfähig zu sein.
Fünf Prozent nehmen leistungssteigernde Mittel, FAZ 7.2.12

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