Öko-Phones im Kommen 
Mittwoch, 5. Februar 2014 - Success Stories
Nachdem das Fairphone, das in den Niederlanden erdacht wurde, für Furore sorgte mit dem Einsatz möglichst vieler fair gewonnener Rohstoffe und einer Bauweise, die es ermöglicht, verschiedene defekte Teile wie Display oder Akku problemlos auszutauschen, scheinen sich auf dem Handy-Markt bereits erste positive Nachahmer-Effekte zu zeigen. Ebenfalls in den Niederlanden sitzt das Projekt Phoneblok in den Startlöchern, das ein Handy in komplett modularer Bauart entwickelt, so dass möglichst viele der grundlegenden Komponenten austauschbar werden. Schon 350.000 Menschen haben auf Facebook ihre Zustimmung zu diesem Ansatz bekundet. Inzwischen wird der Ansatz unter dem Dach der Google-Entwicklungstochter Advanced Technology and Projects Group weiterverfolgt. Auch aus China wurde bereits ein vergleichbarer Vorstoß vermeldet – der ZTE Konzern arbeitet ebenfalls an einem Handy mit mehreren Komponenten – dem Eco-Mobius. Spannend zu sehen, wie innerhalb kürzester Zeit durch das Fairphone in der Branche anscheinend ein Prozess des schrittweisen Umdenkens angestoßen wurde. Aus Sicht der Firmen muss dabei noch nicht einmal die Verbraucherfreundlichkeit im Vordergrund stehen. Mit Handys, deren Komponenten man austauschen kann, lässt sich eine längerfristige Markenbindung herstellen. Und davon abgesehen ist bereits heute abzusehen, dass viele der in der Handy-Produktion benötigten knapper werdenden Rohstoffe auf lange Sicht den Wegwerf-Konsum bei Handys nicht aufrechterhalten lassen.
Die besseren Smartphones, Zeit online 31.1.14

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Verbraucher sind bereit, für Fairness zu zahlen 
Mittwoch, 21. August 2013 - Success Stories
Obwohl die Lebensmittelpreise steigen und die Einkommen stagnieren, wächst die Zahl derer, die bereit sind, für fair gehandelte Produkte mehr Geld auszugeben. So stieg der Anteil der Fair-Trade-Produkte im Handel 2012 um satte 36 Prozent - auf einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Besonders wichtig ist den Verbrauchern der Verzicht auf Kinderarbeit und ein angemessener Lohn für Arbeiter. Der starke Anstieg der Fair-Trade-Artikel liegt auch daran, dass im vergangenen Jahr 51 neue Unternehmen Fair-Trade-Produkte in ihr Sortiment aufgenommen haben - darunter große Ketten wie Edeka, Real, DM und Aldi Nord.
Erst die Moral, dass das Fressen, taz 7.8.13


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Für Transparenz und Transformation im Bankenwesen 
Dienstag, 26. März 2013 - Success Stories
Die Global Alliance for Banking on Values hat mit ihrer "Berliner Erklärung" neue Grundsätze für das Bankwesen verabschiedet. Der Initiative gehören gegenwärtig 22 Banken weltweit an, die für eine faire Finanzwirtschaft eintreten. Zum notwendigen Paradigmenwechsel im Bankensystem gehört für die Unterzeichner ein klares Bekenntnis zu Transparenz, so dass Banken ihre Geschäftsmodelle und die damit verbundenen Geldflüsse vollständig offenlegen sollten. Die Forderungen der Initiative zum Thema Nachhaltigkeit: "Banken spielen eine entscheidende Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Daher sollten soziale und ökologische Kriterien ein fester Bestandteil ihrer Finanzangebote sein. Banken stehen in der Pflicht, sowohl für die kurz-, als auch langfristigen Folgen ihrer Aktivitäten die volle Verantwortung zu übernehmen. Sie stehen im Dienste der Realwirtschaft und müssen gesamtgesellschaftliche Sichtweisen bei ihren Entscheidungen stärker berücksichtigen." Darüber hinaus ist es den beteiligten Banken wichtig, eine Vielfalt an Finanzinstitutionen aufrechtzuerhalten, so dass die Kapitalmärkte nicht alleine von globalen Finanzkonzernen bestimmt werden.
Berliner Erklärung 2013


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Selber etwas schaffen 
Mittwoch, 20. März 2013 - Success Stories
Die gegenwärtige Diskussion über den Wohnungsmangel fördert so manche Erfolgsbeispiele zutage, wie Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie Abhilfe für Missstände schaffen können. So ist zur Zeit das Thema Baugemeinschaften en vogue. Ein Artikel auf Spiegel online zeigt, dass die Zusammenschlüsse von mehreren Bauherren, die gemeinsam ein Objekt ihrer Wünsche realisieren, oft viel zielgenauer das, was Menschen wollen, erfüllen, als es beispielsweise der soziale Wohnungsbau könnte. Hier paaren sich Eigenverantwortung und Gestaltungswille, eine Mischung mit hohem Veränderungspotential. Hier zeigt sich, dass das Anpacken von unten häufig die bessere Alternative ist, als auf Lösungen von oben zu warten. Sicher, in einer Baugemeinschaft zu bauen, erfordert auch Kapital, ist also keine Lösung für völlig Mittellose. Aber der auf diese Weise entstehende Wohnraum ist nicht nur billiger als das klassische Eigenheim, er ist auch, weil die Gemeinschaften sich meist entsprechende Regelwerke verleihen, nicht den spekulativen Marktinteressen ausgesetzt. Und das ist ein Schritt, der einen Beitrag dazu leistet, das einseitig kapitalistisch ausgerichtete System von innen heraus zu verändern.
Willkommen in der Kapitalisten-Kommune, Spiegel online 12.3.13



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Im Kaufhaus die Stille entdecken 
Montag, 25. Februar 2013 - Success Stories
Der englische Mönch Andi Puddicombe und die von ihm gegründete Organisation Headspace haben im Londoner Kaufhaus Selfridges mit einer ganz besonderen Aktion für Furore gesorgt. Im Zuge der Aktion "Macht der Stille" richtete Selfridges einen Meditationsraum ein, in dem bis zu 50 Kunden gleichzeitig eine Auszeit vom Lärm der Konsumgesellschaft nehmen können. Mit diesem sehr modernen Versuch, Meditation in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, knüpft Headspace fast schon an eine Tradition von Selfridges an, denn der Kaufhaus-Gründer Harry Gordon hatte bereits 1909 dort einen "Stillen Raum etabliert. Die Meditationsaktion als Teil einer größeren "No Noise"-Initiative zog bereits weitere Kreise, denn einige Hersteller hochwertiger Produkte präsentierten ihre Waren in einem "Quiet Shop" gänzlich ohne ihre üblichen Markenlogos. Prädikat: Nachahmenswert!
Meditation in London - Stressabbau im Einkaufsdschungel, Die Welt 14.2.13


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Bio legt zu - aber auf niedrigem Niveau 
Mittwoch, 20. Februar 2013 - Success Stories
Bio ist in aller Munde und wer selbst beim Einkauf bevorzugt zu Bio-Lebensmitteln greift, mag den Eindruck haben, dass dieser Markt schon eine nennenswerte Größe in der Konsumwelt darstellt. Doch das ist leider nicht so. So vermeldete der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft für 2012 einen Anstieg des Bio-Absatzes um 0,2 Prozent - damit steigt der Anteil der Ökolebensmittel am gesamten Nahrungsmittelmarkt allerdings nur auf magere 3,9 Prozent. Im vergangenen Jahr war vor allem Bio-Fleisch ein Renner - hierfür zahlten die Deutschen 18 Prozent mehr, was einerseits gestiegenen Preisen, aber auch erhöhten Absätzen geschuldet ist. Doch auch in diesem Segment bleibt der Bio-Marktanteil verschwindend gering - er liegt bei 0,5 Prozent bei Geflügel und bei knapp drei Prozent bei gemischtem Hackfleisch. Alles in allem - nach oben ist hier noch viel Luft ...
Biofleisch ist der Renner, taz 12.2.13


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Wenig arbeiten bei vielen Freiheiten 
Donnerstag, 29. November 2012 - Success Stories
Von den Freiheiten, die die Mitarbeiter des japanischen Mittelständlers Mirai Kogyo haben, können die meisten Angestellten nur Träumen. Die Firma, die Plastikteile für den Hausbau herstellt, räumt ihren Mitarbeitern pauschal 140 freie Tage pro Jahr plus bis zu 40 Urlaubstage ein. Feierabend wird bei Mirai immer pünktlich gemacht - um 16.45 Uhr. Und im Winter ist die Firma schon mal 20 Tage am Stück dicht. Hinzu kommt, dass es bei dem Mittelständler ein Management nur in Ansätzen gibt - Führung bedeutet dort, grobe Zielvorgaben zu machen. Alles andere ist Sache der Arbeitenden. Hinzu kommt: Im Zuge des internen Ideenmanagements entstehen durch die 800 Mitarbeiter bis zu 15.000 Verbesserungsvorschläge pro Jahre - aus 3.000 davon sind bereits Patente entstanden. Es hört sich an wie ein Märchen, aber eines, das zu funktionieren scheint ...
Die glücklichste Firma Japans, FTD 22.11.12


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Teilen, tauschen, gemeinsam konsumieren 
Freitag, 16. November 2012 - Success Stories
In der Debatte um die Kollision von Nachhaltigkeit und permanentem Wirtschaftswachstum mehren sich die Stimmen derer, die eine neue Form des "nachhaltigen Konsums" propagieren. Ein Beitrag in Forum Nachhaltig Wirtschaften skizziert verschiedene Modelle. Wo einst das Carsharing den Anfang des geteilten Konsums in der modernen Wirtschaft machte, sprießen heute Tausch- und Mietbörsen für Alltagsgeräte, Plattformen für geteilten Wohnraum oder auch soziale Netzwerke, die neue Umgangsformen mit dem Teilen von Eigentum erproben. Das spart Ressourcen, wirft aber auch neue Fragen, beispielsweise der Haftung, auf. "Das gemeinschaftliche Konsumieren entwickelt sich zu einem Massenmarkt. Passive Kunden werden zu aktiven Mitgestaltern, die Unternehmensmodelle und damit die Wirtschaft verändern", so Michael Kuhnt, Geschäftsführer des Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production.
Teilen statt kaufen, FNW 8.11.12


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