Wann Lob besonders wirkt 
Dienstag, 28. Februar 2017 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Lob motiviert, so viel ist klar. Aber gibt es auch Kontexte, in denen es sich als besonders wirkungsvoll erweist? Eine Studie der Universität Konstanz ging dieser Frage nach und untersuchte das Verhalten von 300 Studierenden, die zu Semesteranfang und -ende jeweils eine Klausur in Mikroökonomie zu schreiben hatten. In einer Studierendengruppe wurden nach der ersten Benotung die besten 30 Prozent vor versammelter Mannschaft gelobt, in der anderen nicht. Bei der Folgeklausur zeigte sich, dass sich insbesondere diejenigen, die bei der ersten Klausur nur knapp schlechter abgeschnitten hatten als die erwähnten 30 Prozent der Besten sich deutlich verbessert hatten. Die ohnehin schon sehr guten Studenten wiesen diese Verbesserung nicht auf. Die Forscher gehen davon aus, dass es vor allem die durch das Lob kommunizierte implizite Norm war, die zu diesen Verbesserungen beitrug. Sie gab denen, die sie knapp verfehlt hatten, einen Anhaltspunkt, sich noch stärker für das wünschenswerte Ergebnis zu engagieren.
Wem Lob wirklich hilft, spektrum.de 20.2.17

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Achtsamkeit lindert Angst 
Montag, 27. Februar 2017 - Psychologie, Studien
Eine neue amerikanische Studie zeigt, wie Patienten mit Angststörungen von Achtsamkeitsübungen profitieren können. Für die Untersuchung wurden 89 Probanden in zwei Gruppen eingeteilt - eine erhielt einen achtwöchigen MBSR-Kurs zum Training ihrer Achtsamkeit, während die andere an einem gleich langen Stressmanagement-Kurs teilnahm mit dem Fokus auf Verhaltensänderungen, besserem Schlaf und Wohlbefinden. Vor und nach der Studie absolvierten alle Probanden den Trier-Stress-Test, bei dem sie vor Publikum eine Rede halten mussten. Bei den Achtsamkeit Übenden verringerten sich nach dem Kurs die Stresshormone deutlich und sie empfanden weniger Ängste. Die Probanden, die am Stressmanagement teilgenommen hatten, verspürten indes nach dem Kurs beim Halten der Rede sogar größere Angst.
Angststörungen: Meditation statt Medikamente, esanum 19.2.17

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Home Office kann zur Stressfalle werden 
Freitag, 24. Februar 2017 - Studien, Arbeit
Mehr Freiheiten und eine bessere Work-Life-Balance gehören zu den Hoffnungen, die viele Arbeitnehmer mit dem Home Office verbinden. Eine Untersuchung der Arbeitsorganisation ILO der Vereinten Nationen und der Europäischen Stiftung Eurofound zeigt indes, dass diese Wünsche sich durch flexibles Arbeiten nicht zwingend erfüllen. Betrachtet wurden die Arbeitsbedingungen in Deutschland, neun weiteren EU-Ländern, in Argentinien, Brasilien, Indien, Japan und den USA. Unter denen, die fast ständig unterwegs arbeiten, sowie jene, die regelmäßig ihren Job von zu Hause aus erledigen, litten 42 Prozent unter Schlafstörungen, während es bei den Büroarbeitern nur 29 Prozent waren. 41 Prozent der hochmobilen Angestellten klagten über Stress, während es bei den Büroarbeitern nur ein Viertel war. Die Datenlage ist allerdings sehr heterogen, denn in die Auswertung wurden Studienergebnisse, die zum Teil mehrere Jahre alt sind, einbezogen. Auch stellt sich womöglich noch die Frage, ob für die Belastungen der Arbeitsort der maßgebliche Faktor ist oder nicht vielleicht auch ein größerer Kontext der Arbeitsanforderungen. Bürojobs haben eine Regelmäßigkeit im äußeren Rahmen, der bei hochmobilen Vielreisenden zum Beispiel nicht gegeben ist. Und die Freiheit bei der Arbeitseinteilung zu Hause setzt natürlich auch gewisse psychische Anforderungen.
Studie entlarvt das Home Office als gesundheitsschädlich, welt.de 17.2.17


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Skepsis sitzt bei deutschen Arbeitnehmern tief 
Donnerstag, 23. Februar 2017 - Studien, Arbeit, Management
Den Deutschen sagt man gerne Skepsis nach und diese zeigt sich auch in der Arbeitswelt. Eine weltweite Umfrage der Personalberatung Korn Ferry mit mehr als 1,4 Millionen Fach- und Führungskräften aus 23 europäischen Ländern zeigt, dass die Deutschen zu den großen Skeptikern im Business zählen. Hierzulande glauben nur 63 Prozent daran, dass ihr Unternehmen in den nächsten Jahren erfolgreich sein wird. Weniger sind es nur in Italien (62 Prozent), Belgien und Frankreich (jeweils 60 Prozent) und Österreich (58 Prozent). In Osteuropa hingegen herrscht Aufbruchstimmung. 88 Prozent der Slowenen und 80 Prozent der Rumänen glauben an eine erfolgreiche Zukunft ihres Unternehmens. Studienleiterin Mandy Rehmann betrachtet es als Führungsaufgabe, im Unternehmen eine optimistische Grundhaltung zu etablieren: "Das braucht einen anderen Führungsstil als nur zu delegieren." Was in Veränderungsprozessen vor allem zähle, sei Vertrauen.
Deutsche Angestellte sind besonders skeptisch, FAZ 15.2.17


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Warum Veränderungen so schwer fallen 
Mittwoch, 22. Februar 2017 - Bewusstsein, Psychologie
Öfter mal joggen gehen, gesund kochen, ausreichend schlafen - wohl jeder kennt im eigenen Leben neuralgische Punkte, die er eigentlich gerne verbessern würde. Wäre da nicht der innere Schweinehund. In einer Kolumne in der Wirtschaftswoche erklärt ein Psychotherapeut, warum solche Veränderungen uns so schwer fallen. Unser Gehirn liebt das Gewohnte. Und ändern wir auch nur ein Detail, wirbelt das unsere Grundorientierung zunächst einmal durcheinander. Wer es gewohnt ist, viel Süßes zu essen, hat beispielsweise bei einer Ernährungsumstellung nicht nur die Herausforderung, sich gesünderen Lebensmitteln zuzuwenden. Er wird auch mit all den unbewussten inneren Reaktionen, die sein bisheriges Essverhalten begleiten, konfrontiert - das Gefühl der Geborgenheit, dass Schokolade oder Kuchen vielleicht vermitteln, der Genuss, der mit dieser Gewohnheit verbunden ist. Änderungen brauchen viel Aufmerksamkeit, denn es reicht nicht, den Blick einfach auf das gewünschte Ziel zu richten. Wir müssen auch wach sein für all unsere Impulse, die sich gegen die Veränderung wehren. So kann es es helfen, möglichen Verlustgefühlen vorzubeugen, indem man bewusst Verhaltensänderungen mit unterstützenden Maßnahmen begleitet. Wer noch nicht gerne joggt, fühlt sich vielleicht durch das heiße Bad nach dem Lauf motiviert. Wer jahrelang Süßes fürs Gemüt gegessen hat, wird vielleicht durch einen aromatischen Tee genauso befriedigt. Und es braucht natürlich eine gewisse Ausdauer, bis das Gehirn sich an die neuen Lebensbedingungen gewöhnt hat.
Veränderungen sind Gift für das Gehirn, WiWo 13.2.17


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Wut-Kommentare sind auch eine Stimmungsfrage 
Dienstag, 21. Februar 2017 - Bewusstsein, Studien
Der zunehmend raue Ton im Internet ist wahrscheinlich nicht nur einer wachsenden Zahl so genannter "Wut-Bürger" zuzurechnen. Ein Studie der Universitäten Standford und Cornell zeigt: Sind wir ohnehin schon mies drauf, wächst unsere Bereitschaft, böse Kommentare zu verfassen, deutlich. Die Wissenschaftler hatten ihre Probanden in mehrere Gruppen unterteilt. Manche mussten leichte Rätsel lösen, was ihre Stimmung hob. Andere wurden mit schweren Aufgaben unter Druck gesetzt. Anschließend sollten sich beide Gruppen an einer Online-Diskussion über einen herausfordernden Artikel beteiligen. Eine Gruppe stieg in eine laufende Diskussion mit ausgewogenen Kommentaren ein, eine andere in einen eher hitzigen Disput. Die Probanden, die zuvor unter Druck gesetzt worden waren, verfassten nun mit einer 89 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit Troll-Kommentare, bei denen, die sich in den Disput einklinkten, lag die Wahrscheinlichkeit für Troll-Kommentare um 68 Prozent höher. Der raue Umgangston im Netz wird also durch die momentane Gemütsverfassung der Agierenden wie auch durch die vorherrschende Stimmungslage innerhalb von Diskussion sehr wesentlich geprägt.
Um diese Zeit erwacht der digitale Hetzer in uns, welt.de 12.2.17

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Permanente Vielarbeit ist keine Perspektive 
Montag, 20. Februar 2017 - Arbeit, Management
Ständige Verfügbarkeit und Wochenarbeitszeiten von 80 Stunden und mehr sind im Top-Management keine Seltenheit, sondern eher Teil der impliziten Job Description. Doch selbst bei High Performern, die wissen, auf was sie sich mit einer Führungsposition einlassen, ist Lebensenergie nicht grenzenlos. In einem Gespräch mit 150 angehenden Abiturienten in Essen warnte ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger, dass überlange Arbeitszeiten und regelmäßiger Verzicht auf Urlaub auf Dauer nicht gutgehen. Er selbst habe schon einmal kurz vor dem Burn-out gestanden und deshalb seine Arbeitsweise verändert. Man müsse mit seiner Arbeitskraft haushalten, um in mehreren Jahrzehnten Berufsleben zu bestehen. Den Abiturienten riet Hiesinger, sich bei der Berufswahl nicht nur von materiellen Interessen leiten zu lassen, sondern der eigenen Motivation zu folgen; "Lassen Sie sich von Ihren Interessen, Ihrer Begeisterung und Neugierde leiten. Und nicht von Gehalt oder sozialem Status."
Dax-Vorstandschef warnt vor zu viel Arbeit, Spiegel online 10.2.17

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Finnland testet Grundeinkommen 
Freitag, 17. Februar 2017 - Arbeit
Was geschieht, wenn Menschen plötzlich ein Grundeinkommen erhalten? Lehnen sie sich zurück und tun nicht? Oder fühlen sie sich vielleicht in ihrer Kreativität beflügelt? Finnland hat ein Experiment gestartet, um Antworten auf diese Fragen zu finden. 2.000 Arbeitslose erhalten für zwei Jahre anstelle der üblichen Sozialleistungen 560 Euro auf die Hand. Was sie in der Zeit machen, ist ihnen überlassen. Und wenn sie zwischenzeitlich in einem Job arbeiten, auf anderem Wege Geld verdienen oder gar ein Unternehmen gründen, dürften sie dies, ohne dass die Einnahmen mit dem Grundeinkommen verrechnet werden. Wer die umständliche Sozialbürokratie kennt, mit der sich die Bezieher von Sozialleistungen herumschlagen müssen, wenn sie versuchen, wieder selbst zu Einnahmen zu kommen, kann sich leicht vorstellen, wie inspirierend die finnische Situation sein kann. Man kann sich ganz darauf konzentrieren, wirklich etwas zu tun, anstatt über jeden Schritt Rechenschaft abzulegen. Bin gespannt, zu welchen Erkenntnissen das Experiment führt.
Wie Finnland eine soziale Revolution ausprobiert, SZ 7.2.17

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