Entspannen mit der Natur via Youtube 
Mittwoch, 15. Februar 2017 - Lebensart, Medien
Die Videos von Johnnie Lawson sind ein echtes Phänomen. Auf Youtube veröffentlicht der irische Maler immer wieder stundenlange Videos von Naturimpressionen, die von Millionen von Menschen gesehen werden - um zu entspannen, zur Ruhe zu kommen, besser zu schlafen. Die Idee zu dem Projekt entstand durch einen Zufall. Lawson hatte Naturszenen ins Internet gestellt, um sie mit anderen Künstlern zu diskutieren, und bekam auch Feedback von anderen Zuschauern, die sich bei ihm für die "heilende" Wirkung seines Films bedankten. Ein achtständiges Video von einem wunderschönen Bach in ländlicher Idylle wurde auf Youtube schon mehr als 16 Millionen Mal angesehen. Manche Zuschauer lassen die Clips sogar die ganze Nacht über laufen, um ihre Schlafprobleme zu überwinden. "Mir ist klar geworden, dass ich die Heilungskräfte der Natur per Film weitergeben kann. Die Natur hat mich schon immer fasziniert. Ein Bach zum Beispiel kann so viele verschiedene Töne machen, so viel Energie ausstrahlen. Fließendes Wasser hat eine beruhigende, therapeutische Wirkung. Erst heute Morgen hat mir jemand geschrieben, meine Filme hätten ihn vor einer schweren Depression bewahrt. Und solche Zuschriften bekomme ich jeden Tag. Vor allem Menschen, die unter Schlaflosigkeit leiden, lieben meine Videos. Sie helfen ihnen beim Einschlafen. Deshalb auch die Länge von acht Stunden: So können sie die ganze Nacht laufen", so Lawson im Interview mit Spiegel online.
"Ich freue mich, wenn die Zuschauer einschlafen", Spiegel online 5.2.17

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Damit das Gehirn nicht träge wird 
Dienstag, 14. Februar 2017 - Studien, Arbeit
Wann haben Sie zum letzten Mal bewusst über einen längeren Zeitraum hinweg etwas neues gelernt? Ich meine so richtig gelernt? Mir ist es manchmal ein Rätsel, wie ich als Studentin Acht-Stunden-Tage in Vorlesungen und Seminaren durchgestanden habe, in denen ich die vermittelten Inhalte wach und aufmerksam in mich aufgenommen habe. Wenn ich heute auf Konferenzen bin, bin ich abends völlig geschlaucht - und beobachte in mir, dass ich längst nicht mehr jedem Input aktiv nachgehe. Fürs Gehirn ist das natürlich Gift. "Unsere fluide Intelligenz, also wie schnell wir etwas begreifen, nimmt ab einem Alter von 16 Jahren zwar ab", zitiert die Wirtschaftswoche Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie vom Institut für Hirnforschung an der Universität Bremen. Hier und dort Informationen im Internet zusammenzuklauben, reicht wohl nicht, um diesem Verfall zu begegnen. Andererseits zeigen Studien mit Senioren, dass sich die Gedächtnisleistung auch in höherem Alter wieder auf Vordermann bringen lässt. In mehreren Versuchen lernten Senioren über einige Monate mit einem wöchentlichen Engagement von 15 bis 20 Stunden etwas neues. "Wer über mehrere Monate hinweg wirklich anspruchsvolle Aufgaben löst, verzeichnet einen robusten Effekt auf seine Gedächtnisleistung", so Roth. Die Beispiele zeigen: Mit ein bisschen Internet-Zapping und eher passivem Medienkonsum ist es nicht getan, aber wirkliche Anstrengung wird vom Gehirn belohnt.
Was unser Gedächtnis ruiniert, WiWo 2.2.17


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Für junge Arbeitnehmer wird es immer enger 
Montag, 13. Februar 2017 - Studien, Arbeit
Zwar ist Deutschland mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 6,5 Prozent weit entfernt von den dramatischen Zuständen anderer EU-Länder wie beispielsweise Griechenland, wo gegenwärtig rund jeder zweite junge Arbeitnehmer keinen Job findet, doch wird der Übergang ins Arbeitsleben auch hierzulande für junge Menschen schwieriger. Das führt dazu, dass sie immer länger von ihren Eltern abhängig sind, länger zu Hause wohnen und insgesamt nicht so schnell wie einst üblich ein wirklich eigenständiges Leben führen können. Der 15. Kinder- und Jugendbericht des Deutschen Jugendinstituts zeigt: Immer häufiger ist der Nachwuchs prekär beschäftigt, sei es mit Befristung, in Teilzeit, als feste Freie oder in Praktika. Die Sachverständigen gehen davon aus, dass rund ein Fünftel der 14- bis 19-Jährigen und etwa ein Viertel der 20- bis 24-Jährigen von Armut betroffen sind. Man fragt sich schon, welche Auswirkungen diese Unsicherheit nicht nur finanziell, sondern auch im Hinblick auf das Selbstbild junger Arbeitnehmer und ihre weitere berufliche Entwicklung haben wird. Nicht unwahrscheinlich dürfte es sein, dass der Druck, unter dem die junge Generation heute steht, nicht einfach verschwindet.
Am finanziellen Tropf der Eltern, Karriere-Spiegel 2.2.17

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Braucht die Wissenschaft die Spiritualität? 
Freitag, 10. Februar 2017 - Wissenschaft
Wissenschaft und Spiritualität werden gerne als unvereinbare Gegenspieler betrachtet - hier die Ratio, dort das Numinose. Lars Jaeger, Wissenschaftsautor und Investmentberater, zeigt in einem Blogbeitrag auf spektrum.de, warum gerade in unserer so hyperrational wirkenden Zeit mehr denn je starke Beziehungen zwischen beiden Sphären notwendig sind. "Die neue Macht, die uns die moderne Wissenschaft verliehen hat, kommt allerdings zu einem Preis: der Verlust von Sinn. Die moderne, wissenschaftlich erfasste und technologische gesteuerte Welt besitzt keinen tieferen Sinn oder höheren Zweck. Sie ist nur einfach da", sagt er. Wissenschaftlich-technologische Innovationen haben in seinen Augen den Menschen zwar ungeahnte Freiheiten gebracht, tragen jedoch auch existenzielle Gefahren in sich. Und sowohl die Freiheit wie auch die Sorge sind vordergründig individualistische Phänomene. "Die heutige globale Gesellschaft hat die Aufgabe, einen Spagat zwischen zwei sehr konträren Ausprägungen zu schaffen: Sie predigt den Individualismus, muss aber gleichzeitig dafür sorgen, dass wir den sozialen Zusammenhalt nicht verlieren", folgert Jaeger. "Ein wichtiger Teil einer Antwort ist, dass wir dafür nicht nur die Wissenschaft und Technogien selbst nachvollziehen, verstehen und beurteilen müssen, sondern auch die Fiktionen und Geschichten, die unserer Welt einen Sinn zu geben versprechen – und die damit für den gesellschaftlich notwendigen Zusammenhalt sorgen. Und dazu gehören eben auch religiöse Traditionen und spirituellen Erfahrungen", so seine Einschätzung.
Das Dilemma der modernen Wissenschaften, spektrum.de 1.2.17

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Wenn Selbstoptimierung zur Falle wird 
Donnerstag, 9. Februar 2017 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Management
Wir leben in einer Zeit, in der wir das Gefühl haben, für unser Glück selbst verantwortlich zu sein. Die realen Gestaltungsmöglichkeiten, die wir haben, können jedoch auch kippen - dann wird das Streben nach einem besseren Leben leicht zu Selbstoptimierungsstress. "Uns werden von unzähligen Anbietern Methoden offeriert, wie wir uns in allen Lebensbereichen verbessern können. Die vermeintliche Logik dahinter: Nur wenn wir unsere Lebensweise optimieren, erfüllt sich auch der Wunsch glücklich zu sein", erklärt der Psychologe Steve Ayan in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Am Anfang steht die Bewusstheit - über das, was wir verändern oder erreichen wollen. Ayan warnt jedoch davor, dass die "die bewusste Konzentration auf Einzelaspekte – etwa auf persönliche Schwächen oder Nöte – unsere Wahrnehmung [verzerrt]. Kleinigkeiten erscheinen dann plötzlich bedeutsamer als sie sind. Bei vielen Gelegenheiten fahren wir also besser, wenn wir nicht so sehr nach Innen horchen und alles ganz bewusst tun wollen." Er rät dazu, für das, was einem wichtig ist, Routinen zu entwickeln - um nicht immer wieder aufs Neue entscheiden zu müssen, aber auch, um nicht ständig um sich selbst zu kreisen. Auch könne mehr Lockerheit im Hinblick auf das, was man sich wünscht, helfen. Vor allem Menschen, die im Beruf viel erreichen, setzen sich leicht selbst unter Zugzwang. Eine gute Selbstwahrnehmung mag dabei helfen, das eigene Leben besser zu justieren. Die Grenze zur Hypochondrie ist dabei jedoch bisweilen fließend. "Wir alle haben ja Phasen, in denen es uns mal besser und mal schlechter geht. Auch da ist es in den Stimmungstiefs zunächst besser für uns, Genuss und Ablenkung zu suchen, statt bis ins Kleinste zu erforschen, warum es uns nun gerade so geht. Genauso ist es ja auch, wenn einem was wehtut: Konzentriert man sich auf den Schmerz, wird er schlimmer", so Ayan. Auch einfach mal locker zu bleiben und nicht gleich in Aktionismus zu verfallen, kann also eine Verbesserung sein.
"Manager sind prädestiniert dafür, sich zu viel abzuverlangen", WiWo 30.1.17

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Die dunklen Seiten hoher Identifikation mit dem Arbeitgeber 
Mittwoch, 8. Februar 2017 - Studien, Arbeit, Management
Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass eine hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber positive Folgen hat. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl, arbeiten engagiert, oft zeigen beliebte Arbeitgeber auch eine überdurchschnittliche Performance. Nun haben Wissenschaftler der Colorado-State-Universität 40 Studien zum Thema genauer unter die Lupe genommen - und dabei herausgefunden, dass besonders große Verbundenheit im Job auch deutlich erkennbare dunkle Seiten hat. So neigen besonders commitete Angestellte leichter dazu, Verfehlungen des Unternehmens zu ignorieren - oder sogar selbst unethisch zum Wohle der Firma zu handeln. Änderungen im Unternehmen führen bei sehr verbundenen Mitarbeitern leicht zu einer "Bedrohung ihrer Identität". Wird die Verbundenheit zur Gemütlichkeit, leiden auch Leistung und Kreativität, da Mitarbeiter leicht in bestehenden Strukturen gefangen sind, ohne diese noch sehen zu können. Die Verbundenheit nach Innen könne außerdem in eine stärkere Abgrenzung nach Außen münden oder gar in Misstrauen gegenüber anderen Firmen und Feinddenken gipfeln. Und gerät das eigene Unternehmen in Schwierigkeiten oder unter Beschuss, leiden die sehr treuen Mitarbeiter besonders stark. Gewinnt der Job im Leben eine zu große Bedeutung, könne das Wohlbefinden leiden, weil es zu Konflikten, beispielsweise mit dem Partner, komme. Selbst im Traumjob und bei aller Liebe - es kann nicht schaden, das eigene Arbeitsumfeld nicht nur aus emotionaler Eingebundenheit heraus wahrzunehmen, sondern die Dinge auch mit wachem Verstand zu betrachten.
Zu viel Identifikation mit der Firma schadet, WiWo 27.1.17

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Wer bin ich jenseits des Jobs? 
Dienstag, 7. Februar 2017 - Bewusstsein, Arbeit
Die Zeit richtet in einem Beitrag den Blick auf den "Irr-Sinn" der Arbeit - und meint damit nicht allein den Hang zum chronischen Vielarbeiten, sondern vor allem unsere immer ausgeprägtere Identifikation mit der Berufssphäre. Was geschieht mit uns, wenn wir uns hauptsächlich über den Job definieren? Was macht es mit uns und unserem Leben? Fragen, die viele sich gar nicht stellen, weil sie so damit beschäftigt sind, ihren Job zu behalten, ihr Plansoll zu erfüllen und - nach Feierabend - die kläglichen Reste ihres Lebens zusammenzuhalten und zu regenerieren. Der Artikel plädiert unter anderem für das Grundeinkommen, um die ökonomischen Zwänge, die wesentlich zur Reduktion der eigenen Identität aufs Arbeiten beitragen, zu durchbrechen. "Die Utopie der für den Menschen arbeitenden Maschinen muss also gar nicht erreicht werden, um die Lebensbedingungen jedes Einzelnen zu verbessern. Es reicht, wenn der Mensch sein Leben vom reinen Diktat der Arbeit befreit. Denn er ist mehr als eine wertschöpfende/-steigernde Maschine, deren Sinn sich einzig in individueller Selbstausbeutung generiert", so der Artikel, der für eine "eigenständige Identitätsfindung" plädiert. Auch ohne Grundeinkommen können wir uns allerdings jederzeit fragen: Wer bin ich eigentlich? Und wer möchte ich sein?
Der Irr-Sinn der Arbeit, Zeit online 26.1.17

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Unsicherheit schlägt aufs Wohlbefinden - auch nach Jahren 
Montag, 6. Februar 2017 - Lebensart, Studien, Arbeit
Die Folgen von Stress, der durch Überlastung im Job entsteht, werden bereits vielfach untersucht. Seine "Vorstufen", beispielsweise das unterschwellige Unbehagen, das vielen Menschen aufgrund unsicherer werdender Arbeitsverhältnisse immer öfter zum ständigen Begleiter wird, haben indes erst wenige auf dem Schirm. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) geht davon aus, dass dieser Druck auf die Betroffenen wirken kann wie körperliche Leiden. Und eine Studie des Helmholtz-Zentrums München: Die Sorge um den Job kann Langzeitfolgen haben. Die Wissenschaftler hatten 1.800 Arbeitnehmer in Süddeutschland befragt - einmal, während sie noch im Berufsleben standen, und 20 Jahre später im Ruhestand. Diejenigen, die als Berufstätige in Sorge um den eigenen Job lebten, zeigten selbst nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben noch ein deutlich geringeres Wohlbefinden als jene, die diese Sorge nicht erlebten. Für die Forscher ein Risikofaktor für die seelische und körperliche Gesundheit.
Wenn Arbeit krank macht, SZ 16.1.17

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