Was macht uns glücklich? Andere Menschen! 
Donnerstag, 22. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Glück klingt nach einer großen Idee, doch finden tun wir es meist im Kleinen. Ein Forscherteam aus den USA und Japan befragte rund 100.000 Probanden, hauptsächlich im Alter von 20 bis 40 Jahren, nach ihren glücklichen Momenten. Spitzenreiter waren mit 46 Prozent Begegnungen mit anderen Menschen, hauptsächlich aus der Familie. 16 Prozent erlebten glückliche Augenblick im Kontext des Essens, 14,5 Prozent bei der Arbeit. Entertainment, Sport und Shoppen beglückten maximal 9 Prozent der Untersuchungsteilnehmer.
Hunderttausend Momente des Glücks, spektrum.de 13.2.18

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Die Beharrlichkeit des Fakes 
Mittwoch, 21. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Fake-News sind schwer zu entkräften, das erleben wir seit längerer Zeit immer wieder, vor allem in den sozialen Netzwerken. Eine wissenschaftliche Metaanalyse, bei der Studienergebnisse von 7.000 Probanden betrachtet wurden, lässt nun erahnen, warum dies so schwer ist. Bei ihrer Auswertung stellten die Wissenschaftler fest, dass es nicht ausreicht, Ansichten als falsch darzustellen. Im Gegenteil - die Gegenaufklärung geht oft vor allem deshalb schief, weil sie Bezüge zur eigentlich zu widerlegenden falschen Tatsache herstellt und diese dabei nur noch fester in denen, die sie annehmen, verankert wird. Die Erkenntnis der Studie: Es braucht überzeugende Gegenmodelle und einleuchtende Argumente. Und selbst diese wirken nicht immer, aber immerhin besser als der schlichte Versuch, etwas als falsch zu brandmarken.
Fake? Einfach kontern reicht nicht ... Psychologie heute 12.2.18

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Pillen gegen den Herzschmerz 
Dienstag, 20. Februar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Kultur treibt bisweilen seltsame Blüten. Schmerzmittel wie Paracetamol helfen bei körperlichen Schmerz. Jüngste Studien zeigen aber auch, dass sie seelisches Leid mildern können. "Wir wissen (…), dass Liebeskummer auch im Gehirn in ähnlichen Regionen wir körperlicher Schmerz Aktivierungen macht", so die Berliner Psychotherapeutin und Psychologin Iris Hauth im Deutschlandfunk Kultur. Warum also nicht, wenn die Seele leidet, einfach mit ein paar Pillen Abhilfe schaffen? Einerseits sind da die Nebenwirkungen, denn Mittel wie Paracetamol können durchaus die Leber schädigen. Andererseits weiß jeder, der schmerzvolle Phasen des Lebens wirklich durchlitten und bewältigt hat, wie sehr man daran wachsen kann. Und um wie viel gestärkter man dann neuerlichen Krisen zu begegnen vermag. Es mag einfach sein, den Schmerz einfach abzuschalten. Aber das trennt uns nicht nur von den Herausforderungen des Lebens, sondern womöglich vom Leben selbst.
Finger weg von Pillen gegen Liebeskummer, Deutschlandfunk Kultur 10.2.18

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Der Stress der jungen Jahre 
Montag, 19. Februar 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Am Beginn des Berufsleben brummt es für viele Job-Einsteiger gehörig. Bei der Arbeit erst mal Fuß fassen, sich im Leben als "Erwachsener" mit all seinen Verpflichtungen einrichten - da wundert es kaum, dass die so genannte Generation Y bisweilen gestresst ist. Eine repräsentative Studie der Personalvermittlung Orizon zeigt: Drei Viertel der 20- bis Ende 30-Jährigen fühlen sich heute unter Druck, weil sie im Job zu viele Aufgaben zu bewältigen haben und es in der Firma zu wenig Personal gibt. Zwei Drittel klagen darüber hinaus über psychischen Stress. Die unter 20-Jährigen und Arbeitnehmer ab 30 fühlen sich durch Konflikte mit Kollegen belastet. Mehr als ein Drittel der gesamten GenY leidet unter dem Zwang der ständigen Erreichbarkeit. Was diese Phase des Berufslebens für viele der Jungen so fordernd macht, ist, dass im Vergleich zur Elterngeneration das Sicherheitsgefühl im Job im Schwinden ist. Einerseits ist der Nachwuchs gut ausgebildet und möchte eine angemessene Arbeit, andererseits kollidiert diese berufliche Verwirklichung oft mit anderen Lebenszielen wie Partnerschaft und Familiengründung. Und dies bei einem wachsenden Bewusstsein dafür, dass Leben eben nicht nur Arbeit ist, sondern viele andere Facetten hat. Die Zeit wird zeigen, ob das business as usual die junge Generation zermürbt - oder ob vielleicht die Arbeitswelt zu Veränderungen ansetzt.
Warum die Generation Y gestresst ist, WiWo 8.2.18

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Zusammenhalt lässt sich nicht erzwingen 
Freitag, 16. Februar 2018 - Psychologie, Studien
Strafen sollen dabei helfen, den Zusammenhalt in Gesellschaften nicht erodieren zu lassen. Doch geht das auch auf? Eine Studie aus China weckt hier Zweifel. Aus der Forschung ist bekannt, dass kooperatives Verhalten dann wahrscheinlicher ist, wenn Menschen wissen, dass sie sich wieder begegnen werden. Strafen produzieren Kosten für Abweichler, denn die Gemeinschaft wird sie soziale Konsequenzen spüren lassen. In der chinesischen Studie zeigte sich jedoch, dass Strafen die Kooperation der Probanden nicht förderten. Womöglich, weil sie als Angriff gewertet werden und damit eine Verteidigungsreaktion provozieren, also Abwehr.
Wenn Strafe mehr schadet als nützt, spektrum.de 29.12.17

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Meditation lässt Menschen nicht automatisch reifen 
Donnerstag, 15. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Viele Studien zeigen, dass Meditation und Achtsamkeit das Wohlbefinden fördern, Stress reduzieren und insgesamt die Lebensqualität verbessern können. Sie macht uns aber nicht automatisch auch zu besseren Menschen, wie eine Übersichtsstudie von Wissenschaftlern aus Europa und Neuseeland nun nahe legt. Die Forscher analysierten anhand von 20 Studien die Wirkung verschiedener Arten der Meditation auf prosoziale Gefühle und Verhaltensweisen. Dabei zeigte sich, dass Meditierende sich etwas barmherziger und empathischer fühlen als Menschen, die solche Methoden nicht praktizieren. Auf Vorurteile oder Aggressionen wie auch das soziale Verhalten hatte die Achtsamkeitspraxis der Auswertung zufolge jedoch so gut wie keinen Einfluss. Ich finde diese Studie deshalb interessant, weil sie die Frage aufwirft, wie bedeutsam die Rahmenbedingungen unter denen Menschen meditieren, sein könnten. Die Studien nutzen säkulare Achtsamkeitsmethoden und MBSR, die heute gerne als weltanschaulich neutrale "Techniken" vermittelt werden. Damit schaffen sie Kontexte ohne Entwicklungsrichtung. Das ReSource-Projekt der Neurowissenschaftlerin Tania Singer beispielsweise richtet das Augenmerk darauf, dass verschiedene Meditationsmethoden auch unterschiedliche Wirkungen bei den Übenden hervorrufen. Auch ihre Befunde zeigen, dass Achtsamkeitsmeditation nicht unser soziales Verhalten verändert, wohl aber Mitgefühlsmeditation, wenn sie zum Beispiel von achtsamen Dialogen zwischen den Übenden begleitet wird. Mit dem gegenwärtigen Meditations-Boom steht damit auch die Frage im Raum, was Menschen durch das Meditieren "erreichen" möchten - oder, treffender ausgedrückt, welcher inneren Ethik sie beim Meditieren folgen. Achtsamkeit kann ganz selbstbezogen dazu genutzt werden, im Beruf leistungsfähiger zu sein. Ein besseres Miteinander in Teams erwächst dadurch nicht. Doch wenn die Möglichkeit tieferer Verbundenheit - mit anderen Menschen und dem Leben selbst - Teil des Meditationssettings wird, sehen die Wirkungen womöglich ganz anders aus.
Meditation: Studie widerlegt Hoffnung auf ein besseres Selbst, Ärzteblatt 5.2.18

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Lieber eine schlechte Entscheidung als Ungewissheit 
Mittwoch, 14. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Mit dem Aushalten von Ungewissheit tun wir Menschen uns schwer. Im Business zu sagen "Ich weiß es nicht", gleicht einem Offenbarungseid. "Die meisten Menschen möchten Unsicherheit und Zweideutigkeit um fast jeden Preis vermeiden. Unfertiges und Vorläufiges ertragen wir alle nur äußerst widerwillig, denn sie stürzen uns in Zweifel und Konfusion. Das gilt im Privaten wie im öffentlichen, politischen Raum", so der Psychologe Heiko Ernst. Dabei zeigt sich im Leben - sei es in Firmen, der Politik oder den alltäglichen Privatangelegenheiten -, dass der Drang, die Dinge irgendwie festzunageln, auch wenn vieles ungewiss ist, meist zu suboptimalen Entscheidungen führt. Dann entledigen wir uns zwar der Unsicherheit, aber das macht noch keine gute Lösung. Das hat auch Auswirkungen auf unser kulturelles Umfeld. "Wir sind im Zustand wachsender Ungeduld anfälliger für Behauptungen, die unseren Vorurteilen entsprechen oder für das energisch vorgetragene Halbwissen anderer. Manchmal ist es einfach bequemer und beruhigender, eine Lüge zu akzeptieren als eine Unsicherheit. Die kognitiven Schleusen für Fake News aller Art sind also weit geöffnet", so Ernst. Dabei könnte die Fähigkeit, Nichtwissen und Widersprüche einfach einmal auszuhalten, ohne gleich entfliehen zu wollen, eine zentrale Kulturtechnik sein. "Zuzugeben, etwas noch nicht verstanden zu haben, bedeutet auch: offen, aufmerksam und lernbereit zu bleiben. Diese Offenheit ermöglicht es beispielsweise auch, die vielen unvermeidlichen Widersprüche im Leben auszuhalten", so Ernst. "Ich weiß es nicht" zu sagen, kann also auch sehr befreiend sein.
Zu Potte kommen - aber nicht übers Knie brechen, spektrum.de 2.2.18

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Das Revival der Selbsterkenntnis im Business 
Dienstag, 13. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
"Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung", weiß der Volksmund. Im Business scheint sie, gefördert von dem um sich greifenden Achtsamkeits-Hype, zu neuen Ehren zu gelangen. Die Wirtschaftswoche widmet einen umfassenden Beitrag dem Phänomen, dass sich in den Chef-Etagen immer mehr Manager mit "Self-Awareness" beschäftigen. Das Google-Programm "Search inside yourself" und große Achtsamkeitsprogramme für die Belegschaft bei SAP haben die Innenschau wieder salonfähig gemacht. Das hat eine gewisse Logik, denn nur wer sich selbst kennt, kann andere auch gut führen. Blinde Flecken der Führungskräfte können leicht zu blinden Flecken des gesamten Unternehmens werden. Und so bringen immer mehr Berater die meditative Innenschau in Coachingprozesse ein. Und immer mehr Führungskräfte fangen von sich aus an, ihr Innenleben tiefer zu erkunden. Die bewusste Selbstreflektion hilft Menschen dabei, ihre Lebenserfahrung zu durchschauen. Denn heute wissen wir, dass Erfahrung zwar in vielen Entscheidungsprozessen die Souveränität stützt, wir aber gleichermaßen auch zu Gefangenen unserer Erfahrungen werden können und unseren Blick verengen. Eine Studie von Korn Ferry mit knapp 7.000 Mitarbeitern zeigt: Je Selbst-Bewusster Arbeitnehmer sind, umso weniger blinde Flecken gibt es im Unternehmen - und umso höher fällt die Rendite aus.
Warum so viele Manager auf Self-Awareness setzen, WiWo 31.1.18

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