Selbstverschleiß trifft auch die junge Generation 
Freitag, 15. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Unsere Alltagskultur scheint sich immer mehr in Richtung Selbstverschleiß zu drehen. In einem Artikel in der Zeit wird beschrieben, wie selbst junge Arbeitnehmer am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn oder auch Studierende schon unter Stresssymptomen zusammenbrechen. Dabei sind es nicht unbedingt 80-Stunden-Wochen, die immer mehr Jüngere in die Knie zwingen. Vielmehr scheint die kaum greifbare Mischung aus Leistungsdruck, hohen Anforderungen, die nicht in der eigenen Hand liegen, wie auch Zukunftsängsten der Psyche so zuzusetzen, dass viele einfach nicht mehr können. Der Beitrag zeigt am Beispiel einer jungen Arbeitnehmerin, wie diese sich durch eine Burn-out-Therapie aus dem tiefen Loch, in das sie fiel, wieder hocharbeitet. Natürlich sind solche Behandlungen hilfreich, um schlimmeres zu vermeiden und Menschen wieder Lebensqualität zu schenken. Und doch beschleicht mich das Gefühl, dass das längst nicht genug ist, denn hier wird ein Phänomen, das sich in der Gesellschaft immer stärker zeigt, privatisiert. Es bleibt dem Einzelnen überlassen, mit der Überforderung, die von der Kultur als größerem Ganzem ausgeht, irgendwie zurechtzukommen. Was wir brauchen, wäre eine breitere gesellschaftliche Diskussion darüber, wie unter den Vorzeichen von Digitalisierung, Beschleunigung und Leistungswahn ein menschengemäßes Leben aussehen kann - und welche dieser Stressoren wir unbedingt verändern müssten.
Jung und ausgebrannt, zeit.de 31.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Positive Gedanken können helfen, Black-outs zu vermeiden 
Donnerstag, 14. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer kennt das nicht - man ist aufgeregt, weil man eine Aufgabe besonders gut meistern möchte, und plötzlich versagen die eigenen Fähigkeiten. Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, wie man sich für solche Fälle wappnen kann. Die Wissenschaftler ließen ihre Probanden unter Druck Aufgaben erledigen, was immer wieder auch ein Scheitern zur Folge hatte. In einem zweiten Test baten sie die Probanden, sich zu Beginn vorzustellen, dass sie die Aufgabe bereits gemeistert hätten und ihre jetzige Arbeit eigentlich darin liege, nur den schon erreichten Status aufrechtzuerhalten. Dieser kleine Kniff führte dazu, dass im zweiten Durchlauf weniger der Versuchsteilnehmer scheiterten - und dass jene, denen die Aufgabe misslang, sich weniger gestresst fühlten.
Wie wir unter Druck die Nerven behalten, spektrum.de 30.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wie Firmen Demut lernen können 
Mittwoch, 13. Februar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Demut ist im Business kein üblicher Begriff. Viele Führungskräfte verbinden damit eine gewisse Schlaffheit und mangelnde Durchsetzungsfähigkeit. Erfolgreiche Leader müssen tough sein und an sich glauben, selbst wenn ihnen Widerstand entgegenschlägt, so eine weit verbreitete Meinung. Der wunde Punkt: Wer so auf das Durchsetzen seiner Interessen gepolt ist, verliert leicht den Blick dafür, ob er noch dem Unternehmensinteresse dient oder eher sein ureigenes Ego-Ding durchzieht. Ein Artikel im Greater Good Magazine der Universität Berkeley versucht, mit Missverständnissen rund um das Thema Demut aufzuräumen. "Ein Mensch kann demütig und sehr wettbewerbsorientiert sein, er kann aber auch bescheiden und gleichzeitig ambitioniert sein", heißt es in dem Artikel, der verschiedene Wege vorschlägt, wie Firmen demütiger werden können. So schlagen die Autoren vor, in Firmen die Klarheit der Wahrnehmung zu fördern. Firmen tendierten leicht dazu, unangenehme Fakten auszublenden. Doch nur, wer die Realität wahrnehmen könne, könne auch angemessen mit ihr umgehen. Wer bereit ist, eigene Schwächen anzuerkennen, kann sich hingegen verändern und läuft weniger Gefahr, irgendwann von ihnen eingeholt zu werden. Ständiges Perfektionsstreben könne ebenfalls zum Boomerang werden, da es die Vertuschung von Fehlern fördere. Firmen, die Scheitern ernst nehmen und transparent damit umgehen, können hingegen dazu lernen. Transparenz und Offenheit ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu Demut. Eigene Beschränkungen offen zu betrachten wie auch gute Ideen offen mit anderen zu teilen, verhindert so manchen Ego-Trip.
How to Infuse Your Company Culture with Humility, Greater Good Magazine 29.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Sinn in der Arbeit erleichtert Transformation 
Dienstag, 12. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Wandel, das ist für viele Unternehmen eine dunkle Wolke, denn Studie um Studie zeigt, wie schwer es für Firmen ist, sich wirklich nachhaltig zu transformieren. Eine Untersuchung der Markenberatung Sasserath Munzinger Plus mit 1.000 Angestellten aus 28 Branchen zeigt: 83 Prozent der Firmen arbeiten an Changeprojekten. Von Mitarbeitern, die in ihrer Arbeit einen Sinn sehen, sind 55 Prozent diesem Wandel gegenüber positiv eingestellt. Jedoch empfinden 63 Prozent der Befragten ihre Tätigkeit als wenig sinnhaft - unter ihnen sieht nur jeder Fünfte Wandlungsprozesse als positiv. Damit Wandel wirksam werden kann, müssten also zunächst einmal die Mitarbeiter selbst ein Gefühl der Wirksamkeit ihrer Arbeit entwickeln.
Warum viele Mitarbeiter den Wandel im Unternehmen nicht mitmachen, Wirtschaftswoche 27.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
SAP bringt Achtsamkeit auch in andere Unternehmen 
Montag, 11. Februar 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management, Success Stories
SAP gilt hierzulande als einer der großen Vorreiter der Achtsamkeitswelle. Schon 8.000 Mitarbeiter weltweit haben unternehmensintern Achtsamkeitskurse besucht, weitere 8.000 bekunden Interesse und stehen auf Wartelisten für die beliebten Kurse. Doch die Softwareschmiede kümmert sich inzwischen nicht mehr nur um den Seelenfrieden der eigenen Mitarbeiter. Seit Ende 2016 arbeiten die Achtsamkeitstrainer, die SAP ausbildet, auch für Fremdfirmen wie beispielsweise Siemens. SAP selbst kann sich durch die eigenen Programme über einen "Return on investment" von etwa 200 Prozent freuen - denn die Krankheitsrate im Unternehmen ist deutlich gesunken und anscheinend sind meditierende Mitarbeiter auch produktiver. Das scheint mehr und mehr Firmen zum Nachahmen zu inspirieren. Längst wird diese Meditationseuphorie auch kritisch gesehen, denn Skeptiker befürchten, dass Mitarbeiter auf diese Weise nur noch besser der Unternehmensmaschinerie dienen sollen. Bei SAP gibt man sich gelassen. Einerseits sei Achtsamkeit ein Türöffner, um dem in Unternehmen permanenten Wandel offener und konstruktiver zu begegnen. Gleichzeitig finden die Menschen auf diesem Weg aber auch mehr zu sich selbst. Mancher SAPler hat beim Meditieren schon entdeckt, dass er eigentlich lieber etwas anderes machen würde mit seinem Leben - und das Unternehmen verlassen.
Yogasitz auf dem Bürostuhl, Stuttgarter Zeitung 1.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wie unsere Meinung unser Wahrheitsempfinden beeinflusst 
Freitag, 8. Februar 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
In Zeiten der Fake-News-Herausforderung ist es interessant, einmal einen Blick darauf zu werfen, welchen Einfluss eigentlich unsere persönliche Vorstellungswelt darauf hat, was wir als richtig oder falsch erachten. Eine amerikanische Studie zum Beispiel zeigt: Wir neigen dazu, Berichten zu misstrauen, die unserer eigenen Meinung widersprechen. In dem Versuch mit 250 Probanden wurde den Teilnehmern ein Bericht vorgelegt, der ein Thema positiv darstellte, einer der es negativ bewertete, und ein weiterer, in dem ausgeglichen Fakten für beide Perspektiven dargestellt wurden. Dabei zeigte sich: Versuchsteilnehmer mit positiver Perspektive auf das Thema misstrauten dem negativen Beitrag und umgekehrt wollten die negativ Eingestellten die positiven Aspekte nicht glauben. Der ausgewogene Text rief das Misstrauen beider Lager hervor. Hier bemängelten die Leser jeweils, dass für die "Gegenseite" Partei ergriffen werde.
Die Macht der Geschichten, spektrum.de 28.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Angst vorm Chef 
Donnerstag, 7. Februar 2019 - Studien, Arbeit, Management
Schwierigkeiten anzusprechen oder Dinge, die einem missfallen, fällt vielen Mitarbeitern schwer. Eine Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt: 44 Prozent der Beschäftigten schweigen lieber über Dinge, bei denen es hakt, aus Angst vor ihren Vorgesetzten. Bei den Älteren liegt der Anteil mit 52 Prozent sogar deutlich höher, während jüngere Arbeitnehmer mit 30 Prozent nicht ganz so betroffen sind. Kleinbetriebe mit bis zu 20 Beschäftigten kommen etwas besser weg, aber auch hier ducken sich 34 Prozent weg, wenn es darum geht, Unangenehmes anzusprechen. Auch um die Wertschätzung im Job stehe es nicht zum Besten. 32 Prozent der Befragten gaben an, sich von ihren Chefs nur wenig wertgeschätzt zu fühlen. 77 Prozent der Mitarbeiter in komplexen Tätigkeitsfeldern fühlen sich allerdings anerkannt, bei jenen, die eher Hilfstätigkeiten ausführen, sind es 56 Prozent.
Knapp die Hälfte der Beschäftigten hat Angst vor ihren Vorgesetzten, Spiegel.de 24.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Stille ist nichts für Feiglinge 
Mittwoch, 6. Februar 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Es ist schon fast Routine, dass beim Weltwirtschaftsforum in Davos auch meditiert wird. Jon Kabat-Zinn, Vater der Mindfulness-Bewegung war bei dem internationalen Event bereits zu Gast, dieses Jahr führte ein tibetischer Lama die Top-Manager ins Meditieren ein. Die Aargauer Zeitung berichtet in diesem Kontext, wie auch in Schweizer Unternehmen, darunter Swisscom und Axpo, Achtsamkeit immer mehr Einzug hält. "Meditation hilft, sich neu auszurichten, sich auf seine Aufgaben und die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, zu fokussieren", sagt etwa der Jesuit Tobias Karcher, der im Lassalle-Institut in der Nähe von Zug Meditationskurse für Manager gibt. Er hat auch die wachsende Kritik an Achtsamkeit im Unternehmenskontext auf dem Radar, sieht hier aber eher weniger Gefahren: "Auch wenn das Unternehmen von zufriedenen Mitarbeitern profitiert, so profitiert der Mitarbeiter zuallererst selbst von seiner Zufriedenheit." Er verweist eher auf die unberechenbare Einsicht, die Meditation freisetzen kann. "Wenn man ganz bei sich selber ist, werden sich Dinge zeigen, die man verdrängt hat, die unangenehm sind", so Karcher. In diesem Sinne sei Meditation nichts für Feiglinge.
Meditation statt Marathon: Achtsamkeit in den Teppichetagen der Grosskonzerne, Aargauer Zeitung 27.1.19

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter