Der Neuro-Hype im Business 
Mittwoch, 26. Februar 2020 - Bewusstsein, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die Hirnforschung erfreut sich im Business größter Beliebtheit, vor allem, seit zahlreiche Achtsamkeitsstudien belegen, wie bestimmte Übungen der Arbeit dienliche Fähigkeiten unterstützen und beispielsweise fokussierter und aufmerksamer machen. Das Magazin Human Resources Manager hat den Trend einmal unter die Lupe genommen. Zu Wort kommen Pionierunternehmen, die schon lange, bevor es zur Mode wurde, auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse in ihre unternehmensinternen Weiterbildungen integrierten - und das nicht einmal unbedingt, weil bei ihnen Stresskompensation akut notwendig wurde. Auch kritische Stimmen finden sich in dem Artikel, denn seit Achtsamkeit boomt, sind viele Firmen darauf erpicht, auf diese Weise die Performance ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Stressmanagement wird dann leicht zum Euphemismus dafür, dass Firmen letztlich nicht bereit sind, die Anforderungen, die sie an ihre Mitarbeiter stellen, und ihre oft überlastende Leistungskultur zu überdenken. Der Beitrag kommt denn auch zu dem Schluss, dass die Neurowissenschaften zwar einen Beitrag zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen leisten könnten, aber eben nur, wenn Firmen wirklich ganzheitlich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen umgehen und nicht einfach die besten Aspekte herauspicken, die kurzfristige Kompensation von an sich unzureichenden Rahmenbedingungen versprechen.
Personalmanagement: Was ist dran am Neuro-Hype?, Human Resources Manager 17.2.20

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Weniger arbeiten motiviert und ist oft auch produktiver 
Dienstag, 25. Februar 2020 - Lebensart, Psychologie, Arbeit, Management
Das Stresslevel in der Arbeitswelt ist inzwischen auf so hohem Niveau, dass immer mehr Firmen versuchen, die Problematik in den Griff zu bekommen. Eine beliebte Variante, vor allem bei kleinen und/oder inhabergeführten Firmen: Einfach die Arbeitszeit verkürzen. Der Spiegel hat kürzlich wieder eine Reihe solcher Vorreiter in einem Beitrag vorgestellt. Viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter kürzer treten lassen, machen die Erfahrung, dass die Produktivität kaum oder gar nicht leidet, wenn weniger Stunden pro Woche gearbeitet wird. Die Arbeitenden scheinen nicht nur motivierter, sondern auch kraftvoller zu handeln, wenn sie wissen, dass sie auch ausreichende Erholungsphasen haben werden. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz hat laut dem Beitrag bereits gezeigt, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit den Stresspegel reduziert, gut für den Blutdruck ist und zu weniger Krankheitstagen führt. Hinzu kommt - immer mehr wünschen es sich sehnlichst, weniger zu arbeiten. Jeder zweite, der im Beruf steht, wäre schon zufrieden, wenn das Wochenpensum bei 35 Stunden gedeckelt werden würde. Gegenwärtig liegt die Durchschnittsarbeitszeit der Deutschen bei 41,4 Wochenstunden.
"Freitags arbeiten wir nicht", spiegel.de 16.2.20

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Intensive Erfahrungen schaffen Sinn 
Montag, 24. Februar 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Ein sinnhaftes Leben dürfte für die meisten Menschen etwas zutiefst Positives sein. Paradoxerweise erwächst dieses Sinngefühl jedoch nicht zwingend auch allein aus positiven Erfahrungen. Eine neue australische Studie zeigt - auch negative Erlebnisse und Emotionen können sehr sinnstiftend sein, denn ausschlaggebend ist vor allem die Intensität der gemachten Erfahrung. Die Wissenschaftler hatten Menschen nach Ereignissen gefragt, die für ihr Leben besonders sinnstiftend waren. Und waren zunächst erstaunt, dass ihnen eben nicht nur positive oder beglückende Aspekte genannt wurden, sondern gleichermaßen auch negative. Bei genauerer Analyse stellte sich heraus, dass auch schwerwiegende Erlebnisse einen Sinn schaffen können, und zwar dann, wenn die gemachte Erfahrung besonders intensiv war. Hinter diesem Phänomen verbirgt sich unsere so genannte "narrative Identität". Ein Erleben, das besonders ist, und darunter fallen auch sehr negative Erfahrungen, hinterlässt scheinbar mehr Spuren in unserem Selbstbild und wir können daran wachsen.
Warum wir extreme Erfahrungen brauchen, spektrum.de 14.2.20

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Streiten kann man lernen 
Freitag, 21. Februar 2020 - Bewusstsein, Lebensart
Immer wieder wird thematisiert, wie in den letzten Jahren der gesellschaftliche Umgangston dabei ist, zu verrohen. Romy Jaster, Philosophie-Dozentin an der Humboldt-Universität in Berlin, findet streiten gut - solange man mit seinem Gesprächspartner dabei in einem guten Kontakt bleibt. Die Mit-Gründerin des Forums für Streitkultur, das sich für eine konstruktive und demokratische Form der Debatte einsetzt, erklärt in einem Interview mit der Hertie Stiftung, worauf es bei gutem Streiten ankommt. "Die größte Streittugend ist aus unserer Sicht das Wohlwollen gegenüber dem Streitpartner und dem, was er sagen möchte. Das bedeutet zunächst einmal, nicht irgendetwas aus dessen Worten zu interpretieren, sondern genau wahrzunehmen, was der andere wirklich gesagt hat. Wohlwollen zu zeigen heißt aber auch, die Worte des anderen nicht sofort in der ungünstigsten und schlechtesten Weise auszulegen, sondern sich zu überlegen, was diese Person wohl eigentlich gemeint hat und das Gesagte in der wohlmeinendsten und plausibelsten Weise zu interpretieren", sagt sie. Und für sie hat streiten viel mit Tugend zu tun. "Demut und Bescheidenheit, was die Haltbarkeit des eigenen Standpunktes angeht", sind in Jasters Augen wesentlich, damit eine Auseinandersetzung der Erkenntnisgewinnung dienen kann und nicht im Eklat verendet. Wichtig sei auch wirkliches Interesse: "Unser Ziel ist es herauszufinden, was entsteht, wenn man sich ernsthaft für die Position eines Menschen interessiert, dessen Ansichten man vielleicht vorher als unmöglich oder dumm abgetan hätte. Dadurch entstehen häufig sehr interessante Gespräche und man lernt eine Menge." Vielleicht entstehen heute viele nervige Debatten auch deshalb, weil viele Menschen vor allem an sich selbst und ihren eigenen Gedanken interessiert sind.
Streiten ist demokratisch, Hertie Stiftung


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Jungen Menschen fehlt bei der Arbeit die Orientierung 
Donnerstag, 20. Februar 2020 - Studien, Arbeit
Jung und fit für den Arbeitsmarkt? Die kommende Generation der Arbeitnehmer, die heute 18- bis 22-Jährigen, hadert zum Teil damit, nicht wirklich vorbereitet zu sein für das Berufsleben. Einer Umfrage des Karrierenetzwerkes Linkedin zufolge klagen 24 Prozent dieser Altersgruppe über mangelndes Selbstvertrauen. 21 Prozent sind unsicher, weil ihnen die Arbeitserfahrung fehlt. Und für 11 Prozent stellen fehlende Führung und Orientierung eine Herausforderung dar. Interessant im internationalen Vergleich ist, dass weltweit betrachtet vor allem Geldmangel als großes Problem von vielen Arbeitenden angeführt wird, während in Deutschland mit 23 Prozent der Zeitmangel als gravierender angesehen wird, und das über alle Altersgruppen hinweg.
Junge Arbeitnehmer fühlen sich nicht qualifiziert, FAZ 12.2.20

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Körperlicher Schmerz gegen schlechte Gefühle 
Mittwoch, 19. Februar 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Von Borderline-Patienten ist bekannt, dass sie sich bisweilen körperlichen Schmerz zufügen, um besser mit ihren aufgewühlten Emotionen zurechtzukommen. Eine neue psychologische Studie zeigt nun, dass anscheinend auch psychisch gesunde Menschen viel von dieser Methode halten. In der Untersuchung wurden den Probanden Bilder gezeigt, die in ihnen Angst, Wut oder Traurigkeit auslösten. Anschließend boten die Forscher ihnen verschiedene Kompensationsmöglichkeiten an - beispielsweise eine Umdeutung der Inhalte oder schlicht eine Ablenkung. Oder sie konnten sich dafür entscheiden, einen schmerzhaften elektrischen Stimulus zu erhalten. Die meisten der Probanden, die die Art des Umgehens mit ihren negativen Gefühlen frei wählen konnten, entschieden sich für den körperlich schmerzhaften Elektroimpuls. Er erwies sich als ebenso effektiv wie die anderen zur Bewältigung angebotenen Maßnahmen. Der Studie ging es vor allem darum, unterschiedliche Methoden der Schmerzbewältigung näher zu untersuchen. Ich finde es überraschend, dass so viele der Versuchsteilnehmer sich für den körperlichen Schmerz entschieden. Wirkt irgendwie wie ein extremes Ausweichmanöver, sozusagen der Wunsch nach maximaler Betäubung, anstatt sich mit dem, was einem widerfährt, erst einmal tiefer auseinanderzusetzen. Aber vielleicht ist das ja ein Zeichen unserer Zeit - möglichst schnell das, was uns vielleicht bedrückt, wieder loswerden zu wollen.
Hilft körperlicher Schmerz gegen seelischen Schmerz?, Psychologie heute 8.2.20

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Meditations-Apps helfen - auch bei sporadischer Nutzung 
Dienstag, 18. Februar 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Meditations-Apps hilfreiche Helfer sind, wenn es darum geht, Achtsamkeit zu erlernen. Eine britische Studie mit 270 Usern der App Calm zeigt nun: Die Nutzer, die mit dem 7-tägigen Einführungskurs der App übten, zeigten deutliche Verbesserungen im Hinblick auf ihr Wohlbefinden, ihr Selbstvertrauen und auch in ihrer Achtsamkeit. Interessanterweise traten diese Effekte nicht nur bei den Anwendern auf, die die App täglich nutzten (wie vom Anbieter empfohlen), sondern auch bei jenen, die nur sporadisch übten. Das könnte eine Ermutigung darstellen für Menschen, die es nicht schaffen, täglich zu üben und dann vielleicht, weil das schlechte Gewissen überhand nimmt, einfach ganz damit aufhören. Andererseits denke ich, dass ein paar statistische Messgrößen über einen noch dazu kurzen Zeitraum wenig Aufschluss geben. Befindlichkeiten wie das Wohlbefinden zu messen, ist, auch wenn die Datenerhebung selbst statistischen Kriterien genügt, immer eine Gratwanderung, denn hier werden komplexere Lebenszusammenhänge auf eine schlichte Variable reduziert. Wesentlich interessanter wäre sicherlich, mehr Langzeitbeobachtungen unter Alltagsbedingungen zu haben, die zeigen, was sich im Leben von Menschen auf welche Weise zum Besseren verändert.
Studie auf PubMed

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Nachwuchs liebt Business mit grünem Touch 
Montag, 17. Februar 2020 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Firmen mit "grüner" Ausrichtung scheinen beim Arbeitnehmernachwuchs besser punkten zu können als konventionelle Firmen. Der „Future Talents Report“, für den mehr als 4.600 Praktikanten und Werkstudenten mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren befragt wurden, zeigt, dass der Wohlfühlfaktor bei grünen Firmen deutlich höher ist. 93 Prozent der Befragten, die in Firmen mit umweltbewusster Ausrichtung ihr Praktikum machen, fühlten sich dort zufrieden, verglichen mit 48 Prozent jener, die in eher konventionellen Unternehmen mitarbeiteten. Wichtig ist dem Nachwuchs, ob er für die Firma einen Mehrwert leisten kann. Machen sie diese Erfahrung im Praktikum, spielen 93 Prozent mit dem Gedanken, sich dort später für eine Stelle zu bewerben, während es bei den anderen lediglich 64 Prozent sind.
Nachwuchskräfte wollen in „grüne“ Unternehmen, wiwo.de 6.2.20

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