Was tun nach einem Burnout? 
Freitag, 26. Februar 2021 - Lebensart, Psychologie, Arbeit
Berufliche Überlastung zwingt immer mehr Menschen in die Knie. Doch wie aus dem Burnout wieder herauskommen? Nico Rose, Experte für Positive Psychologie und Professor für Wirtschaftspsychologie an der International School of Management (ISM) in Dortmund, sensibilisiert dafür, dass Betroffene sich einerseits mit ihrer beruflichen Identität näher auseinandersetzen sollten, aber gleichzeitig sich auch in ihrem Umfeld etwas verändern müsse. So könne man sich fragen, welche Tätigkeiten einem Energie geben und welche sie einem eher rauben. Auch Glaubenssätze, die einen in eine Spirale übermäßiger Leistung treiben, gehören auf den Prüfstand. Doch der Berater warnt auch davor, die Ursachen für einen Zusammenbruch allein in diesen persönlichen Faktoren zu suchen. "Es trifft durchaus zu, dass manche Personen gemäß ihrer Konstitution ein höheres Risiko tragen, doch ein Burnout entwickelt sich immer in einem spezifischen Kontext. Oft lassen ungesunde Aspekte einer Organisationskultur oder auch mangelhaftes Führungsverhalten des direkten Vorgesetzten eine Abwärtsspirale entstehen. Es gilt zu reflektieren, ob eine Rückkehr in das gleiche System überhaupt erstrebenswert ist", so Rose.
Burnout: Was braucht es für eine erfolgreiche Genesung?, WiWo 17.2.21

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Wunsch nach sinnstiftender Arbeit wächst in der Pandemie 
Donnerstag, 25. Februar 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit
Die Corona-Krise sensibilisiert viele Menschen dafür, was wirklich zählt. Bei Arbeitnehmern zeigt sich dabei, dass das Bedürfnis nach einer sinnstiftenden Berufstätigkeit durch die Pandemie gewachsen ist. Einer Repräsentativbefragung der Königsteiner Gruppe zufolge hat sich im letzten Jahr der Wunsch nach einer sinnvollen Tätigkeit bei 28 Prozent aller Befragten erhöht. Besonders stark ist er in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen ausgeprägt. Hier wünschen sich inzwischen sogar 41 Prozent eine Arbeit, die auch Sinn stiftet. Als Arbeitgeber, die in Frage kommen, nennt die Studie vor allem den Pflegebereich, öffentliche Verwaltungen und Universitäten. Allerdings kritisieren die Befragten gleichzeitig die oft schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Gehälter in Pflegeberufen.
Pressemitteilung zur Studie

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App hilft dabei, sich zu verändern 
Mittwoch, 24. Februar 2021 - Psychologie, Studien
Persönlichkeitsmerkmale gelten gewöhnlich als die Eigenschaften, die wir an uns am schwersten verändern können. Ein Forschungsprojekt der Universität Zürich zeigt nun, dass hier dennoch mehr möglich zu sein scheint, als wir oft meinen. 1.500 Erwachsene, im Schnitt 25 Jahre alt, nutzten dazu die von der Uni entwickelte App, die sie mit einem Chatbot, Videos, Anleitungen zur Selbstreflexion und Feedbacks anleitete, die gewünschten Veränderungen zu erreichen. Die Probanden konnten wählen, an welchen der folgenden Eigenschaften sie arbeiten wollten: Emotionale Labilität, Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit. Ähnliche viele Teilnehmenden wollten gewissenhafter werden oder geselliger. Weitere Veränderungswünsche betrafen mehr Offenheit für Neues (gut sieben Prozent), weniger Verträglichkeit (sechs Prozent) und mehr Verträglichkeit (vier Prozent). Eine Befragung nach drei Monaten des Übens mit der App zeigte, dass die Teilnehmenden den Selbstauskünften zufolge ihrem Ziel näher waren als die Kontrollgruppe, die die App nicht genutzt hatte. Lediglich der Versuch, die Offenheit für Neues mit den App-Übungen zu steigern, lief ins Leere. Welche Langzeiteffekte diese Intervention hat und ob die persönlich wahrgenommenen Veränderungen sich auch in verändertem Handeln zeigen, kann die Studie nicht klären. Wer selbst den Versuch wagen möchte: Die App wird von der Universität demnächst zum öffentlichen Download bereitgestellt.
Sich zu ändern ist leichter als gedacht, spektrum.de 16.2.21

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Arbeitgeber zaudern noch immer beim Home Office 
Dienstag, 23. Februar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Obwohl das Thema Home Office kaum einen Tag nicht in den Medien diskutiert wird, scheinen viele Arbeitgeber immer noch zu zaudern. In einer Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung gaben 39 Prozent der Befragten an, dass ihre Arbeit ganz oder in großen Teilen von Zuhause aus erledigt werden könnte. Ende Januar waren allerdings trotz der Verordnung der Bundesregierung lediglich 24 Prozent der Beschäftigten im Home Office aktiv. Im November waren es sogar nur 14 Prozent, im Dezember 17 Prozent. Der Druck der Bundesregierung hat also einiges bewegt, doch wäre wohl mehr möglich.
Jeder Vierte im Homeoffice, FAZ 16.2.21

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Kurzarbeit schafft nicht nur finanzielle Sorgen 
Montag, 22. Februar 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit
Etwa acht Prozent der deutschen Arbeitnehmer erhalten gegenwärtig Kurzarbeitergeld, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Und diesen vorübergehenden Schutz vor Arbeitslosigkeit wissen viele auch zu schätzen. Dennoch haben viele bereits finanzielle Sorgen - und die Angst vor der beruflichen Zukunft wächst. 48 Prozent der Kurzarbeiter berichten bereits von einer angespannten Finanzlage. Das sind nahezu viermal so viele wie unter jenen, die noch normal arbeiten können - und kaum weniger als unter Menschen ganz ohne Arbeit. Doch nicht nur fehlendes Geld beunruhigt die Betroffenen. 44 Prozent von ihnen sind zudem in Sorge, ob kurz oder lang den Job doch noch zu verlieren. Unter den Beschäftigten ohne Kurzarbeit befürchtet dies nur jeder Zehnte.
Mehr als die Hälfte der Kurzarbeiter hat Existenzsorgen, spiegel.de 5.2.21

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Feedback - oft gewünscht, selten gegeben 
Freitag, 19. Februar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Wenn es um die Feedbackkultur in Unternehmen geht, sind in Studien oft die Klagen groß, dass Führungskräfte hier viel zu sparsam sind. Eine Repräsentativstudie im Auftrag der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu legt nun nahe, dass die Beschäftigten, die sich beklagen, oft selbst nicht gerade redselig sind, wenn es um Feedback für die Führenden selbst geht. Nur knapp die Hälfte der Befragten beispielsweise spiegelt einer Führungskraft, wenn diese sich positiv verhalten hat. Und nicht einmal jeder Zehnte lässt das die Personalabteilung wissen. Kritik zu äußern, traut sich gar nur jeder Dritte. Es ist eine Sprachlosigkeit, die anscheinend alle Beteiligten der Feedbackkette gleichermaßen betrifft. Wer da wohl zuerst das Eis bricht?
Nur die Hälfte der Mitarbeiter gibt Feedback, wenn sie sich über den Chef freuen — und noch seltener, wenn sie sich ärgern, Business Insider 11.2.21

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Achtsamkeit hilft der Agilität 
Donnerstag, 18. Februar 2021 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Agilität ist in aller Munde, doch viele Firmen scheitern an ihr, weil sie versuchen, neue Verhaltensweisen eher formal umzusetzen und dabei vergessen, dass Mitarbeiter auch innere Wachstumsschritte machen müssen. Ein Berliner Start-up möchte diese Lücke schließen. Wevolve verbindet Methoden der Agilität mit Achtsamkeit, um dieses Wachstums zu ermöglichen. "Die Grundidee von Wevolve ist, dass Veränderung bei einem Selbst anfängt und von innen nach außen stattfindet", so Mitgründer Daniel Rieber. Statt klassischem Achtsamkeitstraining möchten die Wevolve-Berater mit ihren Kunden an der Entwicklung einer auf den Prinzipien von Achtsamkeit basierenden Unternehmenskultur arbeiten. Dabei kommen Methoden der Ko-Kreation und Design Thinking zum Einsatz. Nico Rönpagel, der viel über Achtsamkeit geforscht hat, begleitet die Kundenprojekte und untersucht ihren Impact, so dass die Firmen hinterher anhand der Forschungsergebnisse nachvollziehen können, was die Interventionen bewirken.
Zwei Gründer wollen mit Achtsamkeits-Coaching deinen Job leichter machen, Business Insider 8.2.21

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Sport tut dem Hirn gut 
Mittwoch, 17. Februar 2021 - Lebensart, Studien
Bewegung ist gesund, das wissen wir alle. Sie tut nicht nur dem Körper gut, sondern die Gehirne von trainierten Menschen arbeiten auch effizienter. So zeigt sich über alle Altersgruppen hinweg, dass die sogenannten exekutiven Funktionen, die zur Selbstregulationsfähigkeit und dem Erfolg beim Lernen beitragen, durch Bewegung gefördert werden. Wer viel trainiert, reagiert außerdem ruhiger auf Stress, ist in herausfordernden Situationen weniger ängstlich und hat eine bessere Stimmung. Sportarten, bei denen man bestimmten Regeln muss wie beispielsweise beim Baseball stimulieren das Hirn dabei mehr als eher zyklische Bewegungsabläufe wie beim Laufen oder Schwimmen. Wenn die Couch mal wieder ruft, also einfach daran denken, dass das Gehirn sich über etwas ganz anderes wesentlich mehr freuen könnte ...
»Sport macht klug«, spektrum.de 2.2.21

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