Anspruchsdenken verleitet zu Ignoranz 
Montag, 1. Februar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer glaubt, selbst etwas besseres verdient zu haben als andere, scheint eher dazu zu neigen, die Auswirkungen der Pandemie zu verharmlosen oder zu ignorieren. Dies liegt eine neue psychologische Studie nahe, in der untersucht wurde, wie persönliches Anspruchsdenken und die Reaktionen auf die Krise zusammenhängen. In drei Erhebungen wurden die Beteiligten nach Parametern des Anspruchsdenkens und entsprechenden Persönlichkeitsmerkmalen befragt und sollten Auskunft geben über verschiedene Einschätzungen zur Pandemie. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass Menschen mit hohem Anspruchsdenken stärker dazu neigen, die Krise zu verharmlosen, für sich selbst und andere eher geringere Risiken zu sehen und das Krankheitsrisiko insgesamt zu unterschätzen.
Coronapandemie Leichtsinnige Anspruchsdenker, Psychologie heute 7.1.21

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Mehr Geld macht glücklicher als gedacht 
Freitag, 29. Januar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Geld macht glücklich, aber ab einem bestimmten Betrag (etwa 75.000 Dollar bzw. 62.000 Euro, die einem Haushalt jährlich zur Verfügung stehen) wächst das Glücksgefühl nicht mehr - so bisher die einhelligen Befunde der Forschung. Eine neue Studie aus den USA, die ein verfeinertes Instrumentarium zur Messung verwendete, kommt hingegen zu einem anderen Schluss. Ihr zufolge nimmt die allgemeine Lebenszufriedenheit weiter zu und mit ihr auch das tägliche emotionale Wohlbefinden. Die neue Studie befragte ihre 33.000 Probanden, von denen rund 1,7 Millionen Einzeldaten ausgewertet wurden, in regelmäßigen Intervallen per App, wie sie sich fühlen. In den üblichen Studienszenarien hingegen erfolgt diese Einschätzung ausschließlich retrospektiv. Außerdem maßen die Wissenschaftler das Wohlbefinden mit einer breiten Skala, anstatt wie sonst häufig üblich nur zwischen gutem und schlechtem Befinden zu unterscheiden. Dabei wurde deutlich, dass Glück und Zufriedenheit sich bis weit über die 80.000 Dollar-Marke hinaus immer noch verbessern. Man muss also wohl sagen, dass mehr Geld glücklicher macht, als bisher angenommen.
Macht noch mehr Geld noch glücklicher? spektrum.de 20.1.21

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Einsamkeit ist ein Politikum 
Donnerstag, 28. Januar 2021 - Lebensart, Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Die mit den Lockdowns verbundene Isolation der Menschen hat in den vergangenen Monaten bereits viele Psychologen auf den Plan gerufen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Noreena Hertz geht in ihrer Betrachtung von Einsamkeit und ihren Folgen noch weiter - für sie liegt auf der Hand, dass dies auch ein politisches Thema ist, das so noch viel zu selten wahrgenommen wird. So zeige sich in Studien in Ländern wie den USA, Frankreich oder auch den Niederlanden, dass Rechtspopulisten unter Menschen, die wenige soziale Kontakte haben, auf besonderen Zuspruch stoßen. In den Vereinigten Staaten bezeichnen sich drei von fünf Menschen als "allein", in Großbritannien kennen 60 Prozent der Menschen nicht die Namen ihrer Nachbarn. Was sich hier abzeichnet, scheint nicht weniger als eine Vereinsamung und menschliche Entfremdung im großen Stil zu sein. "Diese Einsamkeit stellt ein sehr kostspieliges Problem dar: Allein in den Vereinigten Staaten schätzt man die damit verbundenen physischen und psychischen Folgen auf sieben Milliarden Euro pro Jahr für die amerikanische Gesundheitsversorgung und zwei Milliarden für die britische. Andererseits ist die Einsamkeit aber auch nützlich, da sie die Menschen für erzählte Traditionen oder auch den Gemeinschaftssinn, die gerade die populistischen Bewegungen verkörpern, besonders empfänglich macht. Viele der Menschen, die ich interviewt habe, erzählten mir, dass ein Besuch bei einer Kundgebung von Donald Trump oder einem Festival der Lega zu den wenigen Momenten gehörte, in denen sie sich einer Gemeinschaft zugehörig fühlten", so Hertz in einem Interview mit welt.de. Die Ökonomin weist auch darauf hin, wie das soziale Miteinander im Alltag zunehmen erodiert: "Diese Bürger, die in der realen Welt kaum noch mit anderen interagieren, empfinden die Auβenwelt als feindseliger und bedrohlicher als andere Personen Soziale Netzwerke und Internet, die auf der thematischen Zwanghaftigkeit ihrer Algorithmen beruhen, treiben die Positionen dieser Menschen noch mehr ins Extreme, vor allem deshalb, weil ihre 'Gemeinschaft' mit anderen nicht real ist, sondern nur online stattfindet." Nur über die durch die Pandemie hervorgerufene Einsamkeit zu klagen, greift also viel zu kurz. Und man kann nur hoffen, dass das Thema auch in Zukunft mehr Beachtung findet.
„Einsamkeit ist ein sehr kostspieliges Problem“, welt.de 19.1.21


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Pandemie verändert Risiko-Blick der Unternehmen 
Mittwoch, 27. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Die Pandemie verändert den Blick vieler Unternehmen auf die möglichen Risiken, denen sie ausgesetzt sind. So zeigt das aktuelle Risiko-Barometer der Allianz, für das mehr als 2.700 Experten aus 92 Ländern, darunter Geschäftsführer, Vorstände, Risikomanager und Versicherungsfachleute, dass mit dem Corona-Jahr die Pandemie-Gefahr mit all ihren gesundheitlichen Folgen im Risikoranking von Platz 17 im Vorjahr auf den 2. Platz nach oben geschossen ist. An Platz 1 stehen nun Betriebsunterbrechungen, die zur Zeit ja auch Pandemie-bedingt sind. Die Gefahr von Hackerangriffen, im letzten Jahr noch Spitzenreiter, rückte an die die dritte Stelle. Weitere Bedrohungsszenarien sind: Marktveränderungen, makroökonomische Entwicklungen und politische Gewalt. Der Klimawandel landete auf Platz 9 (nach Platz 7 im Vorjahr). Das Risiko-Barometer geht davon aus, dass vor allem klimatische Großereignisse auch in Zukunft die Firmen beschäftigten werden - und dass sie den Klimawandel, wenn die Pandemie durchgestanden ist, wieder stärker in den Blick nehmen werden.
Manager halten Pandemien für gefährlicher als den Klimawandel, spiegel.de 19.1.21

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Scheitern hängst nicht allein an den Führungskräften 
Dienstag, 26. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Eine neue Studie der Universität Gießen mit 94 Controllern und Finanzvorständen hat untersucht, was dazu beitragen kann, dass Projekte seltener scheitern. Schaut man auf Projekt-Desaster wie den BER oder die Elbphilharmonie, sind vor allem die Stimmen laut, die Führungskräften ein Versagen anlasten. Die Gießener Studie hingegen blickt weiter. Sie zeigt, dass in komplexen Arbeitsabläufen weniger Fehler geschehen, wenn Mitarbeiter es sich erlauben können, Risiken einzugehen und bei Fehlschlägen nicht im Vordergrund steht, wer an ihnen schuld ist, sondern eher gefragt wird, was ein Unternehmen daraus lernen kann. Auch ein respektvolles Miteinander könne dazu beitragen, dass Mitarbeiter geneigter sind, Fehler einzugestehen und mit Kolleg*innen daraus Lehren zu ziehen. Auch gemeinsame Gespräche darüber, woran ein Projekt scheitern könnte, tragen laut Studie dazu bei, dieses Scheitern zu vermeiden.
Wie Manager Fehler vermeiden können, FAZ 19.1.21

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Krise verändert Blick auf Arbeitslosigkeit 
Montag, 25. Januar 2021 - Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Seinen Job zu verlieren, ist hierzulande immer noch mit einem Stigma behaftet. Eine Umfrage des Netzwerkes LinkedIn unter rund 2.000 Menschen, die arbeitslos sind - 500 davon durch die Pandemie -, zeigt, wie die Entlassungen aufgrund der aktuellen Krise das Bild, das Menschen von Arbeitslosen haben, zu wandeln scheint. 82 Prozent der Befragten bestätigten zwar das Stigma des Jobverlusts, doch glauben auch 70 Prozent, dass krisenbedingte Entlassungen sich weniger auf den Ruf einer Person auswirken. 53 Prozent der nun Arbeit Suchenden glauben nun, die Situation von Arbeitslosen besser zu verstehen. 28 Prozent räumten ein, vor dem eigenen Jobverlust auf Menschen ohne Arbeit herabgeschaut zu haben. Und 24 Prozent hielten Arbeitslose zuvor schlicht für faul, 17 Prozent unterstellten ihnen geringere Fähigkeiten und 21 Prozent eine schlechtere Qualifikation. Je ein Drittel der Befragten äußerte, dass die neue Situation in ihnen Ängste auslöse beziehungsweise dass ihre Entlassung sie deprimiere.
Coronakrise verringert Vorurteile gegenüber Arbeitslosen – zumindest ein bisschen, WiWo 15.12.20

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Home Office bleibt ein kontroverses Thema 
Freitag, 22. Januar 2021 - Studien, Arbeit, Management
Die einen lieben es, die anderen hassen es - und die Arbeitgeber sind sich auch nicht wirklich schlüssig, was sie vom Home Office halten sollen. Fakt ist - durch die Pandemie ist Bewegung in das Thema gekommen. Arbeiteten vor Corona laut Bitkom nur drei Prozent der Berufstätigen ausschließlich von Zuhause und 15 Prozent teilweise, sind diese Zahlen Shutdown-bedingt deutlich gestiegen. So sollen im Dezember 25 Prozent der Beschäftigten gänzlich daheim tätig gewesen sein und weitere 20 Prozent zum Teil. Vielen, die Zuhause arbeiten, fehlt dabei vor allem der Kontakt zu Kollegen. Aber nicht nur deshalb ist Home Office nicht der ganz große Wurf. Denn, so eine Schätzung des Instituts der Deutschen Wirtschaft, etwa 60 Prozent der Arbeitenden können gar nicht oder nur zeitweise außerhalb des Unternehmens arbeiten - weil sie in Dienstleistungen involviert sind, die eine Anwesenheit mit Kunden voraussetzen, oder in der Produktion. Zu viel Home-Office-Euphorie könnte hier einen Keil zwischen viele Arbeitenden treiben, denn wer gerne würde, aber explizit qua Job nicht kann, bleibt dann natürlich außen vor.
„Das Homeoffice derzeit ist eher eine Notmaßnahme“, FAZ 8.1.21

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Finanzielle Zuversicht trotz Pandemie 
Donnerstag, 21. Januar 2021 - Lebensart, Studien, Arbeit
Wenn man den Schlagzeilen folgt, sollte das Stimmungsbarometer weltweit deutlich im Minus stehen. Doch verschiedene Studien zeigen, dass die Stimmung der Bevölkerung anscheinend besser ist, als es die tägliche Nachrichtenlage suggeriert. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Spiegel mit rund 5.000 Deutschen zeigt: So schlecht ist die Befindlichkeit der Menschen gar nicht. 61 Prozent sind zuversichtlich im Hinblick auf ihre finanzielle Lage in diesem Jahr. Ein Viertel der Befragten allerdings ist wenig oder gar nicht zuversichtlich. Selbst unter Selbstständigen, die finanziell gerade häufig besonders leiden, ist noch gut die Hälfte positiv gestimmt. Beim Blick auf die politischen Präferenzen zeigt sich allerdings, wo die Gebeutelten zu finden sind. Während unter den Anhängern von CDU/CSU und SPD zwei Drittel optimistisch sind und bei Freunden der Grünen sogar drei Viertel, ist es unter den Anhängern der Linken nur jeder Zweite und unter jenen der AfD sogar nur jeder Vierte.
Für mich wird 2021 gut – für Deutschland weniger, spiegel.de 11.1.21

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