In den Fängen des berechnenden Bewusstseins 
Mittwoch, 10. Februar 2021 - Bewusstsein, Studien, Arbeit
Seit die ersten Corona-Impfstoffe auf dem Markt sind, zeigt sich in der Öffentlichkeit in Politik und Wirtschaft wie auch der breiten Bevölkerung, wie sehr wir alle doch von einem berechnenden Bewusstsein getrieben werden. Die Allianz beispielsweise veröffentlichte gerade eine Studie, die zeigt, dass Europa aufgrund der Langsamkeit der europäischen Impfkampagnen voraussichtlich im Vergleich zu Ländern, die schneller impfen, einen wirtschaftlichen Schaden von 90 Milliarden Euro riskiert. Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass die Impfstoffversorgung möglicherweise besser hätte laufen können, und ich bin sehr dafür, diese Fragen wirklich offen zu diskutieren, aber irgendwie sitzt mir auch quer, dass die Situation sofort wieder vor allem im Kontext wirtschaftlicher Zahlen diskutiert wird. Und vor allem, dass im Vordergrund steht, welche Länder zur Zeit ihre Bevölkerungen am besten mit Impfstoff versorgen, aber nur wenig darüber gesprochen wird, wie es um die Zukunftschancen jener Länder bestellt ist, die in diesem Verteilungskampf immer noch ganz am Ende der Warteschlange stehen. Vielleicht ist es naiv, dass ich mir hier mehr Verbundenheit wünsche, mehr Einsicht darin, dass uns vordergründig mehr beschäftigen sollte, wie alle Menschen angemessen bei den Impfungen berücksichtigt werden können. Denn wahrscheinlich ist der wirtschaftliche Schaden, der durch das Vorpreschen der reichen Länder beim Impfen für die ärmeren entsteht, viel größer als jene 90 Milliarden Euro, die in der EU vielleicht in den kommenden Monaten mehr verdient werden könnten.
Verzögerung beim Impfen kostet Europa 90 Milliarden Euro, welt.de 4.2.21

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Grün ist gut fürs Gemüt 
Dienstag, 9. Februar 2021 - Lebensart, Psychologie
Grünpflanzen in der Wohnung scheinen auf subtile Weise das menschliche Wohlbefinden selbst in besonders herausfordernden Zeiten zu stärken. Wissenschaftler aus Italien hatten im vergangenen Jahr zwischen März und Juni weltweit 4.200 Menschen aus 46 Ländern befragt, wie sie durch die jeweiligen Lockdowns gekommen waren. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die keine oder kaum Pflanzen in der eigenen Wohnung um sich hatten, schlechter zurechtkamen als jene, die sich mit viel Grün umgaben. Die Pflanzenlosen klagten häufiger über negative Emotionen und erlebten weniger gute Gefühle als jene, die mit vielen Pflanzen leben. Die Erforschung von Trends wie Waldbaden zeigt schon seit einiger Zeit, dass die Natur dem menschlichen Gemüt gut tut. Gut zu wissen, dass selbst Zimmerpflanzen, wenn sie in ausreichender Zahl vorhanden sind, hier einen Beitrag leisten können.
Mit Pflanzen besser durch die Pandemie, spektrum.de 26.1.21


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Meditation für die Massen 
Montag, 8. Februar 2021 - Bewusstsein, Lebensart
Achtsamkeit ist längst zu einem Modebegriff geworden und durch die Pandemie und den mit ihr verbundenen psychosozialen Stress haben im vergangenen Jahr mehr und mehr Menschen ein Interesse daran entwickelt, das Meditieren zu erlernen. Der Streaming-Dienst Netflix schafft für diese neuen Zielgruppen nun ein neues, leicht zugängliches Angebot. Gemeinsam mit dem Meditations-App-Anbieter Headspace hat Netflix eine neue Serie veröffentlicht, in der Headspace-Gründer Andi Puddicombe in 20-minütigen Folgen in die Welt des Meditierens einführt. Er vermittelt Meditationen für Einsteiger und gibt Hinweise, wie die gemachten Erfahrungen auch im Alltag zum Tragen kommen können. Ein spannender Vorstoß, der womöglich breiteren Bevölkerungsgruppen den Weg zum Meditieren ebnet und dabei nicht nur für Popularisierung, sondern auch eine gewisse Fundierung des Themas sorgt, denn Puddicombe bringt in seine Lehrtätigkeit seine langjährige klösterliche Erfahrung ein.
Meditation zum Streamen: Die "Headspace"-Sendung auf Netflix im Selbsttest, fit for fun 24.1.21

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Wirksamer zu Zweit 
Freitag, 5. Februar 2021 - Arbeit, Management
In der IT-Welt wird es schon länger praktiziert, das Arbeiten in Zweier-Teams. Beim so genannten Pair Programming, teilen sich zwei Entwickler eine Aufgabe. So können sie sich ständig Feedback geben und falls einer im Team ausfällt, muss Ersatz nicht lange eingearbeitet werden. Außerdem entstehen durch unterschiedliche Erfahrungshintergründe der Beteiligten Synergien. "Es ist das Projektwissen, das jeder von uns hat — aber auch das gemeinsame Denken. Wir fordern uns gegenseitig heraus, besseren Code zu schreiben", beschreibt der Software-Entwickler Constantin Jaeck die Vorteile gegenüber Business Insider. In der Forschung werden Zweier-Teams noch kaum beleuchtet, doch einzelne Untersuchungen zeigen bereits, dass die Arbeit im Duo das Selbstvertrauen stärkt und wechselseitiges Lernen fördert. Wesentlicher Erfolgsfaktor für solche Duos ist eine gelingende Kommunikation. Die mag zwar auch etwas Zeit kosten, rechnet sich aber, wenn vier Augen mehr sehen als zwei und zwei Köpfe zu intelligenteren Lösungen kommen als einer. Das Programmierer-Modell könnte auch im konventionellen Management so manche neue Perspektive ermöglichen.
Effizienter, selbstbewusster, zufriedener: Warum Unternehmen mehr auf Zweier-Teams setzen sollten, Business Insider 27.1.21

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Dezentrales Arbeiten fragt Führende nach neuen Fähigkeiten 
Donnerstag, 4. Februar 2021 - Arbeit, Management
Wenn die Mitarbeiter ins Home Office ausschwärmen, stellt sich für viele Führungskräfte die Frage, wie sie in dieser Situation ihre Teams zusammenhalten und ein reibungsloses Arbeiten gewährleisten können. "Indirektes Führen verlangt wesentlich mehr Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein, Selbstdisziplin und Selbststeuerung auf Seiten der Mitarbeiter. Die Kernfrage ist dann, wie man dieses Verhalten fördern kann", so der Management-Coach Waldemar Pelz in einem Interview mit der FAZ. Ein wunder Punkt dabei - viele dieser Eigenschaften lassen sich nicht mal eben so entwickeln: "Dinge wie Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Selbstdisziplin sind im Wesentlichen Charaktereigenschaften, und die kann man im Gegensatz zu Kompetenzen nur schwer oder gar nicht erlernen oder verändern." Ein weiterer, "dass indirektes Führen nur dann funktioniert, wenn eine Vertrauensbasis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern vorhanden ist". Wenn Mitarbeiter nur noch über Videokonferenz erreichbar sind, zeigt sich, ob Führende schon vor der Pandemie einen guten Draht zu ihnen hatten - oder ob sie nun vor einer Quadratur des Kreises stehen. Pelz erinnert Führende daran, dass sie eine Fürsorgepflicht haben - die, wenn schon vor der Pandemie im Unternehmen keine Vertrauenskultur gegeben war, oft nicht einfach einzulösen ist. Wohlmeinende Anrufe, in denen Manager sich nach dem Befinden ihrer Mitarbeiter erkunden, werden dann leicht als Kontrolle erlebt. Da dezentrales Arbeiten auch in Zukunft eine hohe Bedeutung in der Arbeitswelt haben wird, rät Pelz Firmen dazu, ihre Führungskultur entsprechend auszubauen. Und das bedeutet nicht nur, sich dem Thema virtuelles Arbeiten gezielter zu widmen, sondern öfter auch die Frage zu thematisieren, was die Menschen im Unternehmen eigentlich in der Tiefe zusammenhält.
„Homeoffice geht nur mit Vertrauen“, FAZ 25.1.21

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Corona überstanden und fix und fertig 
Mittwoch, 3. Februar 2021 - Studien
Eine Frage, die immer mehr Psychologen beschäftigt, ist, wie sie Menschen helfen können, die nach einer Corona-Erkrankung zwar genesen sind, aber unter erheblichen Erschöpfungssyndromen leiten. "Die häufigsten Spätfolgen scheinen Depres­sion und Erschöpfung zu sein. Die Patien­ten und Patientinnen sind anhaltend erschöpft, können sich schlecht konzentrieren, häufig schlafen sie schlecht. Manche leiden unter Ängsten oder ungewohnten depressiven Verstimmungen", beschreibt Martin Walter, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena, die Situation. Der gegenwärtigen Forschung zufolge könnten die psychischen Probleme Folge kleinster molekularer Veränderungen im Körper sein. "Wir müssen davon ausgehen, dass einige psychische Symptome, wie sie etwa auch bei neurologischen Erkrankungen auftreten, wie Müdigkeit, Depression oder Schlafstörungen, wirklich etwas mit einer Veränderung auf der Ebene kleinster Gefäße zu tun haben", erklärt Walter. Studien zeigen außerdem, dass die intensivmedizinische Behandlung Folgen zeitig wie "Verwirrung, depressive Verstimmungen, Angstzustände, Gedächtnisstörungen und Schlaflosigkeit, Flashbacks oder sogar eine posttraumatische Belastungsstörung". Wenige Erkrankungen zeigen so deutlich wie diese, wie eng Körper, Geist und Psyche miteinander verknüpft sind. Die dadurch notwendige Corona-Nachsorge dürfte uns noch längere Zeit beschäftigen, denn viele der inzwischen Genesenen sind auch noch Monate nach der Corona-Erkrankung nicht wieder in der Lage, ein normales Leben zu führen oder gar zu arbeiten.
„Postvirale Fatigue“, Psychologie heute 8.1.21

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Vergessliche Multitasker 
Dienstag, 2. Februar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Wir wissen längst, dass Multitasking unserem geistigen Befinden nicht gut tut. Eine neue Studie offenbart Details über einen Zusammenhang zwischen der Neigung, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, und Vergesslichkeit. Jungen Erwachsenen, die nach eigenen Aussagen zum Multitasking neigten, wurden auf dem Computer Bilder von Objekten präsentiert. Nach einer 10-minütigen Pause bekamen sie erneut Bilder gezeigt und sollten angeben, welche davon sie zuvor bereits gesehen hatten. Überwacht wurde der Test durch Eye-Tracking und per Elektroenzephalografie (EEG). Dabei zeigte sich: Die Multitasker konnten sich seltener daran erinnern, welche Motive ihnen eigentlich bekannt sein sollten. Im EEG zeigte sich, dass sie weniger aufmerksam waren als die Nicht-Multitasker und bei ihnen Hirnaktivitätsmuster, die mit dem episodischen Gedächtnis in Zusammenhang stehen, geringer ausgeprägt waren. Die Studie kann zwar nicht erklären, ob Multitasker eher dazu neigen, per se unaufmerksam zu sein oder ob das Multitasking zur Abgelenktheit führt, doch wird deutlich, dass Fokussierung und ständig schweifende Aufmerksamkeit sich anscheinend nicht vertragen.
Multitasking und Vergessen hängen zusammen, spektrum.de 25.1.21

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Anspruchsdenken verleitet zu Ignoranz 
Montag, 1. Februar 2021 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Wer glaubt, selbst etwas besseres verdient zu haben als andere, scheint eher dazu zu neigen, die Auswirkungen der Pandemie zu verharmlosen oder zu ignorieren. Dies liegt eine neue psychologische Studie nahe, in der untersucht wurde, wie persönliches Anspruchsdenken und die Reaktionen auf die Krise zusammenhängen. In drei Erhebungen wurden die Beteiligten nach Parametern des Anspruchsdenkens und entsprechenden Persönlichkeitsmerkmalen befragt und sollten Auskunft geben über verschiedene Einschätzungen zur Pandemie. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass Menschen mit hohem Anspruchsdenken stärker dazu neigen, die Krise zu verharmlosen, für sich selbst und andere eher geringere Risiken zu sehen und das Krankheitsrisiko insgesamt zu unterschätzen.
Coronapandemie Leichtsinnige Anspruchsdenker, Psychologie heute 7.1.21

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