Narzisstische Chefs lieben riskante Deals 
Montag, 31. März 2008 - Studien
Je narzisstischer ein CEO, desto riskanter die Deals, die er einfädelt - so das Ergebnis einer Studie der Pennsylvania State University. Die Forscher untersuchten die Profile von 111 CEOs der amerikanischen Computerbranche zwischen 1992 und 2004. In ihren Narzissmus-Index flossen die Präsentation der CEOs in den Geschäftsberichten (Größe der Portraits), die Frequenz der Bezugnahmen auf Begriffe wie "Ich", "mein" und "mich" in Interviews im Verhältnis zu einem "Wir" sowie die Gehaltshöhe im Vergleich zum nächsthochbezahlten Angestellten Firma ein. Wie die Forscher erwartet hatten, bestätigte sich ihre Hypothese, dass CEOs mit ausgeprägtem Ego zu unternehmerischen Entscheidungen neigen, die gut sichtbar sind, also zu spektakulären Coups. Allerdings räumt die Studie ein, dass solche riskanten Entscheidungen nicht nur mit ausgeprägtem Narzissmus zu tun haben müssen, sondern auch schlicht auf zu viel Selbstvertrauen oder ein Entlohnungsschema, das Anreize für risikoreiches Engagement setzt, zurückzuführen sein können. Deutlich wurde in der Studie jedoch, dass die CEOs mit ausgeprägtem Narzissmus im Vergleich stärker als andere die Aufmerksamkeitswirkung ihres Handelns betonen, sich stärker auf das Wachstum und den Produktwandel des Unternehmens konzentrieren und sich weniger Kostenfragen und Qualitätsverbesserungen widmen. So schön diese Erkenntnisse auch sein mögen, auf die langfristige Performance des Unternehmens wirkt sich der Narzissmus-Faktor anscheinend nicht aus, denn insgesamt schneiden die narzisstisch geführten Firmen in ihrer Leistungsbilanz weder besser noch schlechter ab als Unternehmen, die von eher zurückhaltenden CEOs geführt werden - ihre Performance ist lediglich größeren Schwankungen ausgesetzt.
"Schaut mal alle her, das war alles ich", FAZ 18.3.2008


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Leadership, Werte, Wandel - Workshop zu Spiral Dynamics 
Freitag, 28. März 2008 - Veranstaltungen
Am 27. September 2008 findet in Frankfurt am Main ein Workshop zu Spiral Dynamics statt. Veranstalter ist J.Kamphausen mit seiner Business-Buch-Reihe »inspire!« in Kooperation mit der Integralen Initiative Frankfurt sowie den Magazinen info3 und What is Enlightenment. Das Oberthema des Workshops, der von 10 bis 17.45 Uhr in der Teescheune, Alt-Niederursel 42, 60439 Frankfurt-Niederursel, stattfindet lautet: "Was kommt nach der Postmoderne? Der Sprung in die Integrale Perspektive" (Referent: Dr. Tom Steininger). Auf der Agenda stehen weitere Impulsreferate zu folgendenden Themen:
• Das Modell Spiral Dynamics - eine Landkarte für die Entwicklung von Bewusstsein (acht unterschiedliche Wertehierarchien und Weltbilder) (Referent: Rolf Lutterbeck)
• Spiral Dynamics in der Praxis - aktuelle Projekte des SD-Vaters Don Beck (Referentin: Dorothea Zimmer)
• Wachsende soziale Ungleichheit? Links-Ruck? Politik-Verdrossenheit? Unmoralische Eliten? Wie sich die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen aus der Perspektive von Spiral Dynamics darstellen lassen (Referent: Sebastian Gronbach)
• Werte, Wandel, Leadership - Spiral Dynamics als "Reife"-Modell in Wirtschaft und Coaching (Referent: Rolf Lutterbeck)
• Für eine Spiritualität der Spirale - wie Spiral Dynamics der Spiritualität Beine macht (Referent: Dr. Tom Steininger)
Weitere Informationen und Anmeldung


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Stress macht Bankmitarbeiter krank 
Donnerstag, 27. März 2008 - Studien
Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi zeigt mit einer neuen Umfrage, dass der massive Arbeitsplatzabbau in der Bankbranche in den letzten Jahren nicht nur den Stresslevel der verbliebenen Mitarbeiter deutlich erhöht hat, sondern untermauert auch, dass permanentes Arbeiten über dem Limit dauerhaft krank machen kann. Von den rund 3.500 Befragten klagen 80 Prozent über zu viel Stress, und bereits 44 Prozent haben aufgrund dieser Belastungen gesundheitliche Probleme. 45 Prozent der Bankmitarbeiter schaffen es nicht, die von ihnen erwarteten Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu lösen. Sogar 72 Prozent beklagen, dass sie die mit ihnen vereinbarten Zielvorgaben nicht erreichen oder zumindest nur teilweise erfüllen könnten.
"Zuviel Stress macht Bank-Mitarbeiter krank", Welt 17.3.2008
"Verdi-Umfrage in Banken: 44 Prozent krank vor Stress", FAZ 18.3.2008


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Fairness stimmt froh - unabhängig von der Höhe eines Gewinns 
Mittwoch, 26. März 2008 - Studien
Eine amerikanische Studie zeigt: Faires Verhalten aktiviert die Belohnungszentren im Gehirn, und das unabhängig davon, wie hoch ein in Aussicht gestellter Gewinn ausfällt. Die Forscher der Universität von Kalifornien untersuchten dabei im Magnetresonanztomographen, wie Probanden darauf reagieren, wenn man ihnen ein faires Angebot macht (z.B. 7 von 15 Dollar) bzw. ein unfaires (z.B. 7 von 23 Dollar). Die als fair erachteten Angebote aktivierten Gehirnregionen, die mit positiven Gefühlen und Belohnung assoziiert sind - und dies selbst bei sehr kleinen in Aussicht gestellten Summen. Fielen die Angebote dagegen unfair aus, wurden die Gehirnzentren aktiv, die Gefühle regulieren, und diejenigen, die negative Effekte hervorrufen, reduzierten ihre Aktivität. Nach Ansicht der Forscher werden auf diese Weise negative neuronale Reaktionen auf ein ungerechtes Angebot gedämpft, so dass sinnvolle ökonomische Entscheidungen weiter möglich wären, ohne dass der Stolz triumphiere.
"Gerechtigkeit macht glücklich", wissenschaft.de 4.3.2008


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Aus Überzeugung: Bio-Bier für die Region 
Dienstag, 25. März 2008 - Success Stories
Souveränität und klare Geschäftskonzepte können gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen die Basis bilden, um dem mit der Globalisierung immer weiter wachsenden Konkurrenzdruck zu entgehen. Ein gutes Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, liefert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung mit ihrem Portrait der oberschwäbischen Brauerei Härle. Das 1897 gegründete Unternehmen erwirtschaftet heute mit 30 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,5 Millionen und braut pro Jahr 29.000 Hektoliter Bier. Das Erfolgsrezept des Familienunternehmens, das seit 1983 von Gottfried Härle in vierter Generation geführt wird: Die Bierbrauer setzen auf regionale Produkte und beliefern nur Gaststätten und den Einzelhandel im Umkreis von 50 Kilometern. Dieser Eigensinn ist für Geschäftsführer Gottfried Härle Programm. Der 54-Jährige war schon immer ein Exot in der christlich-konservativ geprägten Region, und vielleicht sind es gerade seine unkonventionellen Haltungen, die zum Alleinstellungsmerkmal werden. Härle engagierte sich vor 25 Jahren schon gegen die atomare Aufrüstung, heute sitzt er für die Grünen im Gemeinderat. Sein persönliches Bekenntnis zu ökologischer Nachhaltigkeit führte bereits in den neunziger Jahren zur Umstellung des Betriebes auf die Nutzung rein ökologisch produzierter Grundstoffe - lange, bevor der heutige Bio-Boom sich abzeichnete. Heute gewinnt der Betrieb Energie mit einer Photovoltaikanlage, und das Heizsystem wird demnächst auf eine Holzheizanlage umgestellt. Dass zum Sortiment der Familienbrauerei längst Bio-Bier gehört und Härle, da der Konsum alkoholischer Getränke in Deutschland zunehmend rückläufig ist, nun auch auf dem Feld der Öko-Brause experimentiert, versteht sich da von selbst. Das Beispiel zeigt, dass es gerade die Betonung von Eigenheiten und der gezielte Verzicht auf "me too"-Strategien sein können, mit denen sich Unternehmen in der heutigen Zeit am besten behaupten können.
"Der Biobrauer", FAS 16.3.2008


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CSR ist wertschöpfend 
Donnerstag, 20. März 2008 - Management
Das Manager Magazin zeigt in einem Interview mit Volkswagen-CSR-Koordinator Gerhard Prätorius, dass CSR für Unternehmen längst kein Luxusprojekt mehr ist, sondern - wohlverstanden - sogar den Unternehmenswert steigern kann. Die stetig wachsende Systematik, mit der Firmen Prämissen wie CSR und Nachhaltigkeit an ökonomischen Kernprozessen festmachen und an Produkt- und Wettbewerbsziele binden, führe dazu, dass die Maßnahmen nicht nur das Unternehmensprofil gegenüber der Konkurrenz schärfen, sondern sich wertsteigernd auswirken. Auch bei den Investoren stehen CSR-engagierte Unternehmen besser da als die Konkurrenz, denn immer mehr große Pensionsfonds orientieren sich mit ihren Investments an den Listings der großen Nachhaltigkeits-Indizes. Einer öffentlichen Kritik, der zufolge Unternehmen sich nur dann in Sachen CSR engagieren, wenn sie einen wirtschaftlichen Nutzen davon haben, hält Prätorius entgegen: "hne wirtschaftlichen Erfolg gibt es keine Nachhaltigkeit, weder im sozialen noch im ökologischen Verständnis – das ist die Wirkungsweise unseres Wirtschaftssystems. Doch gerade dieses System bringt als Innovationswettbewerb die Lösungen hervor, die wir für einen Pfad nachhaltiger Entwicklungen benötigen. Wir sind als Technologieentwickler Teil der Problemlösung. Ohne wirtschaftlichen Erfolg gibt es keine Arbeitsplatzsicherheit, kein soziales Engagement und keine regionale Strukturentwicklung. Daher können diese Aspekte nicht gegeneinander gestellt werden."
"CSR ist Risikomanagement" Manager Magazin 7.3.2008


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Allianz mit neuen Mikroversicherungen in Indien 
Mittwoch, 19. März 2008 - Success Stories
Der Allianz-Konzern schlägt ein neues Kapitel auf und bietet künftig in einem Teil Indiens Mikroversicherungen an, deren Jahresbeiträge für die Kranken- und Lebensversicherung bei umgerechnet rund einem Euro liegen. Das Angebot realisiert die Versicherung in enger Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Care. Der asiatische Markt gilt in der Versicherungsbranche bisher als weitgehend unerschlossen, denn rund 97 Prozent der zumeist extrem armen Bevölkerung können sich dort schlicht gewöhnliche Versicherungen nicht leisten. Bei ersten Pilotprojekten konnte die Allianz seit 2005 bereits rund 200.000 Inder als Kunden von Mini-Lebensversicherungen gewinnen. Mit dem neuen Produkt, das auf Wunsch auch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Beerdigungskosten absichert, will der Konzern jährlich 75.000 Neukunden gewinnen. Viel Gewinn lässt sich mit Kunden dieser Größenordnung natürlich nicht machen, doch sind Engagements dieser Art bei immer mehr Unternehmen sehr beliebt, da sie davon ausgehen, dass ihre Kunden irgendwann vom Boom der asiatischen Länder profitieren.
"Allianz für Arme", taz 12.3.2008


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Mehr Mobbing zieht Produktivitätsverluste nach sich  
Dienstag, 18. März 2008 - Studien
Der aktuelle Mobbing-Report der Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin zeigt: Mobbing ist in den letzten Jahren zu einem deutlich präsenten Phänomen in der Arbeitswelt geworden. Bereits 1,5 Millionen Arbeitnehmer - also jeder neunte Beschäftigte bzw. 11,3 Prozent aller Angestellten - wird heute am Arbeitsplatz gemobbt. Besonders betroffen sind Frauen. Bei ihnen liegt das Risiko, Mobbingopfer zu werden, 75 Prozent höher als bei Männern. In 38,2 Prozent aller Fälle sind die Vorgesetzten die Schikanöre. Das Mobbing hat extreme psychosoziale Auswirkungen, die sich auch negativ auf das Arbeitsergebnis in Unternehmen ausweiten. So reagieren 98,7 Prozent der Beschäftigten, die Psychoterror ausgesetzt sind, mit Demotivation, Misstrauen, Stress und sozialem Rückzug. Fast die Hälfte (43,9 Prozent) der Gemobbten erkrankt, die Hälfte von Ihnen länger als sechs Wochen. Heute gehen bereits zehn Prozent aller Krankschreibungen auf psychische und Verhaltensstörungen zurück, was einem Produktionsausfall von rund 3,8 Milliarden Euro entspricht.
"Jeder zehnte Beschäftigte bereits Opfer von Mobbing", WiWo 11.3.2008


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