Eine Ehrung bewirkt mehr als Geld allein 
Donnerstag, 31. März 2011 - Studien
Die Zeit berichtet über zwei Studien, die der Frage nachgehen, welche Anreizsysteme stärker motivieren. Die Studie "Getting More Work for Nothing? Symbolic Awards and Worker Performance", die am ZEW Mannheim und der Universität Frankfurt entstand, fand heraus, dass studentische Arbeitskräfte, denen zusätzlich zu ihrer Bezahlung eine Ehrung in Form einer Urkunde in Aussicht gestellt wurde, wenn sie sich durch überdurchschnittliche Leistungen hervortun, eine um zwölf Prozent höhere Produktivität zeigten, als eine Vergleichsgruppe, die nur bezahlt wurde. Die Forscher schätzen, dass eine vergleichbar hohe Produktivität auch über höhere Löhne hätte erreicht werden können - das Honorarplus hätte dann aber wohl bei mindestens einem Drittel liegen müssen. Eine weitere ZEW-Studie"What is an Award Worth? An Ecnonometric Assessment of the Impaact of Awards on Employee Performance" untersuchte das Engagement der Mitarbeiter eines Schweizer Call-Centers. Mitarbeiter, die sich durch Leistungen hervortun, die nicht zu ihren Routineaufgaben gehören - darunter Leistungen, die der gesamten Abteilung zugute kommen wie die freiwillige Übernahme von Urlaubsvertretungen, das Einspringen für kranke Kollegen oder die Organisation von Betriebsausflügen -, wurden mit einer Urkunde und einer minimalen Bonuszahlung bedacht. Während es in den Leistungsbeurteilungen vor der Urkundenverleihung keine systematischen Unterschiede zwischen den geehrten und den nichtgeehrten Mitarbeitern gab, stieg die Arbeitsleistung der Geehrten im Folgemonat nach einer Auszeichnung um 7,5 Prozent. Die Erkenntnis der Forscher: "Status und Ansehen sind starke Motivationskräfte für Beschäftigte." Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine Kombination von Auszeichnung und Geld das optimale Anreizsystem darstellt, da beide Elemente sich wechselseitig in ihrer Wirkung verstärken würden.
Ehre spornt Mitarbeiter mehr an als Geld, Die Zeit 22.3.11

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Gehälter - alles längst beim Alten 
Mittwoch, 30. März 2011 - Studien
Während die Politik immer noch an den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise herumdoktert und immer neue Rettungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Währungssysteme getroffen werden, scheint in der Wirtschaft längst alles beim Alten zu sein. So sind die Bezüge der Dax-Vorstände längst wieder auf das Vorkrisenniveau von durchschnittlich fünf Millionen Euro gestiegen - 2009 lagen sie krisenbedingt noch bei um die 3,6 Millionen Euro. In einer Umfrage des Manager-Magazins werden diese jüngsten Gehaltssprünge von 84 Prozent der vom Magazin exklusiv befragten Führungskräfte kritisiert. Eine staatliche Regulierung lehnt jedoch eine Mehrheit von 62 Prozent weiter ab. Die Entscheider favorisieren eher Anreize zu einer soliden Unternehmensführung - so würden es 76 Prozent begrüßen, wenn Manager einen größeren Aktienanteil am Unternehmen hätten, um dessen längerfristige Stabilität zu sichern. 64 Prozent setzen auf höhere flexible Gehaltsbestandteile, die Leistungsanreize setzen sollen.
Manager kritisieren Gehaltssprünge, Manager-Magazin 18.3.11

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Geistig-moralische Wende des 21. Jahrhunderts 
Dienstag, 29. März 2011 - Management
Die FAZ widmet ein Portrait dem Gründer des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn Meinhard Miegel, der das Thema demographische Entwicklung im öffentlichen Diskurs salonfähig machte und heute für einen Wertewandel in Politik und Gesellschaft eintritt. Mit seiner Stiftung "Denkwerk Zukunft" engagiert er sich nun für eine "Erneuerung unserer Kultur" und fordert, so die FAZ, "eine Art geistig-moralische Wende des 21. Jahrhunderts". Miegel ist der Ansicht, dass die frühere Wachstumseuphorie und die Wohlstandsversprechen der Vergangenheit längst obsolet seien. „Die Länder mit dem höchsten Wachstum haben auch die höchsten unbeglichenen Rechnungen. Wir haben nie echte Preise für den Umweltverbrauch gezahlt. Seit wir zu Beginn des 19. Jahrhunderts vom Gebrauch zum Verbrauch übergegangen sind, gehen wir an die Substanz. Wir sitzen in einem Segelboot, dessen Segel falsch gesetzt sind, weil der Wind gedreht hat“, kritisiert Miegel. Der Wissenschaftler glaubt an den Wandel, wenngleich er nicht sicher ist, welche Ergebnisse die jüngsten Ansätze zu einem politischen Umdenken zeitigen werden: „Aber der Einstieg ist hoffnungsfroh: Keiner setzt heute mehr auf das Wachstumskonzept, das noch bis vor zwei Jahren vorherrschend war.“
Zwischen Ideen und Ideologien, FAZ 21.3.11

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Frauenquote? Es braucht Anreize ... 
Montag, 28. März 2011 - Management
In einem Interview mit dem Manager-Magazin erklärt die ehemalige Managerin und heutige Beraterin Barbara Schneider, warum weder den Frauen noch den Unternehmen mit einer Frauenquote gedient wäre, sondern das Setzen subtiler Anreize die bessere Strategie ist. "Frauen, die es in die Führungsetage schaffen, müssen das auch wollen. Wenn man seinen Job mit Leidenschaft angeht und ihn gut macht, kommt die Akzeptanz von ganz allein. Schafft ein Unternehmen dagegen ein Alibi-Vorstandsressort, in das eine Frau hineingepresst wird, wird sie natürlich einen schlechten Stand haben. Auch deshalb gilt: Es müssen Anreize geschaffen werden, zwingen kann man keinen - das gilt für Unternehmen wie für Frauen", so Schneider. Die Beraterin plädiert dafür, die gewünschte Frauenquote in den Zielvereinbarungen von Unternehmen zu verankern, denn wenn der Frauenanteil sich auf Gehalt und Boni der verantwortlichen Führungskräfte auswirke, sei die Chance am größten, dass die Aktivitäten nicht verpuffen. Darüber hinaus ermuntert Barbara Schneider Frauen aber auch, selbst forscher zu agieren: "Sie entschuldigen sich viel zu oft, anstatt einfach mal zu machen. Da gibt es eine Bremse im Kopf, die das nicht zulässt. Mein Appell an die Frauen lautet: Hört auf, euch für alles wortreich zu entschuldigen. Seid mutig und nehmt euch die Freiheiten."
"Zum Heulen gehe ich aufs Klo", Manager-Magazin 11.3.11

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Video-Clips zu Zen für Manager 
Freitag, 25. März 2011 - Management
In Kooperation mit n-tv und der Zen Leadership School hat die Hanse Merkur Versicherung zwei Clips zum Thema Zen für Manager produziert und dokumentiert darin Ausschnitte aus den Management-Trainings des Zen-Meisters Hinnerk Polenski. Führungskräfte und Unternehmer wie Dr. Anja Huppertz berichten darin über die positiven Auswirkungen des Zen-Trainings auf ihre Gesundheit und ihre Führungsaufgaben im Unternehmen. "Seit ich regelmäßig meditiere, werde ich einfach nicht mehr krank", erzählt die Diplom-Ingenieurin. Auch in ihrem Logistik-Unternehmen hat sie nach japanischem Vorbild das Zen-Training eingeführt. Viele Prinzipien des Zen könne man eins zu eins auf ein Unternehmen übertragen, sagt Huppertz: „Disziplin, Struktur, eine Verpflichtung, immer den Weg zum Besseren zu gehen - all diese Dinge lernt man im Zen.“
Clip 1, Clip 2

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Das Glück und die Wirtschaft 
Donnerstag, 24. März 2011 - Management
Die Wirtschaftswoche portraitiert den Glücksforscher Stefan Bergheim, der an dem von ihm gegründeten Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt einen Fortschrittsindex entwickelt hat, der die Betrachtung der Wirtschaft auf den Kopf stellt. Bergheim, der zu den Überfliegern der Finanzbranche gehört und für Merrill Lynch, JP Morgan und die Deutsche Bank tätig war, ist ein Querdenker. Wirtschaftswachstum allein ist aus seiner Sicht nicht genug, um etwas über die Lebensqualität einer Volkswirtschaft auszusagen. Deshalb kombiniert er in seinem Index Daten zum Bildungsstand, Einkommen, Lebenserwartung und ökologischem Fußabdruck, Faktoren, die in den Augen des Volkswirts viel eher etwas über das Glück in einem Land aussagen. Die BIP-Stärksten Volkswirtschaften schneiden in diesem neuen Rechenmodell alles andere als gut ab. Deutschland schafft es gerade einmal auf Platz 18 - ungleiche Bildungschancen sowie Durchschnittswerte bei Einkommen, Gesundheit und Umwelt konterkarieren hier den BIP-Vorsprung vor vielen anderen Ländern. Die USA landen sogar nur auf Platz 20 - aufgrund ihrer lückenhaften Gesundheitsversorgung und hoher Umweltverschmutzung. Der Index könnte langfristig einen Beitrag dazu leisten, das Verständnis von Wohlstand zu verändern, denn er liefert belastbare Indikatoren für das tatsächliche Wohlergehen einer Nation. Deshalb ist es auch Bergheims Ziel, den Index weiterzuentwickeln, um künftig auch konkrete Empfehlungen für die deutsche Politik zu formulieren.
Die Vermessung des Glücks, WiWo 17.3.11

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Die Liebe ist wichtiger als die Karriere 
Mittwoch, 23. März 2011 - Studien
Die Partnerschaft ist den jungen Deutschen wichtiger als ihre Karriere, so das Ergebnis einer Repräsentativumfrage der GfK-Marktforschung unter 2.007 Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren. Gefragt nach den allgemeinen Prioritäten im Leben, nannten 41 Prozent die Partnerschaft als wichtigsten Lebensaspekt, während die Karriere erst auf Rang 2 mit 31 Prozent folgt. 26 Prozent ist es wichtig, das Leben zu genießen, 16 Prozent denken schon jetzt an die Absicherung im Alter. Eigene Kinder sind ebenfalls für 16 Prozent ein Thema, das eigene Haus wird lediglich von 10 Prozent genannt. Bei den Prioritäten im Job sind die angemessene Entlohnung (60 Prozent), eine sichere Anstellung (55 Prozent) und nette Kollegen sowie ein angenehmes Umfeld (55 Prozent) die Spitzenreiter. Karriere und Aufstiegschancen werden hingegen nur von 24 Prozent angeführt, die Anerkennung und Wertschätzung durch den Vorgesetzten sogar nur von 17 Prozent und die Work-Life-Balance lediglich von 14 Prozent.
Die Liebe kommt vor dem Beruf, FAZ 16.3.11

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Der Tunnelblick sozialer Netzwerke 
Dienstag, 22. März 2011 - Arbeit
Xing, Facebook, Twitter, Google - soziale Netzwerke und Suchmaschinen sind aus dem Businessalltag nicht mehr wegzudenken, doch nun lenkt der Spiegel das Augenmerk auf die negativen Begleiterscheinungen, die die Filterfunktionen solcher Internetangebote hervorrufen. Personalisierte Suche lautet das Stichwort - sie soll den Usern das Leben erleichtern, in dem ihnen möglichst passgenaue Inhalte vorgesetzt werden. So bilden nicht nur die Suchmaschinen, sondern erst recht die Netzwerke Profile ihrer Nutzer und filtern die Nachrichten, Informationen und Kontakte, die den Besuchern der jeweiligen Webseite angezeigt werden, anhand deren bekannter Vorlieben. Wer viel mit Marketing-Begriffen jongliert, bekommt weitere Informationen zu Marketing-Themen zugespielt - Beiträge zum Thema Ökologie wird er dagegen wahrscheinlich nur durch Zufall finden. Wer auf Facebook viele Freunde aus dem Kulturbereich hat, wird hauptsächlich Kulturnews auf seiner Startseite finden. So praktisch die Filterfunktionen sind, im Alltag vergisst man nur allzu leicht, dass man auf seinen Lieblingsseiten nicht auf die Welt blickt, wie sie ist, sondern nur auf die eigenen Interessen - und so wird der Tunnelblick zur unbewussten Selbstverständlichkeit.
Die ganze Welt ist meiner Meinung, Spiegel online 11.3.11

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