Kulturwandel statt Quote 
Montag, 18. März 2013 - Arbeit
Im Interview mit dem Karriere-Spiegel erklärt der ehemalige Personalchef der Hypovereinsbank Oliver Maassen, dass die Idee einer Frauenquote ins Leere läuft, wenn Firmen sich nicht zu einem weiterreichenden Kulturwandel entschließen. Seine To-Do-Liste für Unternehmen: "Das Talent-Management weiblicher gestalten, die Karrierewege auch auf die Anforderungen von Frauen einstellen und eine Infrastruktur schaffen, in der Frauen und Männer die Doppelbelastung von Privatleben und Beruf auch bewältigen können. Zudem: anders kommunizieren." Laut Maassen sollten vor allem mehr weibliche Sichtweisen zum Tragen kommen: "Gefragt ist eine Unternehmenskultur, in der sich Frauen und Männer besser verstehen und sich gegenseitig fördern. Man muss beide Seiten dazu bringen, sich ihrer unterschiedlichen Sichten und Herangehensweisen bewusst zu werden. Benötigt wird ein ganzer Bauchladen von Maßnahmen, um ernsthafte Frauenförderung zu betreiben. Das verlangt aber eine Entwicklungszeit und lässt sich nicht kurzfristig mit einer gesetzlichen Quote erreichen."
"Die Quote ist Teufelszeug", Karriere-Spiegel 6.3.13

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Auch "Sinn"-Arbeiter streben nach Karriere und gutem Gehalt 
Donnerstag, 7. März 2013 - Arbeit
Rund 39 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich einen Job, mit dem sie einen tieferen Sinn verbinden, doch betrachtet man die Situation in sozial orientierten Unternehmen, so zeigt sich, dass diese sich schwer tun, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Organisation Ashoka, die ihre Arbeit dem sozialen Unternehmertum widmet, hat gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey untersucht, warum qualifizierte Kräfte den Sozialsektor meiden. Von den befragten 1.800 Personen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung zeigten sich 60 Prozent über die Karrieremöglichkeiten in diesem Bereich als informiert. Doch nur acht Prozent unter ihnen würden auch für ein Unternehmen der Branche arbeiten wollen, unter den Berufseinsteigern sogar nur vier Prozent. Grund für die Zurückhaltung ist in den meisten Fällen das liebe Geld, denn 63 Prozent gaben an, ihren Job nicht zugunsten einer sozialeren Beschäftigung aufzugeben, wenn sie dadurch weniger verdienten. Bei Einsteigergehältern von rund 25.000 Euro, 35.000 Euro für Berufserfahrene und Bruttojahreseinkommen zwischen 45.000 und 80.000 Euro für Führungskräfte ist das Gefälle zur freien Wirtschaft vergleichsweise groß. Die Sozialunternehmen verzichten bei der Mitarbeitersuche häufig auf Headhunter, Jobanzeigen und Einträge in Karriereportalen und rekrutieren eher in ihrem direkten Umfeld, so dass potentielle Bewerber oft gar nicht erreicht werden.
Will keiner einen sinnvollen Job? Zeit online 22.2.13


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Fluchtreflex in die Überbetriebsamkeit 
Dienstag, 26. Februar 2013 - Arbeit
Der Psychologe Stephan Grünewald, der mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold der Befindlichkeit der Deutschen immer wieder mit tiefenpsychologischen Interviews auf den Zahn fühlt, konstatiert in einem Auszug aus seinem neuen Buch, dass die anhaltende Krise die Gesellschaft immer mehr in einen "Zustand besinnungsloser Betriebsamkeit" führe. "Psychologisch betrachtet hat die sogenannte Krise ähnlichkeiten mit einem nächtlichen Albtraum, den wir nach dem Aufwachen sogleich wieder abschütteln wollen. Denn sie ist mit dem Gefühl verbunden, plötzlich und unerwartet in unüberschaubare Verhältnisse geraten zu können", so der Psychologe. Der wunde Punkt: Noch scheinen wir sicheren Boden unter den Füßen zu haben, doch wir leben in dem Gefühl, "jeden Moment ins Bodenlose stürzen zu können". Die Flucht in den Aktivismus biete hier einen Pseudoausweg, um die eigene Hilflosigkeit zu kompensieren. Eine Flucht, die in der Wirtschaft zunehmend für die eigenen Zwecke instrumentalisiert werde: "Viele Unternehmen nutzen gleichfalls diese Tendenz zur Überbetriebsamkeit und verstärken sie zusätzlich. Sie begegnen dem drohenden Einbruch der Krise mit Appellen zur Leistungssteigerung und mit der Erhöhung ihres Effizienzdiktates. Der Leistungsdruck von Seiten der Unternehmensspitze nimmt zu." Unter den Vorzeichen des Leistungsdiktats entsteht laut Grünewald ein neuer Verortungspunkt, der "Erschöpfungsstolz". Arbeitende seien nun nicht mehr stolz auf ihr geleistetes Tagewerk, sondern ihr Grad der Erschöpfung werde zum Leistungsmaßstab. Das Gefühl, sich "rechtschaffen abgearbeitet" zu haben, kompensiere die die immer seltener beantwortete Sinnfrage. Inne halten, Abstand gewinnen, die Perspektive wechseln - Fehlanzeige in einem System, dass der Frage nach einem möglichen Wandel gezielt mit Abwehrmechanismen ausweicht.
Wenn Unruhe die Träume verdrängt, Zeit online 14.2.13


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Der schmale Grat zwischen Selbstständigkeit und Prekariat 
Freitag, 22. Februar 2013 - Arbeit
Mit Selbstständigkeit verbinden viele neben Unabhängigkeit auch ein gutes Einkommen. Aktuelle Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen jedoch, dass vor allem Einzelselbstständige in Deutschland zum Teil wirtschaftlich alles andere als gut dastehen. So bezogen im September 2012 mehr als 125.000 Selbstständige ergänzende Hartz IV-Leistungen, weil ihre Einkünfte aus der Selbstständigkeit ihren Lebensunterhalt nicht decken. Das DIW hat für Einzelselbstständige einen durchschnittlichen Stundenlohn von 13 Euro ermittelt. Lediglich eine geringe Zahl von Einzelselbstständige bringe es auf Einkommen, die deutlich über dem Durchschnittsverdienst liegen. Insgesamt gibt es in Deutschland gegenwärtig rund 2,5 Millionen Solo-Selbstständige. Mehr als 14 Prozent von ihnen haben keine Altersversorgung, viele eine nur unzureichende. Der Grat zwischen unternehmerischer Freiheit und dem Abstieg ins Prekariat ist also schmal.
Ökonomen warnen vor Lüge bei der Selbstständigkeit, Welt 13.2.13


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Für und Wider eines Anti-Stress-Gesetzes 
Donnerstag, 7. Februar 2013 - Arbeit
Aufgrund der immer stärker zunehmenden psychischen Erkrankungen in der Arbeitswelt und ständig steigender Stresswerte diskutiert die Bundesregierung gegenwärtig über die Einführung einer Anti-Stress-Gesetzgebung. Auf Zeit online hat die Redaktion dazu eine interessante Pro-Contra-Diskussion initiiert. Für mehr gesetzliche Regulierung spreche die Tatsache, dass viele Berufsgruppen kaum eigenständige Spielräume hätten, um über Arbeitsdichte, Zeitdruck und Prioritäten eigenständig zu entscheiden. Hinzu komme, dass die bestehenden Regelungen zum Arbeitsschutz das Thema psychische Belastung bisher nicht erfassen. Auch mit einem Verweis auf die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer sei es nicht getan, da damit die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers auf die Mitarbeiter abgewälzt werde. Der Contra-Beitrag führt hingegen an, dass für viele Berufe die Arbeits- und Erholungsphasen bereits definiert seien und es damit an den Beschäftigten selbst sei, notfalls mit Hilfe von Betriebsrat oder Gewerkschaft, auf die Einhaltung dieser Regelungen zu pochen. Der Beitrag hebt die Notwendigkeit hervor, dass Unternehmen mündige Mitarbeiter brauchen, die selbst nach Bedarf Entscheidungen treffen - was voraussetze, dass man ihnen zugestehe, ihre Zeit so frei wie möglich einzuteilen.
Brauchen wir ein Anti-Stress-Gesetz? Zeit online 29.1.13


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Gehaltszufriedenheit ist eine relative Größe 
Dienstag, 29. Januar 2013 - Arbeit
Wie zufrieden Menschen mit ihrem Einkommen sind, ist nicht allein eine Frage des absoluten Einkommens, sondern immer auch eine des Vergleichs. Verdienen Menschen im Vergleich zu Personen, die etwa gleich alt sind, einen ähnlichen Job ausüben und eine ähnliche Ausbildung haben, mehr, macht sie das glücklicher. Liegt das Einkommen jedoch unter dieser intuitiv gewählten Vergleichsgruppe, ist leicht Frust die Folge - selbst wenn das Gehalt vielleicht auskömmlich ist. Eine interessante Facette: Wer mehr verdient als vergleichbare Arbeitnehmer, schreibt das meist den eigenen Fähigkeiten zu, während die Wenigerverdiener die Schuld eher beim Chef suchen, von dem sie sich ungerecht behandelt fühlen. Und: Jüngere Arbeitnehmer fühlen sich durch ältere Kollegen, die mehr verdienen, eher angespornt - wohl weil sie auf einen vergleichbaren Gehaltssprung in der Zukunft hoffen. Etwa ab Mitte 40 kippt diese Perspektive hingegen - dann werden gleichaltrige Besserverdiener schlicht zum Ärgernis.
Hauptsache, ich kriege mehr als du, Spiegel online 21.1.13


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In der Stille von der Ratio zur Intuition 
Montag, 21. Januar 2013 - Arbeit
Sind Sie, jetzt wo das neue Jahr schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, noch relaxt von der Auszeit zwischen den Jahren - oder stehen Sie bereits wieder unter Strom? Im Trubel des Alltags fällt uns das Innehalten nicht leicht, weshalb die "Welt" in einem Beitrag der Frage nachgeht, wie sich das Arbeitsleben mit besserer Balance durchstehen lässt. Neben verschiedenen Firmenprogrammen zum Gesundheitsmanagement und Angeboten im Bereich Personal Coaching stellt der Artikel auch die Arbeit von Paul J. Kohtes, Zen-Lehrer und Führungskräftecoach und einst Gründer von Europas heute umsatzstärkster PR-Agentur Ketchum Pleon (seinerzeit Kohtes Klewes). Kohtes bringt Führungskräften in seinen "Zen for Leadership"-Seminaren bei, wie sie die Balance zwischen Beruf und persönlichen Bedürfnissen besser bewerkstelligen. Das Meditieren vor einer weißen Wand ist für ihn ein Weg, festgefahrene Perspektiven loszulassen, ein Weg "vom Kanal zum Fluss, weg von rationalen Plänen und Kalkül, hin zur Intuition, zum natürlichen Fließen". "Erfolgsdruck führt zu Abhängigkeit", sagt Kohtes, denn: "Je mehr Energie Sie zwanghaft in etwas reinsetzen, desto mehr Gegendruck entsteht."
Auf dem Weg vom Trubel in die Stille, Die Welt 2.1.13


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Neuer Studiengang Holistic Management 
Mittwoch, 12. Dezember 2012 - Arbeit
Das Steinbeis Transferinstitut Freiburg und der Berufsverband der Yogalehrenden preschen mit einem neuen Studiengang zu Holistic Management nach vorne. Ab dem Sommersemester 2013 haben Interessierte die Gelegenheit, in Freiburg das sechs bzw. sieben Semester dauernde Studium zu absolvieren. Als dualer Studiengang ausgelegt, bietet das Curriculum neben einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium Einblicke in die angewandten Yogawissenschaften. Neben regelmäßiger Yogaübungspraxis bieten die östlichen Weisheitskonzepte auch wichtige Impulse für ein neues Führungsverständnis.
Pressemitteilung BDY


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