Vorwissen erschwert unvoreingenommenes Lernen 
Montag, 31. März 2014 - Studien
Eine Studie mit Kindern und jungen Erwachsenen zeigt, dass Vorwissen und Lebenserfahrung die Fähigkeit zu unvoreingenommenem Lernen behindern können. Beiden Gruppen wurde in einem Experiment gezeigt, dass die Lösung eines Problems entweder aus der Wahl von einem Aspekt (A oder B = disjunktive Bedingung) oder der Kombination zweier Aspekte besteht (A und B = konjunktive Bedingung). Im zweiten Durchgang, in dem nicht klar war, welche der beiden Bedingungen zur Lösung führt, sollten alle Probanden aus beiden Lösungsmöglichkeiten die richtige auswählen. Während die Erwachsenen sich häufiger für die disjunktive Bedingung entschieden, probierten die Kinder häufiger auch die konjunktive Bedingung aus, die sie gerade gelernt hatten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder aufgrund weniger Vorwissen offener mit neuen Möglichkeiten umgehen, während Erwachsene Muster, die ihren bisherigen Grundannahmen eher widersprechen, leichter ausblenden. Das im Alltag und vor allem auch im Geschäftsleben sehr typische Entweder-Oder-Denken könnte sich im Experiment also fortgesetzt haben.
Wenn Kinder schlauer sind als Erwachsene, Gehirn & Geist 11.3.14

[ 1 Kommentar ]     Permalink
Energie bei der Arbeit wirklich nutzen 
Freitag, 28. März 2014 - Studien
Eine Untersuchung der puls Marktforschung GmbH zeigt, dass viele Mitarbeiter bei der Arbeit ihre Energie nicht ausschöpfen. So gaben nur 74 Prozent der Befragten an, im Job wirklich alles zu geben. Die Forscher weisen darauf hin, dass im Unternehmensalltag zahlreiche Energieräuber lauern, durch die die Kräfte der Angestellten verschwendet oder untergraben werden. So fühlen sich 47 Prozent der Befragten unterfordert. Ein Drittel beklagt sich über fehlendes Feedback. Beinahe genauso viele können sich nicht mit den Werten und Zielen ihres Unternehmens identifizieren. Die Studie möchte darauf hinweisen, dass nicht nur akute Überforderung und Stress Menschen aus ihrer Energiebalance bringen, sondern dass im Arbeitsleben auch subtilere Faktoren dazu führen können, dass Mitarbeiter innerlich verschleißen.
Wie Unternehmen Kraft in Krankheit verwandeln, Die Welt 20.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wenn Kränkungen krank machen 
Donnerstag, 27. März 2014 - Arbeit
Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen lässt die Wissenschaft auf immer neuen Wegen nach den Ursachen suchen. Eine Untersuchung der Universität Lüneburg etwa zeigt, dass von stressgeplagten Betroffenen vor allem im Beruf erfahrene Kränkungen als Last betrachtet werden, die zur eigenen Erschöpfung beitragen. Mangelnde Wertschätzung, eine fehlende Feedbackkultur, aber auch äußere Arbeitsumstände, die nahe legen, dass Mitarbeiter weniger geschätzt, sondern eher verheizt werden, können dazu beitragen, dass das Selbstwertgefühl von Mitarbeiter massiv untergraben wird und sie schließlich krank werden. Eine Untersuchung über glückliche Paare scheint Belege zu liefern, warum gerade negative Umgangsformen solch krasse Folgen nach sich ziehen können. Die befragten glücklichen Paare gaben an, dass in ihrer Beziehung positive zu negativen Statements gegenüber dem Partner bzw. der Partnerin im Verhältnis 5:1 stünden - was auch so gedeutet werden kann, dass ein negatives Erlebnis fünf positive Begegnungen braucht, um kompensiert zu werden.
Von der Kränkung zur Krankheit, Die Welt 20.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Leistungswahn treibt immer bizarrere Blüten 
Mittwoch, 26. März 2014 - Studien
Im Kampf um den Erhalt der eigenen Leistungsfähigkeit im Job werden immer öfter die extremsten Mittel angewendet. Nach Medikamenten wie Ritalin scheinen nun auch harte Drogen Einzug zu halten beim Job-Doping. So zeigt eine Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) an der Universität Hamburg, dass Chrystal Meth und Speed längst in den Kanon der "leistungssteigernden Mittel" aufgenommen worden zu sein scheinen. Jedenfalls haben 4,5 Prozent der Erwachsenen im vergangenen Jahr Chrystal Meth, das zu den härtesten und gefährlichsten Suchtmitteln überhaupt zählt, konsumiert. Auch Kokain (0,8 Prozent) und Speed (0,7 Prozent) werden in diesem Kontext genannt und genutzt. Diese Entwicklung sollte alarmieren, denn die besonders harten Suchtmittel machen nicht nur sehr schnell abhängig, sondern können auch schneller als andere Drogen zu irreparablen Schäden im Gehirn und Körper führen.
Kollegen auf dem Crystal-Trip, FAZ 15.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Wachsender Coachingmarkt mit Macken 
Dienstag, 25. März 2014 - Arbeit
Coaching ist en vogue und die entsprechenden Ausbildungen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Ob günstig oder teuer, die Fundierung der Angebote ist trotz verschiedener Zertifizierenden nicht immer gegeben. Eine Studie der Universität Osnabrück legt nahe, dass in Deutschland lediglich vier Prozent der Coaching-Ausbildungen auf wissenschaftlich nachweisbar wirksame Methoden setzen. So bemängelt die Untersuchung, dass beispielsweise 36 Prozent der Coaching-Ausbildungen auf NLP basieren, obwohl die Wissenschaft bei den Methodiken keine Wirksamkeit erkennen könne. 55 Prozent setzen auf einen systemischen Ansatz. "Dahinter verbirgt sich meist ein Mix aus Systemtheorie, Konstruktivismus, Kybernetik, Familientherapie und immer häufiger auch esoterischen oder spirituellen Ansätzen", so die Welt. Leider geht der Beitrag nicht näher darauf ein, welche Maßstäbe an eine wissenschaftlich nachweisbare Wirkung angelegt werden, denn wer schon einmal Erfahrungen mit NLP, systematischen Tools oder Aufstellungen gesammelt hat, weiß nur zu gut, dass sich damit Wirkungen erzielen lassen, die verblüffend sind - und Lebenszusammenhänge nachhaltig ändern können. Die Kritik des Artikels ist andererseits auch in Teilen durchaus berechtigt, denn Coaching-Ausbildungen werden für die Anbieter immer mehr zu einer Geldmaschine, während die Ausgebildeten oft nicht allzu viel davon haben. So zeigt eine Umfrage, dass von 452 befragten Coaches mehr als die Hälfte noch nicht einmal ein Viertel ihres Umsatzes mit Coaching generieren.
Das Coaching-Siegel ist ein teures Muster ohne Wert, Die Welt 15.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Anti-Wachstums-Vorreiter 
Montag, 24. März 2014 - Management
Die Wirtschaftswoche widmet einen spannenden Artikel der Frage, ob Unternehmen tatsächlich immer weiter wachsen müssen. Ausgangspunkt ist eine Studie, die auf Basis von Nachhaltigkeitsberichten einen neuen Trend festgestellt hat - den der nicht explizit wachsen wollenden Unternehmen. Als Beispiel wird etwa die kleine Brauerei Neumarkter Lammsbräu angeführt, die Bio-Getränke produziert und allein aufgrund der Geschäftspolitik, nur mit regionalen Rohstoffen aus dem Biolandbau zu arbeiten, logischerweise nicht unendlich wachsen kann. Das selbstauferlegte Nicht-Wachsen könnte in Zukunft für immer mehr Firmen zum Thema werden. Zwar sind die grundsätzlichen Grenzen von Wachstum in der Wissenschaft schon länger ein Thema, doch viele Firmen halten nach wie vor am Glauben, kein Wachstum sei ein Rückschritt, fest. Was nicht zuletzt auch an der Tatsache liegt, dass fremdfinanzierte Unternehmen immer auch ihre Investoren zufriedenstellen müssen. So geht der Artikel auch explizit auf andere Unternehmensformen wie die gute alte Genossenschaft ein, die nicht per se Wachstum als Unternehmensziel definieren. Gegenwärtig mögen die Anti-Wachstums-Vorreiter noch eine kleine Minderheit darstellen, doch ob kurz oder lang dürfte für immer mehr Unternehmen die Frage zentral werden, wie sie sich im immer härter werdenden Verdrängungswettbewerb behaupten können - ohne gegen Wettbewerber ankämpfen zu müssen und bei einer Firmenpolitik, die im Einklang zu ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen steht.
Nicht wachsen - und dennoch gewinnen, WiWo 14.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Chefinnen kein Garant für höhere Gewinne 
Freitag, 21. März 2014 - Studien
Es gibt zahlreiche Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen einem hohen Frauenanteil in den Führungsetagen und der Unternehmensperformance herstellen, doch eine Studie aus Schweden zeigt nun das Gegenteil. Untersucht wurden 125.000 schwedische Firmen im Hinblick darauf, ob die von Frauen geführten Firmen mehr Gewinne erwirtschaften. Herausgerechnet wurden bei der Analyse branchen- und regionsspezifische Unterschiede. I Ergebnis lag die Umsatzmarge, die von Männern erzielt wurde, bei 8,4 Prozent, während weibliche Chefs nur 7 Prozent erreichten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es Männern häufiger gelinge, bessere Preise zu erzielen, und insgesamt mehr Verhandlungsgeschick bewiesen, während Frauen sich bei geschäftlichen Deals eher unnachgiebig und kleinlich zeigten. Hinzu kommen, dass Frauen anscheinend mehr in ihr Personal investierten.
Weibliche Chefs machen weniger Gewinn, FAZ 12.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Kampf oder Flucht? Das ewige Stress-Dilemma ... 
Donnerstag, 20. März 2014 - Arbeit
Der Mensch scheint für die Arbeitswelt von heute nicht gemacht zu sein. Während unsere Vorfahren große Herausforderungen mit Kampf oder Flucht begegnen konnten und nach solchen Phasen extremer Anspannung wieder zur Ruhe finden konnten, scheint der durchschnittliche Arbeitnehmer heute unter Dauerfeuer zu stehen. Die Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen stiegen in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent. Zwar machten diese Krankheiten 2012 lediglich fünf Prozent aller Krankheitsfälle aus, führten jedoch zu zehn Prozent der Fehltage. Die Beratungsfirma Booz & Co. errechnete für 2009 Produktivitätsausfälle in Höhe von rund 225 Milliarden Euro. Die Krankenkassen starten zwar zunehmend Präventionsprogramme, investieren dafür aber gerade einmal 0,1 Prozent ihrer Budgets.
Der volkswirtschaftliche Schaden von Arbeitsstress, Die Welt 13.3.14


[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter