Meditation für bessere Performance 
Montag, 23. Februar 2015 - Management
Der gegenwärtige Meditations-Boom hat nun sogar Eingang in den Harvard Business Manager gefunden, der in einem Artikel einen "Überblick über die aktuellen Forschungsergebnisse und die wichtigsten Lehren für Berufstätige" gibt. Da Meditation die Hirnregion stärkt, die für die Selbstregulation zuständig ist, könnten Berufstätige davon profitieren, weil sie dabei helfe, "flexibel von einer Strategie zur anderen umzuschalten" und "aus Erfahrungen zu lernen, um möglichst gute Entscheidungen zu treffen". Ein weitere Hirnareal, das durch die Stillepraxis gestärkt wird, spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Resilienz - "eine weitere Fähigkeit, die wir in unserem heutigen Geschäftsleben mit seinen hohen Anforderungen dringend benötigen". Was klingt, wie aus einem Werbeprospekt, stammt aus den Federn der drei angesehenen Meditationsforscherinnen Christina Congleton, Britta Hölzel und Sara Lazar. Ihre Schlussfolgerung: "Deshalb sollten wir Achtsamkeit nicht länger als eine Eigenschaft betrachten, die für Führungskräfte zwar wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig ist. Im Gegenteil: Achtsamkeit ist ein absolutes Muss - nur so bleibt unser Gehirn gesund und funktionstüchtig, nur so sind wir zu einer effektiven Selbstregulation in der Lage, können die richtigen Entscheidungen treffen und uns vor schädlichem Stress schützen. Achtsamkeitsübungen kann man in sein religiöses oder spirituelles Leben integrieren oder auch einfach nur als mentales Training betreiben." Die gegenwärtige Popularisierung von Meditation hat sicherlich auch ihr Gutes - gesund zu sein ist besser als krank, keine Frage. Die Frage ist allerdings, ob Meditation als so verstandene Selbstoptimierungsmethode wirklich funktioniert, denn letztlich beruht ein nicht unwesentlicher Teil ihrer Wirkung auf dem Loslassen ...
Workout für das Gehirn, HBM 10.2.15

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Davos meditiert 
Dienstag, 17. Februar 2015 - Management
Seit dem Weltwirtschaftsforum schwappt eine neue Welle der Berichterstattung über Meditation durch die Medien und man könnte meinen, die Achtsamkeitsrevolution ist in vollem Gange. In Davos hatten die Mächtigen immerhin die Gelegenheit, mit Jon Kabat-Zinn, dem Entwickler der heute wohl weltweit verbreitetsten Achtsamkeitsmeditation Mindfulness-Based Stress Reduction das Dasein im Hier und Jetzt zu üben. "Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender berichtet von seiner Erleichterung darüber, dass Meditieren heute Mainstream ist. Im Silicon Valley ist es ein Volkssport. Die Firmen dort, allen voran Google, treiben ihre Mitarbeiter geradezu in die Kurse", berichtet die FAS. Und Arianna Huffington, Gründerin der Huffington Post, äußert auf dem Podium: "Meditation hat mein Leben verändert." Ob Achtsamkeit nicht nur ruhig, gelassen und glücklich macht, wie Jon Kabat-Zinn sagt, sondern auch "Chefs zu besseren Chefs", wie die FAS folgert, wird sich zeigen. Von den 2.900 Besuchern des Weltwirtschaftsforums nahmen an der Morgenmeditation mit dem weltbekannten Mediziner und Meditationslehrer immerhin 80 teil.
Wenn Manager meditieren, FAS 17.2.15

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Konfusion im Management 
Freitag, 13. Februar 2015 - Management
Von Führenden erwartet man, dass sie wissen, wo es langgeht. Doch die wachsende Unübersichtlichkeit in der Weltwirtschaft macht auch vor den Führungsetagen nicht halt. In einem Beitrag über die "überforderte Elite" fängt die Welt am Sonntag Stimmungsbilder ein, die zeigen, dass die Top Executives langsam zu erkennen beginnen, wie wenig sie eigentlich im Griff haben. So stellen immer mehr Führungskräfte ernüchtert fest, dass sie nicht nur ein oder zwei Krisenherde im Blick behalten müssen, sondern sich eine Vielzahl sich stetig wandelnder Gefährdungslagen entwickelt hat, deren wechselseitiges Ineinanderwirken so etwas wie Planung oder Kontrolle nahezu unmöglich werden lässt. In Davos habe der Begriff "Disruption", also Verwerfung, sich fast schon zum Schlagwort entwickelt. Berater sprechen bereits davon, dass es immer mehr zur Führungsaufgabe werden, "das Unplanbare zu planen". Manche Top-Manager indes verabschieden sich sogar vom Planen-Wollen und setzen darauf, lieber möglichst schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Wo der Einfluss des Individuums sinkt, schlagen manche Führungskräfte sogar einen Kurs des Loslassens ein. In dem Beitrag bekennt sich beispielsweise Klaus Kleinfeld, früher Siemens-Vorstand, heute CEO des Aluminiumherstellers Alcoa, dazu, mindestens drei Mal pro Woche zu meditieren.
Die überforderte Elite, Welt am Sonntag 25.1.15

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Glückliche Unternehmen sind erfolgreicher 
Dienstag, 20. Januar 2015 - Management
Dank Motivationsforschung und neurowissenschaftlicher Erkenntnisse ist für immer mehr Unternehmensberater augenscheinlich, dass Glück ein zentraler Wirtschaftsfaktor ist. Laut Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gehen der deutschen Wirtschaft jährlich 364 Milliarden Euro verloren, weil Mitarbeiter am Arbeitsplatz unglücklich seien. Im Interview mit Zeit online erklärt die Betriebswirtin Dorette Segschneider, wie Führungskräfte das Arbeitsklima und damit Engagement und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter durch ernst gemeintes Lob, gelebte Wertschätzung und innere Begeisterung nachhaltig fördern können. Obwohl all diese Erkenntnisse nicht neu sind, hakt es in der Praxis doch immer wieder an der Umsetzung, weil man die "unzähligen Tipps nicht nur lesen, sondern auch nachhaltig umsetzen" müsse, so Segschneider. Ihr Tipp für alle, die sich nach mehr Glück im Job sehnen, aber von ihren Vorgesetzten noch nicht die erwünschte Unterstützung erfahren: "Angenommen Sie haben das Gefühl, im Hamsterrad festzustecken und keine Anerkennung für Ihre Leistungen zu erhalten. Dann fangen Sie bei sich selbst an und konzentrieren sich bewusst auf die positiven Seiten. Gehen Sie achtsam mit den guten Dingen um, die Ihnen im Leben passieren. Langfristig entwickeln Sie so ein Bewusstsein für das Gute in Ihrem Leben oder in Ihrem Job. Oder es führt dazu, dass Sie motiviert einen neuen Job suchen, in dem Sie Anerkennung bekommen. So oder so führt Achtsamkeit zu Zufriedenheit. Und die macht glücklich."
"Glück ist ein Wirtschaftsfaktor", Zeit online 9.1.15


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Meditation: Absichtslosigkeit führt zum "Erfolg" 
Montag, 19. Januar 2015 - Management
In einem Interview mit dem Online-Magazin ChangeX gibt der Zen-Lehrer und Führungskräfte-Berater Paul J. Kohtes einen Überblick über den Status quo von Achtsamkeit in Unternehmen. "Ganz allgemein beobachte ich, dass Unternehmen mit Meditation und Achtsamkeitspraktiken mitunter ein Mehr an Effizienz verbinden. Die Kunst, komplexe Prozesse konkreter und souveräner führen und managen zu können", erklärt Kohtes. Dieses zielorientierte Denken sei dem Wesen der Meditation zwar fremd, funktioniere jedoch bis zu einem gewissen Grad. Allerdings: "Meditation ist ein Weg, den jeder für sich selbst gehen muss, sei es als Individuum oder sei es als Unternehmen. Irrungen und Wirrungen sind selbstverständliche Begleiter auf diesem Weg, und erst indem man solche Phasen durchläuft, lässt sich ermessen, was Meditation bedeuten kann. Die Stolpersteine und Sackgassen sind also ein vitaler Teil des Prozesses. Für Vorreiter in diesem neuen Feld der Unternehmens- und Personalentwicklung ist das Risiko einer Fehlinvestition jedoch extrem gering, weil die bisherigen Praxiserfahrungen belegen, dass ein verstärktes konstruktives Miteinander die Mindestausbeute ist." Zwar gibt es noch keine wissenschaftlichen Langzeitstudien zur Wirkung von Meditation im Business, doch in dem Buch Mit Achtsamkeit in Führung, das Paul Kohtes und ich gemeinsam geschrieben haben, finden sich zahlreiche Fallbeispiele, die illustrieren, wie Firmen konstruktiv mit Meditation arbeiten.
Nichts wollen, ChangeX Januar 2015

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Mut zu Emotionalität und Ungewöhnlichem 
Mittwoch, 14. Januar 2015 - Management
Der Managementberater Helmut Geiselhart rät Führungskräften dazu, sich bei Künstlern neue Fähigkeiten abzuschauen. Führung müsse schöpferische Leistungen ermöglichen und dazu beitragen, dass Unternehmen originell und unverwechselbar sind. Dazu in der Lage zu sein, habe viel mit einer Herangehensweise zu tun, die auch für Kunst kennzeichnend sei, nämlich die Grenzen des Üblichen zu überschreiten und Kräfte zu mobilisieren, die nicht aus den oberflächlichen Schichten der Persönlichkeit erwachsen. "Gute Künstler zeichnet aus, dass sie einen neuen Blick auf die Welt werfen, so wie Kinder, mit großer Offenheit. Sie besitzen besondere Aufmerk­samkeit. ... Künstler unterscheiden sich dadurch, dass sie loslassen und Abschied nehmen können. Sie kleben nicht am Bisherigen und klammern nicht am Vertrauten", so Geiselhart. Unternehmensführung verlange neben der rationalen Kompetenz gleichermaßen die "Kraft des Emotionalen", denn: "Widersprüche zwingen das Neue herbei."
Manager, geht bei Künstlern in die Lehre! WiWo 2.1.15

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Schockstarre vor GenY 
Dienstag, 13. Januar 2015 - Management
Managementprofessor Philipp Riehm diagnostiziert, dass viele deutsche Unternehmen mit Blick auf die Generation Y, die bis zu 35-Jährigen in der Arbeitswelt, in eine Schockstarre verfallen. Ein wunder Punkt sei das nach wie vor sehr hierarchiebasierte System vieler Firmen, gepaart mit Geheimniskrämerei und Kontrolle. Die GenY wolle indes ziemlich das Gegenteil: "Generell ist zu beobachten, dass sich junge Führungskräfte von Hierarchien, Machtdemonstration und Befehlsgewalt verabschieden. Sie wollen Mitarbeitern Gestaltungsspielräume eröffnen und abteilungsübergreifend arbeiten." Ein weiterer Aspekt, der bereits mittelfristig einen Kulturwandel notwendig erscheinen lässt: "Was die Generation Y maßgeblich von anderen Generationen unterscheidet, ist ihr Ziel- und Wertesystem. Die Jungen haben genau beobachtet, was mit den Älteren passiert ist. Dass die Älteren Arbeit als Selbstzweck verstehen und dafür häufig auch ihre Ideale aufgegeben haben, verstehen die Jungen nicht. Sie sehen in der Arbeit nicht nur Selbstzweck. Unternehmen, die ihre eigenen Werte und Ziele mit denen der jungen Mitarbeiter in Einklang bringen, werden zu den Gewinnern zählen. Dazu muss man die Generation Y verstehen."
"Die führen nicht effizient", Zeit online 2.1.15

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Therapiemethoden für besseres Führen 
Dienstag, 16. Dezember 2014 - Management
In einem Beitrag des Harvard Business Managers beschreibt Lisa Buckingham, Personalchefin des Finanzdienstleisters Lincoln Financial, wie sich Elemente etablierter Therapiemethoden, beispielsweise aus dem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker, auf die Arbeitswelt übertragen lassen und welche Veränderungen dadurch möglich werden. Das Verändern dysfunktionaler Gewohnheiten, in Therapien wesentliches Moment für konstruktive Veränderungen, kann auch im Business eine Menge bewirken. So viel Buckingham auf, dass im eigenen Unternehmen Meetings häufig zu spät begannen und Mitarbeiter nicht aufmerksam bei der Sache waren, weil sie mit ihren Handys beschäftigt waren. Die Personalerin führte es ein, dass Besprechungen grundsätzlich pünktlich starteten - und Mitarbeiter zum Telefonieren den Raum verließen. Auch die Atmosphäre des Vertrauens und der Geborgenheit, die für Therapiesituationen üblich ist, führte bei dem Finanzdienstleister zu wesentlichen Veränderungen in der Arbeitskultur. Meetings werden dort inzwischen mit einer kurzen Phase des persönlichen Austauschs begonnen, wodurch eine Nähe entstehe, die es den Mitarbeitern erlaube, sich zu öffnen und auch verletzbar zu zeigen, was den Teamzusammenhalt fördere. Auch ist es im Unternehmen inzwischen üblich, Erfolge, und seien sie noch zu klein, bewusst zu feiern - sei es durch eine Dankes-Mail oder auch mal einen Blumenstrauß.
Lernen von den Anonymen Alkoholikern, HBM 4.12.14

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