Neuro-Doping greift um sich 
Freitag, 27. März 2015 - Studien
Vor einigen Jahren noch eher ein exotisches Phänomen, inzwischen auf dem Weg zum ernstzunehmenden Problem - immer mehr Deutsche betreiben Hirn-Doping. Laut Gesundheitsreport 2015 der Krankenkasse DAK stieg die Zahl derjenigen, die mit Medikamenten versuchen ihre Leistungskraft zu verbessern, von 4,7 Prozent im Jahr 2008 auf 6,7 Prozent im Jahr 2014. Rund drei Millionen Deutsche haben schon einmal zu Tabletten gegriffen, um sich bei der Arbeit fitter zu fühlen und sich zu pushen. Regelmäßig tun dies 1,9 Prozent der Berufstätigen - also knapp eine Million Menschen. Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer lehnen diesen Medikamenteneinsatz ab - wenn der Arzt entsprechende Mittel nicht ausdrücklich verschreibt oder auch, weil sie Angst vor Nebenwirkungen haben. Die Hirn-Doper greifen vor allem in schwierigen Situationen wie bei Prüfungen, Präsentationen oder schwierigen Gesprächen zu Pillen. 35 Prozent meinen, dadurch gehe ihnen die Arbeit leichter von der Hand. 4,7 Prozent aller Beschäftigten sehen im Neuro-Enhancement eine Möglichkeit, ihre Nervosität und Ängste zu verringern, 3,3 Prozent versprechen sich eine Leistungssteigerung.
Immer mehr Deutsche dopen sich, SZ 17.3.15

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Jeder fünfte Arbeitnehmer stößt an Leistungsgrenze 
Donnerstag, 26. März 2015 - Studien
Die deutschen Arbeitnehmer scheinen mit ihrer Leistungsfähigkeit zunehmend am Anschlag zu sein - und 51 Prozent der Beschäftigten fühlen sich hilflos, weil sie keinen oder nur geringen Einfluss auf ihr Arbeitsvolumen haben. Das sind die Erkenntnisse des Gesundheitsmonitors, für den die Bertelsmann-Stiftung und die Krankenkasse Barmer GEK 1.000 Erwerbstätige befragten. Knapp ein Fünftel der Befragten stößt nach eigenen Angaben regelmäßig im Job an die eigene Leistungsgrenze, 23 Prozent machen keine Pausen. Und jeder achte Mitarbeiter schleppt sich auch krank zur Arbeit. 42 Prozent geben an, sich so sehr zu verausgaben, weil sie den wachsenden Anforderungen anders schlicht nicht nachkämen. Schon jeder Dritte weiß nicht mehr, wie er den bestehenden Ansprüchen an ihn noch gerecht werden soll. Die Studie rät Unternehmen dazu, eine Leistungskultur zu etablieren, in der Gesundheit als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg anerkannt werde.
Wir arbeiten mehr, als uns gut tut, Zeit online 17.3.15

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Wandel braucht längere Lernphasen 
Mittwoch, 25. März 2015 - Studien
Eine wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung der Goethe Universität Frankfurt macht nachvollziehbarer, warum Wandel häufig recht lange Zeiträume benötigt, bis er wirklich greift. Die Forscher untersuchten anhand der Aussagen von mehr als 380.000 aus 104 Ländern, die in den 1994 bis 2013 im Rahmen der World Values Surveys und der Afrobarometer Surveys erhoben wurden, wie sich das Verhältnis der Menschen zur Demokratie als Staatsform verändert. Dabei zeigte sich, dass der Grad der Befürwortung mit der Zeitdauer, die Menschen in einer Demokratie gelebt haben, wächst. Wie stark dieser Zusammenhang nach dem Herausrechnen anderer Faktoren wie der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist, zeigt dieses Beispiel: „Der Grad der Unterstützung steigt bei jemandem mit einer hohen Schulbildung im Vergleich zu einer Grundschulausbildung. 8,5 Jahre länger kontinuierlich in einer Demokratie gelebt zu haben, verursacht ungefähr den gleichen Sprung wie ein solcher Bildungsunterschied." Politische Umbrüche zu wollen und auf den Weg zu bringen, ist eine Sache, doch bis diese sich wirklich als Lebensform verankern, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Zeit Menschen haben, um mit dem Neuen vertraut zu werden.
Demokratie: Gewohnheit macht Unterstützer, wissenschaft.de 6.3.15


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Jobverlust untergräbt Vertrauen 
Freitag, 20. März 2015 - Studien
Wer einmal seinen Arbeitsplatz verloren hat, ist über Jahre deutlich misstrauischer als Menschen, die keinen Jobverlust zu erleiden hatten, so die Erkenntnis der Auswertung der Daten von knapp 7.000 Personen durch die University of Manchester. Gewöhnlich ist der Grad des Vertrauens, den Menschen ihren Mitmenschen und der Welt entgegenbringen, über die Lebensspanne relativ konstant. Wenn Menschen indes ihren Job verlieren, sinkt ihr Vertrauen erheblich - und das Misstrauen, das entsteht, bleibt über Jahre erhalten. Entlassungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könnten demzufolge langfristige gesellschaftliche Nebenwirkungen haben, so die Forscher.
Entlassungen machen auf Jahre hinaus misstrauischer, spektrum.de 10.3.15

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Heute schon gekündigt? 
Donnerstag, 19. März 2015 - Studien
Nur 15 Prozent der Deutschen sind wirklich mit vollem Elan bei der Arbeit, genauso viele haben indes bereits innerlich gekündigt - der Rest macht bestenfalls Dienst nach Vorschrift. So das ernüchternde Ergebnis der diesjährigen Gallup-Umfrage zur Arbeitsmotivation und emotionalen Bindung der Mitarbeiter an ihre Arbeitgeber. Die emotionale Demotiviertheit hat verschiedene Folgen. 60 Prozent der emotional distanzierten Arbeitnehmer geben an, sich ausgebrannt zu fühlen - von den emotional gebundenen sind es nur 21 Prozent. 19 Prozent der Distnazierten suchen aktiv nach einem neuen Job, weitere 23 Prozent halten die Augen danach immerhin offen - bei den emotional Engagierten liegen diese Werte bei lediglich einem bzw. sechs Prozent.
15 Prozent haben innerlich gekündigt, SZ 10.3.15

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Killt der Kapitalismus die Demokratie 
Mittwoch, 18. März 2015 - Studien
Mehr als 60 Prozent der Deutschen glaubt, dass hierzulande keine echte Demokratie herrscht. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin. In den Augen von jedem Dritten führt der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger. Drei von zehn Bundesbürgern glauben, dass eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus möglich sei. 27 Prozent befürchten sogar, dass aufgrund einer zunehmenden Überwachung der Bürger Deutschland auf dem Weg in eine Diktatur sei. Ein Fünftel glaubt, es brauche eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten. Alternative Politik- und Gesellschaftsmodelle scheinen indes Mangelware zu sein. 37 Prozent der West- und 59-Prozent der Ostdeutschen jedenfalls halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine grundsätzlich gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden sei.
Mehr als 60 Prozent bezweifeln Demokratie in Deutschland, Zeit online 23.2.15


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Wer viel verdienen will, muss früh anfangen 
Freitag, 6. März 2015 - Studien
Eine Untersuchung der Landesbank des Bundesstaates New York legt nahe, dass sich die Verdienstmöglichkeiten im Job in den ersten zehn Berufsjahren kristallisieren und größere Gehaltssprünge später die Ausnahme sind. Auf Grundlage der Daten der amerikanischen Sozialversicherungsbehörden aus den letzten drei Jahrzehnten stellten die Ökonomen fest, dass Amerikaner mit einem Medianeinkommen zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr einen Einkommenszuwachs von 38 Prozent erreichten, während es bei den fünf Prozent der Bestverdienenden eine Steigerung um 230 Prozent gab und beim obersten Prozent sogar um 1.450 Prozent. Der steilste Anstieg erfolge dabei jeweils in den ersten zehn Berufsjahren. Bei den Durchschnittsverdienern ergab sich im Alter von 35 bis 45 Jahren eher eine Stagnation im Einkommen, bei 90 Prozent der 45- bis 55-Jährigen sinkt das Einkommen später sogar.
Lebenseinkommen: Die ersten zehn Jahre entscheiden, WiWo 10.2.15

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Sind Physiker intelligenter als Geisteswissenschaftler? 
Dienstag, 24. Februar 2015 - Studien
Eine Übersichtsstudie über den Zusammenhang von Intelligenz und Studienfachwahl aus den USA legt auf den ersten Blick nahe, dass „intelligente“ Menschen sich vor allem in den Naturwissenschaften, insbesondere in der Physik und der Mathematik, sammeln, während vermeintlich weniger Intelligente eher in den Geistes- und Erziehungswissenschaften landen. Die Studie untersuchte mehrere Tests aus fünf Jahrzehnten mit Datensätzen von mehreren Millionen angehenden Studierenden – und alle legten in etwa dieses Bild nahe. Interessanter- oder vielleicht auch zynischerweise landeten die Wirtschaftswissenschaftler in allen Vergleichen eher im Mittelfeld. Heißt das, dass Menschen, die sich zu kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Arbeitsfeldern hingezogen fühlen, dümmer sind? Wohl kaum, denn das, was in den verschiedenen Tests als Intelligenz gemessen wurde, bezieht sich hauptsächlich auf kognitive und mathematisch-technische Aspekte, während in den klassischen Erhebungsinstrumenten soziale Fähigkeiten, historische Kenntnisse oder auch das Gespür für größere gesellschaftliche Zusammenhänge erfahrungsgemäß keine Rolle spielen. Die Studie zeigt also eher, dass aufgrund des vorherrschenden kulturellen Selbstverständnisses vor allem wirtschaftlich verwertbare Fähigkeiten eine Rolle spielen und gemessen werden – was dazu führt, dass eine vordergründung materiell-funktionalistische Kultur sich selbst aufrechterhält, obwohl die weiteren gesellschaftlichen Entwicklungen schon lange nahe legen, dass wir ganz andere Fähigkeiten dringend stärker gewichten und vor allem kultivieren sollten.
Was das Studienfach über die Intelligenz aussagt, WiWo 10.2.15

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