Achtsamkeit im Unternehmen - Zugangswege und Best practices 
Dienstag, 31. März 2015 - Arbeit
In der Februar-Ausgabe des Magazins ManagerSeminare haben Paul Kohtes und ich einen Artikel veröffentlicht, der zeigt, welche Formen der Meditation sich für den Einsatz in Unternehmen eignen und wie Firmen entsprechende Programme auf den Weg bringen können, die nicht allein bei der Innenschau verbleiben, sondern gezielt Anknüpfungspunkte an das daily business herstellen. In verschiedenen Best practices stellen wir dabei bereits erfolgreich erprobte Herangehensweisen vor, unter anderem zu resilienter Führung oder auch der Förderung der Achtsamkeitskompetenz im Vertrieb.
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Ökonomie der Fürsorge beginnt in unserem Inneren 
Montag, 30. März 2015 - Arbeit
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos zeigte die bekannte Neurowissenschaftlerin Tania Singer in ihrer Keynote, die nun via Youtube verfügbar ist, dass ökonomische Veränderungen auch durch einen Wandel unseres Innenlebens angestoßen werden können. Mit ihrem umfassenden ReSource-Projekt erforscht sie gegenwärtig, welche Wirkungen unterschiedliche Formen der Meditation bei Gesunden hervorrufen. Erste Auswertungen der Daten legen dabei nahe, dass eine Achtsamkeitspraxis, die gezielt zwischenmenschliche Aspekte einbezieht, das Miteinander auch in der Arbeitswelt konstruktiv verändern könnte. In dem von Singer mitherausgegebenen Buch Mitgefühl in der Wirtschaft präsentieren Singer und weitere Fachkollegen umfangreiches wissenschaftliches Material, welche Grundlagen für eine Ökonomie der Fürsorge in unserem menschlichen Dasein bereits angelegt sind und wie sich diese gezielt im Kontext wirtschaftlichen Wandels mobilisieren lassen.

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Junge machen ihr eigenes Ding 
Donnerstag, 12. März 2015 - Arbeit
Die geänderten Präferenzen der Generation Y stellen immer mehr Firmen vor große Herausforderungen und das nicht nur, weil der arbeitende Nachwuchs sehr eigenwillige Vorstellungen von seiner Mitarbeit in einem Unternehmen hat, sondern auch, weil die Hochqualifizierten bestimmte Branchen zunehmend meiden. War es früher ganz klar, dass die erfolgreichsten BWL-Absolventen eine Karriere in einer der Top-Beratungen anstrebten, gehen viele von ihnen heute schon ganz andere Wege. Kleine Start-ups mit großer Handlungsfreiheit (bei oft geringem Gehalt) scheinen zunehmend den Top-Professionals-Nachwuchs abzuschöpfen. Die Süddeutsche stimmt schon den Abgesang auf die Ära der „Organisation Man“ an. Noch liegt der Paradigmenwechsel erst als Hauch in der Luft, doch Freiheit scheint unaufhaltsam zu einer ernstzunehmenden Währung im Business zu werden.
Lieber leben, SZ 14.2.15

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Arbeitskultur in der Konfusion zwischen Moderne und Tradition 
Mittwoch, 11. März 2015 - Arbeit
Wenngleich sich auch in nichtwestlichen Ländern durch die Globalisierung des kapitalistischen Prinzips die Arbeitskontexte immer weiter an die Gepflogenheiten der einstiegen Industrienationen angleichen, scheinen ursprüngliche kulturelle Muster doch sehr tief verwurzelt und wandlungsresistent. In einem Interview mit Zeit online erklärt der Japan-Experte Franz-Hermann Hirlinger, dass in Japan, obwohl dort Todesfälle aufgrund von Überarbeitung (bekannt als Karoshi) längst zur Kenntnis genommen werden, immer noch das (Selbst-)Bild der allzeitigen Verfügbarkeit im Job vorherrscht. Zwar werden immer mehr Unternehmen auch nach westlich-darwinistischer Manier geführt, doch der ursprüngliche japanische Paternalismus sei noch stark: „Durch diese Kultur der Fürsorge entsteht eine große Loyalität zum Arbeitgeber. Und die Mitarbeiter wollen immer wieder neu beweisen, dass sie zu dieser Firma gehören, indem sie viel Zeit im Unternehmen verbringen.“ Die japanische Regierung will bereits ein Gesetz einbringen, das Arbeitnehmer dazu verpflichtet, jedes Jahr fünf Pflichturlaubstage zu nehmen. Dimensionen, die für Deutsche kaum nachvollziehbar sind. Parallel zur starken Selbstverpflichtung der Arbeitnehmer sind die Japaner zugleich ein eher introvertiertes Volk, das auch kaum Zugang zur eigenen Psychodynamik zu haben scheint. „Man sucht die Fehler oft nur bei sich selbst“, so Hirlinger. Ein Einstellungswandel ist gegenwärtig vor allem bei der jungen Generation zu beobachten: „Seit etwa 15 Jahren zeichnet sich ab, dass die Jungen diese Arbeitskultur nicht mehr wollen. Sie bekommen natürlich mit, dass es diesen Stress in anderen Ländern nicht gibt und sehen das als Vorbild. Die arbeiten inzwischen lieber bei westlichen Firmen, wo die Normen lockerer sind.“ Die Jungen hierzulande indes sind schon einen Schritt weiter – dazu morgen mehr ...
"Ich habe ein Recht auf Arbeit am Wochenende", Zeit online 13.2.15

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Mythos der Dienstleistungsgesellschaft 
Dienstag, 10. März 2015 - Arbeit
Der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten unter anderem suggeriert, dass sich die Arbeitswelt für Viele zum Positiven gewandelt hat. Statt am Fließband zu schuften, „saubere“ Jobs mit direktem Kundenkontakt. Die Realität ist jedoch längst eine andere, wie ein Beitrag in der FAZ zeigt. Dabei geht es nicht nur darum, dass Dienstleistung häufig schlecht bezahlte Arbeit beinhaltet - sei es putzen, das Zustellen von Paketen oder Pflege -, sondern auch die Arbeitsbedingungen selbst eigentlich kaum besser sind als im Kontext der Akkordarbeit. Im Zuge von Rationalisierung und Effizienzsteigerung müssen Dienstleister häufig über die Zeit gesehen immer mehr Leistung erbringen - oder man suggeriert ihnen, sie hätten die Freiheit, selbst zu bestimmen, wo und in welchem Maß ihre Leistung gerade gefragt sei. „Ökonomischer Druck wird mit allen Mitteln nach unten umgelenkt. Das System funktioniert, weil die Arbeit vollkommen voraussetzungslos ist“, folgert die FAZ. Das hat auch Einfluss auf die Befindlichkeit: „Die Leistungsfähigkeit des Körpers ist oft das Einzige, was der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern abschöpfen kann. Sie ist Bedingung ihrer Arbeit und zugleich deren Grenze. Daraus entsteht eine ambivalente Dynamik. Weil die Dienstleister ihren Stolz am Ende des Arbeitstages nicht auf ein Produkt lenken können, sind nur die drückende Müdigkeit und der Schmerz in den Gelenken Beweise ihrer Selbstwirksamkeit.“
Die Leidtragenden unserer Bequemlichkeit, FAZ 12.2.15

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Arbeitskultur muss demokratischer werden 
Freitag, 6. Februar 2015 - Arbeit
In einem Interview mit der Wirtschaftswoche plädiert der Personalexperte Thomas Sattelberger für eine ausgeprägtere Beteiligungskultur in Unternehmen, da diese die Basis für eine neue Wertschöpfung bilde. Sattelberger möchte, dass aus Mitarbeitern "souveräne Unternehmensbürger" werden. Durch die Digitalisierung sei die Zeit des Herrschaftswissens endgültig vorbei und gleichzeitig seien die Freiheitsräume des Einzelnen durch sie erheblich gewachsen. Dem gelte es Rechnung zu tragen. Sattelberger versteht seinen Vorstoß auch als Überwindung der ewig währenden Work-Life-Balance-Diskussion: "Die Suche nach dem Heil im Privatleben folgt einer falschen Motivation. Es ist nicht die Entscheidung für mehr Privatleben. Sondern eine Entscheidung gegen die vorherrschende Art, zu arbeiten. Ein Kompensat für das Verschwinden des Sinns ihrer Arbeit und damit Ausdruck tiefster Frustration über fehlende Entfaltungsmöglichkeiten im Unternehmen." Ein Weg zu besseren Rahmenbedingungen könne die Schaffung "kreativer Ökologien" in Unternehmen sein, die Mitarbeiter an Entscheidungs- und Führungsprozessen stärker beteiligen.
"Teilhaben ist die neue Wertschöpfung", WiWo 20.1.15


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Gute Arbeit braucht Solidarität 
Mittwoch, 28. Januar 2015 - Arbeit
In einem Interview mit Zeit online plädiert Günter Wallraff, der in jüngster Zeit wieder verschiedene praktische Untersuchungen zu prekären Arbeitsbedingungen durchgeführt hat, für mehr Mut zu Visionen, um ein angemessenes Leben und Arbeiten für alle möglich werden zu lassen: "Ich glaube, man muss wieder Utopien zulassen, man muss auch ins Unreine denken dürfen, wir brauchen Visionen. Denn das sollten wir nicht vergessen: Die positiven Realitäten von heute, wie beispielsweise die Gleichstellung der Frau, Kinder- und Minderheitenrechte, Arbeitsschutzgesetze und Umweltschutzbestimmungen, waren die häufig verspotteten Visionen und Utopien von einst. Es ist nichts anderes, wenn wir heute die Bewahrung der Natur, Entschleunigung oder eben menschengerechte Arbeitsbedingungen und Arbeitszeitverkürzung fordern. Wir brauchen auch Spinner und Utopisten, wenn wir an der Realität von morgen bauen wollen." Wallraff setzt sich für eine Aufwertung sozialer und pflegerischer Berufe ein, fordert ein Höchsteinkommen und mahnt, dass wir alle unsere Verantwortlichkeiten im System Wirtschaft stärker zur Kenntnis nehmen sollten. "In den Schulen müsste bereits Verbraucherverantwortung gelehrt werden. Das fängt mit dem Umwelt- und Tierschutz an und geht über die Auswirkungen des Online-Handels auf die Arbeitsbedingungen in diesen Branchen bis hin zum persönlichen Umgang mit Smartphones und dem Internet. ... Wir als Verbraucher sind hier gefordert und haben sogar die Hauptverantwortung. Es ist momentan der Trend, sich möglichst schnell das billigste Produkt liefern zu lassen. Konsumsucht und sofortige Bedürfnisbefriedigung. Egal auf wessen Kosten. Es zahlen aber immer welche drauf, wenn dann Produkte auch noch kostenlos zurückgeschickt werden können", so Wallraff.
"Es wird Zeit für einen Höchstlohn", Zeit online 21.1.15

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Gelassenheit braucht Selbsterkenntnis 
Donnerstag, 15. Januar 2015 - Arbeit
In den Augen der Biologin Carola Kleinschmidt tragen viele Chefs durch unbedachte Führung dazu bei, ihre Mitarbeiter in eine Stressspirale zu treiben. Wenn Vorgesetzte ihre Untergebenen dazu auffordern, Gas zu geben, oder davor warnen, dass Abteilungen geschlossen werden müssen, wenn Umsatzziele nicht erreicht werden, erzeugen Druck, der weit über das angesprochene Thema hinausreicht. "Das heißt ja übersetzt: Ihr verliert möglicherweise eure Arbeitsplätze. Damit produzieren Unternehmen schlechte Gefühle. ... Man möchte, dass die Leute ihre Aufgaben gut erledigen und hält es für ein bewährtes Erfahrungswissen, Druck zu erzeugen. Das ist ein Führungsfehler. Was Chefs nicht klar ist, dass Menschen dadurch in die Stressspirale rutschen.Wer solchen Druck erzeugt, der kann von seinen Mitarbeitern nicht erwarten, dass sie konzentriert ein neues Computerprogramm erlernen oder kreative Ideen entwickeln. Denn diese Fähigkeiten hat man nur in positiver Stimmung, wie die neueste Emotionsforschung zeigt. Die Sorge um den Arbeitsplatz ist außerdem allgegenwärtig. Denn unser Gefühlshaushalt funktioniert nicht punktuell. Die Angst, dass die Abteilung geschlossen werden könnte, bleibt nach Feierabend", erklärt Kleinschmidt. Mit Achtsamkeitstrainings oder ähnlichen Maßnahmen lasse sich im Nachhinein kaum gegensteuern, denn: "Das neue Modewort Gelassenheit sollte man kritisch betrachten. Wer besser mit Stress umgehen möchte, braucht vor allem Selbsterkenntnis und Selbstbewusstsein. Daraus kann echte Gelassenheit entstehen. Aber das bedeutet meist eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst. Es ist nicht so einfach, die Angst, dass man nicht genug leistet, abzustreifen", so Kleinschmidt.
Die German Angst schlägt wieder zu, FAZ 5.1.15

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