Der Körper - ein unterschätzter "Lebensraum" 
Donnerstag, 22. Januar 2015 - Medien
Solange er "funktioniert" und wir uns halbwegs gesund fühlen, machen wir uns im Alltag nur wenige Gedanken um unseren Körper. Unsere nach außen fokussierte Kultur lässt schlicht aus unserer Wahrnehmung geraten, dass unsere Körperlichkeit im Prinzip der vordergründige Resonanzraum ist, durch den wir mit der Welt im Kontakt sind. Deshalb haben wir uns mit der neuen Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur, die ab heute am Kiosk erhältlich ist, unter dem Titel "Vom Körper, den wir haben, zum Leib, der wir sind" diesem faszinierenden Thema einmal angenommen. In spannenden Interviews mit den Philosophen Gernot Böhme und Thomas Fuchs, mit Erfahrungsberichten mitten aus dem Leben und einem wunderbaren Überblick über die evolutionäre Entwicklung unserer Körperbeziehung von meinem Kollegen Mike Kauschke lässt sich so ein völlig neues inneres Verständnis unseres Daseins entwickeln. Die Gender-Expertin Elizabeth Debold zeigt, wie verschiedene öffentliche Diskurse den Körper zum Politikum machen - andererseits illustriert die spirituelle Lehrerin Tenzin Palmo, dass hinter dieser Art von Entfremdung auch ein Weg zu neuer Freiheit liegen kann. Für mich selbst war das Arbeiten am Thema eine existenzielle Erfahrung, denn gerade im Ringen um Worte für etwas, das eigentlich vor den Worten als Wirklichkeit schon da ist, hat sich mein eigenes Hiersein auf neue Weise erkannt. In meinem Beitrag versuche ich, verschiedene Körpererfahrungen, die wir, sei es durch mediale Vermittlung oder ein unbewusstes von uns selbst Absehen, veräußerlicht haben, in ihrer Bedeutsamkeit wieder von innen verstehbar zu machen. Heute Abend ab 20 Uhr werde ich in Radio evolve gemeinsam mit Thomas Steininger des Thema der Ausgabe weiter erkunden.

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Zweifel an der Share Economy 
Dienstag, 14. Oktober 2014 - Medien
Teilen statt besitzen - unter dem Schlagwort "Share Economy" etablieren sich immer mehr Geschäftsmodelle, die bisherige Konsummodelle unterwandern. Was von den einen als Befreiung der Verbraucher gefeiert wird, ruft bei anderen zunehmend Skepsis hervor. "Schlimmstenfalls verwandelt die Sharing Economy uns in ewige Verkäufer und zementiert unsere Eingebundenheit in den Weltmarkt. Der Imperativ des Teilens diktiert uns, dass alles, was wir besitzen, von materiellen Vermögenswerten bis hin zu immateriellem wie Gedanken und Ideen, kategorisiert und mit irgendeiner Form der Identifizierbarkeit, etwa einem QR-Code, versehen werden kann", kritisiert etwa Evgeny Morozow im Freitag. Er verweist auf die politischen Implikationen, die diese neuen Vorstöße haben - und auf Verwerfungen, die durch sie nur weiter zementiert werden könnten: "Doch das eigentliche Probleme mit diesen utopischen Zukunftsvisionen besteht darin, dass sie die Pathologien des bestehenden politischen und ökonomischen Systems rationalisieren und sie als unsere bewussten Lifestyle-Entscheidungen darstellen. Es ist schön, sich in einer Position zu befinden, in der man wählen kann, ob man eine Sache mieten oder kaufen möchte. Doch viele haben eben nicht die Wahl. Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig, als zu mieten." Laut Morozow könnte das vielgepriesene Teilen zwar die Negativfolgen der Wirtschafts- und Finanzkrise für viele Menschen erträglicher machen, lasse aber zugleich deren Ursachen unangetastet. Er kritisiert, dass der Sharing-Hype eher dazu beitrage, Politisches zu ignorieren und eine Taubheit gegenüber Unrecht und Ungleichheit zu befördern.
Zugang on demand, Der Freitag 30.9.14


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Neue Ausgabe von evolve: Maschinen meditieren nicht 
Montag, 28. Juli 2014 - Medien
Die druckfrische neue Ausgabe von "evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur" widmet sich dieses Mal einem besonders spannenden Thema. Unter dem Titel "Maschinen meditieren nicht - Unsere Zukunft zwischen Geist und Technik" geht das Heft der Frage nach, welche Bedeutung technologische Entwicklung für unser Menschsein hat und welche Herausforderungen sich aus den Zukunftsvisionen des Transhumanismus ergeben. In meinem Beitrag zu "Meditation im Mainstream" betrachte ich zwei unterschiedliche Umgangsweisen mit Meditation, nämlich die Möglichkeit, Achtsamkeitsmethoden dafür zu nutzen, den Herausforderungen der Leistungsgesellschaft besser Stand zu halten, und eine eher bewusstseinsorientierte Perspektive, die in Meditation eher einen Weg sieht, unsere Haltung zum Leben und im Leben auf grundlegende Weise zu transformieren. Mike Kauschke zeigt in einem Artikel, wie die innere Wirklichkeit, die durch Meditation zugänglich wird, heute immer stärker auch in philosophischen Diskursen aufgegriffen wird und sich damit eine neue Werte- und Bewusstseinskultur zu entwickeln beginnt. In Interviews gehen Bruder Steindl-Rast und der Neurowissenschaftler und Anthroposoph Arthur Zajonc der Frage nach, wie wir unvoreingenommen und aus einem tieferen Gegründet-Sein mit den Chancen der Technik angemessen umgehen können, ohne dabei unser Menschsein zu konterkarieren. Elizabeth Debold wiederum wirft einen Blick in die Gender-Zukunft und gibt Einblicke, wie sich unsere Geschlechteridentitäten wandeln könnten. Zum Heft gibt's auch eine Radio-Sendung, in der Tom Steininger und ich das Thema der Ausgabe weiter erkunden.
Zur Magazin-Webseite

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Frisch am Kiosk: evolve Nr. 2 - Magazin für Bewusstsein und Kultur 
Dienstag, 22. April 2014 - Medien
Heute mal wieder eine Nachricht in "eigener" Sache: Ab sofort gibt es am Kiosk (oder via Online-Bestellung) Ausgabe 2 von "evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur". Dieses Mal haben wir uns dem Schwerpunktthema "Weltinnenraum: Denken - Fühlen - Intuition" gewidmet. Der Dreiklang mag auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich anmuten, ist in unserer Kultur doch die Wahrnehmung verbreitet, dass vor allem Denken und Fühlen eher Gegenspieler denn Teamplayer sind. Die Beiträge des Hefts beleuchten vor diesem Hintergrund Berührungspunkte, Spannungen und mögliche Synthesen zwischen diesen Sphären, die die Grundlage unseres Daseins in der Welt bilden. Tom Steininger zeigt beispielsweise, welche evolutionäre Entfaltungsleistung hinter dem steckt, was wir heute gerne als Intuition bezeichnen, denn diese ganzheitliche Form der Weltwahrnehmung bringt unsere Fähigkeit des Denkens und Fühlens auf einer völlig neuen Entwicklungsebene zusammen. Die große Evolutionsforscherin Barbara Marx Hubbard lässt uns im Interview erahnen, wie wir dem Geschmack der Evolution näher kommen und ihm folgen können. Der Psychotherapeut Joachim Galuska wiederum sensibilisiert in einem Interview für die wachsende Spannweite der Gefühlsdimension und zeigt, wie wir uns in einem ganzheitlichen Spüren die Welt aneignen und sie gestalten. Mike Kauschke wiederum wirft einen erfrischend neuen Blick auf das Allzeit-Trendthema Resilienz und geht der Frage nach, welche Wege der Transformation uns aus der Burn-out-Falle führen können. Ich selbst wage in einem Beitrag den Versuch einer kurzen Geschichte der Emotionen und erkunde, wie Denken und Fühlen sich über die Jahrhunderte von Antagonisten hin zu Kooperationspartnern entwickelt haben - ein Streifzug von der ungefilterten Emotionalität eines Werthers bis zu den Neurowissenschaften. Zum Heftthema gibt es auch eine Radio-Sendung bei Radio EnlightenNext, in der Tom Steininger und ich ein wenig eintauchen in die vielen Facetten von Denken, Fühlen und Intuition.
Weitere Informationen zum Magazin

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evolve - das neue Magazin für Bewusstsein und Kultur 
Dienstag, 21. Januar 2014 - Medien
Bewusstseins- und Kulturentwicklung sind seit jeher Themen, die mir besonders am Herzen liegen. Umso mehr freue ich mich, dass es seit einer Woche an Deutschlands Zeitungskiosken ein neues Magazin gibt, das auf einzigartige Weise genau diese Fragen ins Visier nimmt: evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur. Ich gehöre dem Editorial Board an und bin in der aktuellen Ausgabe mit dem Schwerpunktthema Politik auch mit einem Beitrag vertreten, und zwar zum Thema neue Eliten. Insgesamt wirft das Magazin einen erfrischend tiefgründigen Blick auf aktuelle politische Diskurse, geht der Frage nach, wie wir als Bürgerinnen und Bürger unser Recht auf politische Partizipation wahrnehmen können, und stellt vielversprechende Projekte vor, die in der öffentlichen Sphäre bereits Einfluss nehmen, um die alte Top-Down-Mentalität der Politikerkaste ein wenig aufzulockern. Ich würde mich freuen, wenn Sie vielleicht bald zu unseren neuen Abonnenten gehören.
evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur

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Im Sprechen die Welt gestalten 
Montag, 14. Oktober 2013 - Medien
Kommunikation ist das Medium, das uns mit der Welt verbindet. Im Sprechen (und Zuhören!) vergewissern wir uns nicht nur der Dinge, wie sie sind, sondern können in einem gemeinsamen Möglichkeitsraum auch neues manifestieren. Wie wichtig eine tragfähige Gesprächskultur im Business ist, zeigt sich zumeist dann, wenn Kommunikation misslingt. Ein Grund mehr, sich schon vor dem Scheitern zu fragen, wie man es besser machen könnte. In einem Artikel in der aktuellen Ausgabe der EnlightenNext Impulse stelle ich die Methoden "Gewaltfreie Kommunikation" und "Bohmscher Dialog" vor und gehe der Frage nach, wie beide Methoden unsere Kommunikationskultur bereichern können. Neben diesem Beitrag beleuchtet das Themenheft auch den U-Prozess nach Otto Scharmer, die Transparente Kommunikation nach Thomas Hübl sowie den Evolutionären Dialog, der im Rahmen der Praxis bei EnlightenNext entwickelt wurde. Das Magazin ist online auf der Webseite bestellbar. Wer sich für das Potential Evolutionärer Kommunikation interessiert, dem sei das Seminar Evolutionäre Dialoge empfohlen, das am 24./24. November 2013 in Berlin stattfinden wird.


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Lesefutter zu Geist, Meditation und Business 
Montag, 2. September 2013 - Medien
Zum Wochenanfang gibt es ein wenig Lesefutter zum Download aus meinem Archiv. Als Autorin für das anthroposophische Magazin info3 habe ich Anfang des Jahres zwei Artikel veröffentlicht - der Beitrag Occupy Empörung geht der Frage nach, warum gesellschaftliche Veränderungen nicht nur ein neues Denken brauchen, sondern auch unser aktives Handeln, und der Artikel Soziales braucht Geist betrachtet, wie Meditation zu einer Veränderung der Perspektiven im Business beitragen kann.
Außerdem habe ich noch drei Artikel online gestellt, die ich bereits 2012 für das Magazin Integrale Perspektiven geschrieben habe: Die Kraft der Stille fasst aktuelle Erkenntnisse der Meditations- und Bewusstseinsforschung zusammen und beleuchtet sie im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz, Das Werden werden wollen wirft einen Blick auf die Gender-Debatte und geht der Frage nach, wie eine transzendente Perspektive dazu beitragen könnte, neue Rollenbilder entstehen zu lassen, Deutsch-Sein stellt die Forschungsergebnisse einer Repräsentativ-Studie zur Identität der Deutschen vor.
Außerdem habe ich noch einen wissenschaftlichen Aufsatz über Die neuen Eliten des 21. Jahrhunderts zutage gefördert, der im Rahmen des Projektes NOVELITE - Vorreiter des Wandels entstanden ist.

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Sich nicht mehr in die eigene Tasche lügen 
Donnerstag, 29. März 2012 - Medien
In der FAZ wagt der Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland Sebastian Nerz einen mutigen Vorstoß und "enttarnt" beliebte "Nachhaltigkeitslügen", die in seinen Augen davon ablenken, wie ernst es einerseits wirklich um die Lage der Welt bestellt ist, und welche Konsequenzen wir als Weltbevölkerung daraus letztlich ziehen müssten. Nerz führt die ursprüngliche Definition des Begriffs Nachhaltigkeit - nicht mehr zu verbrauchen, als auf natürlichem Wege nachwächst - wieder ins Bewusstsein. Da wir gegenwärtig das 2,7-Fache dessen, was die Erde hergibt, verbrauchen, sei es augenscheinlich, dass mit Optimierungen (z.B. regenerativen Energien, umweltfreundlichere Produktion) allein das Dilemma nicht zu lösen sei, wir also ob kurz oder lang den Gürtel in der einen und auch anderen Weise werden enger schnallen müssen. Ähnliches gilt beim Thema Geld: Staatsverschuldung, Rentenlücke und davonlaufende Kosten im Gesundheitssystem lassen sich laut Nerz nicht mehr durch ein bisschen Nachhaltigkeits-Feintuning wegdiskutieren. Im Prinzip fordert der Pirat hier das Nachdenken über einen grundlegenden Paradigmenwechsel, da ein Drehen an einigen Schräubchen des Systems den Kollaps vielleicht noch für einige Jahre oder gar Jahrzehnte aufschieben könne, aber die grundsätzlichen Problemlagen nicht lösen werde. Ein weiterer Grund für Alarmstimmung: Viele der Rohstoffe, die heute benötigt werden, um beispielsweise nachhaltige Energien zu erschließen, werden bereits in wenigen Jahrzehnten knapp oder ganz erschöpft sein. Die Frage, was wir dann tun, traue sich hingegen niemand zu stellen. Das Plädoyer von Nerz ist eindeutig, unbequem und mutig - und fordert uns alle heraus, uns nicht mehr länger in die eigene Tasche zu lügen: "Um diese Ehrlichkeit zu erreichen, müssen dringend notwendige Reformen im Staat endlich umgesetzt werden. Der ganze Apparat ist so groß und komplex geworden, dass er nicht mehr überschaubar ist. ... Denn wenn heute an einer Stellschraube gedreht wird, weiß niemand genau, welche Auswirkungen dies morgen haben wird. Das heißt erst einmal nicht, dass wir Leistungen kürzen müssen, aber wir müssen anfangen, sie übersichtlicher zu gestalten. Daher ist meine Bitte an dieser Stelle: Stellen wir uns der Situation wie sie ist. Hören wir auf, uns selbst etwas vorzulügen und gedankenlos die Ressourcen der Zukunft zu verbrauchen. Beginnen wir ehrlich zu werden. Und als nächstes lösen wir dann den Kleber und ziehen das Pflaster langsam runter. Der Prozess wird nicht einfach werden. Aber je später wir uns ihm stellen, desto schwieriger wird er."
Schluss mit der Nachhaltigkeitslüge! FAZ 19.3.12


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