Jobverlust untergräbt Vertrauen 
Freitag, 20. März 2015 - Studien
Wer einmal seinen Arbeitsplatz verloren hat, ist über Jahre deutlich misstrauischer als Menschen, die keinen Jobverlust zu erleiden hatten, so die Erkenntnis der Auswertung der Daten von knapp 7.000 Personen durch die University of Manchester. Gewöhnlich ist der Grad des Vertrauens, den Menschen ihren Mitmenschen und der Welt entgegenbringen, über die Lebensspanne relativ konstant. Wenn Menschen indes ihren Job verlieren, sinkt ihr Vertrauen erheblich - und das Misstrauen, das entsteht, bleibt über Jahre erhalten. Entlassungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könnten demzufolge langfristige gesellschaftliche Nebenwirkungen haben, so die Forscher.
Entlassungen machen auf Jahre hinaus misstrauischer, spektrum.de 10.3.15

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Heute schon gekündigt? 
Donnerstag, 19. März 2015 - Studien
Nur 15 Prozent der Deutschen sind wirklich mit vollem Elan bei der Arbeit, genauso viele haben indes bereits innerlich gekündigt - der Rest macht bestenfalls Dienst nach Vorschrift. So das ernüchternde Ergebnis der diesjährigen Gallup-Umfrage zur Arbeitsmotivation und emotionalen Bindung der Mitarbeiter an ihre Arbeitgeber. Die emotionale Demotiviertheit hat verschiedene Folgen. 60 Prozent der emotional distanzierten Arbeitnehmer geben an, sich ausgebrannt zu fühlen - von den emotional gebundenen sind es nur 21 Prozent. 19 Prozent der Distnazierten suchen aktiv nach einem neuen Job, weitere 23 Prozent halten die Augen danach immerhin offen - bei den emotional Engagierten liegen diese Werte bei lediglich einem bzw. sechs Prozent.
15 Prozent haben innerlich gekündigt, SZ 10.3.15

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Killt der Kapitalismus die Demokratie 
Mittwoch, 18. März 2015 - Studien
Mehr als 60 Prozent der Deutschen glaubt, dass hierzulande keine echte Demokratie herrscht. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts infratest dimap im Auftrag des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin. In den Augen von jedem Dritten führt der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger. Drei von zehn Bundesbürgern glauben, dass eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus möglich sei. 27 Prozent befürchten sogar, dass aufgrund einer zunehmenden Überwachung der Bürger Deutschland auf dem Weg in eine Diktatur sei. Ein Fünftel glaubt, es brauche eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten. Alternative Politik- und Gesellschaftsmodelle scheinen indes Mangelware zu sein. 37 Prozent der West- und 59-Prozent der Ostdeutschen jedenfalls halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen für eine grundsätzlich gute Idee, die bisher nur schlecht ausgeführt worden sei.
Mehr als 60 Prozent bezweifeln Demokratie in Deutschland, Zeit online 23.2.15


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Achtsamkeit am Arbeitsplatz 
Dienstag, 17. März 2015 - Veranstaltungen
Am 20. April 2015 findet in Frankfurt am Main zum dritten Mal die Fachtagung "Achtsamkeit am Arbeitsplatz" statt. Referenten aus Wissenschaft und Arbeitswelt sowie Experten in Achtsamkeitsmethoden werden einen Überblick geben über die Wirkungsweisen verschiedener Ansätze und mit Beispielen aus der Unternehmenspraxis illustrieren, wie sich diese Methoden in den betrieblichen Alltag integrieren lassen. Prof. Dr. Dr. Niko Kohls von der Hochschule Coburg zeigt in dem Vortrag "Ausbildung von Resilienz und Umgang mit Stress durch achtsamkeitsbasierte Verfahren" die Wirkweise von achtsamkeitsbasierten Interventionen aus neurobiologischer und gesundheitswissenschaftlicher Sicht und stellt die Ergebnisse der größten deutschlandweit durchgeführten Studie zu Achtsamkeit am Arbeitsplatz vor. Rüdiger Standhardt, Dipl.-Pädagoge und Ausbilder für MBSR & TAA, zeigt in seinem Vortrag "achtsamkeit@work. Neue Wege der Stressbewältigung durch Achtsamkeit" ganz praktisch auf, wie Achtsamkeit am Arbeitsplatz eingeübt werden kann, was bei der Implementierung beachtet werden muss und warum ein ganzheitliches Verständnis von Achtsamkeit, das auch die ethische und spirituelle Dimension miteinschließt, wesentlich ist. Dr. Kai Romhardt, Wirtschaftswissenschaftler und Dharmalehrer, wird in seinem Beitrag „Achtsam arbeiten, aber wie?" Erfahrungen des Netzwerks Achtsame Wirtschaft vermitteln und illustrieren, wie sich unsere Arbeitsgewohnheiten grundlegend verändern lassen. Beispiele sind das Prinzip des bewussten Übergangs, das regelmäßige Innehalten sowie die Kultivierung von Impulsdistanz und Single-Tasking. Ich selbst spreche zum Thema "Mit Achtsamkeit in Führung. Was Meditation für Unternehmen bringt" und führe in psychosoziale und gesellschaftliche Wirkungszusammenhänge von Achtsamkeit ein, stelle Zielgruppen- und Vermittlungsszenarien für Meditation vor und zeige, was Achtsamkeit im betrieblichen Gesundheitsmanagement, bei der Burnout-Prophylaxe, in der Führungskräfte-Entwicklung und im Hinblick auf die persönliche Potentialentfaltung bewirken kann.
Weitere Informationen und Anmeldung


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Führen aus der Kraft der Stille 
Montag, 16. März 2015 - Veranstaltungen
Am 27./28. April 2015 findet im Benediktushof in Holzkirchen bei Würzburg das Wirtschafts-Symposium "Führen aus der Kraft der Stille" statt, bei dem Führungskräfte und Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, Methoden der Meditation und Achtsamkeit im Kontext des Berufsalltags zu erkunden. Verschiedene Vorträge zeigen, wie Stille einen neuen Wahrnehmungsraum schaffen kann, aus dem heraus sich mit der Komplexität des heutigen Arbeitslebens konstruktiver umgehen lässt. Praxisworkshops zu Kommunikation, Meditation in Unternehmen, der Entwicklung der eigenen Führungspersönlichkeit und neuen Wir-Zusammenhängen im Business ebenen den Weg zum Praxistransfer. Ich selbst werde bei einer Diskussion zum Thema "Stille in der Unternehmenspraxis" beteiligt sein und einen Workshop halten mit dem Titel "Mit Achtsamkeit in Führung – Wie viel Bewusstheit verträgt der Berufsalltag?".
Weitere Informationen und Anmeldung

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Prominente Meditierer 
Freitag, 13. März 2015 - sonstiges
Der vor allem in den Vereinigten Staaten wachsende Meditations-Hype führt zu immer amüsanteren Outings. Arnold Schwarzenegger, der als Schauspieler eher fürs Austeilen bekannt war, erklärte in einem Pdcast mit dem Erfolgsautor Tim Ferriss, dass er 1975 eine zeitlang Transzendentale Meditation geübt habe: „Ich fühlte mich so, als ob ich etwas tun wollte, denn ich hatte so tolle Chancen und alles lief in die richtige Richtung, aber ich habe alles nur als ein großes Problem gesehen, anstatt die Einzelteile zu betrachten und Ruhe und Frieden zu haben und glücklich zu sein. Ich habe es 20 Minuten am Morgen und 20 Minuten am Abend gemacht, und ich würde sagen, nach 14 Tagen oder drei Wochen war ich an dem Punkt, an dem ich wirklich meinen Geist abschalten konnte… und gelernt habe, mich zu fokussieren und ruhig zu werden.“ Das reichte Arnie dann allerdings auch, denn nach etwa einem Jahr hörte er mit dem Meditieren wieder auf. Von Britney Spears wird vermeldet, dass sie vor ihren Auftritten in Las Vegas in die Stille geht: „Sie hat ein Mantra und meditiert vor ihren Auftritten für 15 Minuten, um ihre Mitte zu finden und ihre Nerven zu beruhigen.“ Beispiele wie diese zeigen, dass das Interesse an Meditation zwar zu wachsen scheint, aber vor allem im Kontext der amerikanischen Kultur vor allem aus einem Selbstbezug schöpft und noch wenig Stetigkeit entfaltet.
Arnold Schwarzenegger: Meditation ist sein Erfolgsgeheimnis, Red Carpet 8.2.15
Britney Spears: Meditation tut ihr gut, Showbiz.de, 9.2.15

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Junge machen ihr eigenes Ding 
Donnerstag, 12. März 2015 - Arbeit
Die geänderten Präferenzen der Generation Y stellen immer mehr Firmen vor große Herausforderungen und das nicht nur, weil der arbeitende Nachwuchs sehr eigenwillige Vorstellungen von seiner Mitarbeit in einem Unternehmen hat, sondern auch, weil die Hochqualifizierten bestimmte Branchen zunehmend meiden. War es früher ganz klar, dass die erfolgreichsten BWL-Absolventen eine Karriere in einer der Top-Beratungen anstrebten, gehen viele von ihnen heute schon ganz andere Wege. Kleine Start-ups mit großer Handlungsfreiheit (bei oft geringem Gehalt) scheinen zunehmend den Top-Professionals-Nachwuchs abzuschöpfen. Die Süddeutsche stimmt schon den Abgesang auf die Ära der „Organisation Man“ an. Noch liegt der Paradigmenwechsel erst als Hauch in der Luft, doch Freiheit scheint unaufhaltsam zu einer ernstzunehmenden Währung im Business zu werden.
Lieber leben, SZ 14.2.15

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Arbeitskultur in der Konfusion zwischen Moderne und Tradition 
Mittwoch, 11. März 2015 - Arbeit
Wenngleich sich auch in nichtwestlichen Ländern durch die Globalisierung des kapitalistischen Prinzips die Arbeitskontexte immer weiter an die Gepflogenheiten der einstiegen Industrienationen angleichen, scheinen ursprüngliche kulturelle Muster doch sehr tief verwurzelt und wandlungsresistent. In einem Interview mit Zeit online erklärt der Japan-Experte Franz-Hermann Hirlinger, dass in Japan, obwohl dort Todesfälle aufgrund von Überarbeitung (bekannt als Karoshi) längst zur Kenntnis genommen werden, immer noch das (Selbst-)Bild der allzeitigen Verfügbarkeit im Job vorherrscht. Zwar werden immer mehr Unternehmen auch nach westlich-darwinistischer Manier geführt, doch der ursprüngliche japanische Paternalismus sei noch stark: „Durch diese Kultur der Fürsorge entsteht eine große Loyalität zum Arbeitgeber. Und die Mitarbeiter wollen immer wieder neu beweisen, dass sie zu dieser Firma gehören, indem sie viel Zeit im Unternehmen verbringen.“ Die japanische Regierung will bereits ein Gesetz einbringen, das Arbeitnehmer dazu verpflichtet, jedes Jahr fünf Pflichturlaubstage zu nehmen. Dimensionen, die für Deutsche kaum nachvollziehbar sind. Parallel zur starken Selbstverpflichtung der Arbeitnehmer sind die Japaner zugleich ein eher introvertiertes Volk, das auch kaum Zugang zur eigenen Psychodynamik zu haben scheint. „Man sucht die Fehler oft nur bei sich selbst“, so Hirlinger. Ein Einstellungswandel ist gegenwärtig vor allem bei der jungen Generation zu beobachten: „Seit etwa 15 Jahren zeichnet sich ab, dass die Jungen diese Arbeitskultur nicht mehr wollen. Sie bekommen natürlich mit, dass es diesen Stress in anderen Ländern nicht gibt und sehen das als Vorbild. Die arbeiten inzwischen lieber bei westlichen Firmen, wo die Normen lockerer sind.“ Die Jungen hierzulande indes sind schon einen Schritt weiter – dazu morgen mehr ...
"Ich habe ein Recht auf Arbeit am Wochenende", Zeit online 13.2.15

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