Doping für mehr Leistung etabliert sich 
Dienstag, 15. März 2016 - Arbeit
Laut DAK ist die Zahl derer, die zumindest schon einmal Medikamente oder Drogen zur Leistungssteigerung genommen haben, zwischen 2008 und 2015 von kanpp fünf auf 6,7 Prozent gestiegen. In einer Umfrage des Handelsblatts gaben 2015 sieben Prozent der anonym befragten Fach- und Führungskräfte an, sogar regelmäßig Medikamente zur Leistungssteigerung zu nehmen. Ritalin für die bessere Konzentration, Modafinil für den Leistungs-Push - es hat inzwischen eine gewisse Selbstverständlichkeit zu haben, die eigene Power chemisch zu pushen. Große Unternehmen wie Bayer oder BASF versuchen inzwischen, mit Drogentests dem neuen Trend Herr zu werden, kann der Drogenkonsum doch je nach Arbeitsbereich zu erheblichen Risiken und Sicherheitsproblemen führen. Möglicherweise wäre es viel einfacher - und auch erheblich gesünder, einfach die moderne Arbeitskultur selbst, die den Bedarf nach unbegrenzter Leistung schürt, zu überdenken und zu verändern.
So pushen sich Manager nach oben, WiWo 3.3.16

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Meditation - nun auch bei McKinsey 
Montag, 14. März 2016 - Management
Sie kultivieren ihren Ruf als SEK fürs Business und geben sich gerne besonders tough - Unternehmensberatungen sind nach wie vor der Ort, an dem vor allem eines zählt: Power und Performance. Doch scheint der gegenwärtige Achtsamkeitstrend auch vor dieser Bastion der ungebremsten Leistungskultur nicht halt zu machen. Im aktuellen McKinsey Quarterly spricht Manish Chopra, einer der Chefs im New Yorker der Beratungsgesellschaft, über seine Erfahrungen mit Vipassana-Meditation, über die er auch bereits ein Buch veröffentlicht hat. Chopra lässt seine Leser daran teilhaben, wie ihm das Meditieren dabei hilft, nicht mehr so oft seiner E-Mail-Sucht nachzugeben, wie er im Scheitern von Deals plötzlich auch gute Seiten erkennen kann oder wie er in zwischenmenschlichen Kontakten nicht mehr immer sofort nach dem eigenen Nutzen sucht. Sein neues Credo: Mehr beobachten, weniger reagieren. "Auch wenn ich damit nicht immer erfolgreich bin, fällt es mir leichter, meine Schwächen zu erkennen: meine Unsicherheit, meine Abhängigkeit von kurzfristigen Erfolgen und meine Überbetonung von Prozess-Ergebnissen. Das hilft mir, klüger zu arbeiten und besser in Richtung langfristiger Erfolge zu führen", sagt er.
Want to be a better Leader? McKinsey Quarterly Februar 2016

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Internet-Giganten treiben Zweiklassengesellschaft voran 
Freitag, 11. März 2016 - Arbeit
Die Welt findet klare Worte für die Bewertung der neuen Forbes-Liste der Superreichen. Während die Milliardäre, die in eher konventionellen Branchen zu ihrem Reichtum gekommen seien, im vergangenen Jahr ihr Vermögen kaum erhalten konnten oder sogar Verluste verbuchen mussten, preschen die Milliardäre der High-Tech-Branche immer weiter nach vorne. "Die Liste sendet ein neues Signal. Sie offenbart nicht nur die fortschreitende Macht der personifizierten Tech-Giganten. Sie führt auch vor Augen, wie die Arbeitswelt in Zukunft aussehen könnte: eine Zweiteilung der Gesellschaft in vermögende Eliten und eine Unterschicht. Die Mittelschicht wird in dieser neuen Welt ausgedünnt. Denn ihren Aufstieg verdanken die "Forbes"-Giganten ihrer kreativen Zerstörung", kommentiert die Welt. Auch Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller sieht diese Gefahr: "Die Gesellschaft spaltet sich in zwei Klassen auf. Es wird keine Mittelklasse mehr geben. Es passiert einfach. Es gibt keine einfache Lösung."Superreiche werden zur Gefahr für die Mittelschicht, Die Welt 1.3.16

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Wenn die Bildung immer mehr verflacht 
Donnerstag, 10. März 2016 - Wissenschaft
Eigenständiges Denken, ein umfassendes Verständnis von Welt - in der deutschen Bildungslandschaft kommen Fähigkeiten wie diese in den Augen von Hans Peter Klein, Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt, viel zu kurz. "Der mit den Bildungsstandards von 2004 eingeführte Begriff der Kompetenz als das Mantra der neuen neoliberalen Bildungsoffensive hat rein bildungsökonomischen Charakter. Kompetenzen sind definiert als Fähigkeiten, mit denen sich in der Schule, im Beruf oder im Leben Probleme lösen lassen. Es geht in Schulen und Hochschulen nicht mehr darum, etwas zu lernen, was an sich interessant ist oder einen Wert in sich selbst trägt, es geht nicht mehr um die Sachen oder Inhalte selbst, sondern nur noch darum, inwiefern die uns nützen können", kritisiert er. Ein tiefgründiges Durchdringen von Inhalten treten hingegen immer mehr in den Hintergrund.
"Deutschland ist auf dem Weg in die Inkompetenz", WiWo 1.3.16



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Generation Y nur ein Hype? 
Mittwoch, 9. März 2016 - Arbeit
Im Interview mit Zeit online spricht der Soziologe Marcel Schütz darüber, dass die seit Jahren ausufernden Diskussionen über die Generation Y und ihre beruflichen Präferenzen eher einem selbstkreierten Hype hinterher laufe als sich auf Tatsachen zu beziehen. Nicht nur die demografischen Kriterien, die zur Beschreibung dieser Gruppe junger Arbeitnehmer verwendet würden, seien schwammig - auch die Definition derer Präferenzen. "Der Begriff Generation Y tauchte 1993 zum ersten Mal in der Marketingzeitschrift Advertising Age auf. Und weil das Y als "why" ausgesprochen wird, hat es den gewünschten Effekt: Es ist cool, weil englisch, und zeugt gleichzeitig von einer ausgeprägt kritischen Einstellung der Generation Y. Diese Generation fremdelt mit der Karriere und hat der Wirtschaft gegenüber Vorbehalte – so zumindest der Mythos. Die Realität sieht ganz anders aus", so Schütz. So gebe es in der jüngeren Generation nach wie vor viele Menschen, die eine konventionelle Karriere machen wollen. Und die so genannten Sinnsucher seien wohl eher ein Randphänomen: "Alternative Typen gab es schon immer und überall. Das ist aber erst einmal die Ausnahme und nicht die Regel." Diese Einschätzung erklärt zumindest, warum in den Studien der letzten Jahren zu den Präferenzen junger Arbeitnehmer immer wieder die unterschiedlichstens Ergebnisse auf den Tisch kommen.
"Die Generation Y ist ein Mythos", Zeit online 29.2.16

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Frauen öfter überqualifiziert als Männer 
Dienstag, 8. März 2016 - Studien
Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes anhand der Mikrozensus-Daten zeigt, dass jede siebte Frau sich für ihren Job überqualifiziert fühlt. Von den Männern sehen nur zehn Prozent diese Diskrepanz zwischen ihrer Qualifikation und den Anforderungen ihrer Arbeitsstelle. Insgesamt 86 Prozent der Arbeitnehmer finden, dass die Aufgaben ihrer Stelle genau zu ihren Fähigkeiten passen. Zwei Prozent allerdings denken, dass ihre Qualifikation zu niedrig ist.
Jede siebte Frau fühlt sich im Job unterfordert, Welt 1.3.16

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Erfolg erzeugt Erfolg 
Montag, 7. März 2016 - Arbeit
Wie gelingt eine erfolgreiche Berufskarriere? Glaubt man dem Berner Psychologie-Professor Andreas Hirschi, ist es eine Mischung aus klarer Zielorientierung, Offenheit für Chancen und Selbstkenntnis, die zum passenden Job führt. In einer Zeit, in der Geld für viele nicht mehr alles ist, weil sie vor allem nach einer Arbeit mit Sinn streben, helfe es diesen Zielgruppen, sich klar zu machen, dass auch ein solcher Berufsweg eine "Karriere" ist - nur mit anderer Definition als bei jenen, denen es vordergründig allein ums Geld geht. Hirschi weiß: "Wem es gelingt, diese Vorstellungen zu verwirklichen, ist nachhaltiger zufrieden
als jemand mit klassischen Karrierezielen wie einem hohen Gehalt." Wer hingegen nach vielen Berufsjahren auf einmal merkt, dass er unzufrieden mit der eigenen Arbeit ist, sollte vielleicht einmal grundsätzlich über seine Ziele nachdenken: " Für mich ist auffällig, dass diejenigen, die nach zehn oder zwanzig Berufsjahren mit ihrer Situation hadern, irgendwann aufgehört haben, sich um ihre Ziele zu kümmern. Sie haben die Dinge einfach laufen lassen und sind so nach und nach in eine Unzufriedenheit hineingerutscht. Oder aber sie hatten sich nie wirklich überlegt, was sie eigentlich im Beruf und im Privatleben erreichen wollen." Nur wer weiß, was er wirklich will, hat auch die Chance, es zu verwirklichen.
"Der Zufall spielt immer mit", Zeit online 26.2.16

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Deutsche finden Obergrenze für Gehälter gut 
Freitag, 4. März 2016 - Studien
2013 stimmten die Schweizer darüber ab, ob die Gehälter für Manager auf das Zwölffache der Angestellten-Saläre beschränkt werden sollen. Der Vorstoß wurde seinerzeit von zwei Dritteln der Wähler abgelehnt. Doch die Idee findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger. In einer Repräsentativbefragung der Zeit wünschten sich 44 Prozent der Befragten eine Obergrenze für Einkommen, wobei die Zustimmung in Ostdeutschland mit 58 Prozent deutlich höher liegt als in Westdeutschland mit 41 Prozent. Nur etwa ein Viertel der Befragten hierzulande lehnt die Idee ab, 29 Prozent sind unentschieden.
Deutsche fordern Obergrenze für Spitzengehälter, Zeit online 24.2.16

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