Achtsamkeit verändert nicht wie auf Knopfdruck das Verhalten 
Dienstag, 6. März 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien knüpfen sich an die Wirkung von Achtsamkeit viele Erwartungen. Menschen, die meditieren, sind stressresistenter, und auch die gesundheitlichen Wirkungen von Achtsamkeit im Alltag sind gut erforscht. Wie aber wirkt eine achtsame Haltung im ganz alltäglichen Verhalten? Das untersuchten Wissenschaftler vom Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre der Technischen Universität (TU) Berlin. Im Blinka-Projekt, was für Bildung für nachhaltigen Konsum durch Achtsamkeitstraining steht, betrachteten die Forscher, wie sich das Konsumverhalten von 100 Probanden verschiedener Altersgruppen, die einen MBSR-Kurs absolvierten, durch die Achtsamkeitspraxis veränderte. Die ernüchternde Erkenntnis: Zunächst einmal gar nicht. Und doch vermittelt die Studie interessante Einblicke. Insgesamt hatten die Studienteilnehmer ein positives Verhältnis zu nachhaltigem Konsum entwickelt. Manche sahen ihren Fleischkonsum nun kritischer, andere waren grundsätzlich bereit, mehr Geld für faire, hochwertige Lebensmittel auszugeben. Diese Veränderungen in der Einstellung schlugen sich allerdings noch nicht in veränderten Verhaltensweisen nieder. Auch zeigte sich, dass im Verlauf der Studie den Meditierenden materielle Werte weniger wichtig wurden.
Achtsamkeit Wirkt sich regelmäßiges Meditieren auf das Konsumverhalten aus? Berliner Zeitung, 20.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Ausgeschlafen arbeitet es sich besser 
Montag, 5. März 2018 - Lebensart, Wissenschaft, Arbeit, Management
Nächtliche Sitzungsmarathons oder die abendliche Vorbereitung von Geschäftsterminen sind für viele Führungskräfte business as usual. Wer wenig schläft und dafür mehr arbeitet, gilt in der heutigen Zeit gerne als besonders leistungsbereit. Dieses Selbstbild der Wenigschläfer hält der Realität jedoch nur wenig stand. Die US-amerikanische Denkfabrik Rand Europe fand in ihrer Studie „Why Sleep Matters – The Economic Costs of Insufficient Sleep“ heraus, dass Schlafmangel in der deutschen Wirtschaft Kosten von bis zu 57 Milliarden Euro jährlich verursacht. Das sind 1,56 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Einbußen entstehen durch die finanziellen Folgen, die aufgrund gesundheitlicher Schäden durch Schlafmangel hervorgerufen werden, wie auch durch die reduzierte Konzentrationsfähigkeit von Arbeitnehmern, die zu wenig schlafen. Wer durchschnittlich weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, hat ein um 13 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko als Menschen, die jede Nacht zwischen sechs und neun Stunden ruhen. "Wer Erholung seiner Karriere zuliebe vernachlässigt, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Dauerhaft leistungsfähiger wird er so mit Sicherheit nicht. Die leistungsfähigsten Menschen sind die ausgeschlafenen", so Kneginja Richter, Leiterin der Schlafambulanz im Schlafmedizinischen Zentrum des Klinikums Nürnberg und Professorin an der Technischen Hochschule Nürnberg, in der Wirtschaftswoche.
"Die leistungsfähigsten Menschen sind die ausgeschlafenen", WiWo 13.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Oh Wunder, Führung funktioniert durch Zuwendung 
Freitag, 23. Februar 2018 - Studien, Arbeit, Management
Mitarbeiter, deren Führungskräfte ihnen Zuwendung zuteil werden lassen, sind deutlich motivierter als solche, um die sich keiner kümmert - das ist die Erkenntnis einer Forsa-Umfrage unter 90 Personalchefs aus Unternehmen ab 400 Mitarbeitern. Die Untersuchung betrachtete den Zusammenhang zwischen einer guten Fehlerkultur in den Unternehmen, Innovation und Engagement. Dabei wurde hohes Engagement unter anderem dadurch definiert, dass Führungskräfte auch Zeit finden für "menschenbezogene Führungsaufgaben". Eine Definition, die für sich schon tief blicken lässt. Gemeint waren in der Studie damit Coaching, Feedback und Mitarbeitermotivation. Nach Ansicht der Führungskräfte solcher Unternehmen, in denen dies gegeben war, haben die Mitarbeiter Karriereperspektiven und sehen einen Sinn in ihrer Arbeit, bei respektvollem Umgang miteinander und einer Innovations- und Lernkultur. Und das wiederum führe zu permanent hohem Engagement der Mitarbeiter aus eigenem Antrieb. Umgekehrt führen hohe Belastungen dazu, dass die Führungskräfte den Mitarbeitern weniger Aufmerksamkeit entgegenbringen und die Motivation sinkt. Schön, dass es eine Studie mehr gibt, die bestätigt, was der gesunde Menschenverstand ohnehin weiß.
Kümmert sich der Chef, sind die Mitarbeiter motiviert, WiWo 7.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Was macht uns glücklich? Andere Menschen! 
Donnerstag, 22. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Glück klingt nach einer großen Idee, doch finden tun wir es meist im Kleinen. Ein Forscherteam aus den USA und Japan befragte rund 100.000 Probanden, hauptsächlich im Alter von 20 bis 40 Jahren, nach ihren glücklichen Momenten. Spitzenreiter waren mit 46 Prozent Begegnungen mit anderen Menschen, hauptsächlich aus der Familie. 16 Prozent erlebten glückliche Augenblick im Kontext des Essens, 14,5 Prozent bei der Arbeit. Entertainment, Sport und Shoppen beglückten maximal 9 Prozent der Untersuchungsteilnehmer.
Hunderttausend Momente des Glücks, spektrum.de 13.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Die Beharrlichkeit des Fakes 
Mittwoch, 21. Februar 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Fake-News sind schwer zu entkräften, das erleben wir seit längerer Zeit immer wieder, vor allem in den sozialen Netzwerken. Eine wissenschaftliche Metaanalyse, bei der Studienergebnisse von 7.000 Probanden betrachtet wurden, lässt nun erahnen, warum dies so schwer ist. Bei ihrer Auswertung stellten die Wissenschaftler fest, dass es nicht ausreicht, Ansichten als falsch darzustellen. Im Gegenteil - die Gegenaufklärung geht oft vor allem deshalb schief, weil sie Bezüge zur eigentlich zu widerlegenden falschen Tatsache herstellt und diese dabei nur noch fester in denen, die sie annehmen, verankert wird. Die Erkenntnis der Studie: Es braucht überzeugende Gegenmodelle und einleuchtende Argumente. Und selbst diese wirken nicht immer, aber immerhin besser als der schlichte Versuch, etwas als falsch zu brandmarken.
Fake? Einfach kontern reicht nicht ... Psychologie heute 12.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Pillen gegen den Herzschmerz 
Dienstag, 20. Februar 2018 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Kultur treibt bisweilen seltsame Blüten. Schmerzmittel wie Paracetamol helfen bei körperlichen Schmerz. Jüngste Studien zeigen aber auch, dass sie seelisches Leid mildern können. "Wir wissen (…), dass Liebeskummer auch im Gehirn in ähnlichen Regionen wir körperlicher Schmerz Aktivierungen macht", so die Berliner Psychotherapeutin und Psychologin Iris Hauth im Deutschlandfunk Kultur. Warum also nicht, wenn die Seele leidet, einfach mit ein paar Pillen Abhilfe schaffen? Einerseits sind da die Nebenwirkungen, denn Mittel wie Paracetamol können durchaus die Leber schädigen. Andererseits weiß jeder, der schmerzvolle Phasen des Lebens wirklich durchlitten und bewältigt hat, wie sehr man daran wachsen kann. Und um wie viel gestärkter man dann neuerlichen Krisen zu begegnen vermag. Es mag einfach sein, den Schmerz einfach abzuschalten. Aber das trennt uns nicht nur von den Herausforderungen des Lebens, sondern womöglich vom Leben selbst.
Finger weg von Pillen gegen Liebeskummer, Deutschlandfunk Kultur 10.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Der Stress der jungen Jahre 
Montag, 19. Februar 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit
Am Beginn des Berufsleben brummt es für viele Job-Einsteiger gehörig. Bei der Arbeit erst mal Fuß fassen, sich im Leben als "Erwachsener" mit all seinen Verpflichtungen einrichten - da wundert es kaum, dass die so genannte Generation Y bisweilen gestresst ist. Eine repräsentative Studie der Personalvermittlung Orizon zeigt: Drei Viertel der 20- bis Ende 30-Jährigen fühlen sich heute unter Druck, weil sie im Job zu viele Aufgaben zu bewältigen haben und es in der Firma zu wenig Personal gibt. Zwei Drittel klagen darüber hinaus über psychischen Stress. Die unter 20-Jährigen und Arbeitnehmer ab 30 fühlen sich durch Konflikte mit Kollegen belastet. Mehr als ein Drittel der gesamten GenY leidet unter dem Zwang der ständigen Erreichbarkeit. Was diese Phase des Berufslebens für viele der Jungen so fordernd macht, ist, dass im Vergleich zur Elterngeneration das Sicherheitsgefühl im Job im Schwinden ist. Einerseits ist der Nachwuchs gut ausgebildet und möchte eine angemessene Arbeit, andererseits kollidiert diese berufliche Verwirklichung oft mit anderen Lebenszielen wie Partnerschaft und Familiengründung. Und dies bei einem wachsenden Bewusstsein dafür, dass Leben eben nicht nur Arbeit ist, sondern viele andere Facetten hat. Die Zeit wird zeigen, ob das business as usual die junge Generation zermürbt - oder ob vielleicht die Arbeitswelt zu Veränderungen ansetzt.
Warum die Generation Y gestresst ist, WiWo 8.2.18

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink
Zusammenhalt lässt sich nicht erzwingen 
Freitag, 16. Februar 2018 - Psychologie, Studien
Strafen sollen dabei helfen, den Zusammenhalt in Gesellschaften nicht erodieren zu lassen. Doch geht das auch auf? Eine Studie aus China weckt hier Zweifel. Aus der Forschung ist bekannt, dass kooperatives Verhalten dann wahrscheinlicher ist, wenn Menschen wissen, dass sie sich wieder begegnen werden. Strafen produzieren Kosten für Abweichler, denn die Gemeinschaft wird sie soziale Konsequenzen spüren lassen. In der chinesischen Studie zeigte sich jedoch, dass Strafen die Kooperation der Probanden nicht förderten. Womöglich, weil sie als Angriff gewertet werden und damit eine Verteidigungsreaktion provozieren, also Abwehr.
Wenn Strafe mehr schadet als nützt, spektrum.de 29.12.17

[ Kommentar hinzufügen ]     Permalink

Zurück Weiter