Unter Alpha-Tieren lässt die Mitte nach  
Montag, 21. April 2008 - Studien
Eine interessante Studie der kanadischen Forscherin Jennifer Brown, die im vergangenen Jahr an der Universität in Berkeley/Kalifornien die Performance von Golf-Spielern untersuchte, wirft die Frage auf, inwiefern Alpha-Tiere die Performance der Mittelfeld-Spieler negativ beeinflussen. Die Wissenschaftlerin untersuchte die Leistungen von Spielern in Golf-Turnieren und stellte dabei fest, dass, sobald ein Top-Performer wie Tiger Woods, dem stets außergewöhnlich hohe Gewinnchancen zugeschrieben werden, am Start ist, die Leistungen der Spieler im Mittelfeld deutlich nachlassen. Da die Preisgelder bei Golf-Turnieren sich auf die Höchstplatzierten konzentrieren - die 15 Höchstplatzierten erhalten 70 Prozent der Preisgelder, während z.B. ein Spieler auf Platz 70 nur 0,2 Prozent der verteilten Gesamtsumme erhält -, scheinen die Anreize zur besonderen Anstrengung für das Mittelfeld gering, wenn viele Alpha-Tiere am Start sind. Brown stellte fest: Liegt Tiger Woods fast uneinholbar vorne, brauchen selbst die stärksten Konkurrenten in der Weltrangliste in der entscheidenden Runde 0,32 Schläge mehr als gewöhnlich. Schwächelt Woods dagegen, liegt der Vergleichswert seiner Gegner bei nur noch 0,06 Schlägen. In der Gesamtbetrachtung brauchten die Profi-Golfer 0,8 Schläge mehr pro Runde, wenn Woods im Teilnehmerfeld war. Interessant wäre sicherlich eine Übertragung der Studienszenarien auf die Wirtschaftswelt. Wie verändert sich beispielsweise die Performance von Mitarbeitern, die, im Vergleich zum hoch bezahlten Top-Management eines Unternehmens, für sich nur noch wenige Aufstiegschancen sehen?
"Mit Handicap", FAZ 11.4.2008


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Verantwortung: Grundlage des Unternehmertums überdenken 
Freitag, 18. April 2008 - Management
Grundlage für ein verantwortliches Unternehmertum muss laut Wolfgang Schulhoff, Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages, die tatsächliche Verantwortung, die Manager für ihr handeln übernehmen, sein. In einem Kommentar für die Frankfurter Allgemeine Zeitung weißt Schulhoff darauf hin, dass Haftung die Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft sei. Das Problem: Während in inhabergeführten Unternehmen meist der Unternehmer als Eigentümer direkt haftet, sieht dies in Management-geführten Firmen und Konzernen deutlich anders aus. "Strafe bei Misserfolg gilt für den angestellten Manager nur zur Hälfte: Erfolge werden mit Belohnungen bedacht, während Misserfolge nicht mit der Haftung für den angerichteten Schaden verbunden sind. Im Gegenteil: Im Falle ihres Scheiterns erhalten Manager häufig noch den 'goldenen Handschlag'", kritisiert Schulhoff. Das Beispiel der gegenwärtigen Finanzkrise zeige deutlich, wohin Geldgier, steigende Renditeerwartungen und eine Risikobereitschaft, die in relativer Freiheit von Haftungsrisiken eine unheilvolle Verbindung eingehen, führen können. Schulhoff befürwortet es, auch angestellte Manager in das Haftungsrisiko miteinzubeziehen, beispielsweise, indem sie im Sinne eines normativen Mindestschadens mit ihrem Gehalt haften.
"Mehr Markt für Manager", FAZ 10.4.2008


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Beziehungsthemen werden im Coaching wichtiger 
Donnerstag, 17. April 2008 - Management
Die 4. Trigon-Coaching-Befragung zeigt: Professionelle Beratung in Unternehmen erlebt einen Wandel von der persönlichen Hilfestellung zum professionellen Enabling in Sachen Beziehungs- und Change-Kompetenz. Für die Studie befragte die Trigon Entwicklungsberatung, Graz, mehr als 250 Coaching-Kunden und Personalentwickler. Wichtigstes Coaching-Thema sind mit 28 Prozent aller Nennungen Beziehungs- und Konfliktfragen zwischen Vorgesetzten, KollegInnen oder MitarbeiterInnen). An zweiter Stelle stehen Change- und Veränderungsfragen (17 Prozent), gefolgt von Selbstreflexion (15 Prozent) sowie Stressbewältigung und Work-Life-Balance (11 Prozent). Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2003 hat sich damit der Fokus der Coachees verschoben. Vor fünf Jahren stand noch das Thema Selbstreflexion an erster Stelle, gefolgt von Fragen der Karriere- und Zukunftsgestaltung, die 2007 nur noch für 10 Prozent der Befragten von Belang waren.
Trigon Coaching-Befragung


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Governance: Es geht um gelebte Werte, nicht um Kodices 
Mittwoch, 16. April 2008 - Management
Das Weiterbildungsmagazin ManagerSeminare widmet seine aktuelle Ausgabe dem Schwerpunkt Corporate Governance. Darin weist der Management-Vordenker Fredmund Malik in einem Interview darauf hin, dass Kodices allein kaum ausreichen werden, um einen geeigneten Rahmen für ein verantwortliches Wirtschaften. Sein Hinweis: Eigentlich würde das bisherige deutsche Aktienrecht völlig ausreichen, um Governance sicherzustellen - würde es denn korrekt angewendet. Malik legt den Daumen in eine Wunde der Zeit, wenn er feststellt, dass - mit den besten Absichten entwickelte - Handlungsanweisungen ins Leere laufen, wenn sie im Widerspruch zur gängigen, im täglichen Business immer wieder bestätigten Praxis stehen. "Das Thema Werte wird verkürzt auf eine einzige Dimension - den monetären Wert der Unternehmung. Ihn zu steigern, scheint häufig das alleinige Streben des Managements zu sein. Man schaut nicht mehr nach rechts und links, es geht nur noch um das eine", kritisiert Malik. Wer dies als alleiniges Ziel vor Augen hat - und nicht zuletzt die Vergütungssysteme sowie die Anspruchshaltung der Shareholder nach kurzfristigen Gewinnen begünstigen genau diese einseitige Ausrichtung -, wird sich im Tagesgeschäft schwer damit tun, dem Governance-Kodex den Vorrang zu lassen. Malik hält dieser Sackgasse die Praxis in vielen unternehmerisch geführten Unternehmen (UGU) als positives Beispiel entgegen: "Der echte Leader ist kein Ausstrahlungs- oder Ausdünstungsmensch. Er steht für die Sache, er setzt sich mit allen Kräften dafür ein, ohne sein Leben zu geben. Sehen wir uns die Geschäftsführer und Vorstände der UGUs an: Kein Charakter gleicht hier dem anderen, es gibt unterschiedliche Führungstypen, aber einige Gemeinsamkeiten, die wichtig sind. Die weitaus meisten Unternehmer zeigen keinen übertriebenen Egoentrismus, das Auftreten der Personen ist eher unauffällig, sie sind kein Freund der großen Sprüche. Dafür sind lange Verweildauern an der Spitze die Regel..." Der Punkt: Solange Shareholder, Medien und Manager unter Werten nur kurzfristige finanzielle Gewinne verstehen und diese bejubeln, sind Kodices das Papier, auf dem sie geschrieben stehen, kaum wert.
"Kurzfristiges Wertstreben ist ein Antreiber", ManagerSeminare 4.2008

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Liebe macht das Business erfolgreicher 
Dienstag, 15. April 2008 - Arbeit
Kürzlich habe ich für das Unternehmerinnen-Magazin Existenzielle die amerikanische Trendforscherin Patricia Aburdene interviewt. In ihrem jüngsten Buch beschreibt sie verschiedene spirituelle Paradigmen, die die Wirtschaft langfristig positiv verändern und den Aufstieg eines bewussten und zukunftsfähigen Kapitalismus begünstigen. In dem Interview, das inzwischen auf dem Online-Portal Femity vollständig zu lesen ist, erklärt Aburdene, dass der Faktor Liebe fürs Business immer wichtiger wird: "Ich bedauere jeden, der glaubt, im Business ginge es alleine darum, Geld zu machen. Wer so denkt, wird keinen Spaß an der Arbeit haben. Und außerdem nicht wirklich viel Geld verdienen. Erfolg erwächst aus Leidenschaft, Überzeugung und Kreativität. Das sind alles sehr emotionale Dimensionen. Warum? Weil diese Werte den Menschen ausmachen. Und Menschen, sei es als Kunden, Führungskräfte, Arbeitnehmer, Investoren oder Zulieferer, sind es, die ein Unternehmen erfolgreich machen - nicht eine 'Es geht alleine um den Profit'-Mentalität. ... Das eigene Unternehmen einwandfrei zu führen, ist eine Voraussetzung, um im Business zu bleiben. Aber die persönliche Leidenschaft und die eigenen Werte sind es, die es unverwechselbar machen. So entstehen wirkliche Alleinstellungsmerkmale. Liebe, Goodwill, Mut und andere transzendente menschliche Werte verwandeln sich so in konkreten Erfolg." Im Oktober 2008 erscheint die deutsche Übersetzung ihres Buches "Megatrends 2020: Der Aufstieg des zukunftsfähigen Kapitalismus. Sieben Trends, die unser Leben und Arbeiten verändern" bei J.Kamphausen, Bielefeld.
"Wir sind auf dem Weg in eine neue Business-Welt", Existenzielle März 2008


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Gerechte Umstände fördern das Glück 
Montag, 14. April 2008 - Wissenschaft
Glück kann man nicht "machen", die Lebenszusammenhänge eines Menschen und seine Möglichkeiten, diese zu gestalten, können jedoch das Glücksempfinden fördern. Der Glücksforscher Stefan Klein erklärt diese Zusammenhänge in einem Interview mit der Rheinischen Post wie folgt: "Glück hat wesentlich damit zu tun, wie stark der Zusammenhalt in einer Gesellschaft ist. Denn es kommt darauf an, wie sehr die Menschen das Gefühl haben, dass sie auf die Gestaltung ihrer Umgebung Einfluss nehmen können. Neurobiologische Untersuchungen legen nahe, dass das Gefühl, ohnmächtig zu sein, ein schlechtes ist, das sogar krank machen kann." Kritiker weisen in der aktuellen wirtschaftspolitischen Diskussion immer wieder darauf hin, dass das immer stärkere Auseinanderklaffen der Löhne von Niedrig- und Spitzenverdienern für die gesellschaftliche Entwicklung problematisch ist, selbst wenn sich die Lebenssituation der Menschen am unteren Ende der sozialen Leiter im Laufe der letzten Jahre verbessert haben. Dieser These stimmt Glücksforscher Klein zu, wenn er sagt: "Der Zusammenhalt einer Gesellschaft ist ein Wert an sich, der in der Tat Menschen zufriedener macht. Man hört ja oft das Argument, dass, wenn der eine in einem Land 12 Millionen, der andere aber nur 12.000 Euro jährlich verdient, dann sei das doch überhaupt kein Problem, weil der Wohlhabendere dem Ärmeren ja nichts wegnehme und noch dazu hohe Steuern zahle. ... Es mag gute Gründe für unterschiedliche Einkommen geben. Aber Untersuchungen zeigen sehr klar, dass die Lebenszufriedenheit aller Bürger sinkt, wenn sich die Lebensverhältnisse in einer Gesellschaft zu weit voneinander entfernen. Und dass eine Gesellschaft gut beraten ist, bei solchen Entwicklungen gegenzusteuern. Das hat auch damit zu tun, dass Menschen so etwas haben wie einen angeborenen Gerechtigkeitssinn."
"Glück braucht Gerechtigkeit", RP 28.3.2008


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Kreativität kann auch im Schlaf entstehen 
Freitag, 11. April 2008 - Success Stories
Unternehmen bemühen immer mehr Methoden und Techniken, um die Kreativität ihrer Mitarbeiter zu fördern und damit ihre Innovationsfähigkeit zu verbessern. Ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt dagegen am Beispiel des Chemikers Friedrich August Kekulé und seiner Entdeckung der Benzol-Theorie, dass es sogar möglich ist, im Schlaf kreativ zu sein: "In der Nacht der Entdeckung habe er an seinem Schreibtisch gesessen und im Halbschlaf das Funkenspiel des Kaminfeuers betrachtet, berichtete der Chemiker. Mit einem Male habe ein Traum die lang gesuchte Lösung gebracht: Er habe die Kohlenstoff- und Wasserstoffatome vor seinen Augen tanzen gesehen. In diesem Traum sei ihm das alte, alchimistische Symbol der Ourobourosschlange erschienen, deren Kopf in den eigenen Schwanz beißt. In der Folge stellte er die Benzol-Theorie auf, mit der er die bis dahin rätselhafte Struktur des Benzols als einen aus sechs Kohlenstoffatomen bestehenden symmetrischen Ring erklärte - ein Durchbruch für die Chemie im Verständnis komplexer Kohlenstoffverbindungen." Skeptiker mögen diesen Durchbruch als Zufall abtun oder als Ergebnis von Kekulés langjähriger Forschungsarbeit, die aufgrund seiner Bemühungen irgendwann schließlich zum Durchbruch gelangen musste. Man könnte die Begebenheit jedoch aus einer völlig anderen Perspektive betrachten: Vielleicht kommen uns die besten Ideen immer gerade dann, wenn wir uns nicht krampfhaft um etwas bemühen?
"Ourobourosschlange in der Nacht", FAZ 5.4.2008



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Arbeitsumfeld kann Produktivität steigern 
Donnerstag, 10. April 2008 - Arbeit
Immer mehr Untersuchungen zeigen, dass sich durch Verbesserungen des Arbeitsumfeldes bzw. der Büroarbeitsplätze deutliche Produktivitätssteigerungen erreichen. Das Office Innovation Center des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) geht beispielsweise davon aus, dass sich auf diesem Weg Effizienvorteile von bis zu 36 Prozent realisieren lassen. Eine Untersuchung der Universität von Texas zeigte: Durch einen besseren Bürostuhl konnte die Effizienz von Steuersachbearbeitern um 17,8 Prozent erhöht werden.
"Arbeitsplatz: Der Lehrstuhl", FTD 28.3.2008


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