Mieses Klima, wachsender Druck 
Donnerstag, 30. April 2009 - Studien
Für viele Manager wird gegenwärtig die Luft dünn. Eine Umfrage der Personalberatung Heidruck & Struggles unter 1.000 Führungskräften zeigt: Das Klima in den Führungsetagen wird stetig rauer und der Rechtfertigungsdruck in der Öffentlichkeit steigt. Etwa 80 Prozent der Führungskräfte sehen sich seit Beginn der Krise einem erhöhten Leistungsdruck ausgesetzt, etwa die Hälfte der Manager muss deutlich mehr arbeiten. 27 Prozent der Befragten klagen über ein schlechter werdendes Betriebsklima. Ganze 87 Prozent spüren, dass sich das Image der Führungsriege durch die Krise drastisch verschlechtert hat. Das schlechte Bild von Führungskräften in der Öffentlichkeit führt bei den Betroffenen zu verstärktem Rechtfertigungsdruck - diesen spüren 60 Prozent der Befragten, wobei die Hälfte dies vor allem im Umgang mit Geschäftspartnern zu spüren bekommt und jeder Vierte auch im Freundes- und Bekanntenkreis.
"Verstärkter Druck, mieses Image", Manager Magazin 22.4.2009


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Erst der Job, dann die Gesundheit 
Mittwoch, 29. April 2009 - Arbeit
Statistisch betrachtet sind die deutschen Arbeitnehmer gesünder denn je. Seit 1980 sank der Krankenstand in Unternehmen von 5,5 auf 3,3 Prozent. Doch hinter den Zahlen ist ein neues Phänomen entstanden: der Präsentismus. Längst nicht mehr erlauben sich erkrankte Angestellte gesundheitsbedingte Auszeiten, nein, sie schleppen sich - aufgrund des Drucks von Kollegen und der Arbeitgeber, aus Angst vor Jobverlust und übertriebenem Pflichtgefühl - auch krank ins Büro. Experten sprechen hier schon von "Krankheitsverleugnung". Das Problem: Auch wenn die Anwesenheit der Mitarbeiter auf dem Papier für gute Zahlen sorgt, profitieren die Unternehmen von diesem verinnerlichten Zwang zur Anwesenheit nicht wirklich. Ganz im Gegenteil, denn verschiedene amerikanische Studien belegen bereits, dass kranke Arbeitnehmer, die dennoch arbeiten, für einen dreifach höheren Produktivitätsverlust sorgen als wenn sie einfach zu Hause blieben.
"Krank, aber im Büro", SZ 21.4.2009


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Plädoyer für faire Produkte aus der Region 
Dienstag, 28. April 2009 - Success Stories
Für die April-Ausgabe des Magazins info3 habe ich mit dem Mitbegründer der Zunft AG Christoph Hinderfeld über das Thema nachhaltige Produkte gesprochen. Die Zunft AG tritt an, um Orte zu schaffen, an denen regionale Manufakturen ihre Produkte anbieten können und so transparente Märkte schaffen, bei denen die Verbraucher wieder nachvollziehen können, woher Waren kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt werden. "In der Beliebigkeit der heutigen Zeit sucht der Mensch wieder nach Anhaltspunkten für die Beurteilung von Waren und Diensten. Da kommen automatisch Nachhaltigkeit, Authentizität und vor allem auch der Wunsch nach Transparenz ins Spiel", sagt Hinderfeld. Für ihn stellt das Manufakturwesen eine wichtige Ergänzung zu den internationalen Handelskanälen dar: "Das Manufakturwesen kann und soll Massenware nicht ersetzen. Es kann sie aber sinnvoll ergänzen und dazu führen, dass der moderne Mensch wieder erlebt, wie ein gutes Produkt entsteht, und erfährt, worauf man als verantwortungsbewusster Kunde achten sollte."
Download des vollständigen Interviews


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Zertifizierungsworkshop zu Spiritueller Intelligenz 
Montag, 27. April 2009 - Veranstaltungen
Die amerikanische Beraterin und Expertin zum Thema “Spirituelle Intelligenz” (SQ) Cindy Wigglesworth wird vom 23. bis 25. Oktober 2009 in Düsseldorf einen Zertifizierungsworkshop für Berater, Coaches und am Thema SQ Interessierte halten. Der von Wigglesworth in Zusammenarbeit mit der University of North Texas entwickelte SQ-Test bildet 21 spezifische Fähigkeiten “Spiritueller Intelligenz” ab und ermöglicht es Organisationen, diese gezielt im Rahmen ihrer Entwicklung zu adressieren. Die Teilnehmer des Workshops durchlaufen den SQ-Test selbst und erhalten eine detaillierte Auswertung. Darüber hinaus wird vermittelt, wie die Arbeit mit dem SQ im unternehmerischen und beraterischen Kontext eingesetzt werden kann.
Info-Blatt zum Download


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Die Krise lässt sich nicht mit alten Rezepten lösen 
Freitag, 24. April 2009 - Management
Anlässlich eines Vortrages des PR-Profis und Zen-Lehrers Paul J. Kohtes zur “Logik des Gebens” vor dem Niederländisch-deutschen Businessclub Kleve haben die Niederrhein Nachrichten ein Interview mit dem Top-Manager veröffentlicht. Henk Raijer sprach mit Paul J. Kohtes unter anderem über die aktuelle Wirtschaftskrise und die nur allzu menschliche Tatsache, dass Menschen sich erst verändern, wenn der Leidensdruck groß genug ist. “Man geht erst zum Arzt, wenn es einem schlecht geht. So ist das auch mit den Managern großer Unternehmen. Viele von denen, die uns jetzt in die Krise geführt haben, hätten besser rechtzeitig anders gehandelt. Aber das ist nun einmal das Symptom jeder Krise. Prophylaktisch wird selten jemand aktiv. Auch auf der persönlichen Ebene ist es leider so, dass wir uns erst in Bewegung setzen und bei uns selbst etwas verändern wollen, wenn der Leidensdruck groß genug ist”, so Paul Kohtes. In seinen Führungskräfte-Coachings und seinen Workshops zu "Zen for Leadership" setzt der Zen-Lehrer und Manager vor allem darauf, die Dinge von einer völlig neuen Seite zu betrachten. “Die Krise mit den gleichen Rezepten zu bewältigen, die uns vorher in die Krise geführt haben, das ist ziemlich mühsam, ja nahezu unmöglich”, sagt Kohtes.
"Heilsame Vollbremsung", Niederrhein Nachrichten 8.4.2009


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Den Kapitalismus reformieren 
Donnerstag, 23. April 2009 - Wissenschaft
Die taz spricht in meinem Interview mit dem ehemaligen Banker Edgar Most über Perspektiven eines reformierten Kapitalismus. Most war zu DDR-Zeiten Vizepräsident der DDR-Staatsbank und nach der Wende Chef der Deutschen Bank in Berlin. Der erfahrene Banker plädiert für einen dritten Weg zwischen Staatssozialismus und Marktkapitalismus. Most sieht eine grundlegende Verantwortung des Staates für das Funktionieren der Wirtschaft, warnt jedoch vor Überregulierung. "Man muss den Kapitalismus revolutionieren", sagt er und fordert, dass strategisch wichtige Wirtschaftsbereiche vom Staat kontrolliert werden, die Wirtschaft jedoch weiterhin nach Prinzipien des Wettbewerbs funktionieren müsse. Dafür braucht es laut Most vor allem Zivilcourage, um weder den einseitigen Interessen der Kapitaleigner Vorrang einzuräumen noch in Überregulierung zu verfallen. Der frühere Banker plädiert auch für eine stärkere Erforschung alternativer und regionaler Währungssysteme, die durch ihre Verankerung in der lokalen Realwirtschaft viel weniger krisenanfällig sind.
"Das Krebsgeschwür der Gesellschaft", taz 14.4.2009


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Konstruktiv mit Niederlagen umgehen 
Mittwoch, 22. April 2009 - Arbeit
Niederlagen sind immer noch ein Tabuthema und setzen diejenigen, deren Karriere gerade eher auf dem Abstellgleis gelandet ist, unter immensen Druck. Der Autor und Trainer Hans Ruoff plädiert deshalb für mehr Ehrlichkeit im Umgang mit dem Scheitern. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert er den Anpassungsdruck an die Kriterien einer Leistungsgesellschaft, die Fortschritt oft nur mit hohem Einkommen und Status gleichsetzt. Andererseits fordert er auch von den Betroffenen eine neue Betrachtungsperspektive: "Ich muss etwas dafür tun, wenn aus einer Krise eine Chance werden soll. Ein Karrierebruch ist wie ein kleiner Tod - ich werde zunächst trauern. Wer aber in der Opferhaltung verharrt, akzeptiert die Realität nicht. Zur Neuorientierung gehört eine ehrliche Bestandsaufnahme", so Ruoff. Ein erster Schritt für den konstruktiven Neuanfang: "Wir brauchen auch eine neue Kultur des Aussteigens. Damit meine ich nicht Ziegen hüten. Man kann aber aus den Kategorien von Sieg und Niederlage aussteigen und sich stattdessen fragen: Was macht mich glücklich?"
"Vergiss den inneren Supermann", SZ 17.4.2009


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Es geht auch anders - Danone praktiziert Nachhaltigkeit 
Dienstag, 21. April 2009 - Success Stories
Die Danone-Gruppe ist schon länger sozial engagiert und versteht ihre Aktivitäten bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation vor allem in Schwellenländern nicht als karitatives Engagement. Vielmehr sind die Danone-Aktivitäten ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich eine wohlverstandene Corporate Citizenship unmittelbar ins operative Geschäft integrieren lässt - zum Vorteil für alle Beteiligten. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erklärt Franck Riboud, Vorstandsvorsitzender der französischen Danone-Gruppe, warum eine unterschwellig auf "Wirtschaftsförderung" ausgerichtete Unternehmenspolitik für alle Beteiligten nicht nur materiellen Gewinn birgt, sondern auch Sinn macht. So ist der Konzern sehr engagiert darin, in Ländern wie Indonesien oder Bangladesch mit den Menschen vor Ort neue Produktions- und Vertriebswege aufzubauen (in Bangladesch gibt es beispielsweise eine Kooperation mit der Grameen Bank von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus). Einheimische Mitarbeiter werden geschult und erhalten Arbeit. Die typischen Danone-Produkte werden auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst. So produziert Danone im Joint-Venture mit Grameen in Bangladesch ein mit Nährstoffen angereichertes Joghurt, das die Bevölkerung mit lebenswichtigen Vitaminen versorgen soll - zu einem Preis, den sich die potenziellen Kunden auch leisten können. "Wenn man nicht in das wirtschaftliche Umfeld investiert, kommt niemand voran", so die Devise von Danone-Chef Riboud. Der vom Unternehmen aufgelegte Fonds "Ökosystem" adressiert die ökologische und ökonomische Entwicklung verschiedener Regionen. 100 Millionen Euro sind bereits hineingeflossen und zusätzlich wird jedes Jahr ein Prozent des Danone-Nettogewinns investiert. Diese an Nachhaltigkeit orientierte Ausrichtung schafft auch innerhalb des Unternehmens neue Perspektiven. "Wir erzielen für unsere Mitarbeiter, vor allem die Manager, einen wichtigen Effekt: Man muss ihrer täglichen Arbeit einen Sinn geben und den Beschäftigten den Stolz auf das eigene Unternehmen. Wenn man die Leute nur mit Boni ködert, fährt man vor die Wand. Das gilt in der Krise noch mehr als sonst. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Ihre Mitarbeiter sich hängenlassen und die Krise als gegeben hinnehmen, statt sie zu bekämpfen", sagt Riboud. Die Mitarbeiter haben längst zu einer besonderen Verbundenheit mit dem Unternehmen gefunden. So investieren viele ihre Erfolgsbeteiligungen in den Fonds "Danone Communities", der im sozialen Business aktiv ist - und selbst im Krisenjahr 2008 seinen Wert um drei Prozent steigerte. Die Managervergütungen richtet Danone an langfristigen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Zielen aus. So haben die Evian-Mitarbeiter das Ziel, bis 2011 das Mineralwasser CO2-neutral herzustellen.
"Wer nur mit Boni ködert, fährt vor die Wand", FAZ 15.4.2009



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