Flexibilität - nur bedingt erwünscht 
Freitag, 30. April 2010 - Studien
Flexibilität ist vielen Vorgesetzten ein Dorn im Auge - zumindest wenn es um die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter geht. So zeigt eine Studie der Personalmanagementberatung Hewitt, dass 61 Prozent der Unternehmen glauben, wenn sie flexiblere Arbeitszeiten anbieten, würde sich das Arbeitsvolumen ihrer Mitarbeiter reduzieren. 37 Prozent gehen davon aus, dass solche Angebote auch ein Defizit an Führung zur Folge hätten. Und 31 Prozent denken gar, dass sich die Haltung ihrer Mitarbeiter negativ verändere. Andererseits gehen wiederum 58 Prozent der Arbeitgeber davon aus, mit flexibleren Arbeitsbedingungen die Motivation der Mitarbeiter zu erhöhen. Und 77 Prozent glauben sogar, mit solchen Schritten deren Verweildauer im Unternehmen zu erhöhen. Die Sicht der Mitarbeiter: 64 Prozent fühlen sich durch flexible Arbeitszeiten sogar stärker ans Unternehmen gebunden. 49 Prozent empfinden solche Regelungen als attraktiv.
Die Angst vor Kontrollverlust, FTD 23.4.10

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Führen will gelernt sein 
Donnerstag, 29. April 2010 - Management
Druck, Einsamkeit, Angst - viele Manager erleben die Anforderungen, die an sie in ihrer Rolle als Führungskraft gestellt werden, bisweilen eher als Last denn als Lust. Und gerade in Krisenzeiten müssen viele von ihnen nach völlig neuen Orientierungsmustern suchen, da sie bisher lediglich in Phasen des Aufschwungs ihr Können unter Beweis stellen mussten. Karin Siegle-Kvarnström weiß ein Lied von diesen Sorgen zu singen, denn als Executive Coach hilft sie Managern dabei, Auswege aus der Führungsfalle zu finden. Grund für das Scheitern vieler Führungskräfte in ihren Augen: "Statistiken belegen immer wieder, dass die Mehrzahl der Manager nach einem Jobwechsel nicht an mangelnder Fachkenntnis oder Intelligenz scheitert, sondern an den sogenannten weichen Faktoren. Oft passt der Neue nicht ins Team, weil er eben ein unangemessenes Führungsverhalten zeigt und die Kultur des neuen Unternehmens ignoriert. ... In der Regel spielen die weichen Faktoren bei Beförderungen nicht die entscheidende Rolle. In Deutschland wird bei der Karriere immer noch einseitig Wert auf Fachwissen und analytische Fähigkeiten gelegt. Führung lernt der junge Betriebswirt oder Ingenieur an der Universität nicht, und letztlich können sie diese auch im Job vernachlässigen - bis sie dann wirklich Macht haben. Dann wird erwartet, dass sie führen können und man wundert sich, wenn sie versagen." Siegle-Kvarnström hilft Managern dabei, sich in ihrer Position zu etablieren, sich dort zu halten und sich weiterzuentwickeln - Perspektiven, die unternehmensintern häufig viel zu kurz kommen, so dass ihre Klienten sich externe Hilfe suchen müssen, wollen sie nicht scheitern. Die Beraterin ist der Meinung: Viele Jobwechsel oder Entlassungen wären nicht notwendig, wenn Unternehmen sich mehr um die wirklichen Führungs-Skills kümmern würden.
"Manager werden zu rasch ausgetauscht", Manager Magazin 20.4.10

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Meditation bringt das Hirn auf Trab 
Mittwoch, 28. April 2010 - Studien
Meditieren bis zur Erleuchtung? Alleine die Vorstellung schreckt im Business-Kontext viele Menschen ab, sich an das Thema Meditation heranzuwagen. Ganz pragmatische Gründe sprechen jedoch immer mehr dafür, sich regelmäßig kleine Auszeiten in der Stille zu gönnen. So fanden Forscher der Wake Forest University School of Medicine in Winston-Salem heraus, das bereits vier Tage mit jeweils 20-minütigen Meditations-Sessions reichen, um kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und Konzentration deutlich zu verbessern. In einem Test mit 49 Personen meditierte eine Gruppe täglich 20 Minuten, während die Kontrollgruppe in der gleichen Zeit ein Hörbuch hörte. Die Stimmung besserte sich bei beiden Gruppen in gleichem Maße - ein Punkt der allein schon für regelmäßige Auszeiten ganz ohne Brimborium spricht. Aber: Die Meditierer schnitten darüber hinaus in anschließenden Tests deutlich besser ab, was ihr Arbeitsgedächtnis und die räumlich-visuelle Wahrnehmung anging. Die deutlichste Leistungssteigerung zeigten sie bei allen kognitiven Tests, die unter Zeitdruck durchgeführt werden mussten und damit mit erheblichem Stress verbunden haben - ein Szenario, dem wohl jeder Arbeitnehmer mehr oder weniger regelmäßig ausgesetzt ist.
Kurzes Meditieren verbessert geistige Fähigkeiten, Spiegel online 16.4.10

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Yoga im Unternehmen 
Dienstag, 27. April 2010 - Arbeit
Räucherstäbchen, säuselnde Musik und Schlabberklamotten - wenn die beiden Yoga-Lehrerinnen Ulriche Reiche und Dagmar Völpel anrücken, Fehlanzeige, denn die beiden ehemaligen Bankerinnen haben mit "Yoga im Unternehmen" eine Form der Entspannungsvermittlung geschaffen, die absolut Business-kompatibel ist. An den Kursen, die die beiden in Firmen anbieten, kann man locker in Hemd und Krawatte teilnehmen - Entspannung garantiert. Der Bedarf ist größer denn je. "Yoga hat viele Facetten und bietet für jeden und für jede Situation geeignete Techniken, um Stress zu bewältigen und die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Neben zahlreichen gesundheitsfördernden Effekten sensibilisiert eine regelmäßige Yoga-Praxis für eine bewusste Körperwahrnehmung und bewirkt, die Signale von Überlastung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Besonders jetzt in der Krise ist zu beobachten, dass viele ganz besonders unter Stress stehen, weil der Druck zunimmt. Hinzukommen Ängste, sei es davor, zu versagen oder den Arbeitsplatz zu verlieren. Viele Mitarbeiter neigen dazu, einfach weiterzumachen und den Druck aufzunehmen, sich nicht abzugrenzen. Dabei besteht das Risiko, zu erkranken. Früher war Burn-Out eine Managerkrankheit, heute ist sie sehr verbreitet, auch psychische Erkrankungen und Rückenleiden nehmen zu", erklärt Ulrike Reiche im Interview mit der Zeit. Spirituelle Details sucht man bei den Business-Yoga-Lehrerinnen vergebens, denn sie haben ihr Angebot klar auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe ausgerichtet. Stressbewältigung, Lernprozesse, Selbststeuerung, Work-Life-Balance und bewusste Kommunikationen sind Themen der Kurse, die auf Basis des Kundalini-Yoga angelegt sind, das über den Körper auf die Psyche wirkt.
Meditation in der Mittagspause, Die Zeit 8.4.10

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Zen zentriert 
Montag, 26. April 2010 - Management
Sind Sie im Job immer Sie selbst? Glücklich, wem dies gelingt. Die Realität sind für viele Menschen hingegen anders aus. 
“Oft spalten wir uns in die Rollen des Business- und des Privatmenschen und bewegen uns dabei fast schon am Rande der Schizophrenie, was oft zu leidvollen Erfahrungen führt. Zen ist hier eine wunderbare Form, wie man sich wieder zentrieren kann”, erklärt Zen-Lehrer und Management-Berater Paul Kohtes. Im Interview mit KarmaKonsum-Gründer Christoph Harrach verrät er, wie wir besser mit dieser Rollendiffusion umgehen können und warum ein bisschen mehr Spirit im Business nicht schaden kann. Bei der KarmaKonsum-Konferenz, die am 25. Juni in Frankfurt am Main stattfindet, hält Kohtes einen Vortrag zum Thema “Leadership 3.0: Be the change - Wie man es schafft, sich im Business auf das Wesentliche zu konzentrieren”.
Interview auf KarmaKonsum.de


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Warum Boni kontraproduktiv sind und dennoch genutzt werden 
Freitag, 23. April 2010 - Studien
Die Frankfurt School of Finance & Management wirft mit einer Studie einen Blick auf ein Kuriosum: Obwohl Boni - bereits nachgewiesen durch mehrere Studien - wirtschaftlich kontraproduktiv sind, scheinen sie für Unternehmen dennoch einen Nutzen zu haben. Die neue Untersuchung zeigt: Mitarbeiter mit variabler Vergütung erbringen häufig schlechtere Leistungen, weil sie aus Angst vor Misserfolgen (und damit niedrigerer Bezahlung) den Ball lieber flach halten oder auf bewährte Vorgehensweisen vertrauen. Oder sie machen, weil sie die bonusrelevanten Ziele um jeden Preis erreichen wollen, Fehler oder nutzen kostbare Ressourcen falsch. Aus Arbeitgebersicht stellen Boni allerdings immer noch ein Mittel dar, um Top Performer an sich zu binden - denn diese leisten, selbst wenn sie in die Boni-Falle tappen und damit nicht ihre bestmögliche Leistung erbringen, immer noch mehr als der Durchschnitt. Eine Rechnung, die den Firmen also unter dem Strich anscheinend immer noch genügend Vorteile einbringt - und, wie bei der jüngsten Finanzkrise, eben die Totalausfälle vergesellschaftet ...
Wenn Bonus-Gier die Arbeit stört, WiWo 30.3.10

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Die Do's und Dont's der Motivation 
Donnerstag, 22. April 2010 - Management
Nachdem Gallup pünktlich zum Jahresbeginn wieder die typischen Zahlen zum Motivationstief vorgelegt hatte (nur elf Prozent der Arbeitnehmer weisen eine hohe Bindung gegenüber ihrem Arbeitgeber auf, 23 Prozent haben längst innerlich gekündigt und der Rest bewegt sich im Mittelfeld), legt die Financial Times Deutschland nun nach und zeigt, was Unternehmen tun können, um die Motivation ihrer Mitarbeiter zu fördern. Gallup definiert die "Q 12"-Aspekte, die die emotionale Bindung an den Arbeitgeber prägen, wie folgt: "Der Mitarbeiter weiß, was von ihm erwartet wird, hat Materialien und Arbeitsmittel ausreichend zur Verfügung, kann tun, was er am besten kann, erhält Anerkennung, wird als Mensch gesehen, erhält Unterstützung - weiß, dass seine Meinung zählt - kann sich mit Unternehmenszielen identifizieren, sieht, dass sich seine Kollegen für Qualität engagieren, hat einen guten Freund im Unternehmen, sieht einen Fortschritt und kann lernen und sich entwickeln." Ursache für fehlende Motivation ist oft das Verhalten der Chefs. So gaben nur sechs Prozent der resignierten Beschäftigten an, in den zurückliegenden sieben Tag Lob und Anerkennung bekommen zu haben, bei den Hochmotivierten waren es hingegen 63 Prozent. 38 Prozent der Befragten mit geringer emotionaler Bindung würden ihre Vorgesetzten am liebsten entlassen ... Häufige Kritikpunkte der Mitarbeiter: "Der Chef interessiere sich nicht für sie als Mensch, es gebe niemanden, der ihre persönliche Entwicklung im Unternehmen fördere, es fehle an Leistungsfeedback und ihre Meinungen und Ansichten hätten im Unternehmen kein Gewicht."
Resignation greift im Arbeitsleben um sich, FTD 1.4.10


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Gehalt ist nicht das Wichtigste 
Mittwoch, 21. April 2010 - Studien
Klima geht über Gehalt - so das Ergebnis einer Umfrage von TNS Emnid unter 1.145 berufstätigen Männern und Frauen. Für 54 Prozent der Befragten ist vor allem das Arbeitsklima ausschlaggebend für das Wohlbefinden im Job, während nur 39 Prozent diese Frage vor allem von ihrem Gehalt abhängig machen. Die Aufgaben im Job sind 46 Prozent wichtig, die Sicherheit am Arbeitsplatz 33 Prozent. Diese Prioritäten haben sich im letzten halben Jahr ein wenig verschoben. Damals nannten noch 61 Prozent das Arbeitsklima als besonders wichtig und 43 Prozent das Gehalt. Die Bedeutung der Aufgaben stieg hingegen um vier Prozentpunkte, die der Sicherheit um drei Prozentpunkte.
Was wirklich zählt, SZ 26.3.10

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