Taktstock für Führungskräfte 
Freitag, 29. April 2011 - Management
Der Dirigent Gernot Schulz und der Kommunikationsmanager Manfred Harnischfeger vermitteln mit ihrem Seminar "Dirigieren und Führen" Managern neue Einblicke in ihre Führungskompetenz. Mit dem Taktstock ein Orchester anzuführen, sorge für unmittelbares Feedback, so dass die Teilnehmer ihre Stärken und Schwächen ganz direkt reflektieren können. So machen manche der Seminarbesucher die Erfahrung, dass zu viel Gefuchtel - sprich Kontrolle - eher zu einer monotonen musikalischen Darbietung führt. Weniger Bewegungen mit dem Taktstock hingegen lassen den Musikern mehr Freiheit und die Melodie kann fließen - ein Plädoyer dafür, es auch im Führungsalltag lieber bei guten Anstößen zu belassen, anstatt alle Prozesse durch und durch kontrollieren zu wollen. Der Ausflug in die Musikwelt macht aus mäßigen Managern sicherlich nicht ad hoc Führungsgrößen - Anstöße zur Reflektion, die im Businessalltag oft untergehen, liefert er hingegen durchaus.
Mit Musik führen lernen, Die Zeit 18.4.11

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Werden nun die Männer diskriminiert? 
Donnerstag, 28. April 2011 - Management
Die Wirtschaftswoche geht in einem Beitrag den verstärkten Bemühungen großer Unternehmen nach, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen und kommt dabei zu der Erkenntnis, dass es wohl künftig die Männer sein werden, die im Job unter Diskriminierung zu leiden haben. Knapp die Hälfte der Dax-30-Unternehmen hat sich inzwischen intern eine Frauenquote verordnet. So will BMW den Frauenanteil im Top-Management von heute 9 auf 16 Prozent im Jahr 2020 erhöhen. Bayer plant, bis 2015 jede dritte Führungsposition mit Frauen zu besetzen und bis 2017 jeden fünften Aufsichtsratssitz. Die Allianz will mittelfristig im Top-Management 30 Prozent Frauen, im Aufsichtsrat 25 Prozent. Bei Barmer soll sich der Frauenanteil in der Führungsebene sogar von heute 20 Prozent auf 50 Prozent erhöhen. Der Nachholbedarf ist auch immens, denn in lediglich 17 der 160 börsennotierten deutschen Unternehmen sind Frauen bisher im Vorstand vertreten und nur 21 von 668 Spitzenpositionen sind mit Frauen besetzt. "Opfer" der aus Angst vor einer gesetzlichen Frauenquote selbstverordneten Aufholjagd könnten nun die hochqualifizierten Männer sein. "Eine Frauenquote bekämpft die Diskriminierung der Frauen nun mithilfe einer so genannten 'umgekehrten Diskriminierung' der Männer. In der Sache heißt das aber nichts anderes, als dass neue an die Stelle alter Ungleichbehandlungen treten", bemängelt der Jurist Jan Lüttringhaus vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht. Und Jürgen Schupp, Leiter des Sozioökonomischen Panels am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, kritisiert: "Unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten ist es wenig plausibel, warum jüngere Männer nun jahrelang für die fraglos vorhandenen Versäumnisse der Vergangenheit büßen sollen."
Frauenquote bedroht Männerkarrieren, WiWo 8.4.11

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Wohlergehen ist nicht allein eine finanzielle Dimension 
Mittwoch, 27. April 2011 - Management
In einem Interview mit der FAZ erklärt der britische Nachhaltigkeitsökonom Tim Jackson, warum wir unser Verständnis von Wohlstand und Wachstum verändern sollten. Für Jackson ist augenscheinlich, dass Wohlstand nicht nur eine finanzielle Kategorie ist, sondern eher die Dimension des Wohlergehens betrifft, die nicht zwingend an stetiges Wirtschaftswachstum gekoppelt sei. "Spricht man von Wohlstand nur als einem wachsenden volkswirtschaftlichen Einkommen, verwechselt man die Ziele mit den Mitteln", so Jackson. Der Nachhaltigkeitsökonom kritisiert nicht zuletzt, dass der bestehende Markt eine Korrektivfunktion vermissen lasse, die Wachstumsziele auch mit ökologischen Kriterien abgleiche: "Er hat zugelassen, dass Kapital bei wenigen Akteuren akkumuliert wurde, während die Risiken vom Staat getragen wurden. Wir haben eine Finanzkrise erlebt, die beinahe das ganze System zum Einsturz gebracht hätte. Sie hat die gesamte wachstumsorientierte Wirtschaft zeitweise zum Erliegen gebracht. Die Idee, dass der Markt alleine entscheiden sollte, überzeugt nicht. Ihm muss immer ein Rahmen gesetzt werden, der akkumulative Prozesse bestraft oder privilegiert. Wenn der Rahmen ressourcenintensives Wirtschaften mit hohen sozialen Kosten bestrafen soll, ist das eine gesellschaftliche Entscheidung – darum geht es beim Regieren: Freiheiten einzuschränken im Dienste des Allgemeinguts." Für Jackson ist klar, dass Prosperität auch ohne permanentes Wachstum auskommt, weil sich dann die Schwerpunkte einer Gesellschaft verschieben. "Wir haben uns inzwischen zu einer Gesellschaft entwickelt, in der wir uns den Luxus von Kunst und Unterhaltung leisten können. Sie haben auch schon in viel ärmeren Gesellschaften in der Vergangenheit existiert. Kreativität ist also nicht die göttliche Beigabe des Wachstums. Selbst wenn nur wohlhabende Menschen über die Probleme der Wachstumsgesellschaft nachdenken können, hält sie das nicht von der Pflicht ab, genau das zu tun. Es ist absolut notwendig, den zwei Milliarden Menschen, die mit weniger als 2 Dollar am Tag leben müssen, mehr materielle Güter zur Verfügung zu stellen. Ein Modell, das sie besser mit Kleidung und Nahrungsmitteln ausstattet, ist essentiell. In den reichen Volkswirtschaften ist es anders. Hier können wir darüber nachdenken, welche Art des sozialen Fortschritts wir wollen. Kann er bedeuten: immer mehr für immer?", so Jacksons kritische Anmerkung mit einer Prise visionärem Geist.
"Wohlstand besteht nicht nur aus Einkommen", FAZ 18.4.11

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Wer satt ist, ist gerechter 
Dienstag, 26. April 2011 - Studien
Eine Studie der israelischen Ben Gurion Universität und der New Yorker Columbia University wirft ein neues Licht auf die vermeintliche Unabhängigkeit gerichtlicher Entscheidungen. Die Wissenschaftler untersuchten 1.112 Gerichtsurteile, die von acht verschiedenen Richtern an zwei israelischen Gerichtshöfen in 50 Verhandlungstagen gefällt wurden. Bei allen Fällen ging es darum, ob Häftlinge auf Bewährung entlassen werden oder Auflagen auferlegt bekommen. Dabei zeigte sich im Tagesverlauf, dass die Richter zu Beginn des Sitzungstages recht milde waren und 65 Prozent der Anträge positiv beschieden - die Quote sank jedoch im Laufe des Tages zunehmend, bis hin zur Ablehnung jedes Gesuchs. Diese Dynamik entwickelte sich analog zu den Essenspausen, die die Richter machten. Sowohl nach der Frühstückspause als auch nach dem Mittagessenstieg die Zustimmungsrate zunächst an, um dann wieder abzufallen. Dieses Muster zeigte sich bei jedem Richter und an jedem Verhandlungstag. Die Wirtschaftspsychologen vermuten, dass Menschen, je erschöpfter sie sind, zu einer Beibehaltung des Status quo tendieren, weil dieses Verhalten die geringste Anstrengung bedeutet - ein Zusammenhang, der bereits in mehreren Studien nachgewiesen wurde. Umgekehrt könnte man spekulieren, dass ein konstanter Blutzuckerspiegel gerichtliche Verfahren vielleicht gerechter machen würde. ;-)
Hungrige Richter - hartes Urteil, SZ 13.4.11

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Politik beginnt im Gehirn 
Donnerstag, 21. April 2011 - Wissenschaft
Forscher des University College London haben herausgefunden, das Unterschiede in der politischen Einstellung sich im Gehirn nachweisen lassen. Sie untersuchten zunächst anhand der Einordnung auf einer Punkteskala die politische Orientierung von 100 Studenten. Anschließend wurden die Hirnstrukturen der Probanden mittels Kernspintomographie untersucht. Bei Studenten, die sich als rechtskonservativ bezeichnet hatten, war hier die Amygdala - und insbesondere ihr rechter Teil - deutlich größer. Dieser Teil des Gehirns spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf Angst und die Unterscheidung zwischen Freund und Feind. So reagieren Menschen mit größerer Amygdala stärker auf Bedrohungen und sind anfälliger für Ekel. Bei den Studenten, die sich als linksliberal einstuften, fanden die Wissenschaftler mehr graue Hirnmasse i vorderen Gyrus cinguli. Dieses Areal des limbischen Systems ist mit der Fähigkeit verbunden, mit Unsicherheit und Konflikten umzugehen. Zwar lässt sich auf Basis der Gehirnstrukturen nicht zweifelsfrei vorhersagen, welche politische Orientierung ein Mensch hat, jedoch gelang es den Forschern, auf Basis der Hirnunterschiede mit einer Trefferquote von 70 Prozent, zwischen Liberalen und Konservativen zu unterscheiden. Der ursächliche Zusammenhang, also die Frage, ob die politische Einstellung ein Resultat der Gehirnstruktur ist oder ob sie die Gehirnstruktur formt, lässt sich mit dieser Untersuchung noch nicht klären. Eine Langzeitstudie soll nun erforschen, wie sich die Hirnbereiche und die politische Einstellung über Jahre hinweg verändern.
Hirnstruktur kann politische Einstellung verraten, Spiegel online 8.4.11

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Wachstum ist eine Frage der Entwicklung 
Mittwoch, 20. April 2011 - Management
Die FAZ geht in einem Interview mit Erich Harsch, dem Vorsitzenden von dm, wieder einmal der Frage nach, warum die von dem Anthroposophen Götz Werner gegründete Drogeriekette über die Maßen erfolgreich ist - und das, obwohl sie gängige Businessprinzipien auf den Kopf stellt. So wird Harsch nicht müde zu betonen: "Mit Geld motiviert man nicht." Deshalb hat das Unternehmen sich auch nicht etwa einen Wachstumskurs auf die Fahnen geschrieben, sondern spricht lieber von Entwicklung - ein Unterschied, der Folgen hat. "Unser Ziel heißt Entwicklung, Wachstum kommt dann meistens von selbst. ... Bei dm ist alles eine Frage der Haltung. Es geht nicht darum, den Gewinn zu maximieren, sondern den Kundennutzen. Man kann nur so oder so ticken. Wenn viele glückliche [Kunden] kommen, kommt auch der Erfolg", sagt Harsch. Auch zum Thema Mitarbeitermotivation äußert der dm-Mann sich kompromisslos: "Unmotivierte Mitarbeiter können Sie auch mit Geld nicht ändern. Wir glauben daran, dass die persönliche Freude daraus kommt, dass man gestalten kann. Bonussysteme, die unterstellen, dass sich einer nur bewegt, wenn man ihm eine Wurst vorhält, sind menschenverachtend." Mit dieser klaren Linie ist dm über die Maßen erfolgreich - allein 2011 soll der Umsatz auf mehr als sechs Milliarden Euro steigen. Auch was die Rendite angeht, grenzt dm sich von der Konkurrenz ab, denn das Unternehmen gibt sich mit einem Prozent Rendite zufrieden. "Die Frage ist doch, was mache ich mit dem Gewinn? Geht das Geld raus oder sorge ich dafür, dass sich der Überschuss infolge von sinnvollen Investitionen in Grenzen hält. Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden", so Harsch.
"Mit Geld motiviert man nicht", FAZ 15.4.11

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Spirituelle Intelligenz im Business 
Dienstag, 19. April 2011 - Veranstaltungen
Am 24. Mai 2011 findet in der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin ein Vortrag mit Cindy Wigglesworth zum Thema Spirituelle Intelligenz statt. Wigglesworth arbeitet mit ihrem Beratungsunternehmen Deep Change seit Jahren zu dem Thema und hat ein Modell entwickelt, das die verschiedenen Formen von Intelligenz, also auch kognitive und emotionale Intelligenz, in ein Verhältnis zueinander setzt. Auf dieser Basis entwickelte sie auch einen Test zur Spirituellen Intelligenz, mit dem sich verschiedene Indikatoren messen und so die entsprechenden Potentiale evaluieren lassen. Wigglesworths Arbeit gilt dabei vor allem der Bedeutung von Spiritueller Intelligenz im Business und ihrer Entwicklung im Hinblick auf Leadership-Qualitäten.
Informationen zur Veranstaltung

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Optimisten tun sich im Job leichter 
Montag, 18. April 2011 - Studien
Optimisten finden leichter die besseren Jobs als Menschen, die mit einer eher pessimistischen Perspektive durchs Leben gehen, so das Fazit einer amerikanischen Studie der Universitäten Duke und Yale. Die Ökonomen untersuchten, wie sich die Grundhaltung von MBA-Studenten auf deren Jobchancen auswirkt. Die Absolventen, die durch einen Test als eher optimistisch eingestuft wurden, fanden dabei schneller Praktikumsplätze und mussten auch bei der anschließenden Jobsuche weniger potentielle Arbeitgeber kontaktieren und bekamen zudem in den meisten Fällen eher die Jobs, die auf ihrer Prioritätenliste ganz oben standen. In vertiefenden Analysen zeigte sich, dass die Optimisten dabei durchaus wählerischer waren als die Pessimisten - sie lehnten häufiger Angebote ab in der Hoffnung auf noch bessere Offerten und landeten öfter bei dem von ihnen favorisierten Arbeitgeber. Was Qualifikation und Intelligenz angeht, fanden die Forscher zwischen beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Die Optimisten waren zwar zum Teil charismatischer als die Pessimisten, aber auch dies erklärt die Erfolgsunterschiede nur zum Teil. Die Forscher erklären sich die höhere Erfolgsrate der Optimisten damit, dass diese gut mit Problemen umgehen können und auch eher bereit seien, ihre Strategien zu verändern, wenn sich diese als nicht erfolgreich erweisen. Außerdem vermuten die Ökonomen, dass sich oftmals "sich selbst erfüllende Prophezeiungen" einstellen - wer mit einer positiven Grundhaltung an eine Aufgabe herangeht, kann also tendenziell damit rechnen, erfolgreicher zu sein. Interessante Fußnote: Auch Studenten, die auf andere optimistisch wirken, sich selbst aber eher als Pessimisten einstufen, haben gute Karrierechancen.
Das Glas ist halb voll, FAS 10.4.11

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