Reiche Länder profitieren stärker von Globalisierung als arme 
Donnerstag, 3. April 2014 - Studien
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung legt nahe, dass die Wohlfahrtsgewinne der Globalisierung für die reichen Industrienationen deutlich stärker ausfallen als für ärmere Länder. Untersucht wurde die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in 42 Industrie- und Schwellenländern. In den 14 wirtschaftlich stärksten Ländern stieg das BIP pro Kopf zwischen 1990 und 2011 um mehr als 1.000 Euro - beispielsweise in Deutschland, Finnland, Dänemark, Japan, den Niederlanden, Südkorea, Slowenien und Israel. In Schwellenländern wie Russland, der Türkei, Mexiko, China oder Brasilien hingegen lag der Zuwachs unter 300 Euro, bei Schlusslicht Indien sogar lediglich bei 40 Euro. Aufgrund der niedrigen Ausgangsbasis lag in China das relative Wachstum zwar bei 49 Prozent, doch wurde die BIP-Lücke zu den Industrienationen dadurch kaum kleiner. So räumt die Studie denn auch ein, dass sich durch die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter öffne.
Globalisierung nützt den Reichen, taz 25.3.14


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Machtlose schieben die Schuld auf andere 
Mittwoch, 2. April 2014 - Studien
Wer sich als machtlos empfindet, schiebt die Schuld für Fehler leichter auf andere, als dies Menschen tun, die sich als machtvoll wahrnehmen. So das Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Wissensmedien in Tübingen. Die Psychologen führten mit 110 Angestellten, darunter Führungskräfte und einfache Mitarbeiter, mehrere Experimente durch. Einmal sollten sich die Chefs vorstellen, wie sie mit der Arbeit eines Untergebenen unzufrieden waren - und die Mitarbeiter sollten sich in Erinnerung rufen, wie ihr Chef mit ihrer Leistung unzufrieden war. Danach sollten beide Gruppen ihre Eindrücke der Situation notieren. Dabei zeigte sich, dass die Vorgesetzten Fehler deutlich öfter bei sich selbst suchten, während die Untergebenen die Verantwortung bei anderen suchten. In einem zweiten Experiment wurden die Teilnehmer ungeachtet ihrer tatsächlichen Position in Zweierteams zusammengebracht, um gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Auch hier zeigte sich in der individuellen Nachbetrachtung, dass die Chefs Misserfolge stärker auf sich selbst zurückführten, während die Mitarbeiter äußeren Umständen die Schuld gaben. Die Forscher gehen davon aus, dass Machtpositionen Menschen ein Gefühl der Kontrolle geben, was sie dazu veranlasst, stärker in die Verantwortung zu gehen. Menschen, die diese Handlungsfreiheiten nicht empfinden, weil sie im Leben weniger Macht und damit weniger Gestaltungsmöglichkeiten haben, flüchten hingegen eher in eine passive Rolle.
Macht fördert die Lernfähigkeit, WiWo 27.3.14


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Das Innovationspotential des sozialen Unternehmertums 
Dienstag, 1. April 2014 - Arbeit
In einem Interview mit Spiegel online erklärt Felix Oldenburg von der Organisation Ashoka, die soziales Unternehmertum fördert, wie die sozialen Ideen der Entrepreneure immer mehr zum Treiber für gesellschaftlichen Wandel werden, indem sie grundlegende Innovationen hervorbringen. Für Oldenburg ist Social Entrepreneurship keine soziale Spielerei, sondern folgt der Idee des typischen Unternehmertums, neue Märkte zu finden. Wo konventionelle Anbieter mit Innovationen häufig versuchen, neue Bedürfnisse bei den Konsumenten zu wecken, suchen die Sozialunternehmer indes Antworten auf gesellschaftlich drängende Fragen und schaffen damit soziale Innovationen. Als Beispiel führt Oldenburg das Carsharing an, das heute nicht nur die ökologischen Nachteile des Autobesitzes abzufedern beginnt, sondern längst auch eine wirtschaftliche Kraft im ökonomischen System geworden ist. Oldenburg plädiert dafür, dass soziale Unternehmer, die häufig unter den Vorzeichen der Gemeinnützigkeit tätig sind, künftig genauso öffentlich gefördert müssten wie konventionelle Selbstständige - was bisher nicht der Fall ist. Er prognostiziert, dass sich im Laufe der Jahre auch Disziplinen wie Social Finance etablieren werden, die dieser Veränderung der Innovationsimpulse und der Märkte Rechnung tragen.
"Firmen ohne eigene Finanzierung sind am spannendsten", Spiegel online 25.3.14


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Vorwissen erschwert unvoreingenommenes Lernen 
Montag, 31. März 2014 - Studien
Eine Studie mit Kindern und jungen Erwachsenen zeigt, dass Vorwissen und Lebenserfahrung die Fähigkeit zu unvoreingenommenem Lernen behindern können. Beiden Gruppen wurde in einem Experiment gezeigt, dass die Lösung eines Problems entweder aus der Wahl von einem Aspekt (A oder B = disjunktive Bedingung) oder der Kombination zweier Aspekte besteht (A und B = konjunktive Bedingung). Im zweiten Durchgang, in dem nicht klar war, welche der beiden Bedingungen zur Lösung führt, sollten alle Probanden aus beiden Lösungsmöglichkeiten die richtige auswählen. Während die Erwachsenen sich häufiger für die disjunktive Bedingung entschieden, probierten die Kinder häufiger auch die konjunktive Bedingung aus, die sie gerade gelernt hatten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder aufgrund weniger Vorwissen offener mit neuen Möglichkeiten umgehen, während Erwachsene Muster, die ihren bisherigen Grundannahmen eher widersprechen, leichter ausblenden. Das im Alltag und vor allem auch im Geschäftsleben sehr typische Entweder-Oder-Denken könnte sich im Experiment also fortgesetzt haben.
Wenn Kinder schlauer sind als Erwachsene, Gehirn & Geist 11.3.14

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Energie bei der Arbeit wirklich nutzen 
Freitag, 28. März 2014 - Studien
Eine Untersuchung der puls Marktforschung GmbH zeigt, dass viele Mitarbeiter bei der Arbeit ihre Energie nicht ausschöpfen. So gaben nur 74 Prozent der Befragten an, im Job wirklich alles zu geben. Die Forscher weisen darauf hin, dass im Unternehmensalltag zahlreiche Energieräuber lauern, durch die die Kräfte der Angestellten verschwendet oder untergraben werden. So fühlen sich 47 Prozent der Befragten unterfordert. Ein Drittel beklagt sich über fehlendes Feedback. Beinahe genauso viele können sich nicht mit den Werten und Zielen ihres Unternehmens identifizieren. Die Studie möchte darauf hinweisen, dass nicht nur akute Überforderung und Stress Menschen aus ihrer Energiebalance bringen, sondern dass im Arbeitsleben auch subtilere Faktoren dazu führen können, dass Mitarbeiter innerlich verschleißen.
Wie Unternehmen Kraft in Krankheit verwandeln, Die Welt 20.3.14


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Wenn Kränkungen krank machen 
Donnerstag, 27. März 2014 - Arbeit
Die steigende Zahl psychischer Erkrankungen lässt die Wissenschaft auf immer neuen Wegen nach den Ursachen suchen. Eine Untersuchung der Universität Lüneburg etwa zeigt, dass von stressgeplagten Betroffenen vor allem im Beruf erfahrene Kränkungen als Last betrachtet werden, die zur eigenen Erschöpfung beitragen. Mangelnde Wertschätzung, eine fehlende Feedbackkultur, aber auch äußere Arbeitsumstände, die nahe legen, dass Mitarbeiter weniger geschätzt, sondern eher verheizt werden, können dazu beitragen, dass das Selbstwertgefühl von Mitarbeiter massiv untergraben wird und sie schließlich krank werden. Eine Untersuchung über glückliche Paare scheint Belege zu liefern, warum gerade negative Umgangsformen solch krasse Folgen nach sich ziehen können. Die befragten glücklichen Paare gaben an, dass in ihrer Beziehung positive zu negativen Statements gegenüber dem Partner bzw. der Partnerin im Verhältnis 5:1 stünden - was auch so gedeutet werden kann, dass ein negatives Erlebnis fünf positive Begegnungen braucht, um kompensiert zu werden.
Von der Kränkung zur Krankheit, Die Welt 20.3.14


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Leistungswahn treibt immer bizarrere Blüten 
Mittwoch, 26. März 2014 - Studien
Im Kampf um den Erhalt der eigenen Leistungsfähigkeit im Job werden immer öfter die extremsten Mittel angewendet. Nach Medikamenten wie Ritalin scheinen nun auch harte Drogen Einzug zu halten beim Job-Doping. So zeigt eine Studie des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) an der Universität Hamburg, dass Chrystal Meth und Speed längst in den Kanon der "leistungssteigernden Mittel" aufgenommen worden zu sein scheinen. Jedenfalls haben 4,5 Prozent der Erwachsenen im vergangenen Jahr Chrystal Meth, das zu den härtesten und gefährlichsten Suchtmitteln überhaupt zählt, konsumiert. Auch Kokain (0,8 Prozent) und Speed (0,7 Prozent) werden in diesem Kontext genannt und genutzt. Diese Entwicklung sollte alarmieren, denn die besonders harten Suchtmittel machen nicht nur sehr schnell abhängig, sondern können auch schneller als andere Drogen zu irreparablen Schäden im Gehirn und Körper führen.
Kollegen auf dem Crystal-Trip, FAZ 15.3.14


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Wachsender Coachingmarkt mit Macken 
Dienstag, 25. März 2014 - Arbeit
Coaching ist en vogue und die entsprechenden Ausbildungen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Ob günstig oder teuer, die Fundierung der Angebote ist trotz verschiedener Zertifizierenden nicht immer gegeben. Eine Studie der Universität Osnabrück legt nahe, dass in Deutschland lediglich vier Prozent der Coaching-Ausbildungen auf wissenschaftlich nachweisbar wirksame Methoden setzen. So bemängelt die Untersuchung, dass beispielsweise 36 Prozent der Coaching-Ausbildungen auf NLP basieren, obwohl die Wissenschaft bei den Methodiken keine Wirksamkeit erkennen könne. 55 Prozent setzen auf einen systemischen Ansatz. "Dahinter verbirgt sich meist ein Mix aus Systemtheorie, Konstruktivismus, Kybernetik, Familientherapie und immer häufiger auch esoterischen oder spirituellen Ansätzen", so die Welt. Leider geht der Beitrag nicht näher darauf ein, welche Maßstäbe an eine wissenschaftlich nachweisbare Wirkung angelegt werden, denn wer schon einmal Erfahrungen mit NLP, systematischen Tools oder Aufstellungen gesammelt hat, weiß nur zu gut, dass sich damit Wirkungen erzielen lassen, die verblüffend sind - und Lebenszusammenhänge nachhaltig ändern können. Die Kritik des Artikels ist andererseits auch in Teilen durchaus berechtigt, denn Coaching-Ausbildungen werden für die Anbieter immer mehr zu einer Geldmaschine, während die Ausgebildeten oft nicht allzu viel davon haben. So zeigt eine Umfrage, dass von 452 befragten Coaches mehr als die Hälfte noch nicht einmal ein Viertel ihres Umsatzes mit Coaching generieren.
Das Coaching-Siegel ist ein teures Muster ohne Wert, Die Welt 15.3.14


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