Verschmelzung von Corporate Governance und Sustainability 
Donnerstag, 31. Mai 2007 - Studien
Eine Untersuchung zu Corporate Governance und Sustainability der Beratungsgesellschaft Sustainable Development Management zeigt, dass beide Bereiche immer mehr miteinander verschmelzen. So konstatiert der Berater Dr. Axel Hesse, dass die gemeinsame Schnittmenge beider Perspektiven sich seit zwei bis drei Jahren ständig vergrößert. Seine Folgerung aus diesen Entwicklungen: "Das Management der Unternehmen ist daher gut beraten, proaktiv materielle wichtige Nachhaltigkeitsaspekte - also insbesondere Umweltschutz- und ökonomische wie soziale Entwicklungsaspekte - in die strategische Unternehmensführung zu integrieren." Hesse rät Firmen dazu, sowohl die Mikro- als auch die Makrofaktoren, denen sie ausgesetzt sind, darunter politisch-rechtliche, makroökonomische, technische und ökologische Grundlagen sowie die Sphären Kunden, Mitbewerber, Mitarbeiter, Zulieferer und weitere Stakeholder unter Nachhaltigkeitsaspekten zu betrachten und die Ergebnisse dieser Analysen in die Unternehmensstrategie fließen zu lassen. Auch weißt er darauf hin, dass vor allem institutionelle Investoren immer stärker eine Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswertes fordern, da die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten auch unter einer rein ökonomischen Betrachtung eine erhöhte, risikobereinigte Finanzperformance fördere.
Studie Corporate Governance und Sustainability

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Downshifting - Geheimer Trend der Arbeitswelt 
Mittwoch, 30. Mai 2007 - Arbeit
Immer höher, schneller, weiter - für immer mehr Arbeitnehmer, selbst in führenden Positionen, gilt diese Devise nicht mehr. Sie wollen keine Karriere um jeden Preis, sondern einen Job, der ihnen auch Zeit für andere Dinge lässt. Die FAZ widmet diesem Downshifting, das sich durchaus als geheimer Trend der Arbeitswelt verstehen lässt, eine ganze Seite und beschreibt individuelle Lösungswege zu einer neuen Perspektive von Arbeit und Leben. Den Downshiftern geht es dabei um eine "Kosten-Nutzen-Bilanz im Sinne der Lebensqualität", so die Berliner Soziologin Gisela Erler. Erfolg spiegelt sich bei dieser Zielgruppe nicht im Gehalt, sondern in eher ideellen Aspekten wie größerer Zeitautonomie oder wachsenden Entscheidungsspielräumen. Vom Massenphänomen sind die Downshifter noch weit entfernt, denn außer auf dem Weg der beruflichen Selbstständigkeit bezahlen sie die individuelle Lebensgestaltung, die sich nicht den vermeintlichen Zwängen des Arbeitsmarktes unterordnet, in Unternehmen häufig mit einem "Karriereknick".
"Einen Gang herunterschalten", FAZ 26.5.2007

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Heiner Geißler für eine sozial-ökologische Marktwirtschaft 
Dienstag, 29. Mai 2007 - Management
In einem Interview mit dem Handelsblatt nutzt der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler die Gelegenheit, seine Vorstellung zu einer Harmonisierung der Globalisierung darzustellen. Der 77-Jährige gibt sich ungebrochen kämpferisch, wenn er sagt: "Wir erleben eine weltweite Anarchie im Wirtschaftssystem, in dem unkontrolliert Hedge-Fonds agieren und bei so genannten Geierfonds verschuldete Entwicklungsländer ausgebeutet werden." Geißler wurde vor kurzem Mitglied des globalisierungskritischen Bündnisses Attac und fordert eine sozial-ökologische Marktwirtschaft, in der seiner Meinung nach "unglaubliche Exzesse" durch soziale Verantwortung gezügelt werden. Geißlers These: "Ökonomie und Humanismus sind vereinbar. Nur hat das Kapital den Menschen zu dienen, nicht sie zu beherrschen. Schuld an vielen Rationalisierungen ist doch heute nicht, dass Firmen auf ihren Gütermärkten scheitern, schuld ist der Druck der Kapitalmärkte. Kapitalertrag überdeckt alle anderen Interessen."
Heiner Geißler: "Anarchie im Wirtschaftssystem", Handelsblatt 23.5.2007

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Der Chefsessel wird zum Schleudersitz 
Freitag, 25. Mai 2007 - Studien
Das Personalkarussell in den weltweiten Chefetagen dreht sich immer schneller und die steigenden Anforderungen an die Unternehmenslenker fordern ihren Tribut. Der neuesten CEO Succession-Studie der Strategieberatung Booz Allen Hamilton zufolge mussten im letzten Jahr 14,3 Prozent aller CEOs ihren Posten räumen. Für die USA und Asien bedeutet dies zwar einen leichten Rückgang, in Europa stieg die Wechselquote an der Unternehmenspitze hingegen auf das Rekordniveau von 15,4 Prozent (Deutschland: 10,7 Prozent). Die Berater gehen davon aus, dass sich die Fluktuation unter deutschen Top-Managern noch erhöhen wird, denn "die Schwäche vieler deutscher Unternehmenslenker bei der strikteren Umsetzung von Corporate Governance [wird] dazu führen, dass künftig mehr international erfahrene Führungskräfte entsprechende Positionen in deutschen Konzernen besetzen", so Dr. Klaus-Peter Gushurst, Senior Partner bei Booz Allen. Ein Beschleunigungsfaktor für die Rotationen im Chefsessel sind nach wir vor Merger, die 2006 weltweit für 22 Prozent der Wechsel sorgten. Immer wichtiger für die Verweildauer eines CEOs wird die Performance. Seit 1995 haben die Umstrukturierungen aufgrund nicht erreichter Ziele um 318 Prozent zugenommen. Während 1995 sich sowohl 60 Prozent der CEOs mit guter als auch mit schlechter Performance einer hohen Verweildauer erfreuten, sieht das Bild 2006 völlig anders aus, denn im letzten Jahr blieb nur jeder zweite Top-Manager mit überdurchschnittlichen Ergebnissen mehr als sieben Jahre in seinem Job. Von den CEOs, die unterdurchschnittlich wirtschafteten, schaffte dies nur jeder Vierte. Booz Allen Hamilton betont, dass Corporate Governance und Compliance immer wichtiger werden und Führungskräfte, die über Lippenbekenntnisse nicht hinauskommen, einen schweren Stand haben werden. Inzwischen gehe es nicht mehr nur darum, extreme Fälle von Missmanagement zu verhindern, sondern die Führungskultur von Unternehmen zu verändern. Der "neue Typ" des Unternehmenslenkers muss nach Ansicht der Berater in der Lage sein, die verschiedenen Zielgruppen wie Investoren, Mitarbeiter und Politik stärker in die eigene Arbeit zu integrieren.
Pressemitteilung von Booz Allen Hamilton

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Angst - Wenn der Leistungsdruck im Job zur Panik führt 
Donnerstag, 24. Mai 2007 - Arbeit
Angst im Verbund mit Depression gehört heute zur vierthäufigsten Todesursache in westlichen Industriestaaten. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer, die in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld tätig sind. In den letzten Jahren ist dabei der Angstfaktor laut Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung extrem gestiegen. Während 2001 noch 9,1 Prozent der Befragten Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes hatten, waren es 2005 schon 24 Prozent. Die Befürchtung, die Rente reiche später einmal nicht aus, wuchs von 23 Prozent auf 34 Prozent. 2005 sorgten sich 36 Prozent der Deutschen, einmal in wirtschaftliche Not zu geraten, vier Jahre zuvor waren es elf Prozent weniger. In ihrem Angst-Dossier schreibt die Zeit: "Die Auswirkungen des Arbeitsalltags auf die psychische Gesundheit des Einzelnen sind enorm. In den vergangenen 20 Jahren haben Begriffe wie Flexibilität, Mobilität und lebenslanges Lernen Karriere gemacht; die berechenbare Biografie wurde zum Märchen aus einer versunkenen Welt und die Unberechenbarkeit zu einer mentalen Dauerbedrohung." Angst zu haben, ist in Europa schon zur Normalität geworden, denn 127 Millionen Menschen, mehr als ein Viertel der Bevölkerung, leiden bereits an den zwölf häufigsten psychischen Erkrankungen, ein Drittel davon unter Panikattacken und Ängsten.
"In den Fängen der Angst", Die Zeit 19.4.2007

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Angst vor der Karriere 
Mittwoch, 23. Mai 2007 - Arbeit
Immer mehr Arbeitnehmer gehen im Job in Deckung und meiden die nächsten Karriereschritte, so ein Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung. Ein Grund für den oft unbewussten Selbstboykott liegt in der Angst, den mit einem Aufstieg einhergehenden neuen Aufgaben nicht mehr gewachsen zu sein. Gerade in großen Unternehmen wachsen die Anforderungen mit jeder Karrierestufe oft erheblich und viele Mitarbeiter fürchten sich vor dem damit oft einhergehenden Verlust an Autonomie.
"Karriere? Nein danke!", Süddeutsche Zeitung 19.5.2007

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40 Prozent der Europäer empfinden ihre Arbeit als zu anstrengend 
Dienstag, 22. Mai 2007 - Arbeit
Die gute Nachricht zuerst: 69 Prozent der europäischen Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass ihre Arbeit ihnen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Privatleben ermöglicht - so das Eurobarometer, das von TNS Opinion im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. Immerhin jeder siebte Arbeitnehmer kann dieser Einschätzung jedoch nicht zustimmen. Vier von zehn Befragten empfinden ihre Arbeit als zu anstrengend un belastend, jeder Fünfte leidet sogar unter gefährlichen und ungesunden Arbeitsbedingungen. Fragt man die Europäer nach den Dingen, die Ihnen am Wichtigsten sind, erscheint das Thema Arbeit erst an fünfter Stelle (84 Prozent). Angeführt wird die Prioritätenliste der Europäer von Gesundheit, die für 99 Prozent aller Befragten wichtig ist, gefolgt von Familie (97 Prozent), Freunden und Bekannten (95 Prozent) und Freizeit (89 Prozent).
Eurobarometer TNS Infratest

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Überstunden bringen nichts 
Montag, 21. Mai 2007 - Arbeit
Der Hang zu Überstunden und Mehrarbeit bringt Unternehmen oft weniger, als sie denken, denn die einfache Gleichung mehr Arbeitsstunden gleich mehr Produktivität geht meistens nicht auf. Arbeitsmediziner gehen davon aus, dass bei einer Wochenarbeitszeit von 35 bis 38 Stunden die optimale Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern ausgeschöpft wird. Wer - viel - länger arbeitet, wird dabei ineffizient, denn ab der siebten Arbeitsstunde sinkt das Leistungspotenzial und die Fehleranfälligkeit steigt.
"Unsinn Überstunde", Süddeutsche Zeitung 14.5.2007

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