Jeder siebte Deutsche zweifelt an seiner Berufswahl 
Freitag, 30. Mai 2008 - Studien
Die Unzufriedenheit mit dem Job scheint bei vielen Deutschen auch mit einer falschen Ausbildungs- und Berufswahl zusammenzuhängen. Laut einer Studie des Personaldienstleisters Kelly Services glauben 15 Prozent der 2.000 befragten Deutschen, sie hätten sich für den falschen Beruf entschieden. 31 Prozent hätten sich gerne noch weiter ausgebildet oder ihr Studium fortgesetzt. 38 Prozent sind im Nachhinein der Meinung, dass eine andere Fachrichtung ihnen aus heutiger Sicht mehr liegen würde. 20 Prozent der Befragten waren sich nicht sicher über ihren eigentlichen Berufswunsch. Fast die Hälfte aller Befragten (43 Prozent) fühlt sich durch die schulische Bildung nicht ausreichend auf das Arbeitsleben vorbereitet, bei 21 Prozent gilt dies auch für die Ausbildung.
Studie von Kelly Services


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Manager sind viel zu oft Getriebene 
Donnerstag, 29. Mai 2008 - Management
"Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass wir keine Zeit mehr haben, zu Ende zu denken", mahnte einst Alfred Herrhausen. In einer Verlagsbeilage wirft die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter anderem einen Blick darauf, dass immer mehr Führungskräfte im Tagesgeschäft nur noch wie Gehetzte reagieren, die von äußeren Zwängen getrieben werden. Doch warum ist das so? "Die Hauptursache für den Leidensdruck zeitgenössischer Manager sehe ich darin, dass sie sich nicht mehr abgrenzen können, dass sie sich zu sehr dem Marktgeschehen ausliefern", sagt Johannes Czwalina, Gründer und Leiter der Czwalina Consulting AG in Riehen bei Basel. Aus Sicht des Beraters sind die Führungskräfte längst vom Bock durch den (Markt-)Garten Getriebene. Diese Passivität, die aus der Annahme resultiert, der Markt mit seinen Herausforderungen bestimme alleine die Regeln, führt dazu, dass Manager ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten kaum noch erkennen oder aktiv wahrnehmen. "Mir geht es um die Erkenntnis, dass der Markt nicht eine Wirklichkeit mit einer eigenen Identität ist, sondern ein Werk vom Menschen im Dienst des Menschen. Dass der Markt als Ersatz eingetauscht wird für alles, was unser Leben sonst lebenswert macht. Diese Tragik wird uns bewusst, wenn wir merken: Nicht der Markt zwingt uns, wir zwingen uns", hält Czwalina der bei vielen Führungskräften verbreiteten Perspektive eines Ausgeliefert-Seins entgegen.
"Zeit zum Nachdenken", FAZ 21.5.2008


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Uniformes Denken auf den Führungsetagen 
Mittwoch, 28. Mai 2008 - Arbeit
Anlässlich der Berufung von Martin Blessing an die Spitze der Commerzbank wirft die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen Blick auf die neue Generation 40plus, die zunehmend die Führungsetagen prägt und zeigt damit ungewollt, warum so viele große Unternehmen sich häufig durch "me too"-Strategien und einen eher kühlen Umgang mit Zwischenmenschlichem positionieren. "Ich habe das Gefühl, dass diese Generation extrem nüchtern, analytisch und sachorientiert arbeitet", zitiert das Blatt etwa Stefan Eikelmann, Leiter der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton. Das kommt nicht von ungefähr, denn viele der Mittvierziger, die jüngst Einzug in den Vorstandsbüros gehalten haben, sind vor Beginn ihrer Unternehmenskarriere durch die McKinsey-Schule gegangen. Der Artikel wirft auch ein Licht auf die sich stetig verschärfenden Arbeitsbedingungen. Dazu Eikelmann: "Früher hatten viele Vorstandsvorsitzende einen Neun-Stunden-Tag. Von der jungen Generation hat das keiner." Der Grund: Wer alleine 40 Stunden pro Woche im Flieger sitzt, um sich um Kunden und Niederlassungen in aller Welt zu kümmern, braucht ja auch noch ein bisschen Zeit für die Schreibtischarbeit.
"Generation 40plus auf Führungsetagen", FAZ 19.5.2008


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Das ewige Dilemma der schwindenden Mitte 
Dienstag, 27. Mai 2008 - Arbeit
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung wirft einen Blick auf die Problematik der in Deutschland stetig schrumpfenden Mittelschicht. Gehörten 1986 noch 63 Prozent der Bevölkerung zu denjenigen, die ein Einkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians aller Einkommensschichten erlangen konnten (das ist aus wirtschaftlicher das Kennzeichen der Mittelschicht), waren es 2006 nur noch 54 Prozent. Im selben Zeitraum stieg die armutsgefährdete Schicht um vier auf 25 Prozent, die einkommensstarke von 17 auf 21 Prozent. Gerade der schwierige Arbeitsmarkt macht es Absteigern besonders schwer, sich wieder im Mittelfeld zu etablieren. Sie brauchen meist vier bis fünf Jahre, um sich wieder in die Mittelschicht hochzuarbeiten. Eines bleibt bei dieser Betrachtung jedoch leicht außen vor: Die Zahl der Absteiger in die untere Schicht liegt gegenüber 1986 genau so hoch wie die Zahl derjenigen, die in die einkommensstarke Schicht aufgestiegen sind - unter dem Strich scheint es also auch für einen Teil der Bevölkerung neue Chancen zu geben. Über die spricht in Deutschland aber kaum jemand.
"Mitten in Deutschland", FAS 18.5.2008


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Neid als wirtschaftlicher Problemfaktor 
Montag, 26. Mai 2008 - Arbeit
Die zunehmenden sozialen Unterschiede innerhalb der Bevölkerung beschäftigen die Politik seit Monaten verstärkt. Einerseits geht es vielen Deutschen heute materiell betrachtet besser denn je, andererseits fließt viel Energie in eine Neiddiskussion - denen, die mehr haben, als man selbst, gönnt man es schlicht nicht. Die neuere ökonomische Forschung zeigt einmal mehr, wie stark aufgeprägt diese Neidgefühle inzwischen sind. Bei einem Experiment boten Forscher den Probanden eine Verbesserung ihres Einkommens um 500 Euro an, während die anderen Teilnehmer leer ausgehen sollten, oder sie konnten 1.000 Euro erhalten, sollten dafür aber in Kauf nehmen, dass die anderen das Doppelte erhalten. Die meisten Teilnehmer entschieden sich für die 500 Euro. Da stellt sich doch die Frage: Können wir nur glücklich sein, wenn wir mehr haben als andere? Wie wenig zielführend diese durch das Experiment wieder einmal belegte Grundhaltung ist, zeigen dagegen die weltweit zunehmenden Glücksstudien, denn hier kristallisiert sich immer wieder heraus, dass mehr Geld, sind die Grundbedürfnisse einmal befriedigt, nicht wirklich glücklicher macht - eine Erkenntnis, die der Forscher Abraham Maslow auch mit seiner Bedürfnispyramide belegte. Wir leben also in einem Paradox, indem wir nach dem streben, was uns nicht wirklich befriedigt, und sind lieber bereit, im Stillstand zu verharren.
"Warum brauchen wir Belohnungen, um uns anzustrengen?", FAS 18.5.2008


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Manager sitzen auf gepackten Koffern 
Freitag, 23. Mai 2008 - Studien
Top-Führungskräfte scheinen gegenwärtig keine besonders hohe Bindung gegenüber ihrem Arbeitgeber aufzuweisen. Die Düsseldorfer Personalberatung LAB Lachner Aden Beyer & Company befragte 900 Manager der 1. bis 3. Hierarchieebene und kommt zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte von ihnen quasi auf gepackten Koffern sitzt. 38 Prozent der Top-Manager können sich vorstellen, mittelfristig den Job zu wechseln. 37,5 Prozent finden sogar eine Kündigung in den nächsten Wochen vorstellbar. Die hohe Wechselbereitschaft liegt sicherlich nicht zuletzt an der in den vergangenen Monaten wieder gestiegenen Nachfrage nach Fach- und Führungskräften. Unternehmen sollten allerdings vielleicht hinterfragen, warum ihre Top-Kräfte schon in die Ferne schielen, denn bekanntlich sind es immer die besten Mitarbeiter, die sich selbst neue Herausforderungen suchen - wenn's sein muss, anscheinend auch bei der Konkurrenz.
"Kündigung im Hinterkopf", WiWo 13.5.2008


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Zufriedenheit im Job ist für viele ein Fremdwort 
Mittwoch, 21. Mai 2008 - Studien
Die Motivation der deutschen Arbeitnehmer ist in diesem Jahr wieder ein Stückchen weiter in den Keller gerutscht. Das Arbeitsklima-Barometer des Markt- und Sozialforschungsinstituts IFAK aus Taunusstein zeigt: Nur noch 12 Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verpflichtet und sind mit Motivation und Engagement bei der Arbeit (Vorjahr: 15 Prozent). 64 Prozent dagegen machen Dienst nach Vorschrift (Vorjahr: 63 Prozent), und satte 24 Prozent haben innerlich schon gekündigt (Vorjahr: 22 Prozent). Jeder siebte Arbeitnehmer würde seinem Chef am liebsten kündigen. Diese Motivationsfalle hat deutliche betriebswirtschaftliche Auswirkungen. Während engagierte Mitarbeiter im Durchschnitt pro Jahr auf 4,3 Fehltage kommen, sind es bei denen mit geringer Bindung hingen 10 Tage. Alleine durch diese erhöhten Fehlzeiten verursachen unmotivierte Mitarbeiter den deutschen Unternehmen jährliche Ausfälle in Höhe von 22,4 Milliarden Euro. Auch die Innovationsfähigkeit von Unternehmen leidet unter der Frustration der Mitarbeiter. Während motivierte Mitarbeiter laut IFAK-Barometer in den letzten 12 Monaten im Schnitt 17,5 Ideen und Vorschläge zu Verbesserungen und Innovationen einbrachten, waren es bei den Mitarbeitern ohne Bindung nur 8,4.
IFAK Arbeitsklima-Barometer


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Gestresste Chefs stressen die Mitarbeiter 
Dienstag, 20. Mai 2008 - Studien
Sind die Chefs überlastet, färbt dies auf die Mitarbeiter ab, so das Ergebnis einer Studie des Personaldienstleisters OfficeTeam, der 1445 Office-Fachkräfte und Personal Assistants aus kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen in Europa befragte. Chefs, die zu viele Aufgaben zu bewältigen haben, neigen der Studie zufolge vor allem in Deutschland dazu, ihren Assistenten viele der eigenen Aufgaben zu übertragen. Das macht deren Jobs spannender, doch wenn dem Chef alles zu viel wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Assistenten übermäßig rotieren. In solchen Überlastungsphasen sind für 44 Prozent der Assistenten Überstunden an der Tagesordnung, und 17 Prozent opfern ihr Wochenende. Für 15 Prozent ist dann sogar der Verzicht auf Urlaub selbstverständlich. Obwohl eine solche Erweiterung ihres Aufgabenbereiches durch die Koordination von Projekten und weitere Herausforderungen, die sonst eigentlich dem Chef vorbehalten sind, den eigenen Job durchaus anreichert, sind die wenigsten Assistenten mit ihrer Rolle zufrieden. 52 Prozent finden nämlich, dass sie für diese Tätigkeiten nicht angemessen entlohnt werden, und 41 Prozent erwägen sogar einen Jobwechsel, wenn die Überlastungsphasen länger andauern.
"Überlastete Chefs stressen Mitarbeiter", FTD 16.5.2008


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