Chefetage hat wenig Zeit zum Denken 
Dienstag, 31. Mai 2011 - Management
In einer Glosse geht die Süddeutsche Zeitung der Frage auf den Grund, welchen Stellenwert das Nachdenken in Unternehmen hat - und kommt dabei zu ernüchternden Ergebnissen. Rajesh Chandy von der London School of Economics schätzt, dass Top-Führungskräfte drei bis vier Prozent ihres Tages damit verbringen, über langfristige Firmenstrategien nachzudenken. Bezogen auf einen 12-Stunden-Arbeitstag sollte also immerhin eine halbe Stunde Strategieplanung herausspringen, rechnet die SZ vor. Für viele Beschäftigte laut SZ ein eher unglaubwürdiges Ergebnis, erleben sie es doch allzu oft, dass die lieben Vorgesetzten sich hauptsächlich mit Strategien beschäftigen, wie sie ihre eigene Macht absichern. Nicht besser sieht es bei den Mittelmanagern aus. In einer Studie der Beratungsfirma Coretelligence äußerten mehr als 60 Prozent der Befragten, dass ihnen ihr Job kaum Möglichkeiten zu konzeptionellem Denken biete, weil sie im Tagesgeschäft zu eingespannt seien und in der Informationsflut untergingen. 58 Prozent erklärten zudem, dass neue Denkansätze in ihrem Unternehmen ohnehin nicht honoriert würden. Nachdenken? In vielen Firmen also eher Fehlanzeige ...
Chefs im Alltag: Alles außer nachdenken, SZ 16.5.11

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Puma als Vorreiter auf dem Weg zu Ökobilanzen 
Montag, 30. Mai 2011 - Management
Der Sportartikelhersteller Puma setzt ein Zeichen im Hinblick auf die Transparenz von Umwelteingriffen, die durch die Aktivitäten des Unternehmens entstehen. In seiner Geschäftsbilanz 2010 beziffert der Konzern erstmals die gesamten Umweltkosten, die in seiner Wertschöpfungskette anfallen. Die Umweltkosten des Konzerns selbst liegen bei 7,2 Millionen Euro - weitere 87,2 Millionen Euro fallen bei den Zulieferern an. Für eine Tonne CO2-Ausstoß wurden 66 Euro veranschlagt, für einen Kubikmeter verbrauchtes Wasser im Schnitt 0,81 Euro. Hier wurden auch die sozialen Kosten einbezogen, so dass der Wasserverbrauch in Regionen mit geringen Wasservorkommen deutlich höher gewichtet wird. Puma will in der nächsten Zeit weitere Umweltkriterien in seine Bilanzierung einbeziehen und sukzessive die Umweltauswirkungen seiner Geschäftsaktivitäten minimieren. Zwar lassen sich in vielen Bereichen Umweltkosten noch nicht fundiert beziffern, doch Umweltverbände loben den Schritt von Puma als Pionierleistung. Immerhin wird auf diese Weise erstmals offiziell in einer Konzernbilanz eingeräumt, dass das Wirtschaften eines Unternehmens durchaus seinen Preis hat.
Der wahre Preis der Turnschuhe, taz 16.5.11

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Entwicklung ist wichtiger als Geld 
Freitag, 27. Mai 2011 - Studien
Allein mit Geld lässt sich der Nachwuchs für Unternehmen in der heutigen Zeit wohl nicht mehr rekrutieren, wie eine Untersuchung der Managementberatung Kienbaum im Auftrag des Familienunternehmens Haniel zeigt. Befragt wurden 279 Absolventen zu ihren Vorstellungen des Berufseinstiegs. Wichtigstes Argument für die Wahl eines Arbeitgebers ist für 70 Prozent, dass ihnen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. 60 Prozent setzen auf eine kollegiale Atmosphäre, 57 Prozent wollen eine gute Work-Life-Balance. Erst an vierter Stelle nennen 49 Prozent der Befragten die Vergütung - gefolgt von Internationalität (44 Prozent) und zukünftigen Karriereoptionen (38 Prozent).
Berufsanfängern ist Geld nicht so wichtig, FTD 20.5.11

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Fair Trade legt um 27 Prozent zu 
Donnerstag, 26. Mai 2011 - sonstiges
Fairer Handel scheint ein Thema zu sein, das den Deutschen unter den Nägeln brennt. Im vergangenen Jahr legte der Handel mit Fairtrade-Produkten hierzulande um 27 Prozent zu. Es wurden Waren im Wert von etwa 340 Millionen verkauft. Umfragen zufolge kennen bereits 77 Prozent der Bevölkerung das Siegel für fairen Handel, 93 Prozent davon finden es glaubwürdig. Bereits mehr als 180 Unternehmen bieten Fairtrade-Produkte in mehr als 30.000 Supermärkten und Bioläden an. In der Gastronomie sind es rund 18.000 Einrichtungen, die fair Gehandeltes auf den Tisch bringen.
Fairtrade wächst um 27 Prozent, Glocalist 4.5.11

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Geld oder Freunde? Für jede Kultur bedeutet Erfolg etwas anderes 
Mittwoch, 25. Mai 2011 - Studien
Die ESSEC Business School und das französische Marktforschungsinstitut CSA haben in einer weltweiten Studie mit 3.000 Teilnehmern untersucht, was Menschen unter Erfolg verstehen. Die regionalen Unterschiede bei den Antworten zeigen, welche Facetten sich hinter dem Begriff verbergen - und spiegeln unterschiedliche politische, kulturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen der Regionen wider. Deutschen Führungskräften scheint es an Selbstbewusstsein nicht zu mangeln: 82 Prozent von ihnen betrachten sich als sehr oder ziemlich erfolgreich. Erfolg verbinden die Deutschen vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Für 96 Prozent sind wahre Freunde das wichtigste, gefolgt von einem glücklichen Familienleben, einer erfüllten Freizeit und Partnerschaft. Nur jeder Dritte wäre in Deutschland bereit, für den Erfolg Opfer zu bringen, wenn dies dazu führt, dass Familie, Freunde, das Liebesleben oder die Gesundheit darunter leiden. Für Chinesen bemisst sich Erfolg hingegen hauptsächlich in barer Münze - 79 Prozent von ihnen betrachten ihr gespartes Vermögen als Zeichen ihres Erfolges. In Marokko betrachten drei Viertel der Befragten ein eigenes Unternehmen als wichtiges Erfolgsmerkmal - in Westeuropa trifft dies hingegen nur auf etwa 40 Prozent der Befragten zu.
Erst die Karriere, dann die Liebe - oder umgekehrt? FTD 17.5.11

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Den "Guten" nimmt man die Nachhaltigkeit ab 
Dienstag, 24. Mai 2011 - Studien
Eine Studie des Instituts für Handelsforschung zeigt, dass kritische Verbraucher auf die wachsenden Greenwashing-Aktivitäten vieler Firmen eher nicht hereinfallen. Mit dem so genannten CSR-Tracker befragt das Institut Verbraucher im Hinblick auf sechs Dimensionen der unternehmerischen Verantwortung, nämlich Aufrichtigkeit in der öffentlichen Information, Fairness im Wettbewerb, Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Kultur, Engagement für den Erhalt der Umwelt, Mitarbeiterbehandlung und soziale und ökologische Werte im Produktangebot. Spitzenreiter im gegenwärtigen Ranking ist die Biosupermarktkette Alnatura mit einem Indexwert von 71, gefolgt von der Supermarktkette tegut mit 63 Punkten und der Drogeriemarktkette dm mit 60 Punkten. Schlusslichter bilden die Drogeriekette Schlecker (31 Punkte), die immer wieder Aufsehen erregt, weil sie ihre Mitarbeiter nicht sonderlich pfleglich behandelt, und der Textildiscounter KiK (29 Punkte), der in der Vergangenheit durch die Zahlung von Niedrigstlöhnen negativ in Erscheinung trat. Die Verbraucher registrieren also durchaus, wie in den Medien über das Verhalten von Firmen berichtet wird, und ziehen daraus Konsequenzen.
Pressemitteilung des Instituts für Handelsforschung

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5.000 Euro netto machen glücklich 
Montag, 23. Mai 2011 - Studien
Die Deutschen streben nicht nach den Millionen - drei Viertel von ihnen wären schon mit einem Nettoeinkommen von bis zu 5.000 Euro glücklich, so das Ergebnis einer Umfrage des Vermögensverwalters Packenius, Mademann und Partner. Von diesem Glück trennen den Durchschnittsdeutschen allerdings 3.428 Euro, denn das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen liegt in Deutschland bei lediglich 1.572 Euro. Doch materieller Reichtum ist für die Deutschen längst nicht alles. 69 Prozent ist vor allem ihre Gesundheit wichtig, 66 Prozent die Familie.
Das (Gehalts-)Glück der Deutschen, WiWo 28.4.11

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Beim Erfolg auch an Niederlagen denken 
Freitag, 20. Mai 2011 - Arbeit
Nichts ist im Business unbeliebter, als über das Scheitern nachzudenken - oder es sogar zuzugeben. Diese Angst vor dem Eingestehen einer Niederlage ist es aber, die das Scheitern nur umso schlimmer werden lässt, denn wer vor sich selbst nicht zugeben kann, dass seine Pläne nicht den gewünschten Erfolg haben, läuft Gefahr, sich in eine Sackgasse zu manövrieren. "Wer gut scheitert, der akzeptiert seine Situation, findet also die Kraft, seinen eingeschlagenen Weg abzubrechen. Das ist schwierig, weil man an dem eigentlichen Vorhaben hängt, Zeit und Geld investiert hat. Aber diese Einsicht ermöglicht eine neue Zielorientierung. Im Gegensatz zum schlechten Scheitern, bei dem eine neue Weichenstellung zum Erfolg nicht möglich ist. Die Situation wird einfach geleugnet", meint der Philosoph Hans-Jürgen Stöhr, der in Rostock eine Agentur für "gescheites Scheitern" leitet. Frauen sind dabei, so der Berater, deutlich besser gewappnet als Männer: "Männer gehen ganz anders mit dem Scheitern um als Frauen. Männer sind verbissener, haben den Eindruck, dass sie als Männer nicht scheitern dürften. Eigentlich sollten mehr Frauen Unternehmerinnen werden und Führungspositionen übernehmen. Frauen sind bedächtiger, ganzheitlicher und wägen mehr ab. Sie verhalten sich eben klug auf ihrem Weg zum Erfolg und scheitern damit weniger." Da fühlen wir uns doch an Altmeister Beckett erinnert - des irischen Dramatikers Devise war: "Einmal versuchen, scheitern. Wieder versuchen, wieder scheitern. Besser scheitern."
"Männer scheitern schlechter als Frauen", FAZ 12.5.11

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