Viele Geringverdiener müssen schuften 
Donnerstag, 31. Mai 2012 - Studien
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung schlägt Alarm, weil viele Geringverdiener ein extremes Arbeitsvolumen ableisten müssen, um von ihren Jobs leben zu können. Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten, der gegenwärtig bei 9,26 Euro brutto liegt. Ein Viertel von ihnen, die in Vollzeit beschäftigt sind, arbeiten wöchentlich 50 Stunden oder mehr, obwohl das Arbeitszeitgesetz eigentlich nur 48 Stunden erlaubt. Betroffen sind vor allem Kraftfahrer, Lagerarbeiter oder Beschäftigte im Gastgewerbe. Das DIW sieht hier ein sozialpolitisches Problem, denn den Beschäftigten drohten gesundheitliche Beeinträchtigungen, die letztlich von der Gesellschaft getragen werden müssten. Insgesamt erhielten 2010 rund 22 Prozent aller Beschäftigten Niedriglöhne, wobei mehr als die Hälfte von ihnen Tätigkeiten ausübte, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss notwendig sind. Im Durchschnitt arbeiten Geringverdiener mit Vollzeitstelle laut der DIW-Studie 45 Stunden - das sind im Schnitt immer noch zwei Stunden mehr als bei allen anderen Vollzeitkräften.
Geringverdiener arbeiten oft 50 Stunden und mehr, Zeit online 22.5.12


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Offen auch bei Niederlagen 
Mittwoch, 30. Mai 2012 - Management
Die Wirtschaftswoche geht in einem Interview mit der Trainerin Anja Gräfin von Kanitz der Frage nach, wie man am besten mit Niederlagen umgehen sollte. Die Beraterin rät zu einer angemessen emotionalen Aufarbeitung im Kreise Vertrauter als ersten Schritt, um dann eine nüchterne Analyse zu machen. "Als Verantwortungsträger muss man lernen, so ein Geschehen nüchtern aufzuarbeiten und zu dem zu stehen, was man gemacht oder unterlassen hat. Allerdings hat nicht jede Niederlage mit Schuld zu tun. Manchmal sind auch einfach unglückliche Umstände oder Pech im Spiel", so von Kanitz. So kann es durchaus sein, dass man auch nach der Analyse wieder ähnliche Ziele anpeile und eine Strategie beibehalte. Erkenne man hingegen, dass die Grundeinschätzungen bereits falsch waren, helfe es nur, sich diesen Tatsachen zu stellen und umzudenken. Die Beraterin weist darauf hin, dass manche Führungsträger dazu neigen, sich in unreife Verarbeitungsmuster zu flüchten, in dem sie bei anderen oder den Umständen die Schuld suchen. Das verurteile die Betroffenen dazu, immer wieder die gleichen Fehler zu machen. Ein wichtiger Punkt: Business bedeute immer Risiko - auch wenn man sich vor Entscheidungen drücke, denn auch dies ist eine Entscheidung. "Wichtig ist, dass man Entscheidungen bewusst trifft und Alleingänge vermeidet. Man sollte einen Kreis an kritischen Vertrauten haben, mit denen man gezielt verschiedene Szenarien durchdenken. Dann kann man sich auch im Zweifel gegen die Meinung eines Experten entscheiden. Der Manager muss aber für sich wissen, wieso, weshalb und warum er eine Entscheidung trifft. Er trägt die Verantwortung. Dann kann er eine Niederlage, im Falle einer Fehlentscheidung, aufrechten Hauptes tragen", so von Kanitz.
Wie man mit Niederlagen umgeht, WiWo 21.5.12


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Von Öko-Luxus keine Spur 
Dienstag, 29. Mai 2012 - Studien
Immer mehr Studien untersuchen, wie sich Luxusgüterhersteller im Hinblick auf Nachhaltigkeit positionieren. Die Ergebnisse sind meist noch vernichtend. So analysierte die Schweizer Privatbank Sarasin 15 führende Unternehmen aus dem Luxussektor und konnte nur bei dreien entsprechendes Engagement vorfinden. PPR zum Beispiel habe schon länger Umwelt- und Sozialstandards gesetzt, LVMH lege offen, wie die Produkte hergestellt werden, und Burberry verlange von Lieferanten die Einhaltung von Öko-Standards. Marken wie Ralph Lauren, Prada oder Guess hingegen konnten mit öko-sozialen Leistungen oder der Qualität der Arbeitsbedingungen nicht überzeugen. Auch die britische Verbraucherorganisation Ethical Consumer kommt zu ähnlichen Erkenntnissen. Sie untersuchte 15 Luxusmodemarken. Von den 20 Punkten des Bewertungssystems erreichten die besten Konzerne gerade einmal 7. Am besten schnitt die Aeffe-Group ab, zu der Marken wie Jean Paul Gaulthier und Moschino gehören.
Luxusgüterhersteller und Nachhaltigkeit: mehr Schein als Sein, Rat für Nachhaltige Entwicklung 15.5.12


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Business in Zeiten des Postwachstums 
Freitag, 25. Mai 2012 - Management
Spiegel Online geht in einem Beitrag der Frage nach, wie Unternehmen sich unter den sich ankündigenden Vorzeichen einer Postwachstumsgesellschaft positionieren könnten. Am Beispiel von Firmen, die sich mit der Thematik bereits auseinandersetzen, benennt das Magazin erste Prinzipien, die zielführend sein könnten, nämlich Qualität, Effizienz und Service. Wo Waren hochwertiger und damit haltbarer werden, rechtfertigen sie höhere Preise. Wo Produktionssysteme immer weiter auf Effizienz getrimmt werden und Innovationen zusätzlich die Produktivität erhöhen bzw. den Ressourceneinsatz reduzieren, verdienen Firmen gut, auch wenn sie nicht durch äußeres Wachstum ihre Umsätze erhöhen. Und wo sie mit Dienstleistungen rund um die Produkte zusätzliche Einnahmequellen schaffen, ist nicht mehr das Produkt allein die Basis des Unternehmenserfolgs. Am Beispiel von Carsharing zeigt der Artikel, dass die Autoindustrie mit diesem Modell 98 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung sichern könne, wobei sich die Zahl der Autos in Deutschland um fast ein Viertel verringern ließe, bei 50 Prozent höherer Effizienz und der Chance, das von der Regierung geforderte CO2-Limit einzuhalten. Wissenschaftler betrachten es zudem als wichtige Basis, den Verbrauch von Gemeingütern künftig durch Gesetze zu regulieren, denn wo Firmen nicht länger auf Kosten der Allgemeinheit die natürlichen Ressourcen übernutzen könnten, stelle sich automatisch ein Verhalten ein, dass nicht mehr die Grenzenlosigkeit zum Maß mache.
Vielen Dank, dass Sie nicht bei uns kaufen, Spiegel online 14.5.12


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Strategie und Soft Skills sind gefragt 
Donnerstag, 24. Mai 2012 - Management
Je komplexer die Welt, umso größer die Herausforderungen im Beratungsmarkt, möchte man meinen. Die Wirtschaftswoche hat einen umfangreichen Artikel der Entwicklung gewidmet, dass immer mehr Führungskräfte nicht nur strategische Beratung suchen, sondern auch typische Coaching-Leistungen im Bereich der Soft Skills nachfragen. Wo den klassischen Unternehmensberater nur allzu oft nachgesagt wird, dass ihnen bisweilen das zwischenmenschliche Know-how abgehe, sind Coaches meist allein auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung fokussiert und haben kein unternehmerisches Wissen. Doch die Komplexität der Führungsaufgaben lässt immer mehr Chefs nach einer Beratung in beiden Bereichen suchen. Ein bisschen Strategie-Sparring mit dem Berater, der auch noch bei der Entwicklung der für die Umsetzung notwendigen Soft Skills hilft - das könnte schon bald für viele Chefs zum neuen Anforderungsprofil an Berater werden. Gegenwärtig sind solche Berater mit Doppelrolle am Markt allerdings noch Mangelware. Die Diagnose der Wirtschaftswoche legt nahe, dass vor allem zwei Personengruppe die Lücke am besten füllen könnten: Klassische Managementberater, die über eine zusätzliche Coaching-Ausbildung verfügen, oder ehemalige Executives, die eine entsprechende Ausbildung draufsetzen, um beratend tätig zu werden. Eine unternehmerische Weiterbildung von Coaches erachtet das Wirtschaftsmagazin hingegen als weniger zielführend, schlicht weil komplexes Businesswissen sich am besten in der Praxis lernen lässt.
Wie Berater und Coaches sich ähnlicher werden, WiWo 10.5.12


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Gesundheit wichtiger als Geld 
Mittwoch, 23. Mai 2012 - Studien
Die deutschen Arbeitnehmer scheinen sich nach seelischer Balance zu sehnen. In einer Umfrage der Online-Jobbörse TalentFrogs, in der knapp 3.000 Jobsucher nach ihren Vorstellungen zum Arbeitsleben befragt wurden, rangierte das eigene Wohlbefinden deutlich vor dem Faktor Geld. So wären zwei Drittel der Befragten bereit, zugunsten eines weitgehend stressfreien Jobs auf Gehalt zu verzichten - bei den Frauen sogar fast drei Viertel. 45 Prozent der Befragten wünschen sich, auf den Webseiten von Unternehmen über Anti-Stress-Angebote informiert zu werden, 36 Prozent sind sogar der Ansicht, diese Informationen sollten Teil von Stellenanzeigen sein.
Lieber weniger Gehalt als ein Burn-out, FTD 9.5.12


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Zwischen Freiheit und Gleichheit 
Dienstag, 22. Mai 2012 - Studien
Wenn man die Deutschen fragt, ob ihnen Freiheit oder Gleichheit im Sinne sozialer Gerechtigkeit wichtiger sind, mündet die Diagnose in ein Beinahe-Patt: 45 Prozent plädieren für Freiheit, 44 Prozent für soziale Gerechtigkeit, so das Ergebnis einer Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, für die knapp 1.800 Personen ab 16 Jahren befragt wurden. Ähnlich ist es um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit bestellt - hier hat die Sicherheit mit 43 Prozent gegenüber der Freiheit mit 42 Prozent die Nase vorn. Der Glaube der Bürger an ihre Einflussmöglichkeiten ist in den letzten 20 Jahren laut Studie deutlich gestiegen. Glauben 1992 noch 55 Prozent, sie seien eher machtlos, sind es 2012 nur noch 31 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die an ihre Gestaltungschancen glauben, im gleichen Zeitraum von 22 auf 39 Prozent. Das ehrenamtliche Engagement der Deutschen liegt in den letzten 20 Jahren relativ gleichbleibend bei rund 28 Prozent. Interessant ist hier der historische Blick, denn 1952 lag der Anteil erst bei 8 Prozent.
Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, 3.5.12


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Es lebe das Kollektiv 
Montag, 21. Mai 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Fotograf Florian Manz geht Zeit online der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit in Kollektiven mit sich bringen kann. Manz hat gemeinsam mit drei Fotografen-Kollegen ein Team gegründet, das sich intern bei der beruflichen Entwicklung unterstützt und nach außen gemeinsam auftritt. Die Selbstkritik innerhalb der Gruppe, das Teilen von Erfahrungen, aber auch die Bündelung der unterschiedlichen Expertise bei größeren Projekten sind für Manz wichtige Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit. Hinzu komme: "Wenn man zusammenhält, ist man dem Markt nicht so ausgesetzt." Für den Fotografen ist es dabei besonders wichtig, dass im Team ein Raum entstehe, in dem alle voneinander lernen können, sich gegenseitig motivieren und auch zusammen "rumspinnen" können.
Gemeinsam durchstarten, Zeit online 5.5.12


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