Gesundheit wichtiger als Geld 
Mittwoch, 23. Mai 2012 - Studien
Die deutschen Arbeitnehmer scheinen sich nach seelischer Balance zu sehnen. In einer Umfrage der Online-Jobbörse TalentFrogs, in der knapp 3.000 Jobsucher nach ihren Vorstellungen zum Arbeitsleben befragt wurden, rangierte das eigene Wohlbefinden deutlich vor dem Faktor Geld. So wären zwei Drittel der Befragten bereit, zugunsten eines weitgehend stressfreien Jobs auf Gehalt zu verzichten - bei den Frauen sogar fast drei Viertel. 45 Prozent der Befragten wünschen sich, auf den Webseiten von Unternehmen über Anti-Stress-Angebote informiert zu werden, 36 Prozent sind sogar der Ansicht, diese Informationen sollten Teil von Stellenanzeigen sein.
Lieber weniger Gehalt als ein Burn-out, FTD 9.5.12


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Zwischen Freiheit und Gleichheit 
Dienstag, 22. Mai 2012 - Studien
Wenn man die Deutschen fragt, ob ihnen Freiheit oder Gleichheit im Sinne sozialer Gerechtigkeit wichtiger sind, mündet die Diagnose in ein Beinahe-Patt: 45 Prozent plädieren für Freiheit, 44 Prozent für soziale Gerechtigkeit, so das Ergebnis einer Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, für die knapp 1.800 Personen ab 16 Jahren befragt wurden. Ähnlich ist es um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit bestellt - hier hat die Sicherheit mit 43 Prozent gegenüber der Freiheit mit 42 Prozent die Nase vorn. Der Glaube der Bürger an ihre Einflussmöglichkeiten ist in den letzten 20 Jahren laut Studie deutlich gestiegen. Glauben 1992 noch 55 Prozent, sie seien eher machtlos, sind es 2012 nur noch 31 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl derer, die an ihre Gestaltungschancen glauben, im gleichen Zeitraum von 22 auf 39 Prozent. Das ehrenamtliche Engagement der Deutschen liegt in den letzten 20 Jahren relativ gleichbleibend bei rund 28 Prozent. Interessant ist hier der historische Blick, denn 1952 lag der Anteil erst bei 8 Prozent.
Studie der Herbert-Quandt-Stiftung, 3.5.12


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Es lebe das Kollektiv 
Montag, 21. Mai 2012 - Arbeit
In einem Interview mit dem Fotograf Florian Manz geht Zeit online der Frage nach, welche Vorteile die Zusammenarbeit in Kollektiven mit sich bringen kann. Manz hat gemeinsam mit drei Fotografen-Kollegen ein Team gegründet, das sich intern bei der beruflichen Entwicklung unterstützt und nach außen gemeinsam auftritt. Die Selbstkritik innerhalb der Gruppe, das Teilen von Erfahrungen, aber auch die Bündelung der unterschiedlichen Expertise bei größeren Projekten sind für Manz wichtige Vorteile dieser Form der Zusammenarbeit. Hinzu komme: "Wenn man zusammenhält, ist man dem Markt nicht so ausgesetzt." Für den Fotografen ist es dabei besonders wichtig, dass im Team ein Raum entstehe, in dem alle voneinander lernen können, sich gegenseitig motivieren und auch zusammen "rumspinnen" können.
Gemeinsam durchstarten, Zeit online 5.5.12


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Empathie resultiert aus Eigenständigkeit 
Freitag, 18. Mai 2012 - Studien
Eine Studie amerikanischer Sozialpsychologen zeigt, dass religiöse Menschen weniger Mitgefühl und Hilfsbereitschaft zeigen als Menschen, die die wenig oder gar nicht religiös sind. In verschiedenen Experimenten, in denen es darum ging, Menschen in Notlagen zu unterstützen, zeigte sich, dass vor allem Atheisten und Agnostiker eine sehr große Hilfsbereitschaft an den Tag legten. Die Forscher gehen davon aus, dass traditionell Religiöse offenbar stark von Ideologien geleitet werden, von Vorschriften und moralischen Verpflichtungen, weshalb sie sich wohl eher in Kontexten engagieren, in denen klare Erwartungen bestehen bzw. auch der Raum der sozialen Anerkennung für sie nachvollziehbar ist. Nicht-Religiöse scheinen hingegen autonomer zu handeln und aus einem Gefühl der persönlichen Berührtheit heraus zu agieren.
Religiöse Menschen zeigen weniger Mitleid gegenüber Mitmenschen als Atheisten, Telepolis 2.5.12


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Nicht wegschauen 
Mittwoch, 16. Mai 2012 - Management
In einem Interview mit der Zuunftsforscherin Elina Hiltunen eruiert das Manager Magazin, welcher Kompetenzen es im Management bedarf, um angemessen mit krisenhaften Entwicklungen umzugehen. Hiltunen fordert einen rationaleren Umgang mit Risiken: "Wir Menschen schwanken zwischen irrationaler Angst und irrationaler Indifferenz." Das Problem: Sowohl die Blindheit gegenüber Risiken als auch unangemessener Aktionismus seien nicht zielführend. Hiltunen weist darauf hin, dass es helfe, bereits schwache Signale bewusster wahrzunehmen, denn diese könnten sich zur Krise ausweiten, ließen sich aber in den Griff bekommen, wenn man sie rechtzeitig erkenne. Ihre Forderung ans Management: Solche Muster zu erkennen und dabei vor allem eine breite Mitarbeiterbasis einbeziehen, da der Führungsspitze häufig der direkte Blick auf das Gesamtbild des Unternehmens fehle.
Blindlings in die Katastrophe, Manager Magazin 3.5.12


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Die Überökonomisierung von Arbeit und Gesellschaft 
Dienstag, 15. Mai 2012 - Arbeit
Auf Telepolis spricht die Autorin Kathrin Hartmann in einem Interview über die größeren Zusammenhänge der wachsenden gesellschaftlichen Entsolidarisierung. "Der Neoliberalismus ist uns als Chance, als Gelegenheit für mehr Eigenverantwortung verkauft worden, stellt aber in Wahrheit eine Kampfansage dar: Die Menschen wurden zu Konkurrenten gemacht und in den Wettbewerb geschickt. In diesem Wettbewerb gibt es Gewinner und Verlierer", so Hartmanns Diagnose. Zu den Verlierern gehören ihrer Meinung nach nicht nur die neuen Armen und Langzeitarbeitslosen, sondern auch die Oberschicht, die zunehmend unter Status-Panik leide, sowie die Mittelschicht, die sich vom Abstieg bedroht sehe und, anstatt sich mit den weiteren Krisenopfern zu solidarisieren, nach unten abgrenze. "Das ist natürlich fatal, denn damit unterstützt die Mittelschicht alle politische Entscheidungen, die ihr selbst schaden. Tatsächlich ist durch diesen Wettbewerb eine Entsolidarisierung entstanden, die durch die ganze Gesellschaft geht", so Hartmann. Sie sieht auch Entwicklungsprogramme wie die Idee der Mikrokredite, eher skeptisch, denn solche Ansätze leisten ihrer Meinung nach einer weiteren Ökonomisierung Vorschub: "Sobald die Ökonomisierung zum Beispiel in Gestalt von Mikrokrediten ins Spiel kommt, hört die Solidarisierung bald auf. Die Ökonomisierung spielt die Leute gegeneinander aus, es schickt sie in einen Wettbewerb. Wenn Respekt und Anerkennung an ökonomische Verwertbarkeit geknüpft wird, hat das für eine Gesellschaft fatale Folgen."
"Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer", Telepolis 2.5.12


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Stress verstehen 
Montag, 14. Mai 2012 - Arbeit
Die jüngsten Zahlen über stark angestiegene Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den Medien zu einer neuen Diskussion über das Thema Stress geführt. In einem Interview mit dem Wissenschaftler Bernhard Allmann geht die SZ der Frage nach, woher die wichtigsten Stressquellen kommen und wie man ihnen am besten konstruktiv begegnet. Allmann weist darauf hin, dass persönliche Erwartungen an die Arbeit und die Herausforderungen, die diese an den Einzelnen stellt, in einem engen Wechselverhältnis stehen: "Arbeit dient nicht nur als Einkommensquelle, sondern beeinflusst auch das Selbstwertgefühl und ist damit in unserer Gesellschaft eine wichtige Quelle für Zufriedenheit. Der Beruf kann der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit sowie dem Wunsch nach Anerkennung und Achtung dienen. Außerdem vermittelt die Tätigkeit soziale Kontakte.Doch genau wie im Privatleben existieren auch im Arbeitsleben alltägliche Situationen, die die Menschen körperlich und geistig fordern. Was der eine aber als Herausforderung empfindet, kann für für den anderen wie eine Bedrohung wirken." Eine hohe Verantwortung sowie Zeit- und Leistungsdruck seien vor allem in Gesundheits-, Sozial- und Dienstleistungsberufen häufig stressauslösend. Andererseits könne die Freude an der Arbeit diese Randbedingungen auch kompensieren. Doch branchenübergreifend zeige sich, dass vor allem die allgemeine Angst vor Arbeitslosigkeit viele Menschen in Stress versetze. Auch Menschen, die in niedrigen Positionen arbeiten und häufig nur geringe Handlungsspielräume haben, könnten sich durch diese Begrenzung gestresst fühlen - allerdings am ehesten dann, wenn sie selbst nicht sicher sind, ob sie den Aufgaben gewachsen sind. Allmann weist darauf hin, dass es keine typischen Stressoren gibt, die bei allen Menschen gleich wirken, weshalb es notwendig sei, die eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und sich daran zu orientieren.
Woher der Stress am Arbeitsplatz kommt, SZ 1.5.12


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Weltweite Arbeitsmärkte im Abwärtstrend 
Freitag, 11. Mai 2012 - Arbeit
Während in Deutschland die Arbeitslosenzahlen auf ein Rekordtief gesunken sind und die deutsche Wirtschaft der Krise wacker standzuhalten versucht, spitzt sich international die Lage laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO immer weiter zu. So sei die Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit besorgniserregend und in den Industrieländern würden wohl frühestens 2016 wieder die Beschäftigtenzahlen von 2008 erreicht. Die ILO geht davon aus, dass eine arbeitsplatzfördernde Politik einen positiven Effekt auf die Wirtschaft habe, weshalb es nicht ratsam sei, finanzwirtschaftliche Interessen bei der politischen Entscheidungsfindung überzubewerten. Auch warnen die Forscher davor, dass mit einer negativen Arbeitsmarktsituation auch das Risiko sozialer Unruhen steige - konkret sei dies in 57 von 106 untersuchten Ländern der Fall, vor allem in Afrika und dem Nahen Osten.
Hauptsache uns geht's gut, taz 30.4.12


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