Untere Mittelschicht bleibt zurück 
Freitag, 29. Mai 2015 - Studien
Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt davor, dass die Einkommensungleichheit in Deutschland wächst und vor allem die untere Mittelschicht drohe, abgehängt zu werden. Nahezu 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland arbeiteten bereits in atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten Jahre sei die Ungleichheit zwar nicht noch stärker gewachsen, doch hätten die unteren 40 Prozent der Haushalte nicht von der positiven Entwicklung profitiert. Die Kluft zwischen Arm und Reich, gemessen mit dem Gini-Koeffizienten, sei so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Hartz IV-Reformen hätten zwar einen Abbau zur Arbeitslosigkeit in Deutschland geleistet, doch haben sie aus Sicht vieler Ökonomen auch zum rapiden Anstieg der Ungleichheit hierzulande beigetragen. Die Forscher gehen davon aus, dass aufgrund der steigenden Ungleichheit die Wirtschaft in 19 OECD-Ländern zwischen 1990 und 2010 um 4,7 Prozentpunkte weniger stark gewachsen sei, als dies bei einer unveränderten Reichtumsverteilung der Fall gewesen wäre.
Deutschland untere Mittelschicht wird abgehängt, Die Welt 21.5.15

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Besser Leben - die Idee des Magazins "transform" 
Donnerstag, 28. Mai 2015 - Medien
Zeit online berichtet über einen neuen Start-up, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, mit einem Magazin namens "transform" neue Perspektiven für die Arbeits- und Lebenswelt zu verbreiten. "Ich bin davon überzeugt, dass wir vieles wieder zurückerobern müssen – zum Beispiel Zeitsouveränität. Muße, Müßiggang, Zeit zum Nichtstun sind wichtig für ein gutes Leben. Und darum geht es uns – das gute Leben. Überall gibt es nur Krisen, in den Medien wird überwiegend über Probleme berichtet. Da wird immer nur kritisiert, selten geht es um Lösungen – und wenn, dann sind sie kompliziert oder verweisen auf eine höhere Instanz. 'Die Politik müsste….' heißt es dann. Aber was hat das mit mir zu tun?", beschreibt Ko-Gründer Jan Korte die Motivation hinter dem Projekt. Die Devise der Gründer: "Jeder einzelne kann die Welt mitgestalten und prägen, insbesondere in seinem unmittelbaren Lebenszusammenhang." Auf der Magazin-Webseite gibt es bereits Artikel zu Themen wie "Anleitung zum Blaumachen", "Kein Job erfüllt alles" und "Was ist das 'gute Leben'"? Gegenwärtig sammeln die Gründer via Crowdfunding Geld, um eine gedruckte Version des Magazins herauszubringen.
"Her mit dem guten Leben", Zeit online 20.5.15
Webseite "transform"


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Das Business braucht mehr Romantik 
Mittwoch, 27. Mai 2015 - Management
"Am Arbeitsplatz sollten wir unsere Identität nicht auf ein superperformantes, ausgeglichenes Ich beschränken", sagt Tim Leberecht, der Marketingchef bei der Design- und Architekturagentur NBBJ in San Francisco ist und Mitglied des Werterats beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Sich verwundbar zeigen und etwas von sich preisgeben zu können, sei die Grundvoraussetzung für Kreativität. Leberecht hat ein Buch geschrieben über die neue Romantik im Business und findet: "Es gibt auch im Arbeitsalltag Schönheit und spirituelle Erfahrungen - das bleibt aber oft verborgen. Aber ich halte Gefühle und Fantasie für elementar im Business. Ich möchte die Wirtschaft romantischer und damit menschlicher machen." Er rät Unternehmen dazu, "Dinge auch einmal nicht zu erklären, nur der Schönheit wegen zu tun, ohne sofort einen Nutzen daraus ziehen zu wollen". Der Arbeitsalltag werde spannender, wenn es gelinge, "mechanistische Vorgänge" zu durchbrechen. Eine "Kultur der Verletzbarkeit" könne es wiederum Managern erleichtern, Fehler einzugestehen oder auch einfach mal zu sagen: Ich weiß die Antwort nicht.
Suchen Romantiker für Führungsposition, Spiegel online 13.5.15

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GenY will Werte-Karriere statt Macht 
Dienstag, 26. Mai 2015 - Studien
Der GfK Verein und das St. Gallen-Symposium untersuchen regelmäßig, was den Top-Leadern von morgen besonders wichtig ist. Für das "Global Perspectives Barometer 2015" wurden mehr als 1.000 Akademiker und Young Professionals aus rund 100 Ländern befragt. Ein zentrales Einstellungsmuster der künftigen Führungselite: Ihnen ist ein werteorientiertes Wirken deutlich wichtiger als klassische Macht. Auf die Frage, welches von drei Kriterien für sie am bedeutsamsten sei, um in zehn Jahren zu beurteilen, ob die eigene Karriere erfolgreich sei, nannte knapp die Hälfte einen Job mit positivem Einfluss auf die Gesellschaft, ein Drittel faszinierende Projekte und lediglich 14 Prozent die Erreichung eines hohen Gehalts. Die klassische Top-Management-Karriere ist nur einem Viertel der Befragten wichtig. 44 Prozent es, Experten auf ihrem Gebiet zu werden, ein weiteres Viertel strebt die Position eines erfolgreichen Projektmanagers an.
GfK-Studie, 8.5.15

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Was Manager vom Papst lernen können 
Freitag, 22. Mai 2015 - Management
In einem Beitrag für den Harvard Business Manager analysiert der Management-Vordenker Gary Hamel die Führungskritik von Papst Franziskus, die jener gegenüber führenden Köpfen der katholischen Kirche äußerte, welche aber auch für Unternehmenslenker wichtige Impulse bieten könnten. Die Mängelliste des Papstes ist lang und umfassend. Sich für unsterblich, unangreifbar oder unersetzlich zu halten, findet sich auf ihr ebenso wie der Hang zu übermäßiger Geschäftigkeit, geistige und emotionale Versteinerung, Planungswut und Funktionalismus, Rivalität und Ruhmsucht, Tratschen, Nörgeln und Verleumden, Gleichgültigkeit, Verschwendungssucht und Selbstdarstellung. Franziskus hält diesen Krankheiten klassische Tugenden entgegen wie Demut, Selbstlosigkeit und Großmut oder auch das Kultivieren einer aufrichtigen Verbundenheit mit allen Menschen. Der "Neuigkeitswert" all der Verfehlungen, die der Papst auflistet, ist vergleichsweise gering - beim Lesen hat man eher ein Déjà-vu. Und genau das macht sie auf ihre eigene Weise vielleicht so bewegend. Es ist schon lange offensichtlich, was "schief läuft", doch der Wille, daran etwas zu verändern - und somit im Kern sich selbst - scheint bei uns immer noch nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.
15 Management-Krankheiten frei nach Papst Franziskus, HBM 12.5.15

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Liberalismus braucht Fairness und soziale Durchlässigkeit 
Donnerstag, 21. Mai 2015 - Wissenschaft
In einem Gastbeitrag für die Welt analysiert der Ökonom Thomas Straubhaar, warum der Liberalismus gegenwärtig immer mehr zu seinem eigenen Feind zu werden scheint. In den Augen von Straubhaar sind es vor allem mangelnde Chancengleichheit, fehlende soziale Durchlässigkeit und die Pervertierung liberaler Freiheiten zugunsten von Eigeninteresse, die die Bürgergesellschaft von innen heraus untergraben: "Durchlässigkeit, Fairness, Anstand und Engagement für das Gemeinwohl sind die unverzichtbaren Fundamente einer offenen und liberalen Bürgergesellschaft. Politik und Rechtsstaat können nur die Rahmenbedingungen anordnen und kontrollieren. Entscheidend aber ist, dass Firmeneigentümer, Familienbetriebe, Manager, Führungskräfte – kurz die Wirtschaft – die Werte der Bürgergesellschaft als Vorbilder für Mitarbeiter(innen), Geschäftspartner und Öffentlichkeit vorleben. Wer seinen Nabel für den Mittelpunkt der Welt hält, nur noch eigene Interessen verfolgt, Gemeinwohl für lästiges Gedöns und soziale Verantwortung für überflüssig hält, trägt mit dazu bei, dass mehr und mehr Menschen alleine an sich denken und sich immer weniger für das große Ganze einsetzen."
Der Liberalismus ist sein eigener Feind, Die Welt 12.5.15

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Guter Draht zu Kollegen und Chefs motiviert 
Mittwoch, 20. Mai 2015 - Studien
In einer Befragung von 1.000 Menschen zu ihrer Arbeitsmotivation hat der Personaldienstleister Manpower eruiert, was die Deutschen im Job anspornt. Spitzenreiter ist mit 65 Prozent Zustimmung das gute Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (50 Prozent), einem freundschaftlichen Verhältnis zu den Kollegen (42 Prozent), kostenlosen Getränken (33 Prozent), Teamarbeit (33 Prozent) ansprechender Raumgestaltung (32 Prozent), betrieblicher Gesundheitsförderung (31 Prozent), gutem Kaffee (28 Prozent), Pflanzen im Büro (27 Prozent) und guten Büromöbeln (25 Prozent). Interessant an der Erhebung: Die eher zwischenmenschlichen Faktoren der Beziehungsebene wurden etwas geringer wirksam eingestuft als in der Befragung im Jahr davor, während die eher materiellen Aspekte leicht zulegten.
Studie zur Arbeitsmotivation: Das spornt die Deutschen an, Manpower 12.5.15

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Führung ohne Chefs ist nicht für alle Mitarbeiter etwas 
Dienstag, 19. Mai 2015 - Management
Der amerikanische Online-Versand Zappos sorgte vor einigen Monaten für Schlagzeilen, weil das Unternehmen unter Verwendung des integralen Führungsansatzes Holacracy seine Management-Strukturen komplett umkrempeln möchte. Das holakratische Modell verzichtet auf die im Business gängigen Top-Down-Strukturen und ersetzt diese durch ein Rollenmodell, das auf konkreten Verantwortlichkeiten basiert. Darüber hinaus schafft es Formate des Reportings und der Entscheidungsfindung, die eine breite Mitarbeiterbeteiligung ermöglichen. Wie die Washington Post nun berichtet, hat der Vorstoß innerhalb des Unternehmens einige Wellen geschlagen. Zappos hatte denjenigen, die das neue Modell nicht mittragen wollen, angeboten, die Firma gegen eine dreimonatige Gehaltsweiterzahlung zu verlassen. Laut Washington Post nutzten rund 14 Prozent - 210 von 1.500 Angestellten - der Belegschaft diese Option. Laut Zappos sei jedoch nicht nur die Umstellung auf das neue Führungssystem für die Ausstiegsbereitschaft der Angestellten maßgeblich. Da die Arbeitsmarktlage sich verbessere, hätten viele die Gelegenheit genutzt, sich mit der Abfindung einen ohnehin schon erwogenen Stellenwechsel zu ermöglichen - oder die Chance ergriffen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Vielleicht nutzten diese Aussteiger in der Tat einfach die Gunst der Stunde, ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Vielleicht ist diese Wechselbewegung aber auch ein Zeichen dafür, wie schwer Wandel fällt, wenn er vergleichsweise abrupt von oben verordnet wird - selbst wenn er darauf abzielt, dieses Oben abzuschaffen.
At Zappos, 210 employees decide to leave rather than work with 'no bosses', Washington Post 8.5.15

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