Chef träumen von früher Rente 
Dienstag, 5. Mai 2015 - Studien
Eine Umfrage der ZEIT unter 353 Führungskräften deutet in eine ähnliche Richtung wie der gestern hier angesprochene Downshifting-Trend. Rund drei Viertel der Befragten gaben hier an, nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten zu wollen - sofern es finanziell möglich ist. Die meisten betrachten das Alter von 56 bis 60 Jahren als Zeit für den optimalen Ausstieg, ein Viertel würde sogar schon zwischen 51 und 55 in Rente gehen. Dabei geht es den meisten gar nicht darum, dann überhaupt nicht mehr zu arbeiten. Viele können sich nämlich vorstellen, als Berater oder Aufsichtsrat auch dann noch gelegentlich tätig zu werden. Von einem Sabbatical träumt mehr als die Hälfte der Befragten. Allerdings traut sich jeder Zweite nicht, im Unternehmen auch danach zu fragen - aus Angst, berufliche Nachteile zu erleiden.
Die Chefs privat, Zeit online 26.4.15

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Downshifting - warum weniger bisweilen mehr ist 
Montag, 4. Mai 2015 - Medien
In der April-Ausgabe von info3 ist von mir der Artikel Weniger Arbeit, mehr Leben erschienen, in dem ich den wachsenden Trend zum Downshifting näher betrachte. Längst sind es nicht mehr nur überarbeitete Führungskräfte und Besserverdienende, die beschließen, nicht ihre gesamte Wachzeit dem Job zu widmen. Auch in der jüngeren Generation mehren sich die Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um mehr Zeit für ihre weiteren Interessen zu haben. Diese neue Bewegung ist nicht grundsätzlich gegen das Arbeiten eingestellt, sondern sie erkennt lediglich, dass Leben mehr bedeutet, als nur im Job aktiv zu sein.

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Die positive Dynamik des Scheiterns 
Donnerstag, 30. April 2015 - Arbeit
Scheitern gilt immer noch als Makel, doch wenn wir es als Lernprozess betrachten, kann es uns weiterhelfen. "Es gibt zwei Selbstbilder, die unsere Haltung prägen. Das eine nenne ich 'statisch' - jemand glaubt, dass Fähigkeiten und Talent schon feststehen. Du hast sie, und das war es. Das Gegenteil nenne ich 'dynamisch', Menschen sind überzeugt davon, dass sich Fähigkeiten entwickeln lassen. Durch harte Arbeit, Strategien, mit Hilfe von anderen", erklärt die Psychologie-Professorin der Stanford-Universität Carolin Dweck im Interview mit der SZ. Diese Perspektive richtet den Fokus mehr auf das, was wir - auch durch ein Scheitern - werden können, als auf das, was wir bereits sind. Ein statisches Selbstverständnis kann leicht zum Gefängnis werden, da wir dann immer nur versuchen, das, was wir bereits können, zu reproduzieren. Im Mut zum ungewissen Ausgang hingegen wachsen wir über uns hinaus.
"Fehler sind unvermeidbar - und spannend!" SZ 23.4.15

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Mitgefühls-Meditation reduziert wandernde Gedanken 
Mittwoch, 29. April 2015 - Studien
Eine Studie der Stanford Universität zeigt, dass Mitgefühls-Meditation das Wandern der Gedanken deutlich vermindern kann. Untersucht wurde eine Gruppe von 51 Erwachsenen, die an einem Trainingsprogramm mit neun Einheiten zu je zwei Stunden teilnahmen und täglich 15 bis 30 Minuten alleine üben sollten. Gewöhnlich wandern unsere Gedanken, während wir wach sind, etwa 50 Prozent der Zeit - und dies häufig, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Die Probanden wurden während der Studie regelmäßig befragt, ob ihr Geist abschweife und sie fürsorglich mit sich selbst beziehungsweise anderen umgegangen seien. Im Vergleich zu inhaltsleeren Meditationsformen fokussiert die Mitgefühls-Meditation nämlich darauf, eine fürsorgliche Haltung zu entwickeln. Die Studie zeigte, dass die Meditierenden deutlich seltener in neutrale oder gar negative Gedankengänge abdrifteten und gleichzeitig fürsorglichere Verhaltensweisen zeigten. Da wir anscheinend evolutionär stark auf negative Reize reagieren, um unser Überleben zu sichern, ist die durch die Meditation erreichte Fokusverschiebung sehr interessant. Sie könnte dabei helfen, selbst unter schwierigen äußeren Bedingungen nicht sofort in Angst zu verfallen, sondern stattdessen positiv mit sich selbst und anderen umzugehen.
Compassion meditation reduces "mind-wandering", Stanford research shows, Stanford Report 22.4.15

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Beschäftigung wird immer "atypischer" 
Dienstag, 28. April 2015 - Studien
Der klassische 9-5-Job wird immer mehr zum Auslaufmodell. So stieg in den letzten 20 Jahren die Zahl derer, die befristet beschäftigt sind, in Teilzeit mit 20 oder weniger Stunden arbeiten, als Zeitarbeiter tätig sind oder geringfügig beschäftigt, um mehr als 70 Prozent. 1993 waren 4,4 Millionen Deutsche auf diese Weise "atypisch" beschäftigt, 2013 bereits 7,6 Millionen. Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse sank im gleichen Zeitraum von 76,8 auf 67,5 Prozent - von 25,9 Millionen Arbeitnehmern auf 22,1 Millionen.
Immer mehr Menschen arbeiten jenseits normaler Jobs, WiWo 21.4.15


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Meditation als Therapie 
Montag, 27. April 2015 - Studien
Meditation könnte in der Behandlung von Depressionen vergleichsweise wirksam sein wie die Behandlung mit Antidepressiva. Diese Schlüsse legt eine Studie der Universität Oxford nahe, bei der 424 an Depressionen Erkrankte untersucht wurden. Aufgeteilt in zwei Gruppen, erhielt die Hälfte der Probanden Antidepressiva, die andere Hälfte wurde mit Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Therapie behandelt. Sie absolvierten acht Gruppensitzungen und sollten jeden Tag zusätzlich zu Hause Übungen absolvieren. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden die Studienteilnehmer regelmäßig zu ihrer Gemütsverfassung befragt. Dabei zeigte sich bei den Teilnehmern der Meditations-Therapie eine Rückfallquote von 44 Prozent, bei denen, die mit Antidepressiva behandelt worden waren, lag diese bei 47 Prozent.
Meditation schützt Patienten vor Rückfall in eine Depression, Augsburger Allgemeine 21.4.15

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Wenn Institutionen die Menschenrechte verletzen 
Freitag, 24. April 2015 - sonstiges
Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass zahlreiche Projekte der Weltbank zum Teil massiv die Menschenrechte der betroffenen Bevölkerung verletzen. Einer Analyse von 6.600 Dokumenten des Internationalen Konsortiums für Investigative Journalisten zufolge sollen im vergangenen Jahrzehnt durch mehr als 900 Weltbank-Projekte 3,4 Millionen Menschen ihr Land oder einen Teil ihrer Lebensgrundlage verloren. Im Jahr 2014 flossen mehr als 65 Milliarden Dollar in die Projekte der Weltbank. Die Institution ging der Kritik nach und räumte ein, die Wirkung ihrer Projekte bisher nicht sorgfältig genug geprüft zu haben.
Weltbank verletzt Menschenrechte weltweit, Zeit online 16.4.15

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Chef setzt sich auf Mindestlohn 
Donnerstag, 23. April 2015 - Management
Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 9,47 auf 15 Dollar pro Stunde im US-Staat Washington hat Dan Price, Gründer des Bezahldienstes Gravity Payments" zu einem ungewöhnlichen Schritt veranlasst. Um seinen 120 Angestellten künftig ein Jahresgehalt von 70.000 Dollar zahlen zu können, kürzt er sein eigenes auf den gleichen Betrag - und verzichtet damit künftig um jährlich 930.000 Dollar. Price ist ohnehin als eher sparsamer Typ bekannt, fährt laut Medienberichten einen alten Audi und lebt in einer Dreizimmerwohnung. Gegenüber dem Fernsehen äußerte er, mit dem Schritt wolle er seine Mitarbeiter glücklich machen und loyal stimmen.
Sozialismus made in USA, HB 16.4.15

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