GenY will Werte-Karriere statt Macht 
Dienstag, 26. Mai 2015 - Studien
Der GfK Verein und das St. Gallen-Symposium untersuchen regelmäßig, was den Top-Leadern von morgen besonders wichtig ist. Für das "Global Perspectives Barometer 2015" wurden mehr als 1.000 Akademiker und Young Professionals aus rund 100 Ländern befragt. Ein zentrales Einstellungsmuster der künftigen Führungselite: Ihnen ist ein werteorientiertes Wirken deutlich wichtiger als klassische Macht. Auf die Frage, welches von drei Kriterien für sie am bedeutsamsten sei, um in zehn Jahren zu beurteilen, ob die eigene Karriere erfolgreich sei, nannte knapp die Hälfte einen Job mit positivem Einfluss auf die Gesellschaft, ein Drittel faszinierende Projekte und lediglich 14 Prozent die Erreichung eines hohen Gehalts. Die klassische Top-Management-Karriere ist nur einem Viertel der Befragten wichtig. 44 Prozent es, Experten auf ihrem Gebiet zu werden, ein weiteres Viertel strebt die Position eines erfolgreichen Projektmanagers an.
GfK-Studie, 8.5.15

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Was Manager vom Papst lernen können 
Freitag, 22. Mai 2015 - Management
In einem Beitrag für den Harvard Business Manager analysiert der Management-Vordenker Gary Hamel die Führungskritik von Papst Franziskus, die jener gegenüber führenden Köpfen der katholischen Kirche äußerte, welche aber auch für Unternehmenslenker wichtige Impulse bieten könnten. Die Mängelliste des Papstes ist lang und umfassend. Sich für unsterblich, unangreifbar oder unersetzlich zu halten, findet sich auf ihr ebenso wie der Hang zu übermäßiger Geschäftigkeit, geistige und emotionale Versteinerung, Planungswut und Funktionalismus, Rivalität und Ruhmsucht, Tratschen, Nörgeln und Verleumden, Gleichgültigkeit, Verschwendungssucht und Selbstdarstellung. Franziskus hält diesen Krankheiten klassische Tugenden entgegen wie Demut, Selbstlosigkeit und Großmut oder auch das Kultivieren einer aufrichtigen Verbundenheit mit allen Menschen. Der "Neuigkeitswert" all der Verfehlungen, die der Papst auflistet, ist vergleichsweise gering - beim Lesen hat man eher ein Déjà-vu. Und genau das macht sie auf ihre eigene Weise vielleicht so bewegend. Es ist schon lange offensichtlich, was "schief läuft", doch der Wille, daran etwas zu verändern - und somit im Kern sich selbst - scheint bei uns immer noch nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.
15 Management-Krankheiten frei nach Papst Franziskus, HBM 12.5.15

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Liberalismus braucht Fairness und soziale Durchlässigkeit 
Donnerstag, 21. Mai 2015 - Wissenschaft
In einem Gastbeitrag für die Welt analysiert der Ökonom Thomas Straubhaar, warum der Liberalismus gegenwärtig immer mehr zu seinem eigenen Feind zu werden scheint. In den Augen von Straubhaar sind es vor allem mangelnde Chancengleichheit, fehlende soziale Durchlässigkeit und die Pervertierung liberaler Freiheiten zugunsten von Eigeninteresse, die die Bürgergesellschaft von innen heraus untergraben: "Durchlässigkeit, Fairness, Anstand und Engagement für das Gemeinwohl sind die unverzichtbaren Fundamente einer offenen und liberalen Bürgergesellschaft. Politik und Rechtsstaat können nur die Rahmenbedingungen anordnen und kontrollieren. Entscheidend aber ist, dass Firmeneigentümer, Familienbetriebe, Manager, Führungskräfte – kurz die Wirtschaft – die Werte der Bürgergesellschaft als Vorbilder für Mitarbeiter(innen), Geschäftspartner und Öffentlichkeit vorleben. Wer seinen Nabel für den Mittelpunkt der Welt hält, nur noch eigene Interessen verfolgt, Gemeinwohl für lästiges Gedöns und soziale Verantwortung für überflüssig hält, trägt mit dazu bei, dass mehr und mehr Menschen alleine an sich denken und sich immer weniger für das große Ganze einsetzen."
Der Liberalismus ist sein eigener Feind, Die Welt 12.5.15

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Guter Draht zu Kollegen und Chefs motiviert 
Mittwoch, 20. Mai 2015 - Studien
In einer Befragung von 1.000 Menschen zu ihrer Arbeitsmotivation hat der Personaldienstleister Manpower eruiert, was die Deutschen im Job anspornt. Spitzenreiter ist mit 65 Prozent Zustimmung das gute Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, gefolgt von flexiblen Arbeitszeiten (50 Prozent), einem freundschaftlichen Verhältnis zu den Kollegen (42 Prozent), kostenlosen Getränken (33 Prozent), Teamarbeit (33 Prozent) ansprechender Raumgestaltung (32 Prozent), betrieblicher Gesundheitsförderung (31 Prozent), gutem Kaffee (28 Prozent), Pflanzen im Büro (27 Prozent) und guten Büromöbeln (25 Prozent). Interessant an der Erhebung: Die eher zwischenmenschlichen Faktoren der Beziehungsebene wurden etwas geringer wirksam eingestuft als in der Befragung im Jahr davor, während die eher materiellen Aspekte leicht zulegten.
Studie zur Arbeitsmotivation: Das spornt die Deutschen an, Manpower 12.5.15

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Führung ohne Chefs ist nicht für alle Mitarbeiter etwas 
Dienstag, 19. Mai 2015 - Management
Der amerikanische Online-Versand Zappos sorgte vor einigen Monaten für Schlagzeilen, weil das Unternehmen unter Verwendung des integralen Führungsansatzes Holacracy seine Management-Strukturen komplett umkrempeln möchte. Das holakratische Modell verzichtet auf die im Business gängigen Top-Down-Strukturen und ersetzt diese durch ein Rollenmodell, das auf konkreten Verantwortlichkeiten basiert. Darüber hinaus schafft es Formate des Reportings und der Entscheidungsfindung, die eine breite Mitarbeiterbeteiligung ermöglichen. Wie die Washington Post nun berichtet, hat der Vorstoß innerhalb des Unternehmens einige Wellen geschlagen. Zappos hatte denjenigen, die das neue Modell nicht mittragen wollen, angeboten, die Firma gegen eine dreimonatige Gehaltsweiterzahlung zu verlassen. Laut Washington Post nutzten rund 14 Prozent - 210 von 1.500 Angestellten - der Belegschaft diese Option. Laut Zappos sei jedoch nicht nur die Umstellung auf das neue Führungssystem für die Ausstiegsbereitschaft der Angestellten maßgeblich. Da die Arbeitsmarktlage sich verbessere, hätten viele die Gelegenheit genutzt, sich mit der Abfindung einen ohnehin schon erwogenen Stellenwechsel zu ermöglichen - oder die Chance ergriffen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Vielleicht nutzten diese Aussteiger in der Tat einfach die Gunst der Stunde, ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Vielleicht ist diese Wechselbewegung aber auch ein Zeichen dafür, wie schwer Wandel fällt, wenn er vergleichsweise abrupt von oben verordnet wird - selbst wenn er darauf abzielt, dieses Oben abzuschaffen.
At Zappos, 210 employees decide to leave rather than work with 'no bosses', Washington Post 8.5.15

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Wie Wir-Räume unser In-der-Welt-Sein verändern können 
Montag, 18. Mai 2015 - Medien
Letzte Woche habe ich zusammen mit Dr. Thomas Steininger bei Radio evolve eine Sendung zur aktuellen Ausgabe des Magazins über Wir-Räume gemacht. Vor allem in den aktuellen Diskussionen über die Möglichkeit sozialen Wandels zeigt sich immer wieder, dass der Individualismus westlicher Kulturen an seine Grenzen zu stoßen scheint. Der Fokus auf die eigene Lebenssphäre, mit dem wir häufig recht unbewusst durchs Leben gehen, scheint uns in gewisser Weise von der Lebendigkeit des Lebens als Ganzem zu trennen - meist, ohne dass wir es wirklich bemerken. In der Radio-Sendung sprechen wir nicht nur über aktuelle Zugangswege zu neuen Wir-Perspektiven, sondern wir gehen auch der Frage nach, wie die Ausrichtung auf größere Lebenszusammenhänge unser Ich-Sein selbst zu verändern beginnt. Die Sendung lässt sich online nachhören oder herunterladen unter:
Radio evolve: Sendung zu "Wir-Räume - die Transformation unserer Beziehungen"

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Deutsche machen mehr Schulden 
Freitag, 15. Mai 2015 - Studien
Sparsam wie eine schwäbische Hausfrau - für immer mehr Deutsche scheint das nicht zuzutreffen. Eine Emnid-Studie im Auftrag des Inkassounternehmens KRUK, für die 754 Personen befragt wurden, zeigt, dass im letzten Jahr die Nutzung von Bankdarlehen, Kreditkarten und Leasing um 43 Prozent zugenommen hat. 34 Prozent der privaten Haushalte verwenden Ratenkredite, um Konsumausgaben - zumeist den Kauf eines Autos - zu finanzieren. Für drei Viertel der unter 30 Jährigen gehören Schulden zum Leben. Emotional betrachtet erscheinen Schulden hingegen weniger easy. 67 Prozent verbinden mit ihnen Anspannung und Stress, 64 Prozent Verunsicherung, 59 Prozent Angst, 58 Prozent Ruhelosigkeit und 57 Prozent Frustration.
Deutsche halten Schulden für ziemlich normal, Die Welt 7.5.15

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Frauen wollen Karriere, wenn man sie lässt 
Mittwoch, 13. Mai 2015 - Studien
Fehlende Aufstiegschancen stellen für junge Frauen den häufigsten Grund dar, ihre Arbeitsstelle zu wechseln, so die Erkenntnisse einer weltweiten Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 10.000 Menschen im Alter von 20 bis 35 Jahren. 43 Prozent der deutschen Frauen finden, dass sich Arbeitgeber bei internen Beförderungen zu sehr auf männliche Mitarbeiter konzentrieren - bei der Umfrage 2011 waren dies nur 14 Prozent. 86 Prozent der Frauen bevorzugen Arbeitgeber, denen Gleichberechtigung und Integration wichtig sind. 71 Prozent finden indes, dass Arbeitgeber zwar über Diversity sprechen, jedoch keine wirkliche Chancengleichheit schaffen. Für 53 Prozent hängt die Attraktivität eines Arbeitgebers davon ab, ob sie Aufstiegschancen haben, doch nur 19 Prozent der deutschen Frauen glauben, dass sie es bei ihrem Arbeitgeber in eine Führungsposition schaffen.
Junge Frauen fordern bessere Karrierechancen, WiWo 6.5.15

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