Achtsamkeit nicht nur auf dem Kissen, sondern im Alltag! 
Donnerstag, 12. Mai 2016 - Arbeit
Die Frankfurter Neue Presse geht in einem Interview mit Rohan Gunatillake, Leiter des britischen Kreativstudios „Mindfulness everywhere“, der Frage nach, wie sich ein achtsamer Lebensstil entwickeln lässt. Gunatillake plädiert dafür, nicht allein in der formellen Meditation nach Balance zu suchen, sondern achtsame Verhaltensweisen in verschiedenen Alltagskontexten zu entwickeln. "Wenn wir im Stillen auf einem Meditationskissen sitzen, kann diese formelle Praxis sehr effektiv sein – aber sie hat mit dem Rest unseres Lebens nichts zu tun. Warum trainieren wir nicht die Fähigkeit zur Achtsamkeit in den Situationen, in denen wir gestresst sind? Denn dort brauchen wir sie am meisten", sagt er. Und er rät zum Beispiel: "Wenn man etwa in der Stadt spazieren geht, ist man oft in seine eigenen Probleme vertieft. Man kann aber auch die anderen Leute aufmerksam betrachten und ihnen gedanklich etwas Gutes wünschen. Wenn man telefoniert, kann man gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf seinen Körper richten, zum Beispiel darauf achten, wo man verspannt ist. Oder Pendler können sich darauf trainieren, dass sie beim Anblick einer Werbung jedes Mal in sich hineinhorchen, wie sie sich gerade fühlen. Das sind alles kleine Spiele, um den Geist zu trainieren, Konzentration und Selbstbeobachtung zu üben." Ein weiterer Punkt - nicht alles durch Achtsamkeit kurieren zu wollen, sondern realistisch zwischen individuellen Entwicklungspotentialen und äußeren Gegebenheiten, die nicht zuträglich sind, zu unterscheiden: "Man muss sowohl an der Situation als auch an seiner Einstellung zu der Situation arbeiten. Um das Beispiel Burnout zu nehmen: Wenn die Arbeitsumgebung das Wohlbefinden zerstört, ist es oft das Beste, die Umgebung zu wechseln. Man kann nicht alle Probleme durch Achtsamkeit lösen."
Meditation trotz Smartphone, FNP 3.5.16

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Achtsamkeit ist Arbeit 
Montag, 4. April 2016 - Arbeit
Die FAZ stellt in einem Artikel das Programm Achtsamkeit am Arbeitsplatz vor, das vom Giessener Forum entwickelt wurde. Die Trainings sind für Unternehmen und Berufstätige gedacht und erleichtern es mit praxisnahen Übungen, die eigene Achtsamkeit im Alltag zu entwickeln. "Achtsamkeit ist keine Wunderpille oder ein Allheilmittel, sondern erfordert persönliches Engagement. Wenn man es ernsthaft betreibt, geht es ans Eingemachte, weil man wieder lernt, sich auf sich selbst zu konzentrieren und die Selbstwahrnehmung zu trainieren", erklärt Trainer Justus Ludwig. Heike Bordin-Knappmann, Personalentwicklerin bei Ista in Essen, hat bereits einen Teil ihrer Vertiebsmannschaft von Ludwig schulen lassen - weil sie feststellte, dass in diesem Arbeitsbereich die Belastungen besonders hoch sind. Im Training bekamen die Vertriebler Achtsamkeitsübungen vermittelt, die sie unterwegs machen können. Begleitende Telefoncoachings wurden in den Randstunden des Tages, wenn die Betroffenen auch verfügbar waren, angeboten. Die Rückmeldungen zum Programm sind positiv. Eine Mitarbeiterin berichtete sogar, nun vor jedem Kundenbesuch eine kleine Achtsamkeitsübung einzuschieben.
Achtung, Achtsamkeit! FAZ 18.3.16

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Doping für mehr Leistung etabliert sich 
Dienstag, 15. März 2016 - Arbeit
Laut DAK ist die Zahl derer, die zumindest schon einmal Medikamente oder Drogen zur Leistungssteigerung genommen haben, zwischen 2008 und 2015 von kanpp fünf auf 6,7 Prozent gestiegen. In einer Umfrage des Handelsblatts gaben 2015 sieben Prozent der anonym befragten Fach- und Führungskräfte an, sogar regelmäßig Medikamente zur Leistungssteigerung zu nehmen. Ritalin für die bessere Konzentration, Modafinil für den Leistungs-Push - es hat inzwischen eine gewisse Selbstverständlichkeit zu haben, die eigene Power chemisch zu pushen. Große Unternehmen wie Bayer oder BASF versuchen inzwischen, mit Drogentests dem neuen Trend Herr zu werden, kann der Drogenkonsum doch je nach Arbeitsbereich zu erheblichen Risiken und Sicherheitsproblemen führen. Möglicherweise wäre es viel einfacher - und auch erheblich gesünder, einfach die moderne Arbeitskultur selbst, die den Bedarf nach unbegrenzter Leistung schürt, zu überdenken und zu verändern.
So pushen sich Manager nach oben, WiWo 3.3.16

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Internet-Giganten treiben Zweiklassengesellschaft voran 
Freitag, 11. März 2016 - Arbeit
Die Welt findet klare Worte für die Bewertung der neuen Forbes-Liste der Superreichen. Während die Milliardäre, die in eher konventionellen Branchen zu ihrem Reichtum gekommen seien, im vergangenen Jahr ihr Vermögen kaum erhalten konnten oder sogar Verluste verbuchen mussten, preschen die Milliardäre der High-Tech-Branche immer weiter nach vorne. "Die Liste sendet ein neues Signal. Sie offenbart nicht nur die fortschreitende Macht der personifizierten Tech-Giganten. Sie führt auch vor Augen, wie die Arbeitswelt in Zukunft aussehen könnte: eine Zweiteilung der Gesellschaft in vermögende Eliten und eine Unterschicht. Die Mittelschicht wird in dieser neuen Welt ausgedünnt. Denn ihren Aufstieg verdanken die "Forbes"-Giganten ihrer kreativen Zerstörung", kommentiert die Welt. Auch Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller sieht diese Gefahr: "Die Gesellschaft spaltet sich in zwei Klassen auf. Es wird keine Mittelklasse mehr geben. Es passiert einfach. Es gibt keine einfache Lösung."Superreiche werden zur Gefahr für die Mittelschicht, Die Welt 1.3.16

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Generation Y nur ein Hype? 
Mittwoch, 9. März 2016 - Arbeit
Im Interview mit Zeit online spricht der Soziologe Marcel Schütz darüber, dass die seit Jahren ausufernden Diskussionen über die Generation Y und ihre beruflichen Präferenzen eher einem selbstkreierten Hype hinterher laufe als sich auf Tatsachen zu beziehen. Nicht nur die demografischen Kriterien, die zur Beschreibung dieser Gruppe junger Arbeitnehmer verwendet würden, seien schwammig - auch die Definition derer Präferenzen. "Der Begriff Generation Y tauchte 1993 zum ersten Mal in der Marketingzeitschrift Advertising Age auf. Und weil das Y als "why" ausgesprochen wird, hat es den gewünschten Effekt: Es ist cool, weil englisch, und zeugt gleichzeitig von einer ausgeprägt kritischen Einstellung der Generation Y. Diese Generation fremdelt mit der Karriere und hat der Wirtschaft gegenüber Vorbehalte – so zumindest der Mythos. Die Realität sieht ganz anders aus", so Schütz. So gebe es in der jüngeren Generation nach wie vor viele Menschen, die eine konventionelle Karriere machen wollen. Und die so genannten Sinnsucher seien wohl eher ein Randphänomen: "Alternative Typen gab es schon immer und überall. Das ist aber erst einmal die Ausnahme und nicht die Regel." Diese Einschätzung erklärt zumindest, warum in den Studien der letzten Jahren zu den Präferenzen junger Arbeitnehmer immer wieder die unterschiedlichstens Ergebnisse auf den Tisch kommen.
"Die Generation Y ist ein Mythos", Zeit online 29.2.16

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Erfolg erzeugt Erfolg 
Montag, 7. März 2016 - Arbeit
Wie gelingt eine erfolgreiche Berufskarriere? Glaubt man dem Berner Psychologie-Professor Andreas Hirschi, ist es eine Mischung aus klarer Zielorientierung, Offenheit für Chancen und Selbstkenntnis, die zum passenden Job führt. In einer Zeit, in der Geld für viele nicht mehr alles ist, weil sie vor allem nach einer Arbeit mit Sinn streben, helfe es diesen Zielgruppen, sich klar zu machen, dass auch ein solcher Berufsweg eine "Karriere" ist - nur mit anderer Definition als bei jenen, denen es vordergründig allein ums Geld geht. Hirschi weiß: "Wem es gelingt, diese Vorstellungen zu verwirklichen, ist nachhaltiger zufrieden
als jemand mit klassischen Karrierezielen wie einem hohen Gehalt." Wer hingegen nach vielen Berufsjahren auf einmal merkt, dass er unzufrieden mit der eigenen Arbeit ist, sollte vielleicht einmal grundsätzlich über seine Ziele nachdenken: " Für mich ist auffällig, dass diejenigen, die nach zehn oder zwanzig Berufsjahren mit ihrer Situation hadern, irgendwann aufgehört haben, sich um ihre Ziele zu kümmern. Sie haben die Dinge einfach laufen lassen und sind so nach und nach in eine Unzufriedenheit hineingerutscht. Oder aber sie hatten sich nie wirklich überlegt, was sie eigentlich im Beruf und im Privatleben erreichen wollen." Nur wer weiß, was er wirklich will, hat auch die Chance, es zu verwirklichen.
"Der Zufall spielt immer mit", Zeit online 26.2.16

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Wirklich zuhören kann recht fordernd sein 
Donnerstag, 25. Februar 2016 - Arbeit
Wer gut zuhören kann, hat mehr Erfolg in geschäftlichen Verhandlungen, so die Erkenntnis einer Untersuchung des Harvard-Professors William Ury. Gute Zuhörer kommen schneller und effizienter zu einem Ergebnis als jene, die sich vor allem auf ihre eigenen Argumente fokussieren. In der Realität fällt das Zuhören jedoch nicht immer leicht. Der amerikanische Autor Anthony Alessandra etwa definiert vier Arten des Zuhörens, wobei die erste eher ein Weghören ist, denn der Weghörer kommuniziert vor allem auf der Sachebene und hat eher Schwierigkeiten damit, sich zuhörend anderen zuzuwenden. Der selektive Zuhörer folgt Gesprächen nur oberflächlich und blendet Details aus, so dass er sich kaum in Gesprächspartner hineinversetzt und gerne mit den Gedanken woanders ist. Der bewertende Zuhörer ist zwar ganz bei der Sache, doch rattert es in seinem Hirn bereits, um auf das Gehörte zu reagieren, weil er alles sofort bewertet. Dann gibt es noch den aktiven Zuhörer. Er ist ganz bei seinem Gegenüber und schenkt dem Gesagten schlicht seine volle Aufmerksamkeit. Vielleicht hilft es ja, sich in Gesprächen immer mal wieder fragen, wo man selbst gerade mit der eigenen Aufmerksamkeit ist. Bin ich überhaupt interessiert, etwas zu hören?
Wer etwas zu sagen hat, muss zuhören können, Zeit online 17.2.16

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Aufmerksamkeit kann Manipulation durchbrechen 
Dienstag, 16. Februar 2016 - Arbeit
Die FAZ hat kürzlich einen Beitrag der Frage gewidmet, wie man sich im Arbeitsleben vor Manipulation durch Vorgesetzte und Kollegen schützen kann. Im Artikel werden verschiedene Szenarien dargestellt, die Menschen ihren Gesprächspartnern im Dialog ihre eigenen Vorstellungen geradezu aufzwingen, ohne dass diese es wirklich bemerken. Oft setzen beispielsweise zu Beginn eines Gesprächs gesetzte Annahmen Voraussetzungen, die dann einen unhinterfragten Rahmen für den gesamten Verlauf der Unterhaltung bilden - weil das Gegenüber sich auf sie bezieht, anstatt eine eigene Perspektive zu entwickeln. Oder Wünsche und Anforderungen werden als Selbstverständlichkeiten formuliert, was es dem Gegenüber erschwert, sich davon abzugrenzen - einfach weil der subjektive Eindruck entsteht, dem Gewohnten dann nicht zu entsprechen. "Generell schützt man sich gegen Manipulation, indem man sie kennt und wiedererkennt", sagt der Coach Thomas Wilhelm. Das bedeutet in meiner Wahrnehmung allerdings weniger, nach den von Beratern gerne analysierten Mustern zu suchen und diese dann einfach auszuhebeln. Wichtiger erscheint mir eine grundsätzliche Aufmerksamkeit im Hinblick darauf, wie Gespräche sich entwickeln. Innere Klarheit über eigene Haltungen und Ziele wie auch ein aufmerksames Wahrnehmen von Gesprächspartnern erleichtern es, wirklich das mitzubekommen, was gerade geschieht - und Abweichungen vom Wünschenswerten zu erkennen. Sicher gibt es Menschen, die andere ganz bewusst manipulieren. Doch häufig geschieht das, was wir später als Manipulation wahrnehmen, gar nicht in diesem Sinne willentlich. Wenn ein Chef, der unter Druck steht, in Gesprächen Überstunden als Selbstverständlichkeit preist, mag es vielleicht auch hilfreich sein, einen Schritt hinter das vermeintliche Thema zurückzutreten. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass eine harmlose Frage - "Ist das wirklich so?" - Gespräche einen unerwarteten Verlauf nehmen lässt. Allerdings nur, wenn ich auch in einer wirklich fragenden Haltung bin und nicht damit versuche, mein Gegenüber dorthin zu bringen, wo ich es haben will (eine schlichte Konter-Manipulation). Denn diese innere Offenheit, man könnte auch sagen Weite, ist es letztlich, die begrenztes Denken ins Leere laufen lässt.
Auf Umwegen zum Ziel, FAZ 8.2.16

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