Führungsrkäften fehlt es an Kompetenzen 
Mittwoch, 4. Mai 2016 - Studien
Eine repräsentative Studie der Personalberatung Rochus Mummert mit 1.000 Arbeitnehmern aus Deutschland stellt vielen Führungskräften ein eher schlechtes Zeugnis aus. Zwei Drittel der Befragten halten demzufolge ihre Vorgesetzten für fachlich ungeeignet, nur ein Drittel betrachtet die Führenden als charakterlich geeignet. Nur ein Drittel der Mitarbeiter hat den Eindruck, der Chef erkenne die eigenen Leistungen an und sei bei Problemen ansprechbar. Vier von fünf Befragten bemängeln, dass sie in ihrer Karriere nicht ausreichend gefördert werden. Vorgesetzte, die einen eher coachenden Führungsstil pflegen, kamen in der Bewertung besser weg. Ihnen wurden von 59 Prozent der Mitarbeiter eine fachlich uneingeschränkte Eignung zugesprochen und knapp die Hälfte hielt diese Chefs auch für charakterlich geeignet. Allerdings: Noch nicht einmal ein Viertel der Befragten hat einen solchen Vorgesetzten.
Zwei Drittel der Arbeitnehmer halten ihre Chefs für inkompetent, Zeit online 26.4.16

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Stille Revolution der Mitarbeiterkultur 
Dienstag, 3. Mai 2016 - Management
Für den Hotelchef Bodo Janssen war es ein Schock, als ihm eine Mitarbeiterbefragung offenbarte, wie unzufrieden seine Führungskräfte und Angestellten im Unternehmen sind. Der Besitzer von Upstalsboom zog die Notbremse und ging erst einmal ins Kloster, um sich innerlich den Tatsachen zu stellen. Zurück im Unternehmen beschloss er, die Dinge grundlegend zu ändern. Die Idee eines Kloster-Retreats kam nicht bei allen Führungskräften an. Heute haben die Upstalsboom-Mitarbeiter die Möglichkeit, Meditationskurse zu besuchen oder auch Potentialtrainings. Statt One-to-One-Mitarbeitergesprächen gibt es im Hotel nun offene Gesprächsrunden der gesamten Belegschaft. "Es melden sich jetzt Leute zu Wort, die sich früher nie getraut haben. In einer dieser Runden saß zum Beispiel eine Frühstückskraft, die wissen wollte, wie es sein kann, dass wir Schulen in Afrika bauen, sie aber kein Geld hat, um mit ihrer Tochter einmal im Jahr in den Urlaub zu fahren. Da ist mir klar geworden, dass soziales Engagement wenig bringt, wenn die Grundbedürfnisse nicht gedeckt sind. Also haben wir begonnen, die Gehälter der Basis stärker zu entwickeln - und die Boni für Führungskräfte zu reduzieren und langfristig sogar zu streichen", erzählt Janssen im Interview mit Spiegel online. Der Change-Prozess des Hotels passte nicht für jeden. 10 Prozent der früheren Führungskräfte haben den Job inzwischen gewechselt. Der Rest der Belegschaft indes ist aufgeblüht. "Wir haben jetzt eine ganz andere Firmenkultur, ohne Macht, Druck und Kontrolle. Die Zufriedenheit ist seit damals um mehr als 80 Prozent gestiegen, die Mitarbeiter sind deutlich seltener krank, wir bekommen fünfmal so viele Bewerbungen und haben den Umsatz mehr als verdoppelt", so Janssen.
"Ich war ein Flop-Manager", Spiegel online 25.4.16

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Macht zu viel Arbeit dumm? 
Montag, 2. Mai 2016 - Studien
Eine australische Studie legt nahe, dass weniger zu arbeiten bessere Ergebniss bringt - und wirft zugespitzt sogar die Frage auf, ob zu viel Arbeit nicht sogar dumm macht. Die Wissenschaftler untersuchten die Arbeitsgewohnheiten von 6.500 Australiern im Alter über 40 Jahre und machten mit ihnen Intelligenztests. Dabei zeigte sich: Bei den Menschen, die bis zu 25 Stunden pro Woche arbeiteten, nahmen die kognitiven Fähigkeiten zu. Jede Stunde Mehrarbeit ließ sie hingegen weniger aufmerksam und kreativ sein. Ihr Erinnerungsvermögen litt und sie konnten Probleme schlechter lösen. Die Wissenschaftler empfehlen deshalb, dass Arbeitnehmer über 40 ihr Pensum entsprechend anpassen und bestenfalls zwischen 20 und 30 Stunden pro Woche arbeiten sollten.
25-Stunden-Woche ist genug für die Ü40-Generation, WiWo 21.4.16

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Sinn und Wirksamkeit als Antrieb fürs Business 
Freitag, 29. April 2016 - Studien
Auf dem Google-Blog re:Work beschäftigt sich ein interessanter Beitrag mit der Frage, welchen Einfluss es hat, wenn es Führungskräften gelingt, die Sinndimension im Arbeitskontext lebendig zu halten. Basis ist eine Studie der KPMG. 80 Prozent der KPMG-Mitarbeiter, deren Vorgesetzte die Sinnfrage bewusst thematisieren, erleben sich am eigenen Arbeitsplatz als wirksam - bei den anderen sind es nur 39 Prozent. Diese Mitarbeiter sind auch motivierter, sich ständig zu verbessern - 91 Prozent sagen dies von sich gegenüber 57 Prozent der Vergleichsgruppe. Dies hat auch Auswirkungen auf die Treue zum Arbeitgeber. 68 Prozent der Mitarbeiter, die die Sinndimension im Job erfahren, suchen kaum nach einer Job-Alternative - unter den anderen sind es nur 30 Prozent.
KPMG-Studie im Google-Blog

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Europa sucht seine Seele - neue Ausgabe von evolve 
Donnerstag, 28. April 2016 - sonstiges
Seit letzter Woche ist die neue Ausgabe von evolve - Magazin für Bewusstsein und Kultur im Handel. Dieses Mal haben wir uns des komplexen und spannenden Themas Europa angenommen, um einmal in der Tiefe auszuloten, welche Hoffnungen und Visionen jenseits der klassisch politisch-bürokratischen Perspektive hier gegenwärtig erwachsen. Europa ruft in vielen Menschen zur Zeit vor allem Ratlosigkeit hervor. Flüchtlingsströme, Finanzprobleme, Rechtspopulismus – die tiefere Dimension der europäischen Einigung scheint für uns gegenwärtig nur schwer wahrnehmbar zu sein. Vielleicht auch, weil Europa vor allem als säkulares, politisches Projekt verstanden wird. Die Seelendimension, das, was uns alle über kulturelle und religiöse Vielfalt hinaus eint, gerät dabei leicht aus dem Blick. Welche Relevanz hat hier eine progressive Spiritualität, die die Werte der Aufklärung, wie die Würde und Freiheit des Einzelnen, anerkennt und gleichzeitig für die unmittelbare Erfahrung einer heiligen Tiefe des Lebens offen ist? Der Wissenschaftstheoretiker und Bewusstseinsforscher Harald Walach etwa plädiert in einem Interview dafür, dass wissenschaftlicher Rationalismus keine ausschließliche Erkenntnisdimension ist und wir dem subtileren Verstehen und Erfassen mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Die Philosophin Kristina Stöckl zeigt prägnant, was eine solche postsäkulare Perspektive ausmacht. Verschiedene Beiträge werfen außerdem einen Blick auf vielversprechende europäische Projekte, in denen sich dieser neue Geist bereits manifestiert. In einer Sendung von Radio evolve stellen Dr. Thomas Steininger und ich die Themen der Ausgabe vor - die Sendung lässt sich online anhören und herunterladen.

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Die Stärken der CEOs 
Mittwoch, 27. April 2016 - Studien
Die Personalberatung Russell Reynolds Associates hat in einer psychometrischen Analyse der Daten von 900 Führungskräften herausdestilliert, welche Eigenschaften es sind, die Manager besonders erfolgreich machen. Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die es bis zum CEO bringen, sich gegenüber der zweiten Riege in sieben Kriterien unterscheiden: Sie zeichnen sich durch den Mut und den Willen aus, Dinge voranzutreiben, verfügen über eine starke Eigeninitiative und eine ausgeprägte Bereitschaft zu kalkuliertem Risiko. Außerdem sind ihre Belastbarkeit und ihr Eigenantrieb stärker ausgeprägt und sie sind offener gegenüber Veränderungen, neugieriger und unbesorgter. Auch die Bereitschaft zu unkonventionellem Denken ist bei ihnen höher ausgeprägt als bei weniger erfolgreichen Führungskräften und sie verfügen über eine besondere Kommunikationsfähigkeit. Und auch diese Top-Riege ist noch in sich abgestuft. Die CEOs Unterschiede, deren Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent hat, sind laut der Untersuchung deutlich leidenschaftlicher, fokussierter, analytischer, empathischer und unprätentiöser als ihre weniger erfolgreichen Kollegen - und sie haben mehr Humor.
Was erfolgreiche Manager ausmacht, WiWo 20.4.16

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Forscherdrang sitzt tief im Menschen 
Dienstag, 26. April 2016 - Studien
Neugier scheint so tief in uns verwurzelt zu sein, dass wir uns sogar bewusst in unangenehme Situationen begeben, um herauszufinden, was hinter den Dingen steckt. Wissenschaftler der Universität Wisconsin-Madison zeigten in einem Experiment mit 54 Studenten, dass diese sich sogar der Erfahrung leichter Elektroschocks aussetzten. Den Studenten wurde suggeriert, sie müssten bis zum Beginn des eigentlichen Experiments noch warten. Im Warteraum lagen auf einem Tisch verschiedene Stifte - manche davon ohne Funktionalität, andere lösten Elektroschocks aus. In einigen Setting war für die Studienteilnehmer erkennbar, welche Stifte Elektroschocks auslösen würden und welche nicht. In weiteren Konstellationen war dies unbekannt. Insgesamt zeigte sich, dass fast keine der Teilnehmer widerstehen konnten, die Wirkung der Stifte auszuprobieren. Diejenigen Probanden, die nicht wussten, welcher Stift welche Folgen haben würde, testeten dabei allerdings deutlich mehr der Stifte. Die Forscher deuten die Ergebnisse dahingehend, dass unsere Neugier uns bisweilen auch verleite, die Vernunft über Bord zu werfen. Andererseits könnte man auch sagen: Unsere Neugier sitzt so tief, dass wir bereit sind, auch Ungemach in Kauf zu nehmen, um etwas in der eigenen Erfahrung prüfen zu können.
Warum Neugier manchmal weh tut, spektrum.de 15.4.16

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Berufliche Erfüllung macht nicht gesünder 
Montag, 25. April 2016 - Studien
Unerfüllte berufliche Träume können aufs Gemüt schlagen und das gesundheitliche Wohlbefinden beeinträchtigen. Doch umgekehrt scheint ein Traumjob nicht zwangsläufig vor gesundheitlichen Belastungen zu schützen. Forscher der Universität von Süd-Florida befragten 378 Mitarbeiter amerikanischer Universitäten, zur Einschätzung ihrer beruflichen Situation. Mit Fragen zu ihrer Erfülltheit im Job sollte herausgefunden werden, ob die Probanden ihre Wunschposition erreicht hatten oder nicht und wie sich dies auf ihre Gefühlslage und ihre gesundheitliche Situation auswirkte. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die ihren Traumberuf verfehlt hatten, unzufriedener waren als jene, deren Job den eigenen Präferenzen entsprach. Auch litten sie deutlicher unter psychischen Belastungen und innerem Rückzug. In der Traumjob-Fraktion zeigte sich allerdings, dass auch hier gesundheitliche und geistige Beeinträchtigungen durchschlugen, die berufliche Zufriedenheit allein also kein positiver Gesundheitsfaktor ist.
Trauriger Traum vom Traumjob, Psychologie heute 14.4.16

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