Status der Beteiligten kann Verhandlungen blockieren 
Montag, 23. Mai 2016 - Studien
Warum fällt es Politikern oft so schwer, zu Einigungen zu kommen? Eine Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley ist dieser Frage nachgegangen und kam zu der Erkenntnis, dass vor allem in Runden, in denen es für viele Beteiligte gilt, ihren Status zu wahren, mehr knirscht als in solchen, in denen Menschen ohne besondere Machtinsignien zusammentreffen. Die Probanden waren 158 Führungskräfte eines Unternehmens mit unterschiedlichen Einflussbereichen. Die Versuchsteilnehmer wurden in Arbeitsgruppen eingeteilt, in denen alle Beteiligten einen vergleichbaren Status hatten, und sollten gemeinsam über die Einstellung eines Bewerbers entscheiden. Dabei zeigte sich, dass 80 Prozent der Teams mit eher niedrigem Status innerhalb der festgelegten 30 Minuten zu einem Ergebnis kamen, während es bei den Alphatieren weniger als die Hälfte der Teams schaffte. In einem zweiten Versuch wurden gemischte Gruppen gebildet und hierbei eigentlich rangniedrigeren Personen ein höherer Status zugewiesen. Auch hier stellte sich der Alphatier-Effekt ein - die "höhergestuften" Versuchspersonen legten nun ebenfalls ein eher beharrliches Verhandlungsverhalten an den Tag. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die mit dem Status verbundene Macht dazu beiträgt, die eigene Perspektive stärker durchsetzen zu wollen.
Die Sturheit der Mächtigen, Psychologie heute 12.5.16

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Gute Stimmung im Team motiviert bei der Arbeit 
Freitag, 20. Mai 2016 - Studien
In einer Umfrage zum Thema Arbeitsmotivation unter 1.000 Personen ab 18 Jahren dokumentiert Manpower, was die Deutschen bei der Arbeit aufblühen lässt. Wichtigster Punkt: Eine gute Stimmung zwischen Kollegen und mit dem Chef - das ist für 65 Prozent die beste Motivation. 50 Prozent fühlen sich durch flexible Arbeitszeiten angespornt. 42 Prozent sehen im freundschaftlichen Verhältnis zu Kollegen, das sie gerne auch nach Feierabend pflegen, einen Motivator. Kostenlose Getränke, Teamarbeit, betriebliche Gesundheitsförderung und eine ansprechende Raumgestaltung kommen bei etwas einem Drittel der Befragten als Motivationshilfe an. Pflanzen im Büro und gute Möbel sind jeweils für ein Viertel besonders wünschenswert.
Pressemitteilung Manpower, 12.5.16

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Ungleichheit wird in der Breite wahrgenommen 
Donnerstag, 19. Mai 2016 - Studien
Die soziale Ungleichheit in Deutschland wird für immer mehr Menschen zum Thema. Einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zufolge finden bereits 82 Prozent der Deutschen, dass die diesbezüglichen Diskrepanzen hierzulande inzwischen zu groß sind. Selbst unter den Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro teilen 76 Prozent diese Einschätzung. 76 Prozent aller Befragten glauben, dass dies der wirtschaftlichen Entwicklung insgesamt schade. Etwa 60 Prozent meinen, dass soziale Leistungen (z.B. im Rahmen der Arbeitslosenversicherung oder der Gesundheitsvorsorge) zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft führen könnten. 83 Prozent befürworten der Studie zufolge eine steuerliche Entlastung der mittleren und niedrigeren Einkommen. 76 Prozent befürworten eine höhere Besteuerung hoher Einkommen und Vermögen. Um die soziale Sicherung besser zu finanzieren, befürworten 68 Prozent höhere Steuern auf Vermögen. Für höhere Erbschaftsteuern plädieren 47 Prozent.
Mehrheit findet Deutschland ungerecht, Die Zeit 11.5.16

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Ohne Arbeit ist das Leben langweilig 
Mittwoch, 18. Mai 2016 - Studien
Welch hohen Stellenwert die Arbeit für viele Deutsche hat, zeigt eine Repräsentativbefragung der Manpower Group. 68 Prozent sagen, dass das Leben ohne Arbeit langweilig wäre. Für 59 Prozent sind die Arbeitskollegen so etwas wie eine berufliche Familie. Immerhin 52 Prozent räumen allerdings auch ein, dass sie ihren Job hinwerfen würden, wenn sie nicht arbeiten müssten. 78 Prozent würden einen gut bezahlten Job, der sie langweilt oder stresst, nicht ausüben. Andererseits gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, nur zu arbeiten, weil sie dafür bezahlt werden.
Ohne Arbeit wär's langweilig, FAZ 9.5.16

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Wer an Gerechtigkeit glaubt, leidet weniger 
Dienstag, 17. Mai 2016 - Studien
Schwere Schicksalsschläge bringen uns nicht nur persönlich zum Hadern, sondern können auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine Studie mit knapp 250 Männern und Frauen, älter als 40 Jahre, zeigt nun: Menschen, die den Eindruck haben, die Welt sei gerecht, kommen wesentlich besser mit extrem herausfordernden Lebenssituationen zurecht als diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist. Bei den Probanden handelte es sich um Menschen, die im Leben schon schwer geprüft worden waren, sei es, dass sie Opfer eines Verbrechens geworden waren, nahe Angehörige schwer erkrankt oder sogar verstorben waren oder sie im Arbeitsleben mit großen Problemen konfrontiert worden waren. Bei denjenigen, die Vertrauen in die Gerechtigkeit der Welt hatten, zeigte sich eine bessere gesundheitliche Konstitution - weniger Entzündungsmarker, niedrigerer Cholesterinspiegel, besserer Schlaf - als bei jenen, denen dieses Vertrauen fehlte. Die Forscher deuten den Befund als adaptische Anpassung. Wer in das Leben grundsätzlich vertraue, tue sich leichter damit, auch Schicksalsschläge nicht nur negativ zu sehen, sondern auch persönliches Wachstumspotential in ihnen zu erkennen.
Der Glaube an Gerechtigkeit schützt, Psychologie heute 4.5.16

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Nur jeder dritte Deutsche fühlt sich fair bezahlt 
Freitag, 13. Mai 2016 - Studien
Eine Untersuchung der Unternehmensberatung Korn Ferry Hay Group mit 250.000 Arbeitnehmern zeigt, dass nur 35 Prozent der Deutschen mit ihrem Gehalt zufrieden sind und es als fair empfinden. 2012 waren es immerhin noch 40 Prozent. Verglichen wurden die deutschen Daten mit internationelen. Weltweit liegt die Zufriedenheit mit dem Gehalt bei 41 Prozent - in Österreich sogar bei 44 Prozent, in der Schweiz bei 52 Prozent. In Deutschland haben nur 30 Prozent der Arbeitnehmer den Eindruck, dass die Bezahlung in direktem Zusammenhang mit der Leistung steht - international sind es 44 Prozent.
Viel geleistet, wenig im Portemonnaie? FAZ 4.5.16

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Achtsamkeit nicht nur auf dem Kissen, sondern im Alltag! 
Donnerstag, 12. Mai 2016 - Arbeit
Die Frankfurter Neue Presse geht in einem Interview mit Rohan Gunatillake, Leiter des britischen Kreativstudios „Mindfulness everywhere“, der Frage nach, wie sich ein achtsamer Lebensstil entwickeln lässt. Gunatillake plädiert dafür, nicht allein in der formellen Meditation nach Balance zu suchen, sondern achtsame Verhaltensweisen in verschiedenen Alltagskontexten zu entwickeln. "Wenn wir im Stillen auf einem Meditationskissen sitzen, kann diese formelle Praxis sehr effektiv sein – aber sie hat mit dem Rest unseres Lebens nichts zu tun. Warum trainieren wir nicht die Fähigkeit zur Achtsamkeit in den Situationen, in denen wir gestresst sind? Denn dort brauchen wir sie am meisten", sagt er. Und er rät zum Beispiel: "Wenn man etwa in der Stadt spazieren geht, ist man oft in seine eigenen Probleme vertieft. Man kann aber auch die anderen Leute aufmerksam betrachten und ihnen gedanklich etwas Gutes wünschen. Wenn man telefoniert, kann man gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf seinen Körper richten, zum Beispiel darauf achten, wo man verspannt ist. Oder Pendler können sich darauf trainieren, dass sie beim Anblick einer Werbung jedes Mal in sich hineinhorchen, wie sie sich gerade fühlen. Das sind alles kleine Spiele, um den Geist zu trainieren, Konzentration und Selbstbeobachtung zu üben." Ein weiterer Punkt - nicht alles durch Achtsamkeit kurieren zu wollen, sondern realistisch zwischen individuellen Entwicklungspotentialen und äußeren Gegebenheiten, die nicht zuträglich sind, zu unterscheiden: "Man muss sowohl an der Situation als auch an seiner Einstellung zu der Situation arbeiten. Um das Beispiel Burnout zu nehmen: Wenn die Arbeitsumgebung das Wohlbefinden zerstört, ist es oft das Beste, die Umgebung zu wechseln. Man kann nicht alle Probleme durch Achtsamkeit lösen."
Meditation trotz Smartphone, FNP 3.5.16

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Ungleichheit führt zu Krawall 
Mittwoch, 11. Mai 2016 - Studien
Eine Studie der Universität Toronto und der Harvard Business School legt nahe, dass Ungleichheit im Flugzeug explosive zwischenmenschliche Konstellationen schürt. Die Wissenschaftler untersuchten die Daten von mehr als einer Million Flüge einer Fluggesellschaft. Dabei zeigte sich: Gibt es im Flugzeug neben der Economy auch eine First Class, wächst die Zahl der Flugkoller und Auseinandersetzungen während des Flugs. Gab es eine First Class, stieg die Zahl der Krawalle in der Economy Class um das Vierfache im Vergleich zu reinen Economy-Flügen. Wurden die Economy-Reisenden beim Boarding durch die First Class zu ihren Plätzen geführt, verdoppelte dies die Streitwahrscheinlichkeit noch einmal. Aber auch an den First-Class-Reisenden ging diese Konstellation nicht spurlos vorüber - wurden sie mit der Anwesenheit der Economy-Reisenden im Flieger wie im letzten Setting konfrontiert, stieg unter ihnen die Streitwahrscheinlichkeit sogar um das Elffache. Die Forscher werten die Ergebnisse als Beleg dafür, dass Ungleichheit auf das Sozialverhalten wirkt. Und sie raten, diesen Zusammenhang nicht nur im Flugbetrieb, sondern im ganzen Leben im Blick zu behalten.
Die erste Klasse bringt Flugreisende auf die Palme, spektrum.de 2.5.16

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