Weniger arbeiten - das wünschen sich viele 
Mittwoch, 30. Mai 2018 - Studien, Arbeit, Management
Weniger arbeiten, mehr Zeit für andere Dinge haben - das ist der Wunsch von immer mehr Beschäftigten. Einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge würden gerne 50 Prozent der männlichen und 40 Prozent der weiblichen Arbeitnehmer ihre Wochenarbeitszeit um mindestens 2,5 Stunden reduzieren. Dies gilt insbesondere für Beschäftigte mit hohen Bildungsabschlüssen und größerer beruflicher Autonomie. Das Institut geht davon aus, dass gerade in diesen Berufsgruppen Angestellte oft ungewollt bei besonders hohen Wochenarbeitszeiten landen. Etwa 40 Prozent aller Beschäftigten sind mit ihrer Wochenarbeitszeit zufrieden. Im Durchschnitt möchten Männer gerne 37 Stunden pro Woche arbeiten, bei Frauen liegt dieser Wert bei 30 Stunden.
Viele Menschen würden Arbeitszeit gerne reduzieren, FAZ 22.5.18

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Der finanzielle Return der Achtsamkeit 
Montag, 28. Mai 2018 - Bewusstsein, Arbeit, Management
Ein Schlagzeile mit dem Begriff Achtsamkeit beim Wirtschaftsnachrichtendienst Reuters, das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Doch kürzlich schaffte es SAP mit seinem Achtsamkeitsprogramm, dass zwischen Aktienkursen und börsenrelevanten Nachrichten das Thema Meditation aufpoppte. Der Beitrag stellt die Grundzüge des SAP-Achtsamkeitsprogramm dar und gibt sich große Mühe, den finanziellen Impact, den es haben könnte, darzustellen. SAP selbst nennt hier keine genauen Zahlen, spricht jedoch von einem Return on Investment von 200 Prozent. Laut SAP bedeutet ein Prozent Zuwachs beim Mitarbeiter-Engagement einen Profit von 50 bis 60 Millionen Euro, ein Prozent Zuwachs bei der "Gesundheitskultur" des Unternehmens bringe 85 bis 95 Millionen Euro Gewinn. Ich schätze die Arbeit von Peter Bostelmann, der bei SAP inzwischen den Posten des Director Global Mindfulness bekleidet, sehr, denn er bemüht sich zumindest, die Instrumentalisierung von Meditation im Business nicht voranzutreiben. Doch wo damit begonnen wird, solche Rechenexempel zu vollziehen, ist Meditation dabei, ihre Unschuld zu verlieren.
At Germany's SAP, employee mindfulness leads to higher profits, Reuters 17.5.18

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Zu viel Arbeit macht unproduktiv 
Freitag, 18. Mai 2018 - Lebensart, Studien, Arbeit, Management
Produktivität hat Grenzen, vor allem wenn es um die menschliche Arbeitskraft geht. Morten Hansen, Managementprofessor an der Universität von Kalifornien in Berkeley, untersuchte, mit welchem Arbeitspensum am Produktivsten sind. Fünf Jahre lang betrachtet der die Arbeitsweise und Leistung von 5.000 Beschäftigten. Die Erkenntnisse seiner Untersuchung sind eine klare Absage an 80-Stunden-Wochen und Dauerpräsenz am Arbeitsplatz. In seiner Studie zeigte sich, dass Menschen, die gewöhnlich 30 bis 50 Stunden pro Woche arbeiten, kurzfristig durch Mehrarbeit, beispielsweise weil besondere Projekte diese erfordern, tatsächlich produktiver werden können. Bei Menschen, die regelmäßig bis zu 60 Stunden in der Woche arbeiteten, stagnierte die Produktivität hingegen. Ab einer Wochenarbeitszeit von 65 Stunden wurde die Produktivität sogar rückläufig.
Warum weniger arbeiten mehr bringt - und wie es gelingt, WoWo 8.5.18

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Fluides Führen will gelernt sein und braucht Empathie 
Dienstag, 15. Mai 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Die Digitalisierung macht das Arbeitsleben schneller und unüberschaubarer. An die Stelle von Hierarchien und der Möglichkeit der Kontrolle treten fluide Prozesse, Teamarbeit und permanente Bewegung. Das verändert die Aufgaben und Möglichkeiten von Führungskräften radikal. In einer Stepstone-Umfrage gaben sechs von zehn Fachkräften an, dass sie nicht den Eindruck haben, ihre Chefs seien diesem Paradigmenwechsel gewachsen. "Pläne, Aufgaben und Projekte, die bislang eher langfristig ausgelegt waren, erfordern nun immer häufiger eine kurzfristige Nachjustierung. Führungskräfte müssen die Fähigkeit besitzen, kurzfristige Änderungsprozesse ausreichend zu moderieren und kommunikativ stark aufzutreten. Ein permanenter Dialog mit Mitarbeitern wird unumgänglich, um sich ständig wechselnden Rahmenbedingungen anzupassen und schnelles Feedback zu erhalten. Gleichzeitig wird der Dialog künftig zur vielleicht größten Herausforderung für Führungskräfte. Denn mit der Digitalisierung werden auch die Möglichkeiten flexibler Arbeitsplätze zunehmen. Managern wird der unmittelbare Zugriff auf ihre Mitarbeiter dadurch erschwert", beschreibt Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von Stepstone, die aktuellen Herausforderungen in der Wirtschaftswoche. Führungskräfte müssten die Fähigkeit zu einer "Shares Leadership" kultivieren, Aufgaben und Verantwortung delegieren können, und zahlreiche ineinandergreifende Arbeitsprozesse und Team eher navigieren und moderieren denn bestimmen. Empathie sei hier ein wesentlicher Anker, damit die Komplexität nicht auseinanderfalle. "Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren", so Dettmers. Und womöglich wird die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit künftig immer mehr zu einer zentralen Führungsaufgabe.
Der alte Führungstyp hat ausgedient, WiWo 2.5.18

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Professionals schätzen Sicherheit mehr als das große Geld 
Freitag, 27. April 2018 - Studien, Arbeit, Management
Sicherheit scheint für Fach- und Führungskräften in der letzten Zeit wichtiger geworden zu sein als ein hohe Gehalt. Das zeigt eine Umfrage des Stellenportals meinestadt.de mit mehr als 2.000 Teilnehmern. Am wichtigsten ist den Befragten mit 56,5 Prozent ein sicherer Arbeitsplatz - darunter fällt vor allem ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und die pünktliche Gehaltszahlung. Auf Rang zwei folgt mit 49,6 Prozent ein gutes Arbeitsklima. 26,5 Prozent der Professionals ist ein Arbeitsplatz in der nähe des Wohnortes wichtig. 21,3 Prozent wünschen sich, dass ihre Arbeit sie nicht gesundheitlich beeinträchtigt. Erst auf Rang folgt schließlich das überdurchschnittliche Gehalt, das für 17,6 Prozent besonderes Gewicht hat. Gute Arbeitnehmer zu finden, könnte also wesentlich preiswerter sein, als viele Unternehmen meinen.
Ein hohes Gehalt? Den Top-Leuten ist etwas anderes wichtiger, welt.de 19.4.19

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Warum wir Leistung neu denken sollten 
Donnerstag, 26. April 2018 - Psychologie, Wissenschaft, Arbeit, Management
Der Hyperindividualisierung der modernen Kultur hat längst auch unseren Leistungsbegriff geprägt. Denken wir an Leistung, meinen wir damit meistens: Schau, das hab' ich geschafft! Aber wie realistisch ist die Annahme eigentlich, dass das, was wir als unsere Leistung wahrnehmen - und was im Business als Leistung betrachtet wird -, wirklich allein auf unser Konto geht? "Hinter dem, was als individuelle Leistung gilt, steht ein kollektiver Kraftakt. Alles, was in der Erwerbswelt produziert wird, beruht auf den Anstrengungen von ganz vielen. Ähnliches gilt sogar im Bereich der Bildung, in dem wir ebenfalls von persönlicher Leistung sprechen. Das Können von Schulkindern beruht ja nicht nur auf ihrem eigenen Fleiß und ihrer Begabung, sondern auch auf dem Unterricht der Lehrer und der Unterstützung der Eltern", sagt etwa die Historikerin Nina Verheyen. Sie deutet mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit zur geschichtlichen Entwicklung des Leistungsgedankens darauf, dass es an der Zeit sein könnte, unsere Vorstellungen von Leistung zu revidieren. "Ich plädiere dafür, Leistung als eine genuin soziale Größe zu denken, was Verschiedenes beinhaltet. Erstens arbeiten wir ständig im Team, zweitens sind wir nicht gezwungen, nur Dinge als Leistung gelten zu lassen, die sich vermeintlich quantifizieren lassen. In Theorien sozialer Gerechtigkeit geht es bei einer Leistung im Kern um etwas, das jemand hervorbringt – und das von der Gesellschaft erwünscht ist. Warum ist es nicht auch eine Leistung, ein Glas Wein miteinander zu trinken und zu quatschen? Ich glaube, es fällt uns so schwer, das zu denken, weil wir Leistung fast automatisch mit Anstrengung, Druck, Messbarkeit und auch Ökonomie verbinden – eine Verengung", so Verheyen. Es ist spannend, darüber nachzudenken, wie sich unsere Wertelandschaft verändern würde, wenn wir einerseits Leistung nicht mehr nur als unser ureigenes Ding sehen würden und andererseits nicht nur mit meist wirtschaftsnahen Bereichen überhaupt die Idee von Leistung verbinden.
Wie ungerecht ist das denn? Zeit online 18.4.18

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Wer Karriere macht, ist nicht zwingend besonders gut 
Mittwoch, 25. April 2018 - Psychologie, Arbeit, Management
Der gesunde Menschenverstand legt nahe, dass es vor allem die Menschen sind, die in ihren Arbeitsbereichen die Dinge besonders gut machen, die auch Karriere machen. Im Interview mit Spiegel online erklärt der Wirtschaftspsychologe Florian Becker, dass dies eine Illusion ist. Mit Verweis auf eine amerikanische Studie, in der 30 Top-Manager betrachtet worden waren, die am schnellsten Karriere gemacht hatten, und 30, in deren Bereichen alles am besten lief, habe sich gezeigt: "Es gab kaum Überschneidungen der beiden Gruppen. Nicht diejenigen, die den besten Bereich hatten, also objektiv am besten führten, machten die steilste Karriere." Die Überlappung von Leistung und Karriere lägen laut wirtschaftspsychologischen Erkenntnisse bei lediglich zehn Prozent. Die, die aufsteigen, sind die Netzwerker, die gute Kontakte zu den Einflussreichen und Entscheidungsträgern aufbauen. Ein weiterer wichtiger: Attraktivität. "Ungefähr 70 Prozent der Menschen, die sehr viel Erfolg im Beruf haben, sehen überdurchschnittlich gut aus. Psychologen erklären das mit höherem Selbstbewusstsein und besseren kommunikativen Fähigkeiten, die die Attraktiven aufbauen konnten. Von anderen werden sie oft auch kompetenter eingeschätzt", so Becker. Auch was die Leidenschaft für den Job angeht, bringt sie einen nicht zwingend weiter. Becker sagt: "Eher wenig Einfluss auf den Aufstieg hatten die Leidenschaft für den Beruf, die Frage, wie lange jemand schon im Unternehmen war oder wieviel Erfahrung er mitbrachte. Starke Erfolgstreiber hingegen wären Extraversion und Proaktivität - jemand zeigt Interesse an neuen Aufgabenfeldern und meldet frühzeitig Interesse an einem Projekt an. Solche Leute suchen sich auch eher Mentoren im Unternehmen."
Wie Größe und Stimme die Karriere pushen, Spiegel online 16.4.18



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Wenn Arbeiten zum Dauer-Sprint wird 
Donnerstag, 19. April 2018 - Bewusstsein, Psychologie, Arbeit, Management
Agilität ist zu einem neuen Trend in der Organisation von Arbeitsprozessen geworden. Die Idee dahinter: Möglichst flexible und wendige Arbeitsprozesse zu gestalten, die mit der Schnelligkeit, die die Arbeitswelt heute zu fordern scheint, Schritt zu halten. Die FAZ geht in einem Beitrag dem Für und Wider dieses Trends nach. Einerseits zeigt sich, dass viele der heute genutzten Agilitäts-Tools und -Prozesse das Arbeiten effizienter machen können und es erleichtern, besser und schneller auf Veränderungen zu reagieren. Das hat jedoch auch einen Prozess. Routinen werden zunehmend ausgemerzt, es gibt keine Atempausen oder ein Zurücklehnen mehr. Der Arbeitstag wird, zugespitzt formuliert, zu einem Dauer-Sprint. Was Unternehmensberater feiern, könnte aus psychologischer Sicht durchaus auch Nachteile haben. Denn es liegt nicht in der Natur jedes Menschen (und vielleicht sogar überhaupt nicht in der menschlichen Natur), stets an forderster Front alles zu geben. Darauf läuft agiles Management aber in gewisser Weise hinaus, denn es funktioniert vor allem, wenn möglichst viele ständig auf dem Sprung sind. Das Dasein besteht nicht nur aus Angriff, es braucht auch Phasen, in denen es ruhiger zugeht. Und in der Arbeitswelt nur das Beste einer Welt haben zu wollen, trennt zugleich vom Rest des Lebens. Ich würde mir wünschen, dass wir besser verstehen, dass diese Ganzheit etwas sehr Zentrales ist. Das ist keine Absage an Effizienz und Schnelligkeit, sondern die Einsicht, dass wir sehr vielschichtig sind und als ganze Menschen mit all unseren Fähigkeiten und Befindlichkeiten im Arbeitsleben stehen sollten.
Rugby für das Büro, FAZ 12.4.18

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