Gute Laune? Sport rockt's ... 
Dienstag, 21. Mai 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien
Gute Stimmung kommt nicht von ungefähr. Körperliche Ertüchtigung tut dem Gemüt gut. Ein Beitrag in Psychologie heute zeigt, was von welchen sportlichen Betätigungen zu erwarten ist. Krafttraining fördert die Bildung eines Botenstoffes, der das Nervenzellenwachstum stimuliert und so nicht nur die Kognition fördert, sondern auch bei der Stimmungsregulierung wirkt. Yoga und ähnliche Bewegungsmeditationen scheinen eine ganzheitliche Balance für Körper und Geist mit sich zu bringen. Wenn es ums Laufen geht, ist sich die Forschung indes nicht einig - manche Studien zeigen, dass Menschen hier zu emotionalen Höhenflügen ansetzen, andere legen gegenteiliges nahe. Wenn es um die Trainingsintensität geht, lautet die Devise - nicht zu viel, nicht zu gering, besser mittendrin. Und, für die, die nie Zeit haben, wichtig: 10 bis 30 Minuten reichen für den stimmungsaufhellenden Kick.
Gemütsbewegend, Psychologie heute 8.5.19

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Macht Sinn für Unternehmen keinen Sinn? 
Montag, 20. Mai 2019 - Bewusstsein, Arbeit, Management
In der Business-Welt hat ein neuer Hype Einzug gehalten. Der Sinn. In Zeiten, in denen Arbeitskräfte rarer zu werden scheinen, ist jedes Mittel recht, um Mitarbeiter zu motivieren. "Der Traum vieler Manager geht so: Unternehmen sollen Orte werden, an denen die Mitarbeiter täglich Sinn erfahren und Sinn stiften. Das steigert die Motivation... Profiteur ist auch die Gesellschaft insgesamt: Mitarbeiter, die von einem höheren Zweck beseelt sind, stoßen Prozesse an, um die Umwelt zu schützen und die soziale Wohlfahrt zu erhöhen. Lange waren solche Träume ein Vorrecht selbstverwalteter Betriebe, politischer Basisinitiativen und utopischer Lebensgemeinschaften. Inzwischen sind sie im Mainstream des Managements angekommen", beschreibt ein Beitrag im Harvard Business Manager diesen neuen Trend. Und setzt auch gleich nach, warum solche Entwicklungen, zumindest für die Unternehmen, eigentlich grober Unfug und schädlich sein sollen. Denn: "Ein Unternehmen büßt durch die Zweckidentifikation seiner Mitarbeiter - und das mag zunächst überraschend klingen - stark an Wandlungsfähigkeit ein. ... Für Mitarbeiter ist es schwer einzusehen, warum sie Veränderungen akzeptieren sollen, wenn sie nicht dem Zweck entsprechen. Wer seine Motivation daraus zieht, ein bestimmtes, eng mit dem Purpose des Unternehmens verbundenes Produkt zu vermarkten, wird kaum dafür zu begeistern sein, ein anderes Produkt zu verkaufen." Mich bringen solche Argumentationen immer zum Schmunzeln. Denn ihre vordergründige Logik sagt viel über unsere vorherrschende Kultur. Im Beispiel hier wird unterstellt, dass Unternehmen gewissermaßen einen Eigensinn haben, der Gefahr läuft, dem Sinn, den Mitarbeiter sich wünschen, zuwiderzulaufen. Man kann die Sache aber auch sehr leicht von der anderen Seite aus denken. Wenn sich Märkte verändern und Produkte nicht mehr laufen, sollte man vielleicht einfach mal nachdenken, welche anderen Dinge für die Kunden und Mitarbeiter sinnhaft sein könnten.
Wandel zwecklos, HBM Mai 2019

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Das Stress-Paradox 
Freitag, 17. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Medienbericht zum wachsenden Stress in der Bevölkerung erscheint. Auch ich habe diese Woche einmal mehr darüber geschrieben. Doch warum genau die Klagen in den letzten Jahren so zunehmen, erschließt sich der Wissenschaft nicht. Ein Artikel in der Zeit geht diesem Paradox nach. Einerseits bekunden in Erhebungen immer mehr Menschen, in ihrem Leben unter Stress zu stehen - durch Verdichtung der Arbeit, mehr Aufgaben, Multitasking. Studien, die die realen Belastungen von Arbeitenden messen, darunter die Häufigkeit des Unterbrochen-Werdens, geforderte Schnelligkeit oder Termin- und Leistungsdruck, zeigen hingegen, dass sich diese Faktoren in den letzten zehn Jahren kaum verändert haben. Ist Stress also eher ein Gefühlsding? Die Wissenschaftler vermuten, dass das Stressempfinden selbst bei gleichbleibender Belastung über die Jahre womöglich stärker werden könnte - weil Daueranspannung sich über die Zeit eventuell kumuliert. Auch das Altern der Arbeitenden könnte einen Grund liefern, dass sie heute vieles anstrengender empfinden als noch zehn Jahre zuvor. Und die auch messbar immer mehr um sich greifende digitale Verfügbarkeit über den Feierabend hinaus könnte natürlich dazu beitragen, dass die heute stärker Gestressten einfach überhaupt nicht mehr zurück zu einem Nullpunkt des Entspanntseins finden. Die wissenschaftlichen Befunde legen in meiner Wahrnehmung nahe, dass selbst gleichbleibende Belastungen über die Zeit verheerende Wirkungen haben könnten, wenn es im Leben als Ganzem immer weniger Ruhepole gibt.
Druck, mehr Druck, noch mehr Druck, zeit.de 9.5.19

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Stille in der Mitte der Gesellschaft 
Donnerstag, 16. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart
Stille wird bisweilen zu einem öffentlichen Thema, beispielsweise wenn eine Stadt wie Wiesbaden gleich eine ganze "Woche der Stille" ausruft. Und das Thema scheint in der breiten Bevölkerung anzukommen. Ein Bericht im Wiesbadener Tagblatt vermittelt, dass Achtsamkeit und das bewusste Innehalten nicht allein die Domäne asiatischer Meditationsstile sind, sondern auch im Christentum lange Tradition haben. Der Volkswirt Marcus Lübbering führte die Teilnehmenden bei einem vollbesetzten Vortrag in die Grundlagen der christlichen Meditation ein. Lübbering arbeitete schon für die Deutsche Bank und war Referatsleiter im Kanzleramt. In der Academie Kloster Eberbach ist er für betriebliches Gesundheitsmanagement und christliche Meditation zuständig. Besonders wichtig ist ihm: "Christliche Demut. Das heißt, die Situation so annehmen, wie sie ist und auch sich selbst akzeptieren zu können. Es ist gut, so wie du bist." Über die Stille sagt er: "Ziel ist es, die Stille im jeweiligen Moment zu erleben. Dadurch entstehen ein neues Bewusstsein für unser Umfeld sowie eine veränderte Wahrnehmung." Mir ist diese Down-to-Earth-Haltung sehr sympathisch. Keine Heilsversprechen, kein Achtsamkeits-Hype. Einfach ein bisschen mehr Wahrnehmung dafür, was wir als Menschen wirklich sind.
Thema Meditation bei der Wiesbadener „Woche der Stille“, Wiesbadener Tagblatt 9.5.19

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Mentale Gesundheit darf im Job oft kein Thema sein 
Mittwoch, 15. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit, Management
Eine nicht zu unterschätzende Zahl von Angestellten fühlt sich im Job in ihrer mentalen Gesundheit herausgefordert. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov mit gut 1.000 Befragten im Auftrag des Karrierennetzwerks LinkedIn zeigt: 57 Prozent stehen im Job unter hoher Anspannung, 44 Prozent leiden unter Unruhe und 40 Prozent werden von Schlafstörungen geplagt. Insgesamt sprechen 82 Prozent der Befragten von Stress am Arbeitsplatz. Aber nur 21 Prozent bekommen von ihren Arbeitgebern Angebote zur Stressbewältigung gemacht. 42 Prozent erklären den Mangel entsprechender Vorsorgeprogramme mit Desinteresse auf höchster Ebene in ihren Unternehmen. Erschöpfung und Überarbeitung scheinen immer noch ein Tabuthema zu sein. Nur 34 Prozent können mit ihren Kollegen über ihre mentale Befindlichkeit offen sprechen, mit Vorgesetzten sogar nur 25 Prozent. Viele haben Angst, zu viel Offenheit könnte negative Folgen für sie haben. 17 Prozent haben in ihrem Unternehmen schon mitbekommen, dass Kollegen benachteiligt wurden, weil sie offen über psychische Krankheiten gesprochen hätten.
Arbeit stresst vier von fünf Arbeitnehmern, WiWo 6.5.19

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Sind Sie ein Aspirin-Meditierer? 
Dienstag, 14. Mai 2019 - Bewusstsein, Lebensart
Man könnte Andy Puddicombe, Begründer der Meditations-App Headspace, als so etwas wie den Rockstar unter den Meditierern betrachten. Er war einer der ersten, die vor einigen Jahren erkannten, dass Meditation auch auf dem Smartphone funktionieren könnte. Seit einiger Zeit ist Headspace auch auf Deutsch erhältlich und hat hierzulande bereits eine Million User. Insgesamt nutzen mehr als 40 Millionen die App. In einem Interview mit der FAZ erzählt Puddicombe, wie er vor vielen Jahren selbst zum Meditieren kam. Einige traumatische Lebensereignisse waren für ihn der Anlass. Auch in den User-Gruppen von Headspace beobachtet er dieses Phänomen - Menschen haben die App zwar auf dem Handy, nutzen sie aber eigentlich nicht. Und irgendwann kommt dann der Tag, an dem etwas geschieht und sie merken, dass etwas innere Ruhe vielleicht helfen könnte. Puddicombe nennt sie die Lebensereignis-Meditierer. Dann gibt es da noch die Vitamin-User, die tendenziell regelmäßig ihre Übungen machen, damit erst gar kein Stress aufkommt. Und dann wären da noch die Aspirin-User - wenn's im Alltag knirscht, wird einige Male meditiert, doch sobald sich die Lage wieder beruhigt, bleibt das App-Icon nette Dekoration auf dem Display. Puddicombe ist ein Wanderer zwischen den Welten. Als jemand, der viele Jahre sehr intensiv meditiert, ist ihm die Tiefe der Meditation vertraut und auch ihr spiritueller Kontext. Er versucht, diese Ressource für moderne Lebensverhältnisse zu adaptieren. So haben seine Anfänger-Übungen eine Länge von maximal zehn Minuten - denn wenn sie länger dauern, schlafen die User nur ein. Ich bin bei solchen Beispielen immer ein wenig hin- und hergerissen. Ich finde seine Arbeit toll, weil er einen breitentauglichen Zugang zur Meditation entwickelt. Und gleichzeitig tragen Apps mit ihren spielerischen Ansätzen nicht unbedingt dazu bei, dass Menschen sich auf das tiefere Wesen des Meditierens wirklich einlassen. Denn kleine Übungshäppchen fordern uns nur bedingt heraus - und lassen uns so auch nur bedingt lernen. Ist vielleicht wie beim Marathonlaufen. Wenn ich es gewohnt bin, nur ein paar Kilometer zu laufen, wird mich die Langstrecke überfordern. Aber ich kann mich nur an sie heranhangeln, wenn ich die Übungsdosis erhöhe. Beim Meditieren gibt es zwar nie etwas zu erreichen. Ja, nie! Aber intensiveres Meditieren legt viel mehr Schichten unseres Menschseins frei. Und irgendwo da draußen fängt so etwas wie innere Freiheit an.
"Meditation ist nicht Nichtstun", FAZ 4.5.19

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Wie das Ich unser Arbeitsgedächtnis im Griff hat 
Montag, 13. Mai 2019 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Unser Ich scheint manche unserer Gehirnfunktionen stärker zu dominieren, als uns das im Alltag bewusst ist. Die Forschung weiß zum Beispiel, dass wir uns an andere Menschen im Rückblick besser erinnern können, wenn wir mit ihnen über uns selbst gesprochen haben. Dieser so genannte Selbstreferenzeffekt, zeigt sich einer neuen Untersuchung zufolge nicht nur im Langzeitgedächtnis, sondern scheint auch in unserem Arbeitsgedächtnis wirksam zu sein. Die internationale Studie ließ Probanden in einem Test Farbkreise assoziieren mit Ich, Freund und Fremder. Es wurden jeweils zwei Farbkreise angezeigt und fünf Sekunden später wurde den Testpersonen ein schwarzer Kreis angezeigt und sie sollten per Tastendruck angeben, ob dieser auf der gleichen Position wie zuvor einer der Farbkreise erschien. In den Reaktionen der Probanden zeigte sich, dass diese umso schneller waren, wenn der schwarze Kreis an einer Stelle erschien, an der zuvor ein farbiger Ich-Kreis zu sehen war. Und diese schnellere Reaktion stellte sich selbst dann kontinuierlich ein, wenn der schwarze Kreis doppelt so häufig auf der Freund- oder Fremder-Position angezeigt wurde. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich auch hierbei um besagten Selbstreferenzeffekt handelt. Da das Arbeitsgedächtnis eine wesentliche Rolle bei unseren Entscheidungen und Handlungen spielt, wirft die Studie die Frage auf, ob sich diese Ich-Zentrierung im Denken überhaupt beeinflussen lasse.
Der Egozentriker in uns, spektrum.de 24.4.19

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Kranke Arbeitswelt 
Freitag, 10. Mai 2019 - Lebensart, Psychologie, Studien, Arbeit
Zwang früher vor allem schwere körperliche Arbeit Menschen schon vor Erreichen des Rentenalters in die Knie, sind es heute die psychischen Erkrankungen. Die Versicherung Swiss Life hat anhand ihrer Versichertendaten herausgefunden, dass sich in diesem Feld in den letzten zehn Jahren ein deutlicher Anstieg der Berufsunfähigkeit entwickelt hat. 37 Prozent derer, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können, haben heute eine psychische Krankheit wie Burn-out, Depression oder Angststörungen. Vor zehn Jahren waren es noch 26 Prozent, was einem Anstieg um 40 Prozent entspricht. Wissenschaftler führen diese Entwicklung darauf zurück, dass heute mehr Sensibilität gegenüber psychischen Erkrankungen besteht und sie deshalb häufiger diagnostiziert und damit aktenkundig werden. Das mag sein. Aber sollte es uns nicht dazu führen, die Gesetzlichkeiten der Arbeitswelt viel offensiver zu hinterfragen?
Immer mehr Menschen wegen psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig, spiegel.de 24.2.19

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