Corona trotzen und sich selbst und die Wirtschaft retten 
Dienstag, 12. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Meditation hat in Corona-Zeiten Hochkonjunktur. Ein bisschen zur Ruhe kommen bei all dem Chaos und vielleicht noch Inspirationen tanken für das gerade marode Business? Der Podcast "Make it Mindful" geht in zwei Folgen im Dialog mit dem Zen-Lehrer Paul Kohtes den Fragen nach, wie wir uns in Krisenzeiten selbst retten können und wie wir die Wirtschaft retten können. Einfach mal zurücklehnen, zuhören und den Ideen erlauben, aus mehr innerer Tiefe aufzusteigen ...
Make it Mindful Podcasts 8.5.20

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Genügend Schlaf braucht einen guten Plan 
Montag, 11. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Jeder weiß es, und doch halten sich die wenigsten dran - genügend Schlaf ist das, was uns wirklich fit hält. In Zeiten von Corona, wo übliche Alltagsrhythmen vielfach durchbrochen sind, fällt es vielen noch schwerer, die Erholung in der Nacht nicht zu kurz kommen zu lassen. Eine amerikanische Studie zeigt nun, wie sich der innere Schweinehund am besten überwinden lässt. Die Wissenschaftler testeten mit 300 Proband*innen die besten Strategien. Dabei zeigte sich - wer seine Absicht sehr konkret fasst und auch Pläne entwickelt, um die eigenen Ausweichmanöver zu überlisten, ist am Erfolgreichsten. So hielten sich am ehesten die Probanden an ihre angestrebte Schlafenszeit, die zuvor reflektierten, was sie sonst davon abhält, ihren eigentlichen Plan in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus entwickelten sie eine gezielte Strategie, um in solchen Moment nicht doch von ihren Gewohnheiten eingeholt zu werden. Die Teilnehmenden der Studie, die nach dieser Methode vorgingen, bekamen im Schnitt gut eine halbe Stunde mehr Schlaf als diejenigen, die Übungen zum positiven Denken absolviert hatten oder einfach Tipps für eine bessere Schlafhygiene erhielten. Es zeigte sich allerdings auch: Die angestrebte Schlafenszeit hielten auch die erfolgreichsten Proband*innen nicht wirklich ein, sondern sie schliefen eine Stunde weniger als erhofft. Aber mit der beschriebenen Methode könnte man sich ja auch dieser Diskrepanz weiter annehmen.
Ich will noch nicht ins Bett!, Psychologie heute 3.4.20

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Corona zeigt uns, dass Wandel möglich ist 
Freitag, 8. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft
In nur wenigen Wochen hat die Corona-Krise uns gezeigt, wie viele geradezu dramatische Veränderungen unserer Lebensweise möglich sind. Sicher, die Tatsache, dass unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben gegenwärtig zum großen Teil zum Erliegen gekommen ist, ist für viele Menschen vordergründig keine Erfahrung von Entschleunigung (wie man sie sich in überbetriebsamen Zeiten gerne herbeisehnt), sondern eher eine Konfrontation mit Zusammenbrüchen. Für den Soziologen Hartmut Rosa kommt in der Veränderbarkeit, die wir gerade erleben, allerdings auch unsere grundsätzliche Gestaltungsmacht in die Sichtbarkeit - die wir unter Normalbedingungen allzu gerne vergessen, weil die festgetretenen Pfade des Lebens sonst eher unverrückbar erscheinen. "Entschleunigung ist derzeit also ein makrosoziales Faktum, keine rückwärtsgewandte Phantasie, wie Kritiker behaupten. Zweitens, diese Entschleunigung ist das Ergebnis politischen Handelns, und vielerorts des Handelns demokratisch gewählter Regierungen, kein Wirkmechanismus der Viren; es handelt sich also um eine Erfahrung politischer Selbstwirksamkeit: Die Politik hat innerhalb weniger Wochen ungeahnte Handlungsmacht gegenüber der Eigenlogik der Finanzmärkte, der großen Konzerne, den Geschäftsinteressen etc. gewonnen – allerdings auch gegen die Rechte der Bürger und Bürgerinnen. Diese Erfahrung kontrastiert scharf gegenüber der bisher dominanten Ohnmachtserfahrung angesichts der Klimakrise, aber auch angesichts schreiend ungleicher Vermögens- und Verteilungsverhältnisse", schreibt er im Philosophie Magazin. Die Frage ist, ob wir dieser Handlungsmacht treu bleiben können und wollen. Rosa ist in dieser Frage nicht unrealistisch, richtet aber den Blick auch sehr bewusst auf das, was wir gerade als Möglichkeit erfahren: "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Gesellschaft versuchen wird, nach dem Abflauen der Krise so schnell wie möglich in die alten Routinen und Gleise zurückzufinden, die Räder wieder anzuschieben. Dennoch stehen wir an einem 'Bifurkationspunkt', an dem ein gesellschaftlicher Pfadwechsel möglich scheint."
Chance der Neugeburt, Philosophie Magazin 27.4.20

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Unsere menschliche Lebendigkeit tiefer verstehen 
Donnerstag, 7. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Je länger der Ausnahmezustand, in dem wir uns befinden, andauert, umso mehr zehrt er an uns. Erste psychologische Studien deuten bereits an, dass wir durch eine Veränderung unserer inneren Haltung viel dazu beitragen können, uns nicht im Krisen-Modus zu verlieren. Der Bewusstseinsforscher Thilo Hinterberger gibt in einem Artikel viele praktische Tipps, wie wir unsere Resilienz stärken können, sei es durch bewussteren Medienkonsum und phasenweise Input-Abstinenz, eine Ausrichtung auf die positiven Dinge, die bleiben in diesen Zeiten des Reduzierens oder auch ein tieferes Eintauchen in unsere geistigen Innenräume, vielleicht unterstützt durch Übungen der Meditation. Darüber hinaus schlägt er vor, sich bewusster den Bewegungen im eigenen Bewusstsein zu widmen, sozusagen eine geistig-spirituelle Hygiene zu praktizieren. Dazu gehört für ihn auch ein tieferes Verständnis unserer menschlichen Lebendigkeit: "Jetzt gilt es zu erkennen, dass das Leben selbst durch ein höchst organisiertes und zugleich geheimnisvolles Zusammenwirken unzähliger Mikroorganismen entsteht und sich erhält. Wenn nun ein Virus am menschlichen Leben rüttelt, dann wird wieder deutlich, dass uns das Leben als Ergebnis dieser unglaublich vielfältigen Lebensvorgänge geschenkt ist. Daher sollten wir gerade in dieser Zeit dankbar sein für jeden Tag, an dem wir leben und wirken dürfen. ... Möglicherweise müssen wir wieder neu das Vertrauen ins Leben lernen. Es ist die gesamtgesellschaftliche Kunst, Freiheit und Verantwortung, Verbundenheit und Schutz in ein gesundes Wechselspiel zu bringen, ohne die Lösung nur auf einer Seite zu sehen."
Die Pandemie-Krise und danach?, Die Welt des Klangs 17.4.20

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Home Office ist für viele reizvoll 
Mittwoch, 6. Mai 2020 - Arbeit, Management
In den letzten Wochen wird viel über die soziale Isolation gesprochen, in der wir aufgrund der Corona-Krise alle stehen. Doch hat die Notwendigkeit, zuhause zu bleiben, für nicht wenige auch schöne Nebenwirkungen. Einer Studie zufolge arbeiten gegenwärtig rund 25 Prozent der Beschäftigen im Home Office, der Verband für Digitales Bitkom geht sogar davon aus, dass die Hälfte der Erwerbstätigen ihren Job zur Zeit von daheim erledigt. Eine repräsentative Umfrage zeigt: Etwa ein Drittel dieser Heimarbeiter wünscht sich auch für die Zukunft, mehr von zuhause aus arbeiten zu können. 64 Prozent der Befragten gaben an, mit Voranschreiten der Krise verstärkter auf digitale Kommunikation auszuweichen. Für die Unternehmen dürfte sich aus den aktuellen Erfahrungen, wenn das Geschäftsleben sich wieder erholt, viel Diskussionsbedarf entwickeln, denn was in der Krise funktioniert hat, dürfte sich danach nicht leicht wieder einkassieren lassen.
Fast jeder Dritte wünscht sich Homeoffice für immer, FAZ 21.4.20

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Dem Virus mit Mitgefühl entgegentreten 
Dienstag, 5. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart
"Beten allein reicht nicht", sagt der Dalai Lama in einem Bericht des Time Magazine und sensibilisiert dafür, wie wir mit mehr innerer Bewusstheit der gegenwärtigen Krise mutig begegnen. "Aus einer buddhistischen Perspektive sind alle fühlenden Wesen mit Leiden und der Wahrheit von Krankheit, Altern und Tod konfrontiert. Aber als menschliche Wesen haben wir auch die Fähigkeit, unseren Geist einzusetzen, um Angst und Panik und Gier zu bezwingen. Ich habe in den letzten Jahren wieder die "emotionale Abrüstung" hervorgehoben: zu versuchen, die Dinge realistisch und klar zu sehen, ohne die Verwirrung der Angst oder des Ärgers", sagt seine Heiligkeit. Der Beitrag betont auch, wie sehr wir alle im Leben auf diesem Planeten miteinander verbunden sind und aufgrund dieser Tatsache eine gemeinschaftliche Verantwortung tragen, die über die aktuelle Krise hinausreicht: "In dieser Zeit der großen Angst ist es wichtig, dass wir über die Langzeit-Herausforderungen - und Chancen - nachdenken, für den gesamten Erdball. Fotos von unserer Welt aus dem All zeigen so deutlich, dass es auf diesem blauen Planeten keine wirklichen Grenzen gibt. Deshalb müssen wir alle Sorge tragen für unsere Lebenswelt und daran arbeiten, den Klimawandel und andere destruktiven Entwicklungen zu verhindern. Die Pandemie ist eine Warnung, dass wir nur, indem wir zusammenkommen und mit koordinierten, globalen Antworten reagieren, der Größe der Aufgabe gerecht werden."
'Prayer Is Not Enough.' The Dalai Lama on Why We Need to Fight Coronavirus With Compassion, Time Magazine 14.4.20

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Testfall für die menschliche Psyche 
Montag, 4. Mai 2020 - Lebensart, Psychologie, Studien
Aus Studien zu den psychischen Auswirkungen von Katastrophen ist bekannt, wie groß der Einfluss auf unser Innenleben ist, wenn sich unsere Lebensumstände dramatisch verändern. Ängste und Depressionen sind in der breiten Bevölkerung wahrnehmbare Begleitumstände, wenn die gewohnte Normalität verloren geht. Da die Corona-Krise und ihre Auswirkungen werden uns wohl noch lange begleiten und so rüsten sich bereits die Psychologen verschiedener Institutionen, um zu erforschen, wie die gegenwärtige Situation auf unser Gefühlsleben und die Seele wirkt. Der Hurricane Kathrina beispielsweise führte bei fünf Prozent der von ihm Betroffenen zu starken Depressionen. In New York litten nach den Anschlägen des 11. September zehn Prozent der Bevölkerung an akuter Verwirrung und ein Viertel versuchte, die schlimmen Erfahrungen durch erhöhten Alkoholkonsum zu kompensieren. So rechnen die Wissenschaftler auch für die Corona-Krise mit einer deutlichen Zunahme von Depressionen und Angstzuständen, von Substanzmissbrauch, Einsamkeit und häuslicher Gewalt. Das Leibniz-Institut für Resilienzforschung (RIL) in Mainz hat mit der Charité Berlin und rund 70 weiteren Resilienzforschern eine weltweite Studie gestartet, um die psychischen Auswirkungen zu untersuchen. Ziel ist es herauszufinden, welche Veränderungen der Lebensumstände den Menschen besonders zusetzen und wie sie sich innerlich stärken können. Eine erste Online-Umfrage mit 5.000 Teilnehmenden aus Europa zeigt bereits, dass Menschen, die in der Lage sind, das Unveränderbare zu akzeptieren und dennoch ihre Wahrnehmung offen halten können für die schönen Augenblicke des Lebens, besser mit den aktuellen Belastungen zurechtkommen als jene, die zu einem eher düsteren Blick aufs Leben neigen. In Umfragen der Universität Erfurt wird bereits deutlich, dass die junge Generation stärker unter der Krise leidet als die ältere. Junge Menschen zeigen mehr Langeweile, Einsamkeit, Niedergeschlagenheit, Nervosität und Angst als ältere. Die Wissenschaftler hoffen indes, dass die aktuellen Erfahrungen vielleicht auch zu mehr Gemeinschaftsgefühl in der Bevölkerung beitragen könnten - und das ist in Zeiten der physischen Distanz nicht zuletzt auch eine Frage der inneren Haltung.
Junge Menschen kommen weniger gut mit dem Lockdown klar, spiegel.de 15.4.20

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Der Bonus der frischen Luft 
Donnerstag, 30. April 2020
Waldbaden ist eines der Trendthemen, das uns auch vor Augen hält, wie sehr wir die Natur schon aus der Wahrnehmung verloren haben, so dass einst Selbstverständliches - regelmäßig an der frischen Luft sein - zu einer Entspannungsdisziplin werden muss. Ein Artikel im Standard beleuchtet, wie die österreichische Medizin mit immer mehr Forschungsprojekten versucht, die günstigen gesundheitlichen Wirkungen der Waldatmosphäre rational zu fassen. Eine Studie der Universität Innsbruck beispielsweise zeigt bereits, dass sportliche Betätigungen im Freien Menschen wohler tun als Training im Fitnessstudio. Für die Studie wurde eine Gruppe von Menschen, die drei Stunden durch die Berge wanderten, mit anderen verglichen, die drei Stunden indoor auf dem Laufband trainierten. Obwohl die objektiven Messdaten zeigten, dass die Bergwanderung anstrengender war, empfanden die Probanden sie als entspannender als die Läufer auf dem Band ihr Pensum. Und die Wanderer äußerten auch ein höheres Wohlbefinden. Also, nichts wie an die frische Luft!
Wie Wald auf unsere Gesundheit wirkt, Der Standard 14.4.20

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