Achtsamkeit kommt der Unvoreingenommenheit zugute 
Donnerstag, 14. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie, Studien
Meditation wirkt befreiend, diese Erfahrung machen viele Menschen, die beginnen, sich mit Achtsamkeit zu beschäftigen. Und eine neue Studie gibt ihnen recht. Wissenschaftler untersuchten, ob Achtsamkeit im Hinblick auf die Deutung sozialer Situationen einen Unterschied macht. Den Probanden wurden Situationsbeschreibungen vorgelesen, die im Hinblick auf die Intention der Handelnden mehrdeutig waren, beispielsweise: In der Bahn schnappt ihnen jemand den letzten Sitzplatz weg. War das böswillige Absicht oder nur Unaufmerksamkeit? Eine Probandengruppe sollte sich beim Hören der Statements schlicht auf den Moment fokussieren und die eigenen Gedanken ziehen lassen. Eine andere Gruppe wurde angehalten, sich in das Szenario zu vertiefen. Die dritte Gruppe erhielt keine Anweisungen. Diejenigen, die die eigenen Gedanken loslassen sollten, bewerteten die Absichten der Handelnden deutlich neutraler als jene, die sich in die Situation tiefer einfühlten. Die gedankliche Beschäftigung scheint dazu zu führen, leichter anderen eine schlechte Absicht zu unterstellen.
Je achtsamer, desto weniger feindselig, Psychologie heute 3.4.20

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Corona stresst und macht depressiv 
Mittwoch, 13. Mai 2020 - Bewusstsein, Psychologie, Studien
Erste Studien sind bereits dabei, die psychosozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu untersuchen und kommen zu nicht sonderlich überraschenden Erkenntnissen. Die Universität Basel etwa fand in einer Befragung, an der rund 10.000 Schweizer*innen teilnahmen, heraus, dass die Hälfte der Antwortenden sich durch die veränderten Lebensbedingungen deutlich gestresster fühlt als in der Vor-Corona-Zeit. Gründe sind die großen Veränderungen bei Arbeit und Beruf, das eingeschränkte Sozialleben und bei vielen auch die Herausforderungen der Kinderbetreuung. 57 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen depressive Symptome verstärkt hätten. Gleichzeitig habe sich die Häufigkeit schwerer depressiver Symptome von 3,4 Prozent vor dem Lockdown auf 9,1 Prozent erhöht. Ein Viertel der Befragten hingegen berichtete, dass der Stress im eigenen Leben durch das Zurückfahren des gesellschaftlichen Lebens abgenommen habe. Die Wissenschaftler identifizierten auch Handlungsstrategien, die der Stressspirale entgegenwirken. Sportliche Betätigungen wie Joggen oder Spazierengehen oder die Zuwendung zu Hobbies oder neuen Projekten können hilfreich sein.
Jeder Zweite fühlt sich im Corona-Lockdown gestresster, Deutsches Gesundheitsportal 4.5.20

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Corona trotzen und sich selbst und die Wirtschaft retten 
Dienstag, 12. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Arbeit, Management
Meditation hat in Corona-Zeiten Hochkonjunktur. Ein bisschen zur Ruhe kommen bei all dem Chaos und vielleicht noch Inspirationen tanken für das gerade marode Business? Der Podcast "Make it Mindful" geht in zwei Folgen im Dialog mit dem Zen-Lehrer Paul Kohtes den Fragen nach, wie wir uns in Krisenzeiten selbst retten können und wie wir die Wirtschaft retten können. Einfach mal zurücklehnen, zuhören und den Ideen erlauben, aus mehr innerer Tiefe aufzusteigen ...
Make it Mindful Podcasts 8.5.20

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Genügend Schlaf braucht einen guten Plan 
Montag, 11. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Studien
Jeder weiß es, und doch halten sich die wenigsten dran - genügend Schlaf ist das, was uns wirklich fit hält. In Zeiten von Corona, wo übliche Alltagsrhythmen vielfach durchbrochen sind, fällt es vielen noch schwerer, die Erholung in der Nacht nicht zu kurz kommen zu lassen. Eine amerikanische Studie zeigt nun, wie sich der innere Schweinehund am besten überwinden lässt. Die Wissenschaftler testeten mit 300 Proband*innen die besten Strategien. Dabei zeigte sich - wer seine Absicht sehr konkret fasst und auch Pläne entwickelt, um die eigenen Ausweichmanöver zu überlisten, ist am Erfolgreichsten. So hielten sich am ehesten die Probanden an ihre angestrebte Schlafenszeit, die zuvor reflektierten, was sie sonst davon abhält, ihren eigentlichen Plan in die Tat umzusetzen. Darüber hinaus entwickelten sie eine gezielte Strategie, um in solchen Moment nicht doch von ihren Gewohnheiten eingeholt zu werden. Die Teilnehmenden der Studie, die nach dieser Methode vorgingen, bekamen im Schnitt gut eine halbe Stunde mehr Schlaf als diejenigen, die Übungen zum positiven Denken absolviert hatten oder einfach Tipps für eine bessere Schlafhygiene erhielten. Es zeigte sich allerdings auch: Die angestrebte Schlafenszeit hielten auch die erfolgreichsten Proband*innen nicht wirklich ein, sondern sie schliefen eine Stunde weniger als erhofft. Aber mit der beschriebenen Methode könnte man sich ja auch dieser Diskrepanz weiter annehmen.
Ich will noch nicht ins Bett!, Psychologie heute 3.4.20

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Corona zeigt uns, dass Wandel möglich ist 
Freitag, 8. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Wissenschaft
In nur wenigen Wochen hat die Corona-Krise uns gezeigt, wie viele geradezu dramatische Veränderungen unserer Lebensweise möglich sind. Sicher, die Tatsache, dass unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben gegenwärtig zum großen Teil zum Erliegen gekommen ist, ist für viele Menschen vordergründig keine Erfahrung von Entschleunigung (wie man sie sich in überbetriebsamen Zeiten gerne herbeisehnt), sondern eher eine Konfrontation mit Zusammenbrüchen. Für den Soziologen Hartmut Rosa kommt in der Veränderbarkeit, die wir gerade erleben, allerdings auch unsere grundsätzliche Gestaltungsmacht in die Sichtbarkeit - die wir unter Normalbedingungen allzu gerne vergessen, weil die festgetretenen Pfade des Lebens sonst eher unverrückbar erscheinen. "Entschleunigung ist derzeit also ein makrosoziales Faktum, keine rückwärtsgewandte Phantasie, wie Kritiker behaupten. Zweitens, diese Entschleunigung ist das Ergebnis politischen Handelns, und vielerorts des Handelns demokratisch gewählter Regierungen, kein Wirkmechanismus der Viren; es handelt sich also um eine Erfahrung politischer Selbstwirksamkeit: Die Politik hat innerhalb weniger Wochen ungeahnte Handlungsmacht gegenüber der Eigenlogik der Finanzmärkte, der großen Konzerne, den Geschäftsinteressen etc. gewonnen – allerdings auch gegen die Rechte der Bürger und Bürgerinnen. Diese Erfahrung kontrastiert scharf gegenüber der bisher dominanten Ohnmachtserfahrung angesichts der Klimakrise, aber auch angesichts schreiend ungleicher Vermögens- und Verteilungsverhältnisse", schreibt er im Philosophie Magazin. Die Frage ist, ob wir dieser Handlungsmacht treu bleiben können und wollen. Rosa ist in dieser Frage nicht unrealistisch, richtet aber den Blick auch sehr bewusst auf das, was wir gerade als Möglichkeit erfahren: "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Gesellschaft versuchen wird, nach dem Abflauen der Krise so schnell wie möglich in die alten Routinen und Gleise zurückzufinden, die Räder wieder anzuschieben. Dennoch stehen wir an einem 'Bifurkationspunkt', an dem ein gesellschaftlicher Pfadwechsel möglich scheint."
Chance der Neugeburt, Philosophie Magazin 27.4.20

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Unsere menschliche Lebendigkeit tiefer verstehen 
Donnerstag, 7. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart, Psychologie
Je länger der Ausnahmezustand, in dem wir uns befinden, andauert, umso mehr zehrt er an uns. Erste psychologische Studien deuten bereits an, dass wir durch eine Veränderung unserer inneren Haltung viel dazu beitragen können, uns nicht im Krisen-Modus zu verlieren. Der Bewusstseinsforscher Thilo Hinterberger gibt in einem Artikel viele praktische Tipps, wie wir unsere Resilienz stärken können, sei es durch bewussteren Medienkonsum und phasenweise Input-Abstinenz, eine Ausrichtung auf die positiven Dinge, die bleiben in diesen Zeiten des Reduzierens oder auch ein tieferes Eintauchen in unsere geistigen Innenräume, vielleicht unterstützt durch Übungen der Meditation. Darüber hinaus schlägt er vor, sich bewusster den Bewegungen im eigenen Bewusstsein zu widmen, sozusagen eine geistig-spirituelle Hygiene zu praktizieren. Dazu gehört für ihn auch ein tieferes Verständnis unserer menschlichen Lebendigkeit: "Jetzt gilt es zu erkennen, dass das Leben selbst durch ein höchst organisiertes und zugleich geheimnisvolles Zusammenwirken unzähliger Mikroorganismen entsteht und sich erhält. Wenn nun ein Virus am menschlichen Leben rüttelt, dann wird wieder deutlich, dass uns das Leben als Ergebnis dieser unglaublich vielfältigen Lebensvorgänge geschenkt ist. Daher sollten wir gerade in dieser Zeit dankbar sein für jeden Tag, an dem wir leben und wirken dürfen. ... Möglicherweise müssen wir wieder neu das Vertrauen ins Leben lernen. Es ist die gesamtgesellschaftliche Kunst, Freiheit und Verantwortung, Verbundenheit und Schutz in ein gesundes Wechselspiel zu bringen, ohne die Lösung nur auf einer Seite zu sehen."
Die Pandemie-Krise und danach?, Die Welt des Klangs 17.4.20

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Home Office ist für viele reizvoll 
Mittwoch, 6. Mai 2020 - Arbeit, Management
In den letzten Wochen wird viel über die soziale Isolation gesprochen, in der wir aufgrund der Corona-Krise alle stehen. Doch hat die Notwendigkeit, zuhause zu bleiben, für nicht wenige auch schöne Nebenwirkungen. Einer Studie zufolge arbeiten gegenwärtig rund 25 Prozent der Beschäftigen im Home Office, der Verband für Digitales Bitkom geht sogar davon aus, dass die Hälfte der Erwerbstätigen ihren Job zur Zeit von daheim erledigt. Eine repräsentative Umfrage zeigt: Etwa ein Drittel dieser Heimarbeiter wünscht sich auch für die Zukunft, mehr von zuhause aus arbeiten zu können. 64 Prozent der Befragten gaben an, mit Voranschreiten der Krise verstärkter auf digitale Kommunikation auszuweichen. Für die Unternehmen dürfte sich aus den aktuellen Erfahrungen, wenn das Geschäftsleben sich wieder erholt, viel Diskussionsbedarf entwickeln, denn was in der Krise funktioniert hat, dürfte sich danach nicht leicht wieder einkassieren lassen.
Fast jeder Dritte wünscht sich Homeoffice für immer, FAZ 21.4.20

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Dem Virus mit Mitgefühl entgegentreten 
Dienstag, 5. Mai 2020 - Bewusstsein, Lebensart
"Beten allein reicht nicht", sagt der Dalai Lama in einem Bericht des Time Magazine und sensibilisiert dafür, wie wir mit mehr innerer Bewusstheit der gegenwärtigen Krise mutig begegnen. "Aus einer buddhistischen Perspektive sind alle fühlenden Wesen mit Leiden und der Wahrheit von Krankheit, Altern und Tod konfrontiert. Aber als menschliche Wesen haben wir auch die Fähigkeit, unseren Geist einzusetzen, um Angst und Panik und Gier zu bezwingen. Ich habe in den letzten Jahren wieder die "emotionale Abrüstung" hervorgehoben: zu versuchen, die Dinge realistisch und klar zu sehen, ohne die Verwirrung der Angst oder des Ärgers", sagt seine Heiligkeit. Der Beitrag betont auch, wie sehr wir alle im Leben auf diesem Planeten miteinander verbunden sind und aufgrund dieser Tatsache eine gemeinschaftliche Verantwortung tragen, die über die aktuelle Krise hinausreicht: "In dieser Zeit der großen Angst ist es wichtig, dass wir über die Langzeit-Herausforderungen - und Chancen - nachdenken, für den gesamten Erdball. Fotos von unserer Welt aus dem All zeigen so deutlich, dass es auf diesem blauen Planeten keine wirklichen Grenzen gibt. Deshalb müssen wir alle Sorge tragen für unsere Lebenswelt und daran arbeiten, den Klimawandel und andere destruktiven Entwicklungen zu verhindern. Die Pandemie ist eine Warnung, dass wir nur, indem wir zusammenkommen und mit koordinierten, globalen Antworten reagieren, der Größe der Aufgabe gerecht werden."
'Prayer Is Not Enough.' The Dalai Lama on Why We Need to Fight Coronavirus With Compassion, Time Magazine 14.4.20

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