Sommerzeit - Ferienzeit 
Donnerstag, 30. Juni 2011 - sonstiges
Es ist wieder einmal so weit. think.work.different macht Sommerferien! Ich wünsche allen LeserInnen schöne Sommertage und bin ab 25. Juli wieder mit frischen News für Sie da. Herzliche Grüße, Nadja Rosmann

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Ungerechtigkeit macht krank 
Mittwoch, 29. Juni 2011 - Studien
Der Bonner Ökonom Armin Falk und der Düsseldorfer Medizinsoziologe Johannes Siegrist haben in einem experimentellen Setting gezeigt, dass eine als ungerecht empfundene Bezahlung der Gesundheit von Arbeitnehmern abträglich ist. Bei dem Experiment wurden 80 Studenten in zweiköpfige Teams eingeteilt und sollten entweder Chef oder Arbeiter sein. Die Arbeiter mussten 25 Minuten lang auf Arbeitsblättern Nullen und Einsen zählen, während die Chefs sich dem süßen Nichtstun hingeben durften. Je mehr Zahlen die Arbeiter addierten, umso mehr Geld erwirtschaftete das Team. Diese Einnahmen durften die Chefs anschließend nach eigenem Ermessen zwischen sich und ihrem "Untergebenen" aufteilen. In der Regel erhielten die Arbeiter dabei einen geringeren Gewinnanteil, als sie erwartet hatten. Diese Ungerechtigkeit versetzte die Betroffenen in Stress, was durch Messungen der Herzfrequenz gemessen wurde. Je stärker die Bezahlung von dem abwich, was die Arbeiter als angemessenen Lohn ansahen, umso weniger variierte ihre Herzfrequenz. Die Herzfrequenzvariabilität ist ein Indikator für die Länge zwischen den Herzschlagintervallen und allgemein sprechen hier größere Schwankungen für eine höhere vegetative Regulationsfähigkeit des Organismus und damit für eine stärkere Lebensenergie. In der Medizin wird eine verringerte Herzfrequenz als Frühindikator für Herzerkrankungen gesehen. Die Erkenntnisse des Experiment decken sich mit statistischen Belegen aus Daten des Sozio-ökonomischen Panels, denn hier bewerteten Befragte, die ihr Einkommen als unfair betrachteten, ihren Gesundheitszustand als schlechter im Vergleich zu den Befragten, die sich als angemessen entlohnt betrachteten. Außerdem litten sie deutlich häufiger unter Herzkrankheiten, Bluthochdruck und Depressionen.
Ungerechte Löhne machen krank, SZ 11.6.11

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Jobchancen: Zwischen Zuversicht und Verzweiflung 
Dienstag, 28. Juni 2011 - Studien
Die wachsenden Straßenproteste junger Menschen in verschiedenen Ländern Europas zeigen: Immer mehr junge Menschen fühlen sich um ihre Zukunftschancen betrofen. Dies zeigt auch eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Universum, bei der 20.000 Studenten der besten europäischen Hochschulen nach ihren Zukunftsperspektiven befragt wurden. Zwar wird den Deutschen immer ein Hang zum Pessimismus unterstellt, doch in der Umfrage unter den 135 vertretenen Nationalitäten erwiesen sie sich am optimistischsten. Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen gab nämlich an, zuversichtlich zu sein, nach dem Studium beim Wunscharbeitgeber punkten zu können. In Großbritannien, Irland, Italien und Griechenland hingegen betrachtet der wissenschaftliche Nachwuchs seine Zukunftsaussichten sehr schlecht - rund zwei Drittel der Befragten dieser Länder schätzen ihre Jobaussichten als düster ein. In Spanien glaubt sogar nur jeder fünfte Befragte, bei einem seiner bevorzugten Unternehmen auch einen Job zu finden. Bei der Frage, was ihnen an ihrem Arbeitgeber wichtig sei, kamen die Studenten nationalitätenübergreifend zu ähnlichen Einschätzungen. Für 72 Prozent ist der gute Ruf des Unternehmens wichtig, 70 Prozent zählen auf den Markterfolg, 66 Prozent schauen nach dem Prestige. Auch die vom Arbeitgeber vertretenen Werte scheinen eine starke Rolle für den Nachwuchs zu spielen. 33 Prozent betrachten genau das Engagement zu Corporate Social Responsibility, weiteren 30 Prozent sind hohe ethische Standards wichtig.
Deutsche Studenten vertrauensvoll - Spanier sehen schwarz, FTD 26.5.11

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Gesundheitsvorsorge könnte Firmen viel Geld sparen 
Montag, 27. Juni 2011 - Studien
Die Unternehmensberatung Booz & Company untersuchte im Auftrag der Felix Burda Stiftung die Folgen, die fehlende Gesundheitsvorsorge für Unternehmen haben kann. Ausfälle durch Krankheit, aber auch die Ansteckung von Kollegen, wenn Mitarbeiter sich krank zur Arbeit schleppen, sind ein teurer Spaß. Rund 225 Milliarden Euro jährlich kostet es deutsche Firmen, dass sie keine Präventionskultur entwickeln, so das Ergebnis der Studie. Jeder in die Mitarbeitergesundheit investierte Euro könne sich hingegen mit fünf bis 16 Euro auszahlen, so die Untersuchung. Das Problem: Selbst die politischen Rahmenbedingungen sind bisher nicht unbedingt dazu geeignet, die Entwicklung einer Präventionskultur zu fördern. So können Betriebskrankenkassen, die mehr als den Richtwert von 2,86 Euro pro Mitarbeiter in Vorsorge investieren, zur Zeit noch vom Bundesversicherungsamt abgemahnt werden.
Wenn Niesen und Husten zum Kostentreiber werden, FTD 9.6.11

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Rekordhoch für Führungsfrauen 
Freitag, 24. Juni 2011 - Studien
Die Quotendiskussion ist noch nicht vom Tisch, da melde das Statistische Bundesamt ein neues Rekordhoch für Frauen in der Führungsetage. So lag der Frauenanteil an allen Führungspositionen in privaten Firmen 2010 bei 28 Prozent. Das ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte verglichen mit 1996. Verglichen mit der Tatsache, dass gegenwärtig 46 Prozent aller Beschäftigten weiblich sind, ist das Potential nach oben allerdings noch nicht ausgeschöpft. Erst recht nicht in den großen Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten, denn hier sind nur 17 Prozent Frauen auf der höchsten Führungsebene zu finden, inkl. der zweiten Führungsebene immerhin 23 Prozent - verglichen mit 35 Prozent in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern. Legt man die Wachstumsdynamik seit 1996 zugrunde, wäre rein rechnerisch in Deutschlands Chefetagen eine paritätische Besetzung der Führungspositionen mit Männern und Frauen im Jahr 2060 erreicht.
Mehr Frauen in deutschen Chefetagen, FR 8.6.11

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Innovation: Kleider aus Milch 
Mittwoch, 22. Juni 2011 - Wissenschaft
Die Milch macht's - zumindest wenn es nach der Designerin und Biologin Anke Domaske geht. Die Gründerin des Model-Labels Madame Chi Chi hat mit Milchfasern experimentiert und stellt aus den Fasern inzwischen Trend-Mode her. Kaseinfasern werden bereits seit 1930 hergestellt, doch war die Produktion sehr ressourcenaufwändig. Um ein Kilogramm Fasern zu erhalten, mussten rund 20.000 Liter Wasser eingesetzt werden. Domaske ist es gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, bei dem lediglich zwei Liter Wasser benötigt werden. Der Vorteil der Faser: Kasein ist ein Nebenprodukt der Milch, bei der Faserherstellung wird keine Chemie verwendet und das Endprodukt ist antibakteriell und antiallergisch. Da die 18 in der Milch enthaltenen Aminosäuren bei der Verarbeitung erhalten bleiben, wirken die Kasein-Kleider sogar wie ein Pflegeprodukt auf der Haut und halten sie geschmeidig. Eine spannende Innovation, die hoffentlich im Bereich der Öko-Mode Spuren hinterlässt.
Diese Frau schneidert Kleider aus Milch, Welt online 8.6.11

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Leistungsdruck und Probleme am Arbeitsplatz kosten Milliarden 
Dienstag, 21. Juni 2011 - Studien
Das Thema Burn-out ist in aller Munde, doch gerät dabei aus dem Blick, dass Mitarbeiter nicht erst dann zu leiden beginnen, wenn sie kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Oft sind es die kleinen, aber unabwendbaren Unzumutbarkeiten im Joballtag, die den Mitarbeitern das Leben schwer machen - und ihre Leistungsfähigkeit untergraben. Das Hamburger Fürstenberg Institut untersuchte in der Repräsentativbefragung gemeinsam mit Forsa, wo die größten Hemmschuhe im Unternehmen liegen. Die drängendsten Schwierigkeiten in der Firmenwelt: Probleme am Arbeitsplatz 68 Prozent), hoher Leistungsdruck (51 Prozent), fehlende Anerkennung (39 Prozent), schlechte Führung (31 Prozent) und kein Vertrauen in die Unternehmensleitung (26 Prozent). 87 Prozent der Befragten fühlen sich von einem oder mehreren dieser Probleme betroffen. 79 Prozent fühlen sich dadurch in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut berechnete auf dieser Basis, dass der deutschen Wirtschaft auf diese Weise jährlich rund 364 Milliarden Euro verloren gehen - was rund 16 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts entspricht.
Burn-out und andere teure Probleme, FTD 7.6.11

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Generation Praktikum setzt auf Qualitätsprüfung 
Montag, 20. Juni 2011 - Arbeit
Die Welle der Empörung über die Unzumutbarkeiten, denen eine Vielzahl von Praktikanten während und nach dem Studium ausgesetzt ist, ist längst abgeebbt. Doch das Thema ist immer noch aktuell. Daniel Pütz, Stefan Peukert und Joschka Felten, alle drei Studenten der Universität Witten-Herdecke, wollten es nicht bei Parolen der Entrüstung belassen - sie sind aktiv geworden und haben mit meinpraktikum.de ein Portal gelauncht, auf dem Praktikanten ihre Erfahrungen mit Kommilitonen teilen können. Die Webseite bietet eine komfortable Übersicht über Unternehmen und bietet ein standardisiertes Bewertungsverfahren an, so dass angehende Praktikanten vorab prüfen können, ob sich eine Bewerbung beim Unternehmen X überhaupt lohnt. Wo vielerorts im Web Firmenbashing längst zur Mode geworden ist, präsentiert sich das Praktikums-Portal völlig pragmatisch. So können Praktikanten bewerten, ob sie während ihres Arbeitseinsatzes im Unternehmen anspruchsvolle Aufgaben übernehmen durften, wie das Arbeitsklima vor Ort ist, ob sich die Firmen angemessen um die Praktikanten kümmern und welche Zukunftsperspektiven mit dem Praktikum verbunden sind. Das Angebot findet bereits große Resonanz. Schon 3.165 Bewertungen über 2.119 Unternehmen sind online, Tendenz steigend. Die differenzierte Bewertung erleichtert es Studenten dabei, die für ihr persönliches Anliegen am ehesten passenden Firmen zu finden. Interessant ist auch, dass wirklich schlechte Bewertungen auf dem Portal eher eine Seltenheit darstellen. Zwar weist der eine oder andere Arbeitgeber in manchen Fällen Schwächen auf, aber schlechtes Feedback über alle Bewertungskategorien hinweg stellt dann doch die Ausnahme dar. Mir gefällt bei dem Angebot besonders, dass hier eine Gruppe tatkräftiger Studenten es nicht bei der Kritik belassen hat, sondern selbst einen Beitrag leistet, um die Dinge besser zu machen.

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